Sukkulenten gießen: so vermeiden Sie Pflegefehler

Sukkulenten richtig gießen

Als Sukkulenten werden Pflanzen bezeichnet, die in der Lage sind, entweder in den Blättern, dem Stamm oder den Wurzeln, große Mengen an Flüssigkeit zu speichern. Durch diese Anpassung wird ihnen einerseits das Überleben in besonderen Umgebungsbedingungen ermöglicht. Darüber hinaus verleiht sie ihnen aber auch eine ganz eigene Optik, die viele Hobbygärtner für besondere Formen der Gartengestaltung nutzen. Welche Auswirkungen die Besonderheiten der Sukkulenten auf das Wässern haben und wie Sie grobe Pflegefehler vermeiden, verraten wir Ihnen hier.

Sukkulenten in der Natur

Obwohl die beliebten saftreichen Pflanzen aus unterschiedlichsten Regionen stammen können, weisen die dort vorherrschenden Bedingungen zahlreiche immer wieder gleiche Eigenschaften auf:

  • Stark durchlässige Böden mit hoher Drainageleistung
  • Geringe Wasserspeicherkapazität des Substrats
  • Hoher Anteil grober Bodenbestandteile, dagegen geringer Humusanteil
  • Intensive Sonneneinstrahlung
  • Geringe Luftfeuchtigkeit
  • Insgesamt geringe Niederschlagshäufigkeit und -menge
  • Wasserzufuhr durch seltene, aber dann intensive Niederschläge, z.B. Gewitter oder Starkregen

Aloe Vera Pflanze

Achtung: Vor allem beim Thema der Luftfeuchtigkeit gibt es einzelne Vertreter der Sukkulenten-Familie, die – abweichend von der üblichen Umgebung – in Regionen mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit gedeihen. Soll eine solche Pflanze zu Hause gezogen werden, ergeben sich abweichende Möglichkeiten der Wasserversorgung.

Sukkulenten richtig gießen

Davon ausgehend, dass die Sukkulente im heimischen Topf oder Beet idealerweise ähnliche Bedingungen vorfindet, wie in ihrer natürlichen Umgebung, lässt sich auch aus ihrer natürlichen Wasserversorgung recht einfach das optimale Gießen ableiten:

  • Während der Wachstumsphase (meist März bis ca. September) selten, aber durchdringend wässern
  • Außerhalb Wachstumsphase Wassergaben in Häufigkeit und Dauer reduzieren
  • Abstand zwischen Gießphasen 5 bis 7 Tage, bei laubtragenden Sukkulenten 1 bis 3 Tage
  • Staunässe vermeiden
  • bei Topfpflanzen überschüssiges Wasser aus Unterteller abschütten
  • Substrat zwischen dem Wässern abtrocknen lassen
  • Idealerweise Regenwasser oder abgestandenes, nicht zu hartes Leitungswasser verwenden

Achtung: Abtrocknen bedeutet nicht vollständig austrocknen. Andernfalls sterben die feinen Wurzelhärchen ab, die zur Wasseraufnahme unerlässlich sind.

Tillandsien als Zimmerpflanzen
Tillandsien, Tillandsia

Hinweis: Tillandsien (Bromelien-Gewächse) und wenige andere Sukkulenten gewinnen ihr Wasser überwiegend über Saugschuppen an den Blattoberflächen. Dabei kann es sinnvoll sein, an Stelle von alleinigem Gießen die Pflanzen täglich zu besprühen, um die am natürlichen Standort vorherrschende hohe Luftfeuchtigkeit zu imitieren und die Wasseraufnahme zu optimieren.

Häufige Pflegefehler

Da die Vertreter der Sukkulentenfamilie allgemein recht anspruchslos und damit auch einfach in der Haltung sind, beschränken sich immer wiederkehrende Fehler – abgesehen von falschen Standortbedingungen – vor allem auf das Wässern der Pflanzen. Um erheblich geschädigte oder gar komplett abgestorbene Pflanzen zu vermeiden, seien die häufigsten Fehler einschließlich ihrer Folgen hier kurz benannt:

Staunässe im Topf

  • Entsteht durch: zu wenig durchlässiges Substrat, zu hohe Wassergabe, kein Wasserablauf im Topf
  • Führt zu: Wurzelfäule und Absterben der Pflanze
  • Ursache: Schimmel bzw. Fäulnisbefall der empfindlichen Wurzelbereiche

Gießschäden an Blättern

  • Entsteht durch: flächiges Gießen von oben
  • Führt zu: zunächst Vergilbung, im Laufe der Zeit zunehmend weiche Blätter, später Absterben
  • Ursache: im Zusammenspiel von Wasser und Sonneneinstrahlung Beeinträchtigungen der empfindlichen Blätter bis hin zum Verbrennen der Blattoberflächen

Gießschäden am Stiel bzw. Strunk

  • Entsteht durch: Gießen in die Rosette der Sukkulenten
  • Führt zu: stehendes Wasser am Strunk oder Stiel, auf Dauer Absterben der ganzen Pflanze, da der Strunk fault
  • Ursache: rasche Ausbreitung von Fäulnisbakterien oder Schimmelpilzen mit rasanter Schädigung der Pflanze
Geldbaum als Zimmerpflanze
Geldbaum , Crassula ovata

Tipp: Sukkulentengewächse können hinsichtlich ihres Wasserbedarfs stark variieren. Als Faustregel lässt sich feststellen, dass dickere Blätter für einen geringeren Wasserbedarf stehen, als dünnere Blätter. Arrangiert man Pflanzen ähnlicher Blattstärken, wird das Gießen deutlich erleichtert, da keine spezifische Berücksichtigung jeder einzelnen Pflanze erfolgen muss.