Gehe zur Startseite » Gemüsegarten » Steinpilze finden: wo wachsen Sie? | 4 Tipps
Frisch gesammelte Steinpilze

Steinpilze finden: wo wachsen Sie? | 4 Tipps

Der Steinpilz ist ein besonders geschätzter Speisepilz. Nicht ohne Grund machen sich jedes Jahr Pilzsammler auf die Jagd und mit einigen Tipps kommen auch Sie mit reicher Beute zurück. Wir verraten Ihnen, wo man Steinpilze finden kann.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Steinpilze gehen mit verschiedenen Baumarten eine Symbiose ein
  • Sommer-Steinpilze wachsen ab Mai
  • Fruchtbildung erfolgt bei meisten Steinpilz-Arten im Herbst
  • bevorzugte Standorte feucht und nährstoffarm
  • bei feuchter und mäßig warmer Witterung wachsen viele Pilze

Standort(e) kennen

In Europa sind schätzungsweise bis zu 13 verschiedene Arten heimisch. Bei mancher Differenzierung sind sich die Experten jedoch noch nicht einig, ob es sich tatsächlich um eine eigene Art handelt. Jede Steinpilz-Art geht eine sensible Mykorrhiza-Verbindung mit bestimmten Bäumen ein. Daher kann der Standort je nach Art variieren. In Bezug auf die Speisequalität gibt es unter den Arten kaum einen Unterschied.

Auswahl an heimischen Arten mit bevorzugter Baumart:

  • Gemeiner Steinpilz (Boletus edulis): alle Nadel- und Laubbäume, bevorzugt Kiefer, Birke, Eiche, Buche und Edelkastanie
  • Kiefern-Steinpilz (Boletus pinophilus): Kiefern, Fichten
  • Sommer-Steinpilz (Boletus reticulatus): Buchen, Eichen, Mischwälder mit Buchen und Tannen oder Buchen und Hainbuchen
  • Schwarzhütiger Steinpilz (Boletus aereus): Eichen, Buchen
Gemeiner Steinpilz (Boletus edulis)
Gemeiner Steinpilz (Boletus edulis)

Am häufigsten verbreitet ist der Gemeine Steinpilz, da er sehr flexibel in der Auswahl seiner Baumpartner ist. Der Schwarzhütige Steinpilz kommt selten vor und wenn auch nur in Jahren mit einem sehr milden Winter.

Neben der Baumart muss der Standort noch folgende Eigenschaften erfüllen:

  • feucht
  • licht
  • keine direkte Sonne

Ideal sind Plätze, wo es Bachläufe in der Nähe gibt, oder sich das Wasser länger in Senken sammeln kann. Zu dicht sollte der Baumbestand nicht sein, da sie viel Schatten ebenfalls nicht mögen.

Begleitvegetation beachten

Nicht immer ist ein Wirtsbaum in der Nähe auf den ersten Blick zu erkennen. Manchmal existiert er auch nicht mehr, weil er gefällt wurde. Dennoch können Sie Steinpilze noch einige Jahre weiterhin am gleichen Platz zu finden sein. Daher sollten Sie auf die Begleitvegetation achten. Bereiche in denen Brennnesseln (Urtica) oder Springkräuter (Impatiens) wachsen, können Sie meiden. Steinpilze sind nur in Bereichen zu finden, wo der Boden mager und nährstoffarm ist, und beide Arten würden auf einen sehr nährstoffreichen Boden hinweisen.

Eine karge, aber vorhandene Vegetation weist auf eine mögliche Fundstelle hin. Ideal sind Bereiche mit viel Moos. Dies ist auch ein Anzeichen, dass es viel Feuchtigkeit gibt, was die Steinpilze schätzen.

Ein weiterer Hinweis auf einen Standort von Steinpilzen sind auch verschiedene Pilze, die ähnliche Ansprüche haben. Dazu gehören unter anderem:

  • Fliegenpilz (Amanita muscaria)
  • Grauer Wulstling (Amanita spissa)
  • Mehl-Räsling (Clitopilus prunulus)
  • Perlpilz (Amanita rubescens)
Fliegenpilz (Amanita muscaria)

Tipp: In der Nähe von Fliegenpilzen sind auch andere Speisepilze zu finden. Dazu gehört unter anderem der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius).

Früh aufstehen

Wer Steinpilze finden will, sollte sich nicht nur früh am Tag, am besten bei Sonnenaufgang, sondern auch früh im Jahr auf die Suche machen. Bei passender Witterung können Sie nämlich schon ab Mai die ersten Sommer-Steinpilze finden.

Die anderen häufigen Arten wie der Kiefern-Steinpilz und der Gemeine Steinpilz bevorzugen eine abfallende Temperatur und beginnen mit der Bildung von Fruchtkörpern im frühen Herbst.

Witterung abpassen

Um einen Steinpilz zu finden, sollten Sie auf eine Witterung warten, die zwar warm, aber auch feucht ist. Ideal ist ein anhaltender Regen von ein bis zwei Tagen, dem dann wieder Sonnenschein folgt. Dies gilt sowohl für den Sommer-Steinpilz als auch für die Arten, die im Herbst erst Fruchtkörper bilden.

Generell wenig Erfolg auf der Suche nach Pilzen haben Sie, wenn die Witterung anhaltend trocken ist. In manchen Jahren kann die Bildung von Fruchtkörpern sehr spärlich ausfallen oder sogar gänzlich ausbleiben, wenn es über Monate nicht geregnet hat. Sollte es dann noch einmal im Herbst zu einer Regenperiode kommen, ist das Myzel meist so stark durch die Trockenheit geschädigt, dass es mindestens bis zur nächsten Saison dauert, bis sich die Pilze wieder erholt haben.

Frisch gesammelte Steinpilze (Boletus edulis) im Körbchen auf Wiese

Hinweis: In sehr trockenen Jahren kann es vorkommen, dass das Sammeln beliebter Speisepilze gänzlich verboten ist, um den vorhandenen Bestand zu schonen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Steinpilze bei Bäumen ansiedeln?

Dies ist theoretisch möglich, in der Praxis müssen dafür jedoch wirklich alle Faktoren passen. Im Fachhandel gibt es sogar Bäume zu kaufen, die bereits mit Steinpilzen beimpft sind. Bevorzugt werden hier Edelkastanien, da hier nicht nur im Nahebereich die Pilze wachsen, sondern nach einigen Jahren die Edelkastanie auch Früchte trägt.

Wie viele Steinpilze darf ich pro Tag sammeln?

Wie viele Pilze pro Tag und Person gesammelt werden dürfen, kann stark variieren. Bei Pilzen gilt ähnlich wie bei Pflanzen, die sogenannte „Handstraußregel“. Geringe Mengen für den Eigengebrauch dürfen in der Regel gesammelt werden. Größere Mengen, selbst wenn sie für den Eigengebrauch sind, sind jedoch verboten.

Wie ernte ich einen Steinpilz richtig?

Richtige Pilzexperten würden Pilze niemals abschneiden. Dadurch könnten wichtige Merkmale im Boden zurückbleiben, anhand derer sich der Steinpilz von giftigen Arten unterscheiden lässt. Es empfiehlt sich daher, den Pilz im Ganzen vorsichtig aus dem Boden zu drehen. Sammeln Sie zudem nie überalterte Pilze ein. Durch die Überalterung können sich giftige Abbauprodukte bilden, die auch beim Kochen nicht zerstört werden.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

Scroll Up