Himbeeren

Himbeeren gehören zu den beliebtesten Obstsorten, die in Privatgärten angebaut werden. Sie schmecken aromatisch und sind vielseitig verwendbar. Für eine reiche Ernte sollten Sie Standort und Untergrund indes mit Sorgfalt auswählen.

Wachstum verstehen

Rubus idaeus ist ein Waldpionier, der bevorzugt auf Lichtungen und an Waldrändern wächst. Die Art entwickelt ein feines Wurzelwerk, dass sich durch die obere Rohhumusschicht zieht. Eine dicke Hauptwurzel erobert tiefere Bodenschichten. Sie wird bleistiftdick und folgt Regenwurmlöchern oder Hohlräumen von zuvor verrotteten Baumwurzeln bis zu einem Meter Tiefe. Daher gehören Himbeeren nicht zu den Flachwurzlern.

Himbeeren sind sehr robuste Pflanzen

Standortbegünstigte Wachstumsprobleme

Hohlräume, die von den Wurzeln der Himbeerpflanze durchwachsen werden, gewährleisten den Wasserabzug aus den oberen Bodenschichten. Wenn es plötzlich zu starken Niederschlägen kommt, füllen sich die Hohlräume mit Wasser. Durch fehlende Sonneneinstrahlung kann kein Wasser mehr aus dem Boden verdunsten. Die Wurzeln der Himbeere bekommen nicht mehr ausreichend Luft und stehen zu nass. Der Gegensatz zu einem zu nassen Sommer sind jedoch extreme und langanhaltende Trockenperioden, die den Wasserhaushalt in der Pflanze zum Erliegen bringen. In den vergangenen Jahren hat sich in solchen Sommermonaten vielerorts gezeigt, wo die Standortbedingungen nicht optimal sind. Es treten verschiedene Symptome auf:

  • Wachstum der Jungruten stagniert
  • ältere Blätter neigen zu gelben und braunen Blatträndern und vertrocknen
  • Früchte bleiben klein und reifen nicht vollständig aus oder werden milchig weiß
  • silbrig-braune Flecken an den Ruten
  • Widerstandskraft schwindet, sodass vermehrt Schwächeparasiten auftreten

Der richtige Standort

Schon allein aus wirtschaftlicher Sicht lohnt es sich, den perfekten Standort zu suchen. Himbeeren gehören zu den teuersten Beerenfrüchten im Laden, die nicht besonders lange lagerfähig sind. Schon kleine Erntemengen können vielfältig weiterverarbeitet werden. Das macht die Sträucher zu perfekten Gewächsen für den heimischen Nutzgarten. Wenn Sie auf die folgenden Feinheiten achten, gewährleisten Sie optimale Standortbedingungen:

Himbeeren im Garten anbauen
  • tiefster Punkt im Garten ist ungeeignet, da sich hier das Wasser sammelt
  • leichte Luftbewegungen beugen Botrytisfäule vor
  • windgeschützter Platz verhindert Windbruch bei besonders hohen Arten
  • einige Sonnenstunden am Morgen und Abend gewährleisten optimale Fruchtreife
  • Schutz vor der Mittagssonne beugt Sonnenbrand vor

Den Boden vorbereiten

An einem optimalen Standort kann die Himbeere im Hausgarten bei guter Pflege zwischen zwölf und 15 Jahre lang saftige Früchte produzieren. Voraussetzung für ein gesundes und langjähriges Wachstum ist ein optimaler Untergrund, denn Himbeeren haben sehr spezielle Ansprüche. Um Wachstumsprobleme und einen damit verbundenen Kollaps zu vermeiden, sollten Sie den Boden gut auswählen und vorbereiten:

  • ideal ist ein humoser und tiefgründiger Boden
  • tief umgraben, um Wasserführung zu erkunden
  • verdichtete Böden durchbrechen und mit Sand auflockern
  • lockeres Gestein sorgt für verbesserten Wasserabfluss

Hinweis: Schwere Ton- oder Lehmböden sind nicht ideal. Kurzfristig sorgen diese Substrate für hohe Erträge, aber die Pflanze kann ihre tiefen Wurzeln langfristig nicht ausbreiten.

Himbeeren, Rubus idaeus im Gartenbeet

Pflanzung

Häufige Fehler passieren indes schon beim Einsetzen der Himbeeren. Wenn der Strauch der Himbeere trotz optimaler Verhältnisse am Standort nicht gut anwächst, haben Sie ihn vermutlich zu tief eingepflanzt. Der Wurzelballen sollte nur so tief in die Erde gesetzt werden, sodass zwischen der obersten Wurzel und der Erdoberfläche nicht mehr als zwei Zentimeter liegen. Um die Verdunstung aus dem Wurzelbereich zu verhindern, decken Sie den Boden mit Mulchmaterial wie Stroh oder Kompost ab.
Tipp: Verzichten Sie beim Mulchen auf verdichtete Materialien wie Mähgut oder Laub, denn sie verhindern die Bodenbelüftung.