18 heimische Sträucher für Vögel und Insekten
Heimische Gewächse haben den Vorteil, dass sie oftmals robuster sind. Ihr wesentlich größerer Nutzen liegt in dem Lebensraum, den sie für Tiere bieten, denn sie sind Nistplatz und Nahrungsquelle zugleich. Diese Sträucher sind für Vögel und Insekten optimal.
Auf den Punkt gebracht
- viele vogel- und insektenfreundliche Sträucher können als Heckenpflanze genutzt werden
- heimische Sträucher besser an hiesige Gegebenheiten angepasst, oftmals robuster und weniger pflegeaufwändig
- Brombeere und Himbeere besonders bei Hummeln beliebt
- viele Sträucher erfüllen Doppelfunktion und sind vogel- und insektenfreundlich
Inhaltsverzeichnis
- Brombeere (Rubus fruticosus)
- Eberesche (Sorbus aucuparia)
- Eibe (Taxus baccata)
- Faulbaum (Rhamnus frangula)
- Gemeine Berberitze (Berberis vulgaris)
- Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus)
- Haselnuss (Corylus avellana)
- Himbeere (Rubus idaeus)
- Hundsrose (Rosa canina)
- Kornelkirsche (Cornus mas)
- Liguster (Ligustrum vulgare)
- Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)
- Rotbuche (Fagus sylvatica)
- Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)
- Schlehe (Prunus spinosa)
- Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
- Wacholder (Juniperus communis)
- Weißdorn (Crataegus monogyna)
- Häufig gestellte Fragen
Brombeere (Rubus fruticosus)
- Höhe: 100 bis 300 cm
- Jährlicher Zuwachs: 50 bis 250 cm
- Blüten: weiß bis rosa, schalenförmig
- Blütezeit: Juni bis August
- Blätter: grob gefiedert, dunkelgrün bis rötlich, laubabwerfend
- Früchte: schwarz
- Boden: humos
- Verwendung: Randpflanze
- beliebt bei Hummeln
- bietet Vögeln einen guten Schutz
- in abgestorbenen markigen Stängeln legen Insekten ihre Eier
- Wildform, die heimisch ist, bevorzugt pflanzen
- breitet sich stark aus
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Eberesche (Sorbus aucuparia)
- Höhe: 600 bis 1200 cm
- Jährlicher Zuwachs: 30 bis 70 cm
- Blüten: cremeweiß, Schirmrispen
- Blütezeit: Mai bis Juni
- Blätter: grün, matt, gefiedert, laubabwerfend
- Früchte: rot-orange Beeren
- Boden: frisch bis feucht
- Verwendung: Solitärstaude, Windschutz
- nur durch regelmäßigen Rückschnitt entwickelt sich Eberesche zu einem Strauch
- blüht erst ab dem vierten bis fünften Jahr
- Beeren eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel
Eibe (Taxus baccata)
- Höhe: 200 bis 1000 cm
- Jährlicher Zuwachs: 20 bis 30 cm
- Blüten: unauffällig
- Blütezeit: Februar bis März
- Blätter: dunkelgrüne Nadeln, immergrün
- Früchte: hellrot
- Boden: durchlässig, anspruchslos
- Verwendung: Solitärstaude, Heckenstaude, Formgehölz
- beliebte heimische Heckenpflanze
- schnittverträglich
- Honigtau bei verschiedenen Insektenarten beliebt
- für den Menschen in allen Pflanzenteilen giftig
- rötlicher Samenmantel wird z.B. von Amseln gefressen
Faulbaum (Rhamnus frangula)
- Höhe: 200 bis 400 cm
- Jährlicher Zuwachs: 20 bis 60 cm
- Blüten: unauffällig, weiß-gelb
- Blütezeit: Mai bis Juni
- Blätter: dunkelgrüne, eiförmig, zugespitzt, laubabwerfend
- Früchte: rot bis schwarz
- Boden: anspruchslos
- Verwendung: Solitärstaude, Windschutz, bedingt als Heckenstrauch geeignet
- sehr insektenfreundlich
- wichtige Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Raupen
- giftig für den Menschen
Tipp: Der Faulbaum kommt auch mit schattigen Plätzen gut zurecht. Da er durch die Fraßspuren der Insekten nicht immer sehr attraktiv wirkt, kann er im Garten auch in der zweiten oder dritten Reihe gepflanzt werden, da er mit Schatten gut zurechtkommt.
Gemeine Berberitze (Berberis vulgaris)
- Höhe: 100 bis 250 cm
- Jährlicher Zuwachs: 20 bis 50 cm
- Blüten: traubenartig, gelb
- Blütezeit: Mai bis Juni
- Blätter: grün, rötliche Herbstfärbung, laubabwerfend
- Früchte: rötlich, länglich
- Boden: anspruchslos
- Verwendung: Solitärstaude, Heckenstaude, Fassadenbegrünung
Hinweis: Zuchtformen der Berberitze haben kaum einen Mehrwert für heimische Vogel- und Insektenarten.
Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus)
- Höhe: 150 bis 400 cm
- Jährlicher Zuwachs: 15 bis 40 cm
- Blüten: schirmartig, weiß
- Blütezeit: Mai bis Juni
- Blätter: hellgrün, dreilappig, orangerote Herbstfärbung, laubabwerfend
- Früchte: rot
- Boden: durchlässig, lehmig, humos, frisch, kalkhaltig
- Verwendung: Solitärstaude, Heckenstaude
- Blüten locken Insekten wie Hummeln oder Schwebfliegen
- rote Beere gereichen Vögel im Herbst als Nahrung
Hinweis: Der Gewöhnliche Schneeball ist für den Schneeballblattkäfer (Pyrrhalta viburni) besonders attraktiv, denn er bietet sowohl den Raupen als auch den erwachsenen Käfern eine Nahrungsquelle.
Haselnuss (Corylus avellana)
- Höhe: 500 bis 700 cm
- Jährlicher Zuwachs: 40 bis 90 cm
- Blüten: weibliche Blüten rötlich und unscheinbar, männliche gelbe Kätzchen
- Blütezeit: Februar bis April
- Blätter: grün, laubabwerfend
- Früchte: braune Nüsse
- Boden: anspruchslos
- Verwendung: Solitärstaude, Pioniergehölz, Landschaftsgehölz, Windschutz
- Nüsse beliebt beim Eichelhäher
- Hecken aus Haselnuss bilden Brutplätze für Vögel
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Himbeere (Rubus idaeus)
- Höhe: 120 bis 160 cm
- Jährlicher Zuwachs: 40 bis 120 cm
- Blüten: weiß
- Blütezeit: Juli bis September
- Blätter: grün, laubabwerfend
- Früchte: rosarot, orange (Zuchtformen)
- Boden: normaler Gartenboden
- Verwendung: Solitärstaude, Pioniergehölz, Landschaftsgehölz
- beliebt bei Hummeln
- bevorzugt Wildformen pflanzen
- neigen zur starken Ausbreitung
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Hundsrose (Rosa canina)
- Höhe: 200 bis 300 cm
- Jährlicher Zuwachs: 30 bis 70 cm
- Blüten: einfach, rosa-weiß
- Blütezeit: Juni bis Juli
- Blätter: gefiedert, grün, gelegentlich mit bläulichem Schimmer, laubabwerfend
- Früchte: rot, länglich
- Boden: nährstoffreich, durchlässig
- Verwendung: Solitärstaude, Sichtschutz
- beliebt beim Rosenkäfer
- Hagebutten sind für Amseln im Winter eine wichtige Nahrungsquelle
Hinweis: Die Früchte von vielen weiteren Rosenarten wie der Bibernellrose oder der Kartoffelrose werden ebenfalls gerne von Vögeln als Nahrungsquelle genutzt. Im Vergleich zu reinen Zierrosen werden diese Arten auch nicht durch die Fruchtbildung geschwächt.
Kornelkirsche (Cornus mas)
- Höhe: 300 bis 500 cm
- Jährlicher Zuwachs: 10 bis 30 cm
- Blüten: doldenartig, gelb
- Blütezeit: März bis April
- Blätter: hellgrün, länglich, laubabwerfend
- Früchte: rot, länglich
- Boden: anspruchslos, bevorzugt kalkhaltige Böden
- Verwendung: Solitärstaude
- wichtigste Nahrungsquelle im Frühjahr
- rote Früchte werden von unterschiedlichen Vogelarten wie Amseln gefressen
Liguster (Ligustrum vulgare)
- Höhe: 200 bis 500 cm
- Jährlicher Zuwachs: 20 bis 120 cm
- Blüten: weiß, ährenförmig
- Blütezeit: Juni bis Juli
- Blätter: dunkelgrün, lanzettlich, länglich, laubabwerfend
- Früchte: schwarze Beeren
- Boden: anspruchslos
- Verwendung: Solitärstaude, Heckenpflanze
- Früchte für den Menschen giftig
Wissenswertes zum Liguster
Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)
- Höhe: 300 bis 400 cm
- Jährlicher Zuwachs: 15 bis 35 cm
- Blüten: einfach, gelb-grün
- Blütezeit: Mai bis Juni
- Blätter: lanzettlich, mattgrün, orangerote Herbstfärbung laubabwerfend
- Früchte: rötliche Hülle, orangefarbene Samen
- Boden: anspruchslos, durchlässig
- Verwendung: Solitärstaude
- bevorzugte Nahrungsquelle der Rotkehlchen
- alle Pflanzenteile sind für Menschen giftig
- vermehrt sich gerne über Selbstaussaat
Rotbuche (Fagus sylvatica)
- Höhe: 2000 bis 3000 cm (als Hecke auch deutlich niedriger)
- Jährlicher Zuwachs: 20 bis 50 cm
- Blüten: unscheinbar, grün-rosa
- Blütezeit: Mai bis Juni
- Blätter: grün, orangefarbene Herbstfärbung, laubabwerfend
- Früchte: braune Bucheckern
- Boden: nährstoffreich, frisch bis feucht
- Verwendung: Solitärstaude, Heckenstaude
- sehr schnittverträglich
- sehr vogelfreundlich und wird von Meisen bzw. Spatzen sehr geschätzt
- Bucheckern wichtige Nahrungsquelle für Eichelhäher
- bis zu 180 heimische Milben- und Insektenarten leben in der Rotbuche
Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)
- Höhe: 300 bis 400 cm
- Jährlicher Zuwachs: 20 bis 40 cm
- Blüten: weiß, schirmförmig
- Blütezeit: Mai bis Juni
- Blätter: grün, eiförmig, spitz zulaufend, laubabwerfend
- Früchte: schwarz
- Boden: frisch, humos
- Verwendung: Pionierstaude, Landschaftsgehölz, Solitärstaude
- sehr vogelfreundlich
- Blüte bei vielen unterschiedlichen Insektenarten sehr beliebt
Schlehe (Prunus spinosa)
- Höhe: 150 bis 400 cm
- Jährlicher Zuwachs: 10 bis 30 cm
- Blüten: Einzelblüten, weiß
- Blütezeit: April bis Mai
- Blätter: grün, oval, laubabwerfend
- Früchte: dunkelblau bis schwarz
- Boden: frisch, nährstoffreich, anspruchslos
- Verwendung: Solitärstaude, Windschutz
- Dornen bieten Vögeln eine sichere Zuflucht vor Feinden
- wertvolle Nahrungsquelle für Insektenarten
- versorgt Vögel besonders im Winter mit Nahrung
Mehr über Schlehen
Hinweis: Der Neuntöter (Lanius collurio) profitiert von der Schlehe als Lebensraum, denn er jagt auf Vorrat bei nahenden Schlechtwetterperioden. Die Beute, wozu größere Insekten und kleinere Wirbeltiere gehören, spießt er auf den Dornen der Schlehe auf, bis er sie benötigt.
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
- Höhe: 200 bis 500 cm
- Jährlicher Zuwachs: 20 bis 25 cm
- Blüten: doldenartig, weiß
- Blütezeit: Mai bis Juni
- Blätter: grün, gelappter Blattrand, laubabwerfend
- Früchte: dunkelrot
- Boden: anspruchslos, bevorzugt nährstoffreich und kalkhaltig
- Verwendung: Solitärstaude, Windschutz
- unverzichtbares vogel- und insektenfreundliches heimisches Gehölz
- regelmäßiger Rückschnitt notwendig
- schwarze Beeren sehr beliebt bei vielen Vogelarten
Weiterführendes zu Holunderbeeren
Hinweis: Es gibt auch den Roten Holunder, der heimisch ist. Er ist jedoch als Strauch nur bedingt kultivierbar und entwickelt sich als Baum besser.
Wacholder (Juniperus communis)
- Höhe: 250 bis 400 cm
- Jährlicher Zuwachs: 7 bis 20 cm
- Blüten: unscheinbar
- Blütezeit: April bis Mai
- Blätter: stechende Nadeln, blau-grüner Schimmer
- Früchte: schwarz
- Boden: anspruchslos
- Verwendung: Solitärstaude
- Sträucher wachsen nur sehr langsam
- Reifezeit der Beeren beträgt zwei Jahre
- Kulturformen bzw. verwandte Arten haben nur einen geringen Mehrwert für Vögel und Insekten
Weißdorn (Crataegus monogyna)
- Höhe: 300 bis 1000 cm
- Jährlicher Zuwachs: 50 bis 70 cm
- Blüten: doldenartig, weiß
- Blütezeit: Juni bis Juli
- Blätter: dunkelgrün, gefiedert
- Früchte: schwarz
- Boden: nährstoffreich, leicht feucht
- Verwendung: Solitärstaude, Heckenstaude, Windschutz
- Futterpflanze für die Raupen des Segelfalters (Iphiclides podalirius)
- Drosseln fressen die roten Früchte
Häufig gestellte Fragen
Ja, wild gewachsene Apfel- und Kirschbäume bieten Insekten und Vögeln eine wichtige Nahrungsquelle und einen Lebensraum. Durch einen regelmäßigen Rückschnitt können sie auch als Halbstrauch kultiviert werden.
Viele Insektenarten sind hoch spezialisiert und benötigen bestimmte Pflanzenarten, das gilt auch für einige Vögel. Sie können durch die gezielte Auswahl von Sträuchern, die heimisch sind, auch bestimmte Arten fördern.
Ja, es ist sogar von Vorteil, wenn Sie unterschiedliche Gehölze miteinander kombinieren, denn dadurch fördern Sie die Vielfalt. Achten Sie bei der Auswahl der Sträucher darauf, dass sie ein ähnliches Wuchsverhalten haben. Dadurch wird der Pflegeaufwand reduziert und Sie können beispielsweise gleichzeitig bei allen Sträuchern einen Rückschnitt machen.