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Stangenbohnen anbauen: so klappt’s

Stangenbohnen anbauen: so klappt's - Titelbild

Mit Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris) lassen sich auf kleiner Fläche große Erträge erzielen. Zudem eignen sich die Bohnen als Sicht- und Windschutz. Wir haben die wichtigsten Informationen zum Anbauen der Stangenbohnen für Sie zusammengestellt.

Auf den Punkt gebracht

  • Stangenbohnen etwas anspruchsvoller als Buschbohnen
  • Rankhilfen erforderlich
  • geringer Flächenbedarf vorteilhaft
  • bei Mischkultur Schattenwurf beachten
  • regelmäßiges Ernten regt Fruchtbildung an

Stangenbohnen anbauen

Bohnen sind einjährige, schnell wachsende Pflanzen. Ihre Heimat ist Südamerika. Heute werden Gartenbohnen in allen Ländern angebaut. Nach den Sojabohnen gelten sie als das größte Anbauprodukt der Welt.

Bohnen (Phaseolus vulgaris)

Verschiedene Sorten, von der kleinen Zwergbohne bis hin zur hochwachsenden Stangenbohne sind auf dem Markt erhältlich.

Standort

Wer Stangen- oder Kletterbohnen anbauen will, benötigt einen möglichst warmen, sonnigen Standort. Beachten Sie, dass ausgewachsene Stangenbohnenpflanzen Schatten auf benachbarte Pflanzen werfen.

Boden

Alle Bohnenarten benötigen gut gelockerte, frischen, lockeren Boden. Zu viel Feuchtigkeit oder gar Staunässe vertragen die Hülsenfrüchte nicht. Optimieren Sie den Gartenboden durch Zugabe von Kompost. Sie werden mit einem höheren Ertrag belohnt.

Aussaat

Stangenbohnen werden nach dem 15. Mai ins Freiland gesät. Das Gemüse reagiert äußerst empfindlich auf Kälte. Sie können die Bohnen im Haus in Töpfen vorziehen. Auf diese Weise gewinnen Sie mehrere Wochen Zeit. Wir raten allerdings zur Direktaussaat, denn vorgezogene Bohnenpflänzchen werden häufiger von Läusen befallen.

Alternativ können Sie Stangenbohnen im Gewächshaus anbauen.

Hinweis: Legen Sie das Stangenbohnenbeet nicht auf einer Fläche an, auf der im Vorjahr Bohnen oder Erbsen angebaut wurden.

Anleitung

Zeitpunkt: Wählen Sie einen wärmeren Tag Mitte Mai zum Anbauen von Stangenbohnen. Die Bodentemperatur muss dabei mindestens 10 Grad Celsius betragen. Bei drohenden Nachtfrösten müssen die Beete dann mit Vlies- oder Juteauflagen geschützt werden.

  1. Stechen Sie drei Zentimeter tiefe Löcher in den gut vorbereiteten, fein-krümeligen Boden. Der Reihenabstand muss 70 Zentimeter betragen, der Abstand zwischen den Löchern 40 Zentimeter.
  2. Legen Sie danach sechs bis acht Samen in jedes Loch.
  3. Bedecken Sie das Saatgut mit Erde und drücken Sie die Erde an. Bohnen sind Dunkelkeimer. Sie sollten dennoch nicht tiefer als drei Zentimeter in die Erde gelegt werden.
Bohnen anbauen

Kletterhilfen

Wenn die Bohnenpflanzen eine Höhe von zehn Zentimetern erreicht haben, müssen sie vorsichtig um Rankhilfen gewunden werden. Diese sind in verschiedenen Ausführungen im Gartenfachhandel zu erwerben. Sie können sie auch selbst bauen.

Typische Rankhilfen für Bohnen sind:

  1. Gekreuzte Stäbe
    Pro Pflanze wird ein Stab in die Erde gesteckt. Die in den Reihen gegenüberliegenden Stäbe werden dann oben gekreuzt. Ein waagerechter Stab wird danach über die Kreuzungsstellen gelegt und mit einer stabilen Schnur verbunden.
  2. Rankgitter
    Im Abstand von einem bis zwei Metern werden Stangen aufgestellt. Zwischen diesen werden dann Kunststoffnetze oder Seile befestigt, an denen die Bohnenpflanzen hinaufklettern können.
  3. T-förmige Kletterhilfen
    Montieren Sie oben an einem Stab eine Querstange. Von der Querstange werden Seile bis zum Boden geführt und befestigt. Daran können sich die Pflanzen nach oben schlingen.
  4. Zeltförmige Kletterhilfen
    Vier Stangen werden an je zwei gegenüberliegenden Pflanzenpaaren positioniert. Die oberen Enden der Stäbe werden zusammengebunden, sodass eine Zeltform entsteht. An den vier Stangen können die Bohnen nach oben wachsen.
Rankhilfe Bohnen

Hinweis: Stangenbohnen erreichen eine Höhe von etwa drei Metern. Bereits bei drei bis vier Wochen alten Pflanzen bilden sich dabei die ersten Schoten.

Pflegehinweise

Gießen

Alle Bohnen benötigen viel Wasser. Gießen Sie vor allem nach der Blütezeit und jedes Mal, wenn Sie Bohnen geerntet haben, reichlich. Der Boden sollte feucht sein. Keinesfalls darf Staunässe entstehen.

Unkraut jäten

Stangenbohnen benötigen viel Nährstoffe. Jäten Sie regelmäßig das Unkraut auf dem Beet.

Düngen

Bohnen gehören zu den Schwachzehrern. Sie sind in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden. Eine Düngung ist nicht erforderlich. Die Bodenaufbesserung durch Kompost wird hingegen gern genutzt.

Anhäufeln

Junge Bohnenpflanzen entwickeln sich besser, wenn sie etwas angehäufelt werden. Drücken Sie die Erde rings um das Pflänzchen leicht hoch. Das Anhäufeln stabilisiert die Jungpflanzen großer Kletterbohnen ebenso wie die der kleinen Buschbohnen.

Ernten

Ernten Sie Stangenbohnen mindestens einmal wöchentlich. Sorten mit dünnen, langen Hülsen sollten Sie alle drei bis vier Tage ernten. Wenn sie länger hängen, können sich Fäden bilden.

Stangenbohnen

Hinweis: Erfahrene Gärtner wissen, dass man die meisten Bohnen erntet, wenn man viel pflückt. Schnell bilden sich neue Schoten. Junge Bohnen sind besonders zart.

Schädlinge

Kletterbohnen fallen häufig Schnecken zum Opfer. Schützen Sie vor allem junge Pflanzen vor den Plagegeistern. Eine Gefahr für Stangenbohnen stellen Blattläuse und die rote Spinne dar. Schützen Sie das beliebte Gemüse durch eine geeignete Mischkultur.

Krankheiten

Die sogenannte Brennfleckenkrankheit, kann den Verlust der gesamten Bohnenernte bedeuten. Ein geeignetes Mittel zur Behandlung steht nicht zur Verfügung. Entfernen Sie befallene Blätter dann so schnell wie möglich im Hausmüll. Beugen Sie der gefürchteten Krankheit durch große Abstände zwischen den Pflanzen vor.

Eine weitere Gefahr lauert im Bohnenrost, einer Erkrankung, die bevorzugt Stangenbohnen befällt und nicht heilbar ist. Kennzeichen dafür sind weiße Flecken auf den Unterseiten der Blätter, die später auch an den Früchten auftreten. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile dann sofort im Hausmüll. Wählen Sie zum Anbauen von Bohnen im Folgejahr eine andere Fläche. Das Bohnenmosaikvirus macht sich durch mosaikähnliche Zeichnungen auf den Blättern bemerkbar. Vernichten Sie befallene Exemplare. Achten Sie bei der Auswahl des Saatgutes auf resistente Sorten.

Bohnenrost
Bohnenrost

Mischkultur

Bohnen gedeihen ausgezeichnet in Mischkultur. Geeignete Pflanzpartner sind:

  • Aubergine
  • Bohnenkraut
  • Gurke
  • Salat
  • Sellerie
  • Rosmarin

Hinweis: Rosmarin auf dem Bohnenbeet wehrt Blattläuse ab.

Kletterbohnen vertragen sich nicht auf einem Beet mit Pflanzenpartner, wie beispielsweise

  • Erbsen
  • Knoblauch
Bohnenbeet

Sorten

Zum Anbauen im Garten eignen sich:

  • Floretta, eine spanische Sorte mit weißer Grundfarbe, braunen Sprenkeln und einem buttrigen Geschmack.
  • Cresijevec, eine slowenische Sorte mit tollen lila Blüten, grünen Hülsen und violetten Körnern mit weißen Sprenkeln.
  • Coco, eine geschmackvolle Stangenbohne mit grün-rot gesprenkelte Hülsen und hellbraunen Körnern mit dunkelbrauner Zeichnung.
  • Blauhilde, eine der schönsten Sorten mit violetten Blüten und violetten Hülsen, die beim Kochen ein schönes Smaragdgrün entwickeln.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkennt man die Reife der Bohnen?

Etwa zwei bis drei Monate nach der Aussaat können Sie die ersten Bohnen ernten. Machen Sie dann den Reifetest nach unserer Anleitung: Brechen Sie eine Bohne in der Mitte durch. Bricht die Bohne glatt durch? Sieht die Bruchfläche grün und saftig aus? Sind die Samen etwa einen Zentimeter lang? Dann ist die Erntereife erreicht.

Wie werden Bohnen geerntet?

Knipsen Sie die Schoten mit den Fingern von der Pflanze ab. Ein Messer ist nicht erforderlich. Umso öfter Sie ernten, umso mehr junge Bohnen wachsen nach.

Wie kann man Bohnensamen gewinnen?

Ganz einfach können Sie nach unserer Anleitung eigenen Bohnensamen gewinnen. Lassen Sie dafür ein paar Schoten so lange an der Pflanze, bis sie trocken sind. Dann können Sie die Bohnensamen aus den Hülsen schütteln und im nächsten Jahr Pflanzen aus selbst gewonnenem Saatgut ziehen.

Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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