Standvögel - Titel

Bevor die kalte Jahreszeit beginnt, ziehen Kraniche, Störche, Mauersegler, Mehlschwalben und Co. in den warmen Süden. Andere Vogelarten überwintern hier. Wir stellen 15 Standvögel vor, die in Deutschland heimisch sind.

Auf den Punkt gebracht

  • Zugvögel verbringen den Winter im warmen Süden
  • Standvögel haben sich an die Bedingungen angepasst und bleiben ganzjährig in einem Gebiet
  • immer mehr ehemalige Zugvögel werden auf Grund klimatischer Veränderungen zu Standvögeln
  • Standvögel ernähren sich im Winter von Körnern, Nüssen und Samen
    naturnahe Gärten bieten Standvögeln Schutz und Nahrung

Heimische Wintervögel

Wer kann der Faszination der Vogelwelt widerstehen? Im Winter bietet das Futterhaus vorm Fenster die Chance, Vögel ganz nah zu erleben. Standvögel, die bei uns überwintern, haben sich perfekt an die Bedingungen angepasst. Wenn nur noch wenige Würmer und Insekten zu finden sind, ernähren sie sich von Nüssen, Körnern und Samen.

Vögel von A – D

Amsel (Turdus merula)

Amsel im Garten
  • Männchen: schwarz mit gelbem Schnabel
  • Weibchen: braun
  • Länge: 25,5 Zentimeter
  • Ruf: dag-dag
  • Gesang: laut, flötend
  • Lebensraum: Parks, Gärten, Wälder
  • Nahrung: Würmer, Raupen, Früchte, Körner
  • Brutzeit: April
  • Merkmal: Der schwarze Winter-Vogel ist nicht scheu und gut an die Nähe zum Menschen gewöhnt.
  • Andere Namen: Schwarzdrossel

Buchfink (Fringilla coelebs)

Buchfink
  • Männchen: rotbraune Brust und Wangen, Kappe blaugrau, weiße Flügelbinden, grauer Schnabel
  • Weibchen: grün-braun, weniger auffällig als das Männchen
  • Länge: 15 Zentimeter
  • Ruf: pink-pink
  • Gesang: laut, trillernd
  • Lebensraum: Laub- und Mischwälder, Obstplantagen, Parks
  • Nahrung: Insekten, Spinnen, Samen, Körner, Bucheckern
  • Brutzeit: April und Juni
  • Merkmal: Männchen überwintern am gleichen Ort, Weibchen ziehen weiter nach Süden.
  • Andere Namen: Edelfink

Buntspecht (Picoides major)

Buntspecht
  • Männchen: schwarz-weiß-rotes Gefieder, roter Streifen am Hinterkopf
  • Weibchen: schwarz-weiß-rotes Gefieder
  • Länge: 23 Zentimeter
  • Ruf: kix
  • Lebensraum: Wälder, Gärten, Parks, Friedhöfe
  • Nahrung: Würmer, Raupen, Spinnen, Vogeleier, Jungvögel, Nüsse, Körner
  • Brutzeit: April
  • Merkmal: Buntspechte überwintern in Baumhöhlen. Ihr Klopfen ist vor allem während der Balz weit zu hören.
  • Andere Namen: Baumhacker

Dohle (Coloeus monedula)

Dohle, Corvus monedula
Dohle, Corvus monedula
  • Männchen und Weibchen: schwarz mit schillernden Reflexionen, Hinterkopf und Nacken grau, kurzer Schnabel und kurzer Schwanz, hellblaue Augen
  • Länge: 36 Zentimeter
  • Ruf: kjakk
  • Gesang: schwätzend, mehrstimmig in großen Gruppen
  • Lebensraum: Höhlen in Bäumen und Felsen, Mauerlöcher, Gärten, Parks, Mischwälder
  • Nahrung: Insekten, Larven, Schnecken, Würmer, Beeren, Samen
  • Brutzeit: April bis Juni
  • Merkmale: Der Bestand der Dohlen ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Der intelligente Winter-Vogel steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.
  • Andere Namen: Mönchlein

Vögel von E – G

Eichelhäher (Garrulus glandarius)

Der Eichelhäher ist ein Standvogel und bleibt im Winter hier
  • Männchen und Weibchen: heller rotbrauner Körper, schwarz-weiße Flügel mit hellblau schillernden Federn, schwarzer Bartstreif, hellblaue Augen
  • Länge: 34 Zentimeter
  • Ruf: Geschrei, das an das Miauen von Katzen erinnert
  • Lebensraum: Eichenwälder
  • Nahrung: Insekten, Spinnen, Raupen, Samen
  • Brutzeit: April bis Mai
  • Merkmal: Der intelligente Standvogel ist in der Lage, Stimmen anderer Vögel nachzuahmen.
  • Andere Namen: Gärtner des Waldes

Übrigens, der Eichelhäher kann bis zu zehn Eicheln im Kehlsack transportieren. Der beeindruckende Winter-Vogel vergräbt die Eicheln im Boden und schafft sich so die Vorräte zum Überwintern. Mit dieser Eigenart sorgt der Standvogel, der im Winter nicht alle seine Eicheln wiederfindet, für die Verbreitung von Eichenbäumen.

Erlenzeisig (Carduelis spinus)

Erlenzeisig
  • Männchen: Brust, Bürzel, Flügelbinden gelbgrün, schwarze Stirn und schwarze Kehle, langer Schnabel
  • Weibchen: Bürzel, Flügelbinden gelbgrün, hellgrauer Kopf, langer Schnabel, Brust gestrichelt
  • Länge: 12 Zentimeter
  • Ruf: teterett
  • Gesang: zwitschernd (nur Männchen singen)
  • Lebensraum: Nadelwälder und Mischwälder mit Erlen und Birken
  • Nahrung: Birken- und Erlensamen, Körner, Nüsse
  • Brutzeit: April und Juli
  • Merkmal: Der Winter-Vogel sieht Girlitzen und Grünfinken zum Verwechseln ähnlich.
  • Andere Namen: Strumpfwirker

Gimpel / Dompfaff (Pyrrhula pyrrhula)

Dompfaff
  • Männchen: roter Bauch, hellgrauer Rücken, schwarzer Kopf Weibchen: grau-rosa Bauch, grauer Rücken, schwarzer Kopf
  • Länge: 14 bis 17 Zentimeter
  • Ruf: diü
  • Gesang: leise, plaudernd, melancholisch
  • Lebensraum: Nadelwälder
  • Nahrung: Beeren, Samen, Obstbaumknospen
  • Brutzeit: April und Ende Juni
  • Merkmal: Die hüpfende Fortbewegung gab dem Gimpel seinen Namen. Das bayrische Wort „gumpen“ steht für „hüpfen“. Andere Namen: Dompfaff, Blutfink

Hinweis: Schneiden Sie im Herbst nicht alle Stauden in Ihrem Garten zurück. Die verblühten Blüten erleichtern das Überwintern des Gimpels, denn sie bieten dem schönen Standvogel im Winter wertvolle Nahrung.

Grünfink (Carduelis chloris)

Grünfink
  • Männchen: olivgrüner Körper, markante gelbe Zeichnungen an den Flügeln, heller Schnabel
  • Weibchen: grau-olivgrün, weniger auffällig gezeichnet als das Männchen
  • Länge: 15 Zentimeter
  • Ruf: jüpp oder djüp-rüp-rüp
  • Gesang: trillernd
  • Lebensraum: Siedlungen, Parks, Gärten, Friedhöfe, lichte Wälder
  • Nahrung: Samen, Körner, Hagebutten
  • Brutzeit: April bis Juni
  • Merkmal: Der gesellige Winter-Vogel ist am Vogelhaus meist in Gruppen zu beobachten. Andere Namen: Grünling, Zwuntsch

Vögel von H – L

Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros)

Auch der Hausrotschwanz gehört zu den heimischen Standvögeln
  • Männchen: schwarzer Körper, roter Schwanz
  • Weibchen: grauer Körper, roter Schwanz
  • Länge: 15 Zentimeter
  • Ruf: jirr tititi
  • Gesang: nicht melodisch, gequetscht
  • Lebensraum: Höhlen
  • Nahrung: Insekten, Spinnen, Würmer, Larven, Samen, Beeren
  • Brutzeit: Mai bis Juni
  • Merkmal: Früher war der Winter-Vogel ein Felsbewohner. Heute ist er auch im Flachland heimisch.
  • Andere Namen: Rotschwänzle, Brandvogel, Rußvogel

Hinweis: Mit dem Aufhängen einer Halbhöhle können Gartenbesitzer den kleinen Standvogel beim Überwintern unterstützen.

Haussperling (Passer domesticus)

Sperlinge, Passeridae
  • Männchen: graubraunes Federkleid, schwarze Kehle, grauer Scheitel, braune Streifen an den Kopfseiten, brauner Rücken mit weißen Streifen, kräftiger Schnabel
  • Weibchen: matt braun
  • Länge: 14 bis 15 Zentimeter
  • Ruf: tschilp
  • Lebensraum: Dörfer mit Landwirtschaft, Parks, Gärten
  • Nahrung: Getreidekörner, Samen
  • Brutzeit: April und Juni
  • Merkmal: Die Bezeichnung „Dreckspatz“ bezieht sich auf die Vorliebe der kleinen Vögel, im Sand zu baden.
  • Andere Namen: Spatz, Hausspatz

Kleiber (Sitta europaea)

Kleiber, Sitta europaea
Kleiber, Sitta europaea
  • Männchen und Weibchen: Rücken blaugrau, Bauch beigebraun, spitzer langer Schnabel, schwarze Augenstreifen, weißer Hals
  • Länge: 12 bis 15 Zentimeter
  • Ruf: wi-wi-wi
  • Lebensraum: Laub- und Mischwälder mit viel Altholz
  • Nahrung: Insekten, Spinnen, Raupen, Samen
  • Brutzeit: April bis Mai
  • Merkmal: Der Standvogel kann kopfüber an den Baumstämmen herablaufen.
  • Andere Namen: Spechtmeise

Übrigens, der Name des Kleibers stammt vom Wort „Kleben“ ab. Der Standvogel besitzt die Fähigkeit, den Eingang seiner Bruthöhle durch das Ankleben kleiner Lehmkügelchen zu verkleinern.

Kohlmeise (Parus major)

Kohlmeise
Kohlmeise
  • Männchen und Weibchen: gelber Bauch, schwarzer Kopf, weiße Wangen
  • Länge: 14 Zentimeter
  • Ruf: pink-pink, im Frühjahr: si-si-däh
  • Gesang: variantenreich, metallisch
  • Lebensraum: Wälder, Gärten, Parks, Friedhöfe
  • Nahrung: Würmer, Raupen, Spinnen, Nüsse, Körner
  • Brutzeit: April und Juni
  • Merkmal: Kohlmeisen aus dem Norden sind Teilzieher und überwintern in wärmeren Regionen. Die meisten Kohlmeisen in Deutschland sind Standvögel.
  • Andere Namen: Finkenmeise

Der Name der Kohlmeise hat nichts mit dem Kohlgemüse zu tun. Er entstand auf Grund des schwarzen, an Kohlen erinnernden, Köpfchens.

Vögel von M – Z

Mäusebussard (Buteo buteo)

Mäusebussard
  • Männchen und Weibchen: grau-braun gebändert, weißer, längs gestreifter Kropf, abgerundeter Schwanz
  • Länge: 48 bis 55 Zentimeter
  • Ruf: wie das Miauen von Katzen
  • Lebensraum: Bäume, Gebäude
  • Nahrung: Mäuse, Kleintiere, Vögel, Aas
  • Brutzeit: März bis Juni
  • Merkmale: Viele Mäusebussarde aus Skandinavien überwintern in Deutschland.
  • Andere Namen: Katzenadler

Die Bezeichnung Mäusebussard stammt aus dem Mittelhochdeutschen. Der Wortteil „Buse“ bedeutet Katze und „Aar“ steht für Adler. Der dem Miauen einer Katze ähnelnde Balzruf des Greifvogels gab ihm seinen Namen.

Rotkehlchen (Erithacus rubecula)

Rotkehlchen
  • Männchen: Kopf und Brust rot gefärbt, olivbrauner Rücken, weißer Unterbauch, schwarze Augen
  • Weibchen: Färbung wie beim Männchen, nur etwas matter
  • Länge: 14 Zentimeter
  • Ruf: zick
  • Gesang: glockenhell
  • Lebensraum: Gärten, Parks, Mischwälder
  • Nahrung: Insekten, Beeren, Samen
  • Brutzeit: April bis Mai

Stieglitz (Carduelis carduelis)

Der Stieglitz gehört zu den heimischen Standvögeln
  • Männchen: Kopf rot, schwarz und weiß, Rücken und Brust hellbraun, Schwanzfedern mit weißen Flecken Weibchen: Färbung wie beim Männchen, nur etwas matter
  • Länge: 12 bis 13 Zentimeter
  • Ruf: stiglit, didelit, didilit
  • Gesang: hell, trillernd
  • Lebensraum: Siedlungen, Gärten, Parks, Mischwälder
  • Nahrung: Insekten, Kräuter, Samen
  • Brutzeit: April bis Juli
  • Merkmale: Stieglitze leben sogar in Städten und brüten oft auf Schulhöfen.
  • Andere Namen: Distelfink, Augsburger Nachtwächter

Tipp: Wer möchte, dass der bunte Stieglitz auf seinem Grundstück heimisch wird, sollte seinen Garten im Winter nicht intensiv aufräumen und keinesfalls chemische Unkrautvernichtungsmittel verwenden.

Häufig gestellte Fragen

Ist es sinnvoll, Vögel das ganze Jahr über zu füttern?

Nein, das ganzjährige Füttern am Vogelhaus wird von Naturschutzverbänden nicht empfohlen. Die gefährdeten Arten, die in Deutschland heimisch sind, kommen nicht ans Vogelhäuschen. Die ganzjährige Fütterung führt zu einer Überversorgung einzelner Arten, wie Meisen.

Wie können heimische Standvögel unterstützt werden?

Der beste Schutz für die Vögel ist der Erhalt der Artenvielfalt. Schaffen Sie Nistmöglichkeiten für Vögel und Kleintiere. Verzichten Sie auf chemische Pflanzenschutzmittel. Räumen Sie Ihren Garten nicht komplett auf. Die Beeren an den Büschen sind das beste Futter für Vogelarten, die in unseren Breiten heimisch sind.

Was ist bei der Fütterung am Futterhaus zu beachten?

Verwenden Sie nur passendes Vogelfutter. Brotkrumen oder andere Lebensmittelreste gehören nicht ins Futterhaus. Benutzen Sie keine Meisenknödel in Plastiknetzen. Vögel können sich daran verheddern. Halten Sie das Futterhaus sauber. Bringen Sie das Vogelhaus so an, dass Katzen es nicht erreichen können.

Wie halten sich Standvögel bei niedrigen Temperaturen warm?

Standvögel, die in Mitteleuropa heimisch sind, verfügen über ein sogenanntes Wundernetz. Es handelt sich um das Prinzip des Wärmeaustausches, das die Füße der Vögel warmhält. Das warme Blut aus dem Körper wird kontinuierlich mit dem kalten Blut aus den Füßen getauscht. Die zarten Beine werden so vor dem Erfrieren geschützt. Auch das Aufplustern hilft bei kalten Temperaturen. Viele Arten übernachten zusammen. Die Gemeinschaft bietet Schutz vor der Kälte.