Stechfliegen bekämpfen - Titel

Die Stechfliege ist von der gewöhnlichen Stubenfliege optisch kaum zu unterscheiden. Ihr Stich ist jedoch nicht nur ausgesprochen schmerzhaft. Mittel zum Bekämpfen und Vorbeugen der Insekten zeigen wir hier.

Auf den Punkt gebracht

  • wird auch als Wadenbeißer, Brennfliege, Stallfliege, Wadenstecher oder Bremse bezeichnet
  • gehört zur Familie der „echten Fliegen“ (Muscidae)
  • kann Borrelien, Fäkalkeimen, Listerien und Salmonellen übertragen
  • Vorbeugen reduziert Krankheitsrisiko
  • Bekämpfen auch durch natürliche Mittel und gesundheitsschonend möglich

Stechfliegen erkennen

Um den Stichen von Stechfliege oder Wadenstecher effektiv und gezielt vorzubeugen, müssen zunächst die Lebensweise und Ausbreitung der Insekten bekannt sein. Die folgenden Punkte können dabei helfen:

  • Auftreten hauptsächlich spätes Frühjahr bis frühen Herbst
  • Aktivität auch im Winter möglich
  • bevorzugte Nahrungsquellen Menschen, Rinder, Pferde und andere Säugetiere
  • Eiablage bevorzugt in Kompost, Müll oder Stallmist
  • Männchen und Weibchen ernähren sich unter anderem von Blut
  • können allergische Reaktionen auslösen
  • können täglich zehn bis 17 Milliliter Blut aufnehmen
  • Saugvorgang dauert bis zu mehreren Minuten an
  • sehr schmerzhafte Stiche
  • tagaktiv
  • Übertragung von Krankheitskeimen durch Stiche möglich

Optisch sind die Stechfliegen von den gewöhnlichen Stubenfliegen – die übrigens weder beißen noch stechen können – bei genauerem Hinsehen durch einige Details zu unterscheiden. Bei diesen handelt es sich um:

  • auffällig abstehender Saugrüssel am Kopf
  • Flügel sichtbar weiter gespreizt als bei Stubenfliegen
  • helle Längsstreifen auf dem Rücken

Hinweis: Da der intensive Schmerz bereits bei dem Stich ausgelöst wird, lassen sich die Stechfliegen erfahrungsgemäß ebenfalls leicht identifizieren.

Vorbeugung durch Hygiene

Stechfliegen werden durch starke, organische Gerüche angezogen. Dazu zählen beispielsweise:

  • intensiv riechende Lebensmittel, wie Käse, Wurst und Fleisch
  • Kompost
  • Müll, vor allem Biomüll
  • Stallmist

Wirksame vorbeugende Maßnahmen sind es daher, sowohl drinnen als auch draußen auf entsprechende Hygiene zu achten. Hierzu gehört:

  • Kompost abdecken
  • Mülltonnen gut verschließen und regelmäßig reinigen
  • Nahrungsmittel nicht offenstehen lassen, sondern fest verschlossen und gekühlt aufbewahren
  • Stallmist, wie Pferdeäpfel oder Kuhdung, schnell und regelmäßig beseitigen

Schutz durch Kleidung

Bereits dünne Lagen Stoff können die Stechfliegen mit ihrem Saugrüssel nur schwer durchdringen und weichen auf andere Nahrungsquellen aus. Ein gewisser vorbeugender Schutz lässt sich daher durch lange Kleidung erzielen. Atmungsaktive Sportkleidung hat dabei verschiedene Vorzüge, da sie gleichzeitig vor anderen parasitären Insekten, wie beispielsweise Zecken und Mücken schützt. Zudem ist sie auch bei hohen Temperaturen angenehm zu tragen.

Tipp: Tiere können ebenfalls durch Stoff vor den lästigen und potenziell gefährlichen Insekten geschützt werden. Durch leichte, kühlende Spezialjacken für Hunde und Tiere oder spezielle Decken fällt es den Stechfliegen schwerer, sie als Nahrungsquelle zu nutzen.

Fernhalten durch Fliegengitter und Netze

Da die Stechfliege sich nicht nur im Freien aufhält, sondern beispielsweise aufgrund von Gerüchen angezogen werden kann, ist sie auch in Wohnräumen anzutreffen. Diese lassen sich jedoch sehr einfach gegen Bremse und Co. schützen. Einfache Fliegengitter vor den Fenstern sowie Netze vor den Türen verhindern das Eindringen der Insekten zu einem großen Teil. Sie sind einfach anzubringen und dürfen uneingeschränkt auch in Mietwohnungen verwendet werden – solange es sich um Varianten mit Klettverschlüssen oder zum Einklemmen handelt.
Gartenpavillons, Balkone und Terrassen können ebenfalls durch Moskitonetze vor den Stallfliegen gesichert werden. Die Vorteile hieran sind:

  • auch speziell für Pollenallergie erhältlich
  • eine simple Montage
  • keine Folgekosten
  • mehrere Insektenarten werden ferngehalten
  • problemlos wiederverwendbar
  • vergleichsweise geringe Anschaffungskosten

Ätherische Öle nutzen

Neben der Vorbeugung stehen auch verschiedene Maßnahmen zum Bekämpfen der lästigen Brennfliegen zur Verfügung. Ätherische Öle beziehungsweise Pflanzen mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen zeigen sich effektiv und doch gesundheitsschonend. Sie können in den Garten in die Nähe von Essbereichen, Türen und Fenstern gepflanzt oder in Kübeln auf Fensterbrettern und dem Balkon kultiviert werden.

Hinweis: Die Pflanzen reichen allein in der Regel nicht aus, um alle Stechfliegen fernzuhalten, sollen aber dennoch einen gewissen Schutz bieten. Alternativ können die aufbereiteten ätherischen Öle aus den Gewächsen in Duftlampen oder auf feuchte Tücher gegeben werden.

Stechfliegen-Fallen einsetzen

Einfach in der Anwendung, kostengünstig und effektiv sowie gesundheitsschonend sind spezielle Fallen. Unterschieden werden dabei grundlegend zwei Arten: Klebefallen und UV-Lichtfallen.

Bei Klebefallen handelt es sich um mit Leim und Pheromonen versehene Streifen oder Platten. Die Stechfliege wird aufgrund der Pheromone angezogen und bleibt auf dem Leim kleben. Werden die Fallen in der Nähe von Biomüll, Kompost oder Mist angebracht, lassen sich in kurzer Zeit sehr viele Wadenstecher beseitigen. Problematisch ist allerdings, dass auch nützliche Insekten daran kleben bleiben können.

Fallen mit UV-Licht sind teurer in der Anschaffung und erzeugen aufgrund des Betriebs Folgekosten. Sie ziehen durch das Licht Insekten an, dürfen aus genau diesem Grund jedoch nicht (mehr) im Freien eingesetzt werden. Denn neben lästigen Blutsaugern und anderen Schädlingen, wie beispielsweise Mücken und Motten, können auch Nützlinge in das Licht fliegen und dabei verbrennen. Stechfliegen fühlen sich nicht von dem Licht angezogen, können jedoch aufgrund des entstehenden Geruchs ebenfalls in die Falle gelockt werden. Ein Nachteil ist daher, dass die Wadenstecher überhaupt erst in Innenräumen gelangen müssen.

Mechanische Waffen verwenden

Mechanische Waffen können gezielt Anwendung finden, wenn die Brennfliegen in Räumen oder im Freien lästig werden. Zur Auswahl stehen:

  • elektrische Fliegenklatsche: Diese Waffe tötet Insekten bei Kontakt durch einen Stromschlag. Es handelt sich also genau genommen nicht um keine rein mechanische Maßnahme zur Bekämpfung. Dennoch ist die elektrische Fliegenklatsche praktisch, da sie vergleichsweise günstig ist, aufgrund des Batteriebetriebs mobil eingesetzt werden kann und zudem Flecken an Wänden vermeidet. Die Stechfliegen lassen sich mit ihr sogar direkt in der Luft töten.
  • Fliegenklatsche: Die klassische Fliegenklatsche dient zum gezielten Erschlagen von Insekten. Die Vorteile sind, dass sie nahezu überall angewendet werden kann und sehr günstig in der Anschaffung ist. Der Nachteil ist, dass Fliegen und Co. an Wänden und auf anderen Oberflächen unschöne Flecken hinterlassen.
  • Insektengewehr: Sie sind noch vergleichsweise unbekannt und erinnern an Wasserpistolen. Als Munition dient Salz. Die Schädlinge werden damit also wortwörtlich erschossen. Insektengewehre, wie zum Beispiel das Bug-A-Salt, sind relativ teuer und erfordern Zielgenauigkeit. Allerdings sind sie ungiftig und bei einer größeren Anzahl an Fliegen lassen sich mit einer Ladung gleich mehrere Insekten töten.

Fressfeinde einbringen und anziehen

Den Garten sicher und anziehend für Vögel und Igel zu gestalten hilft dabei, diese nützlichen Fressfeinde der Stechfliegen gezielt anzulocken und damit die Ausbreitung der Blutsauger zu reduzieren. Schlupfwespen und Florfliegenlarven können Sie im Fachhandel erwerben und gezielt in der Nähe von Kompost, Müll und Ställen ausbringen.

Tipp: Eine Maßnahme allein reicht gegen die Stechfliege erfahrungsgemäß nicht aus. Besser ist es daher, verschiedene Schutzmittel, Duftstoffe, Fallen, Waffen und Fressfeinde gegen die potenziell gefährlichen Wadenstecher einzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Sind die Stiche der Wadenstecher gefährlich?

Da die Stallfliegen Krankheitserreger übertragen und allergische Reaktionen auslösen können, sind die Stiche potenziell gefährlich. Eine leichte Rötung und Schwellung sind normal. Treten weitere oder stärkere Symptome auf, müssen diese jedoch genau beobachtet und gegebenenfalls medizinisch behandelt werden.

Wann muss ich mit einem Stich zum Arzt?

Bei starken Schmerzen, extremen Schwellungen, Hitzeentwicklung oder Entzündungen muss ein Arzt aufgesucht werden. Schwindel, Übelkeit oder Luftnot sind deutlich Hinweise auf eine allergische Reaktion. Eine notärztliche Behandlung ist in diesen Fällen umgehend erforderlich.

Helfen chemische Mittel gegen Wadenstecher?

Insektizide sind nutzlos gegen die Stechfliegen. Denn die Insekten gewöhnen sich sehr schnell daran und bilden Resistenzen aus. Lediglich die Umwelt, die Gesundheit anderer Tiere und der Geldbeutel werden mit den Insektiziden belastet.

Welche Auswirkungen können Stechfliegen auf Tiere haben?

Schmerzen, Panik, juckende Ekzeme, Entzündungen, Krankheiten und nachlassende Milchleistung bei Kühen sind mögliche Folgen durch die Stiche der Stechfliege. Daher sollten auch Haus- und Nutztiere vor den Insekten geschützt werden.