Standorte für Farn: im Garten und als Zimmerpflanze - Titelbild

Farne sind schöne Blattschmuckpflanzen für schattige Bereiche im Garten oder als pflegeleichte Zimmerpflanze. Welcher Standort für Farn besonders geeignet ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Auf den Punkt gebracht

  • meist halbschattiger bis schattiger Standort für Farn ideal
  • Boden frisch bis feucht, humusreich und eher sauer
  • Waldfarne in Gehölz- oder Gebäudeschatten pflanzen
  • manche Farne auch für sonnigere und trockenere Standorte geeignet
  • Zimmerfarn möglichst kühl und mit hoher Luftfeuchtigkeit kultivieren

Standort für Farn im Garten

In der Natur wachsen Farne in Wäldern unter hohen Bäumen und bevorzugt in eher saurem, humusreichem und feuchtem Boden. Für Gartenfarne bedeutet dies, dass sie einen ähnlichen Standort für ihr Gedeihen brauchen. Doch Vorsicht: Nicht jeder Farn fühlt sich an einem solchen Platz wohl, manche Arten haben ihre ganz eigenen, etwas abweichenden Bedürfnisse. Grundsätzlich unterscheiden Fachleute zwei Artengruppen mit unterschiedlichen Lebens- und Wuchsformen, für die jeweils verschiedene Standortvorgaben gelten.

Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) im Garten
Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) im Garten

Rosettenfarne

Wenn von Farnen die Rede ist, denken die meisten Menschen an üppige, mehrfach gefiederte und trichterförmig wachsende Wedel. Hierbei handelt es sich um die aufgrund ihrer charakteristischen Wuchsform so genannten Rosettenfarne, die manchmal auch als Waldfarne bezeichnet werden. Sie wachsen dann an schattigen und kühlen Standorten in Wäldern und auf frischen bis feuchten, humusreichen Böden. Diese Farn-Arten benötigen auch im Garten einen entsprechenden Standort:

  • unter Bäumen oder höheren Gehölzen
  • alternativ am Gehölzrand, vor Mauern
  • auf humosen, reifen und eher sauren Böden
  • gut geeignet für Gärten mit Nadelgehölzen
  • nicht für volle Sonne geeignet
  • möglichst keine direkte Sonneneinstrahlung

Problematisch ist eine Anpflanzung in neu angelegten Gärten, beispielsweise im Zuge eines Eigenheimbaus. Hier besteht das Problem, dass gerade erst gepflanzte Bäume noch zu klein für einen ausreichenden Schattenwurf sind und außerdem der Boden noch nicht reif genug ist. Das bedeutet, dass die Erde einerseits durch den Einsatz von Baumaschinen noch verfestigt und nicht locker genug ist und andererseits, dass sich ein gesunder, humoser Boden erst mit der Zeit entwickeln muss. Das dauert ein paar Jahre, in denen auch die Bäume und Sträucher wachsen können.

Arten von Rosettenfarn

Zu den Farnen dieser Gruppe gehören diese beliebten Gartenfarne:

  • Rippenfarn (Blechnum spicant): bis 75 Zentimeter hoch, braucht hohe Boden- und Luftfeuchtigkeit
  • Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris): auch Trichterfarn, bis 130 Zentimeter hoch, ideal für Teichrandbepflanzung
  • Königsfarn (Osmunda regalis): bis zwei Meter hoch, ideal für nährstoffarme, tonige und leicht staunasse Böden
  • Wald-Frauenfarn (Athyrium filix-femina): bis 90 Zentimeter hoch, fühlt sich unter hohen Bäumen wohl
  • Goldschuppenfarn (Dryopteris affinis): für halbschattige bis schattige Standorte, für frische bis feuchte Böden
  • Flacher Filigranfarn (Polystichum setiferum ‚Herrenhausen‘): flacher Wuchs, gut geeignet als Bodendecker für humose, feuchte Böden an halbschattigen Standorten, anpassungsfähig
  • Schmuckfarn (Athyrium niponicum): auch Japanischer Regenbogenfarn, für frische bis feuchte Standorte, anpassungsfähig und robust
  • Rotschleierfarn (Dryopteris erythrosora var. prolifica): für humusreiche Böden unter hohen Bäumen
  • Breitwedel-Dornfarn (Dryopteris dilatata): braucht sehr humusreiche und nährstoffreiche Böden
verschiedene Farn-Arten mit ähnlichen Standorten
Rippenfarn (Blechnum spicant), Königsfarn (Osmunda regalis), Wald-Frauenfarn (Athyrium filix-femina), Goldschuppenfarn (Dryopteris affinis) (v.l.n.r.) & Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris)

Eine Ausnahme von der Regel bildet der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium), der natürlich in Bergwäldern wächst und deshalb einen kargen, kalkhaltigen und felsigen Boden braucht. Die Art wird bis zu 40 Zentimeter hoch und hat, im Gegensatz zu anderen Arten, ledrige und glatte Blätter.

Tipp: Auch in anderer Hinsicht sticht der heimische Hirschzungenfarn aus den Farnen heraus: Im Gegensatz zu vielen anderen verträgt dieser Farn Standorte mit tiefen Schatten und kommt mit sehr wenig Licht aus.

Rosettenfarne mit besonderen Standortansprüchen

Ebenfalls zu den Rosettenfarnen gehören die so genannten Mauerfarne, die jedoch andere Standortbedürfnisse als die bereits aufgeführten Vertreter haben. Diese Arten wachsen in der Natur auf oder in Felsen, weshalb Sie sie im Garten etwa auf Trockenmauern oder im Steingarten kultivieren können. Doch Vorsicht: Viele dieser Farne haben sehr konkrete Ansprüche an den Boden oder wachsen nur auf bestimmten Gesteinsarten.

  • Brauner Streifenfarn (Asplenium trichomanes): geeignet für halbschattige Steinanlagen, Mauerfugen oder Baumstümpfe, für Töpfe oder Tröge, braucht humosen, feuchten Boden
  • Milzfarn (Cetreach officinarum): kann auf trockenen Natursteinmauern angesiedelt werden, hitzeverträglich
  • Kleiner Schildfarn (Polystichum setiferum ‚Congestum‘): kann bei ausreichend feuchtem Boden auch an sonnigem Standort stehen
Farn mit besonderen Standort-Ansprüchen
Brauner Streifenfarn (Asplenium trichomanes), Milzfarn (Cetreach officinarum) & Kleiner Schildfarn (Polystichum setiferum ‚Congestum‘) (v.l.n.r.)

Tipp: Wenn Sie keine hohen Bäume im Garten haben, können viele Waldfarne auch im Schattenwurf von Gebäuden oder Mauern stehen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Bedürfnisse an die Bodenbeschaffenheit erfüllt werden.

Kriechfarne

Neben den Waldfarnen gibt es als zweite Gruppe noch Arten, die bevorzugt an offenen Standorten wachsen. Sie erkennen diese Farne an ihrem kriechenden Rhizom, welches eine Ausbreitung auch auf steinigen und trockenen Böden ermöglicht – für die Sporen sind diese Untergründe eher nicht geeignet. Zudem stehen bei diesen Farnen die Wedel nicht in Rosetten beisammen, sondern wachsen einzeln entlang des verzweigten Rhizoms. Mit der Zeit bilden sich dichte, flächige Kolonien, weshalb Kriechfarne für kleine Gärten eher nicht geeignet sind bzw. in ihrem Wachstum beschränkt werden müssen. Die Arten eignen sich sehr gut als Bodendecker.

Als Standort für Farn dieser Artengruppe kommen dadurch unterschiedliche Lagen infrage:

  • Tüpfelfarn (Polypodium vulgare): für kalkfreie, sandige Böden oder Felsspalten, trockenheitsverträglich
  • Himalaya-Venushaar (Adiantum venustum):  absonnige und halbschattige Lagen mit frischem Boden, kühl
  • Ruprechtsfarn (Gymnocarpium robertianum): für kalkhaltige, felsige Böden und halbschattige bis schattige Lagen
  • Sumpf-Lappenfarn (Thelypteris palustris): für sehr nasse Böden, ideal für Teich- und Bachrandbepflanzung
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum): für kiesige bis sandige, humushaltige Böden in halbschattigen bis schattigen Lagen
  • Lippenfarn (Cheilanthes lanosa): für trockene und durchlässige Böden an sonnigen bis halbschattigen Standorten
  • Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris ‚Plumosum‘): für halbschattige Standorte mit frischen Böden unter hohen Bäumen
Kriechfarn-Arten
Tüpfelfarn (Polypodium vulgare), Himalaya-Venushaar (Adiantum venustum), Lippenfarn (Cheilanthes lanosa), Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris ‚Plumosum‘) (v.l.n.r) & Adlerfarn (Pteridium aquilinum)

Tipp: Schauen Sie vor dem Kauf genau darauf, welchen Boden und Standort für Farn der Hersteller empfiehlt. Dann gibt es so schnell keine bösen Überraschungen.

Standort für Farn als Zimmerpflanze

Als Zimmerpflanze kultivierte Farne benötigen ebenfalls einen Standort ohne direkt einfallendes Sonnenlicht, weswegen sich eine nach Norden ausgerichtete Fensterbank sehr gut eignet. Der Platz im Zimmer sollte allerdings auch nicht zu dunkel sein: Ein absonniger oder halbschattiger Standort ist ideal, da er die natürlichen Bedingungen am besten widerspiegelt. Stellen Sie den Farn auf einen Untergrund oder kultivieren Sie ihn als Ampelpflanze von der Zimmerdecke hängend. Viel wichtiger als die Lichteinstrahlung sind bei Zimmerfarn jedoch Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Damit sich die Pflanzen wohlfühlen, darf es nicht zu warm sein. Ideal sind für die meisten Arten zwischen 15 und 20 °C tagsüber. Des Weiteren braucht Farn eine hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb Sie die Pflanzen täglich mit kalkfreiem Wasser besprühen sollten.

Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) im Topf
Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) im Topf

Tipp: Färben sich die Blätter Ihres Farns gelb? Dann steht die Pflanze höchstwahrscheinlich zu sonnig und sollte an einem schattigeren Platz platziert werden.

Häufig gestellte Fragen

Warum bekommt der Farn braune Blätter?

Braune Blätter können bei Farn verschiedene Ursachen haben. Oft ist es völlig normal, denn viele Gartenfarne sind lediglich sommergrün, weshalb ihre Blätter sich braun verfärben. Sie treiben jedoch im Frühjahr wieder aus. Bei Zimmerfarn liegt die Braunfärbung jedoch meist an einer zu trockener Luft. Dagegen hilft nur, die Luftfeuchtigkeit durch geeignete Maßnahmen (z. B. Besprühen der Pflanze) hoch zu halten.

In welchem Zimmer fühlt sich der Zimmerfarn am wohlsten?

Auch wenn der Zimmerfarn hübsch aussieht: Das lichtdurchflutete und im Winter beheizte Wohnzimmer ist nicht der geeignete Ort für ihn. Platzieren Sie die Pflanze besser im kühlen und meist schattigeren Schlafzimmer oder im Badezimmer. Im Bad fühlt sich das Gewächs aufgrund der deutlich höheren Luftfeuchtigkeit viel wohler, im Wohnzimmer ist ihm die Luft hingegen meist zu trocken.

Welche Farne eignen sich als Zimmerpflanze?

Es gibt eine große Auswahl an schönem Farn für die Zimmerkultur. Besonders empfehlenswert sind die attraktiven und und pflegeleichten Streifenfarne, wie der beliebte Vogelnestfarn (Asplenium parvati), der robuste Asplenium nidus mit den breiten Blättern oder der hübsche Asplenium antiquum ‚Osaka‘ mit den gezackten Blättern. Auch Geweihfarne (Platycerium) mit den charakteristisch geformten Wedeln oder fein gefiederte Schwertfarne (Nephrolepis) sind sehr beliebt. Eine besondere Rarität ist der Tasmanische Baumfarn (Dicksonia Antartica).