Strelitzie, Strelitzia reginae

Sie sehen schon etwas lustig aus mit ihrer papageienähnlichen Erscheinung, die Exoten aus Südafrika. Hierzulande sind sie als Schnittblumen sehr beliebt, die Strelitzien. Daneben machen sie aber auch eine gute Figur als Zimmer- oder Kübelpflanze auf der Terrasse und Balkon. Ihre Pflege ist jedoch nicht gerade sehr einfach, denn die Blumen sind doch recht anspruchsvoll. Um die Paradiesvogelblume unbeschadet über den Winter zu bekommen, sind einige Vorkehrungen notwendig. Nachfolgend dazu einige Tipps.

Strelitzien überwintern

Die Strelitzia ist auch als Papageienblume oder Paradiesvogelblume bekannt, ist horstig wachsend und zudem eine ausdauernde Staude. Es gibt verschiedene Arten. Je nach Art können sie zwischen 80 bis 200 Zentimeter an Höhe erreichen. Typisch für das immergrüne Bananengewächs sind die Blüten, welche weitestgehend mit aufgestellten Federkämmen der Paradiesvögel verglichen werden können.

Die Südafrikanerin ist sonnenverwöhnt und trotzt normal Temperaturen zwischen 0 und 30 °C. Im Sommer kann sie auch getrost einen sonnigen Platz im Freien beziehen. Allerdings ist dabei zu beachten, dass die Pflanzen zwar mehrjährig sind, aber in unseren Breiten nicht winterhart. Um den Winter unbeschadet zu überstehen, sind einige Maßnahmen notwendig.

Zimmerpflanze oder Kübelpflanze?

Strelitzien können ganzjährig als Zimmerpflanze gehalten werden. Allerdings fühlen sie sich in einem entsprechend großen Kübel im Sommer im Freien wohler. Von ihrer Haltungsform hängt am Ende auch das Überwintern der Strelitzien ab. Dabei ist zu beachten, dass die Papageienblume in der Regel eine Winterruhe benötigt, um neue Kräfte für eine üppige Blütenbildung im folgendem Jahr zu sammeln. Diese beginnt bei Kübelpflanzen Ende Oktober/ Anfang November.

Bei normalen Zimmerpflanzen ist während der Wintermonate an der Haltung nicht unbedingt etwas zu ändern. Im Prinzip kann sie dort verbleiben, wo sie auch das restliche Jahr über steht. Auch die Pflege kann beibehalten werden. Wann die Pflanze hier eine Ruhepause einlegt, entscheidet sie meist selbst. In der Regel erfolgt sie nach der Blüte. Im Vergleich zu Kübelpflanzen ist die Winterpause hier allerdings viel kürzer und bei guter Pflege kann mitunter bei Zimmerpflanzen eine zweite Blüte im Jahr erfolgen. Jedoch ist die Blütenpracht etwas spärlich und lässt zu wünschen übrig. Einiges ist hier dennoch zu beachten

  • sehr heller Standort
  • Fensterplatz an Nordseite vermeiden
  • nicht direkt in Heizungsnähe stellen
  • hohe Luftfeuchtigkeit

Papageienblume Strelitzie

Hinweis: Je wärmer das Zimmer ist, desto heller muss der Standort für die Strelitzia sein.

Kübelpflanzen richtig überwintern

Strelitzien im Freien sollten unbedingt vor den ersten Frösten ihr Winterquartier beziehen. Ratsam ist es diese Pflanzen einzuräumen, wenn draußen die Temperaturen in den einstelligen Bereich sinken. Ältere Pflanzen sind zwar robuster und vertragen nachts auch schon einmal kurzfristig Temperaturen um die 0 °C, aber niemals darunter. Es ist dabei aber nicht auszuschließen, dass die Papageienblume dennoch Schaden nimmt. Als Quartier zum Überwintern bietet sich für Strelitzien als Kübelpflanzen

  • ein Treppenhaus
  • Hausflur
  • frostfreie Garage
  • frostfreies Gewächshaus oder
  • mäßig temperierter Wintergarten an.

Auch während der kühlen Jahreszeit benötigen die Strelitzien

  • einen hellen bis sonnigen Platz
  • Temperaturen zwischen 10 und maximal 15 °C
  • relativ hohe Luftfeuchtigkeit
  • keine Zugluft
  • regelmäßige Belüftung des Raumes

Natürlich verträgt die Strelitzia im frostfreien Winterquartier auch Temperaturen um 5 °C, dann muss aber häufiger gegossen werden. Nachts können die Temperaturen sogar in den einstelligen Bereich gesenkt werden. Bei kühlen Temperaturen stellt die Pflanze das Wachstum ein und sie können sich kräftigen. weiterhin erscheinen die ersten Blüten früher als an zu warmen Standorten. Ideal sind Temperaturen um 14 °C, dann können mitunter schon die ersten Blütenknospen Ende des Winters erscheinen. Bis sie sich öffnen, wird aber noch etwas Zeit vergehen.

Hinweis: Es ist wichtig, dass die Strelitzien auch im Winter viel Licht bekommen. Daher ist es ratsam zu dunkle Räume, zusätzlich zu beleuchten.

Kontrolle auf Schädlingsbefall

Bevor die Strelitzien zum Überwintern in ihr neues Quartier umziehen, muss eine Kontrolle auf Schädlingsbefall oder sonstige Krankheiten erfolgen. Sehr häufig können Strelitzien durch Schildläuse oder Blattläuse befallen werden. Diese müssen vor der Einräumung konsequent bekämpft werden. Es kann sonst leicht passieren, dass diese Schädlinge sich auch noch auf die anderen Pflanzen ausbreiten.

Dazu ist es auch notwendig, die oberste Erdschicht 1 bis 2 Zentimeter tief abzutragen, denn auch hier können sich Schädlinge und Krankheitserreger aufhalten. Anschließend wird neue Blumenerde aufgefüllt. Daneben sollten alle verblühten Blüten sowie alte und abgestorbene Pflanzenteile entfernt werden. Danach kann die Papageienblume zum Überwintern eingeräumt werden.

Blattlaus-Befall
Blattlaus-Befall an einer Rose

Ausreichende Wassergaben

Auch während des Winters müssen die Strelitzien regelmäßig gegossen werden, denn es sind immergrüne Pflanzen. Diese verdunsten über ihre Blätter Feuchtigkeit. Ausreichend Wasser ist notwendig, um die Blätter zu erhalten und einer Vertrocknung der Pflanze vorzubeugen. Der Wurzelballen darf niemals ganz austrocknen. Er sollte stets mäßig feucht sein. Weiterhin ist zu beachten

  • oberste Erdschicht abtrocknen lassen
  • bei Temperaturen unter 10 °C Wassergaben erhöhen
  • Staunässe vermeiden

Bei kühleren Temperaturen benötigen die Pflanzen mehr Wasser. Sollten die Wassergaben dann nicht ausreichend sein, werden letztendlich nicht so viele Blüten gebildet und die grünen Blätter sterben langsam ab.

Hinweis: Um Staunässe zu vermeiden, sollten immer kleinere Mengen Wasser verabreicht werden. Infolgedessen muss dann jedoch häufiger gegossen werden.

Düngung komplett einstellen

Schon im Herbst vor der Umquartierung der Strelitzien wird nicht mehr gedüngt. Auch während der Winterruhe sind keine Düngergaben erforderlich. Die Pflanzen würden dann ihre ganze Kraft in die Bildung neuer Blättern stecken und nicht wie gewollt in die Blütenbildung. Die erste Verabreichung von Dünger nach der Winterruhe erfolgt erst im späten Frühjahr. Verwendung kann hier Flüssigdünger für Blühpflanzen finden.

Umtopfen nach Winterruhe

Die Ausräumung der Kübelpflanzen erfolgt erst, wenn die Tage wieder wärmer werden und kein Frost mehr in Sicht ist. Empfohlen wird der Umzug ins Freie meist nach den Eisheiligen, Mitte bis Ende Mai. Dann ist auch die Zeit günstig, um größere Pflanzen umzutopfen. Sollte während der Winterruhe Schädlingsbefall erfolgt sein, sollte zwingend umgetopft werden.

Gleichzeitig besteht so auch die Möglichkeit, die Wurzelstöcke zu teilen. Dies zieht eine verjüngende Wirkung nach sich und die Pflanzen werden vitaler, kräftiger und gesünder. Aber Vorsicht, die Horste können schnell auseinander brechen und so Verletzungen an den Wurzeln entstehen. Beim Umtopfen sollte beachtet werden

  • Topf doppelt so groß wie Wurzelballen
  • nach Schädlingsbefall Verwendung eines neuen Topfes
  • Erdmischung aus:
    • Lauberde
    • Komposterde
    • Lehmerde
    • Sand
    • verrottetem Stallmist
  • Verwendung Erden zu gleichen Teilen
  • Sand ruhig etwas weniger

Nach erfolgter Umtopfung kann die Strelitzia dann wieder an einen passenden Ort ins Freie umziehen, allerdings nicht gleich in die pralle Sonne. Die Pflanze muss langsam erst wieder an das Sonnenlicht gewöhnt werden, sonst können die Blätter schnell einen Sonnenbrand bekommen.

Papageienblume Strelitzie

Hinweis: Die Papageienblume sollte in den ersten ein bis zwei Wochen einen schattigen bis halbschattigen Platz draußen erhalten. Einige Sonnenstunden morgens und abends sind dabei ausreichend. Anschließend können sie dann an ihren endgültigen Platz umgestellt werden.