15 Sträucher für Halbschatten, Schatten und absonnige Standorte

Sträucher zählen mit zu den häufigsten Bewohnern heimischer Nutz- und Ziergärten. Denn mit ihrer markanten Erscheinung, ihrem buschigen Wuchs und ihrer Größe zwischen echten Bäumen und sonstigen Gartenpflanzen füllen sie eine wichtige Lücke als Sichtschutz, Schattenspender und Blickpunkt in der Gestaltung der privaten Grünflächen. Hier verraten wir Ihnen, welche Sträucher sich im Halbschatten oder sogar Schatten wohl fühlen und somit die Lage der weniger beliebten Standorte des Gartens bevölkern können. Aber auch absonnige Standorte sollen ihre Berücksichtigung finden.

Schattenlagen

Schatten, Halbschatten, absonnige Standorte – Was verbirgt sich denn eigentlich hinter diesen Begriffen? Denn obwohl man zunächst meinen sollte, dass sich diese Einordnungen nahezu von selbst verstehen, ist die genaue Abgrenzung oft unklar.

Absonnige Standorte

Genau definiert ist diese jedoch Formulierung nicht. Im Allgemeinen bezeichnet absonnig aber einen Standort, der nicht direkt von der Sonne beschienen wird, aber dennoch ein hohes Maß an Helligkeit erhält. Beispiele dafür sind etwa Innenhöfe, oder auch die meist kleinen Gärten von Reihenhäusern, die allseitig von Bäumen umgeben sind. Selbst die Nordseite von Gebäuden kann außerhalb des direkten Schlagschattens, aber dennoch im von der Sonne abgeschirmten Bereich häufig als absonnig bezeichnet werden.

Halbschatten

Wird Schatten etwa durch Bäume, eine Mauer oder sonstige Gegenstände hervorgerufen, kann er im Tagesverlauf mit wanderndem Sonnenstand ebenfalls wandern, so dass eine Lage zeitweise schattig, zeitweise aber auch direkt von der Sonne beschienen ist. Ist eine Lage halbschattig, wird sie bis zu vier Stunden täglich direkt von der Sonne erreicht, verbleibt ansonsten aber beschattet.

Schatten

Echter Schatten beschreibt Standorte, die, hingegen dem Halbschatten, ganztägig nie direkt von der Sonne erreicht werden. Das kann beispielsweise auf Nordseiten von Gebäuden im direkten Gebäudeschatten sein, oder auch unmittelbar an Mauern und Gartenhäusern, oder sogar unter dicht belaubten Bäumen und Nadelgehölzen.

Sträucher für den Halbschatten

Absonnige Standorte

Von G – K

Gewöhnliche Berberitze 

Mit ihren kräftigen Blattstacheln und einem sehr geradlinigen Wuchs handelt es sich bei der Berberitze (Berberis Vulgaris) um leicht erkennbare und dabei vielfach durch ihr markantes Erscheinungsbild bekannte Sträucher.

  • Optik: gerade, glatte Stiele mit tropfenförmigen, dunkelgrünen Blättern; kleine gelbe Blüten in hängenden Trauben
  • Größe: einen bis drei Meter Höhe
  • Nutzung/ Ertrag: bis zu einem Zentimeter lange, scharlachrote Früchte; genießbar, aber durch hohen Gehalt an Apfelsäure und anderen Fruchtsäuren sehr sauer
Berberitze wird auch Essigbeere genannt
Berberitze wird auch Essigbeere genannt

Kornelkirsche

Bekannt ist die Kornelkirsche (Cornus Alba) durch ihre intensive, gelb leuchtende Blütenpracht. Während der Blütezeit stechen sie schon von weitem aus der umgebenden Bepflanzung heraus und werden so zum markanten Blickfang

  • Optik: stark verzweigter Wuchs mit kleinen, hellgrünen Blättern, Blütezeit vor Bildung der Blätter, somit besonders markante Erscheinung
  • Größe: im freien Wuchs bis zu mehreren Metern, in domestiziertem Zustand meist zwei bis drei Meter Wuchshöhe
  • Nutzung/ Ertrag: dunkelrote bis schwarze Beeren mit länglicher, olivenähnlicher Form und Größe; genießbar und verarbeitbar, jedoch häufig stark sauer und eher sandige Haptik des Fruchtfleisches
  • Besonderheiten: Früchte gelten als stark Vitamin-C-haltig, früher ebenfalls beliebt für Marmeladen und Kompott

Kornellkirsche, Cornus mas

Von S – Z

Seidelbast 

Besonders früh blüht der Seidelbast (Daphne) und bereichert damit dann die meist noch in den Anfängen der jährlichen Wuchsperiode steckenden sonstigen Sträucher um leuchtende, dicht stehende Blütendolden.

  • Optik: Klein- oder Zwergstrauch, breit aufrechter Wuchs mit eng stehenden, schmalen Blättern, dunkelgrüne Blattfärbung mit markant heller Mittelrippe; kleine Blüten in rosa bis violett, in dichten Blütenständen gruppiert; Früchte kirschähnlich in hellroter Färbung
  • Größe: im Alter rund zwei Meter hoch und breit
  • Nutzung/ Ertrag: reiner Zierstrauch
  • Besonderheiten: gilt als extrem kälteresistent, zählt zu den sogenannten Bienenweiden

Achtung: Der Seidelbast gilt als stark giftig! Rinde und vor allem Früchte beinhalten hohe Mengen an Daphnin, Daphnetoxin und Mezerin.

Seidelbast, Daphne-mezereum
Seidelbast, Daphne-mezereum

Zaubernuss 

Besonders beeindruckend ist die intensiv duftende Winterblüte der Zaubernuss (Hamamelis). Doch auch die spätherbstliche Blütenpracht in gelb-orange bereichert so manchen Ziergarten um eine weitere Komponente.

  • Optik: sommergrüner Strauch oder Kleinbaum mit an Buchen erinnernder Blattform, Blütenstände mit drei bis vier Blüten mit stark gefurchten Blütenkronen, lange schmale Blütenblätter, Blütenfarben gelb bis intensiv rot
  • Größe: Wuchshöhe zwei bis drei Meter
  • Nutzung/ Ertrag: Zierstrauch, kein Ertrag
  • Besonderheiten: herbst- bis winterblühend, intensiver, angenehmer Blütenduft; Samenkapseln explosionsartig öffnend, Samen werden bis zu 10 Meter weit geschleudert
Zaubernuss ‚Diane‘ (Hamamelis intermedia)
Zaubernuss ‚Diane‘ (Hamamelis intermedia)

Zwergmispel 

Immer wieder als Bodendecker anzutreffen, kann die Zwergmispel (Cotoneaster Dielsianus) als Strauch oder Kleinbaum imposante Größen erreichen. Bekannt ist sie dabei durch ihre leuchtend roten Beeren.

  • Optik: dichter Wuchs mit kleinen, ovalen Blättern in dunkelgrüner Farbe; kleine, fünfblättrige, weiße Blüten in den Blattachseln, später einzelständige runde Früchte in leuchtendem Rot
  • Größe: ein bis maximal zwei Meter hoch
  • Nutzung/ Ertrag: reines Ziergehölz, auf Grund des Giftgehalts nicht verwertbar
  • Besonderheiten: Alle Pflanzenbestandteile, insbesondere Früchte, schwach giftig

Zwergmispel, Cotoneaster

Standorte im Halbschatten

Von B – K

Buchsbaum

Meist findet der Buchsbaum (Buxus Sempervirens) als dichte, nahezu undurchdringliche Hecke Verwendung. Aber auch als Solitärstrauch entfaltet er mit seinem kompakten Wuchs im Halbschatten eine dekorative Wirkung.

  • Optik: Kleine, blassgrüne Blätter in dichtem Stand, sehr kompakter und dichter Wuchs; Blüten unscheinbar gelblich, in dichten Knäueln in den Blattachseln wachsend
  • Größe: sehr gut durch regelmäßigen Schnitt regulierbar, im freien Wuchs als Strauch bis zu acht Meter
  • Nutzung/ Ertrag: reiner Zierstrauch, kein nutzbarer Ertrag
  • Besonderheiten: zuletzt durch den vermehrt auftretenden Buchsbaumzünsler in Verruf gekommen, bei richtiger Pflege und frühzeitiger Bekämpfung aber weiterhin ein beliebtes und dauerhaftes Gewächs

Buchsbaum

Felsenbirne 

Die Felsenbirne (Amelanchier) siedelt sich irgendwo zwischen den Begriffen üppige Sträucher und kleine Bäume an und eignet sich dabei gut als Versorger mit kleinen, kindergeeigneten Naschfrüchten.

  • Optik: eher filigraner Strauch mit kleinen, ovalen, leicht angespitzten Blättern, die teilweise befilzt sind; traubige Blütenstände mit weißen, zartfingrigen Blüten
  • Größe: je nach Sorte bis zu fünf Metern Wuchshöhe
  • Nutzung/ Ertrag: optisch und der Größe nach mit Heidelbeeren vergleichbare Früchte in hellem Violett bis hin zu dunklem Blau, aromatischer, saftig-süßer Geschmack
  • Besonderheiten: mit rund 25 Sorten sehr sortenreiche Familie, Sorten in Haltung und Größe aber vergleichbar

Felsenbirne, Amelanchier lamarckii

Kolkwitzie 

Ein dichtes Meer an weißen bis rosaroten Blüten charakterisiert die Kolkwitzie (Kolkwitzia Amabilis). Zahlreiche Parks und Ziergärten erfreut sie deshalb mit ihrer üppigen Blütenpracht und ihrem dichten, buschigen Wuchs.

  • Optik: eiförmige, gesägte Blätter mit auslaufender Spitze, dichter und buschiger Wuchs mit überhängenden Ästen; weiße bis rosafarbene Blüten in dichten Blütenständen
  • Größe: zwei bis drei Meter in Höhe und Breite
  • Nutzung/ Ertrag: Zierstrauch, kein Ertrag
  • Besonderheiten: junge Triebe braun und behaart, später Rinde abschälend, Erscheinung dann grau und glatt
Linnaea amabilis, Kolkwitzie, Perlmuttstrauch
Kolkwitzia amabilis, Kolkwitzie, Perlmuttstrauch

Von L – P

Lorbeerrose 

Die Lorbeerrose (Kalmia Latifolia) gilt als einer der dekorativsten winterharten Blütensträucher überhaupt. Die dichten und weiß bis rosafarbenen Blütendolden verleihen ihr dabei eine imposante und zugleich zart-zerbrechliche Erscheinung.

  • Optik: Blätter an Lorbeer erinnernd, dichter, buschiger Wuchs um aufragenden Blütendolden
  • Größe: normalerweise 50 bis 70 Zentimeter hoch, im Einzelfall bis zu zwei Meter
  • Nutzung/ Ertrag: reiner Zierstrauch
  • Besonderheiten: Alle Pflanzenbestandteile mäßig giftig für Tier und Mensch

Lorbeerrose, Kamlia latifolia

Mahonie 

Mit der Mahonie (Mahonia Aquifolium) findet sich ein Strauch, der den verwandten Berberitzen in der Optik sehr nahe, jedoch ohne deren lästige Dornen auskommt.

  • Optik: Wechselständige, dunkelgrüne Laubblätter mit gezacktem Rand, hellgelbe, aufrechte Blütendolden an den Zweigspitzen, später blaue, hängende Beerendolden, dem Holunder nicht unähnlich
  • Größe: ein bis eineinhalb Meter, sehr breitbuschig
  • Nutzung/ Ertrag: ertraglose Zierpflanze
  • Besonderheiten: Beeren jedoch schwach giftig

gelbe Blüten einer Mahonie

Prachtglocke 

Kaum andere Sträucher vermögen es, dem Begriff Blütenkelch in der Realität so nahe zu kommen. Denn die schirmtraubig angeordneten Blütenstände der Prachtglocke (Enkianthus) mit ihren zahlreichen weiß-gelblich bis rosarot schimmernden Blüten erinnern tatsächlich sehr klar an einen umgekehrten Kelch und entwickeln selbst im Halbschatten eine intensive Leuchtkraft.

  • Optik: lockerer, ausladender Wuchs, längliche, ringförmig stehende, hellgrüne Blätter
  • Größe: Wuchshöhe bis zu vier Meter
  • Nutzung/ Ertrag: Zierpflanze, keine nutzbaren Erträge
  • Besonderheiten: typisches Moorgewächs, idealer Boden-Ph-Wert zwischen 4 und 6
Glockige Prachtglocke, Enkianthus campanulatus
Glockige Prachtglocke, Enkianthus campanulatus

Standorte im Schatten

Sträucher mit K

Kirschlorbeer 

Mit einer dunkeln, kompakten Erscheinungsform wird der Kirschlorbeer (Prunus Laurocerasus) zum Kontrapunkt vieler Bepflanzungen. Seine Liebe schattiger Lagen und seine gute Verträglichkeit mit dem Wurzeldruck größerer Nachbarn machen ihn dabei zum idealen Begleiter von Bäumen und größeren Sträuchern.

  • Optik: kompakter, aufrechter Strauch mit teils überhängenden Zweigen, tief dunkelgrüne Färbung der großen, linsenförmigen Blätter, markante Mittelrippe; kleine weiße Blüten in dicht stehenden, aufrechten Dolden, später an Kirschen erinnernde, dunkelrote bis schwarze Früchte
  • Größe: in Ziergärten problemlos über 4 Meter, in Solitärstellung jedoch bis zu 7 Metern
  • Nutzung/ Ertrag: Zierstrauch, rohe Früchte giftig! Beeren gekocht verzehrfähig, heute aber nicht mehr üblich
  • Besonderheiten: giftige Früchte, können jedoch durch Kochen verzehrfähig gemacht werden, früher häufige Verwendung als Marmelade

Kirschlorbeer-Arten wachsen unterschiedlich hoch

Sträucher mit R

Rhododendron

Der Klassiker der moor- und heideliebenden Sträucher ist der Rhododendron. Seine Vorliebe für saure Böden macht ihn unter Hobbygärtnern schon beinahe berüchtigt, was er jedoch durch eine ausladende Optik mit einem ganz eigenen Charme ausgleicht.

  • Optik: wechselständige, radial um den Zweig angeordnete Blätter in tief dunkelgrüner Färbung, große, aufrechte Blüten in hoher Zahl, Blütenfarbe je nach Art von Blau über Weiß, Rosa und Gelb bis hin zu Flieder und Rot;
  • Größe: Je nach Art von maximale Wuchshöhe um 20 Zentimeter bis hin zu 10 Metern und mehr
  • Nutzung/ Ertrag: Ziergehölz
  • Besonderheiten: sehr langsam wachsend, bei richtiger Pflege aber auch im hohen Alter stark blütenbildend und dicht wachsend; im Schatten jedoch eher geringere Blütenzahl

Rhododendron (Rhododendron)

Rosskastanie 

Eigentlich ein imposanter Baum, lässt sich die Rosskastanie (Aesculus Hippocastanum) mit dem richtigen Schnitt aber auch sehr gut als Strauch für den Kübel oder das Pflanzbeet ziehen.

  • Optik: Ausladender, offener Wuchs mit markanten, fünffingerigen Blättern, weiße bis rosafarbene Blüten in aufrecht stehenden Dolden
  • Größe: als Strauch rund ein Meter bei regelmäßigem Schnitt
  • Nutzung/ Ertrag: Zier- und Parkpflanze, runde, jedoch mit kräftigen Stacheln besetzte Kastanien als Früchte nicht verwertbar

Rosskastanie, Aesculus hippocastanum

Strauch-Rosskastanie 

Im Gegensatz zur Gemeinen Rosskastanie handelt es sich bei der Strauch-Rosskastanie (Aesculus Parviflora) um einen echten Großstrauch, der dabei selbst bei geringerem Schnittaufwand nicht zum Baum reift.

  • Optik: ausladend, in die Breite wachsend mit typischen fünffingrigen Kastanienblättern, weiße Blüten an stehenden Dolden
  • Größe: Wuchshöhe bis zu 4 Meter, Breite mit steigendem Alter zunehmend
  • Nutzung/ Ertrag: recht dünne, gelb-braune, stachellose Kapselfrüchte, jedoch nicht verwertbar
  • Besonderheiten: bildet im Laufe der Jahre unterirdische Ausläufer und kann so Gesamtausdehnungen in die Breite bis zu 10 Metern erreichen; gegen Parasiten und Krankheiten weitgehend resistent

Strauch-Rosskastanie, Aesculus Parviflora

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