Verbotene Mittel gegen Tauben - Essig und Spikes

Tauben gelten nicht als beliebte Vögel und viele wollen sie mit allen möglichen Mitteln loswerden. Wer dabei verbotene Mittel anwendet, die eventuell sogar den Tod der Tauben nach sich ziehen, riskiert hohe Strafen.

Auf den Punkt gebracht

  • Tauben sind durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt
  • Tauben dürfen nicht getötet oder gefangen werden
  • Gift kann auch andere Tiere töten
  • Essig beschädigt das Gefieder
  • Klebesprays und -pasten verkleben das Gefieder

Bundesartenschutzverordnung

In der Bundesartenschutzverordnung ist grundsätzlich festgelegt, dass alle wild lebenden Tiere unter Schutz stehen. Tauben genießen im Tierschutzgesetz zwar keinen besonderen Schutz, genießen jedoch einen Grundschutz. Selbst Jäger dürfen Tauben nicht einfach abschießen.

Tauben sind sowohl, was ihre Nahrung als auch die Plätze, an denen sie sich aufhalten und fortpflanzen betrifft, sehr anpassungsfähig. Sie haben zudem eine hohe Reproduktionsrate, weshalb innerhalb kurzer Zeit viel Nachwuchs produziert werden kann. Große Taubenschwärme können erhebliche Schäden anrichten, weshalb auch unerlaubte Mittel eingesetzt werden.

Taubenschreck aus CDs im Gartenbeet
Taubenschreck aus CDs im Gartenbeet

Hinweis: Es gibt viele Alternativen, wie sie Tauben auch ohne den Einsatz verbotener Mittel nachhaltig loswerden.

Blausäure

Blausäure ist auch unter der Bezeichnung Cyanwasserstoff (HCN) erhältlich und ist eine besonders qualvolle Methode die Tauben zu töten.

Wirkungsweise von Blausäure

  • führt erst zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand
  • Tod tritt nach einigen Minuten ein
  • oft mit starken Schmerzen verbunden

Blausäure ist ein gefährliches Mittel, denn es kann auch über die Atemluft aufgenommen werden. Bei unsachgemäßer Verwendung kann es sogar zur Gefahr für Menschen oder andere Tiere wie Haustiere werden. Aus gutem Grund ist das Mittel seit vielen Jahren in der Europäischen Union verboten und es werden auch keine Mittel mehr zugelassen, die Blausäure enthalten. Die Einfuhr von Taubengift, das Blausäure enthält, in die EU ist ebenfalls verboten.

Erschießen

Tauben dürfen als Wildtiere nicht bejagt werden. Sie dürfen auf die Tauben ebenfalls nicht mit sogenannten nicht tödlichen Waffen schießen. Dazu gehören in erster Linie Luftdruckgewehre. Sie töten die Tauben in der Regel nicht sofort, der Druck beim Auftreffen des Projektils ist meist so groß, dass die Tauben innere Verletzungen bekommen, an denen sie verenden.

Verbotene Mittel gegen Tauben - Steinschleuder/Zwille
Der Einsatz von Steinschleudern/Zwillen gegen Tauben ist verboten.

Verboten ist auch, Tauben mit einer Steinschleuder oder anderen Projektilen zu beschießen. Kindliche Streiche, wo mit Zwillen auf Vögel geschossen wird, können mittlerweile teure strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Es ist nicht einmal erlaubt einen Stein nach den Tauben zu werfen.

Essig

Womit Sie auf Tauben schießen dürfen, ist Wasser. Um die Wirkung zu maximieren, wurde schon Wasser mit Essig gemischt in Wasserpistolen gefüllt, mit denen die Tauben beschossen wurden. In diesem Fall verliert das Wasser seine vergrämende Wirkung und wird mit dem Essig zu einer tödlichen Dusche für die Tauben.

Das Essigwasser zerstört die Fettschicht auf dem Gefieder. Das kann dazu führen, dass die Vögel nicht mehr fliegen können und verenden.

Verbotene Mittel gegen Tauben - Essig

Fangnetze

Feinmaschige Netze, in denen die Tauben sich verheddern können, sind ebenfalls nicht erlaubt. Die Tauben – und auch andere Vogelarten – können sich selbst nicht mehr befreien und verenden darin, wenn sie nicht rechtzeitig gefunden werden.

Hinweis: Wenn Sie ein Katzenschutznetz am Balkon angebracht haben, wählen Sie die Maschenweite so groß, dass ein Vogel sich nicht verheddern kann. Zudem sollte das Netz gut gespannt sein, damit die Tauben zwar darauf sitzen können, jedoch sich nicht verfangen.

Giftweizen

Giftweizen wird vorwiegend zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen eingesetzt. Der Giftweizen darf nur in Verbindung mit speziellen Köderboxen eingesetzt werden, damit andere Tiere nicht an ihn herankommen. Giftweizen wird jedoch als verbotenes Mittel auch an Tauben verfüttert.

Wirkungsweise von Giftweizen

  • Giftstoff Zinkphosphid
  • Reaktion mit Magensäure
  • giftiger Phosphorwasserstoff bildet sich
  • Tauben verenden

Wie schnell Giftweizen wirkt, ist abhängig von der Menge an Weizen im Magen. Das Problem am Giftweizen ist, dass auch andere Vögel die vergifteten Körner fressen können und daran sterben. Die verendeten Tauben selbst können wiederum von anderen Tieren gefressen werden, die ebenfalls durch den Giftstoff Schaden nehmen können.

Köderbox mit Giftweizen für Ratten
Mit Giftweizen gefüllte Köderbox für Ratten

Klebesprays/-pasten

Im Handel werden nach wie vor Sprays oder Pasten angeboten, die einfach auf Geländer oder andere Stellen aufgetragen werden, wo Tauben gerne sitzen. Diese Mittel enthalten Klebstoffe, die durch das Sitzen auf diesen Flächen an das Gefieder gelangen. Bei der Gefiederpflege wird der Kleber zusätzlich verteilt, wodurch die Vögel flugunfähig werden und verenden.

  • vergleichbares Problem wie beim Giftweizen
  • Sprays und Pasten auch Todesfalle für andere Vögel
  • keine Rücksichtaufnahme auf gefährdete/geschützte Arten
  • ggf. empfindlichere Strafen die Folgen

Lebendfallen

Lebendfallen töten Tauben zwar nicht, dennoch ist es untersagt, dass Privatpersonen Wildvögel fangen. Diese Fallen dürfen wiederum nur von Profis verwendet werden, wenn es eine Genehmigung gibt, dass die Tauben regional so stark vertreten sind, dass sie als Schädlinge gelten.

Bei der Verwendung von Lebendfallen kommt es dennoch immer wieder zu Verletzungen bei den Vögeln, die behandelt werden müssen. Zudem muss vorab geklärt sein, wo die Tauben ausgesetzt werden. Sie können die Vögel nicht einfach im nächsten Ort aussetzen, wodurch Sie möglicherweise die Population vergrößern, wodurch sie größere Schäden anrichten.

Hände halten gefangene Taube

Tipp: Sollten Sie ein akutes Problem mit Tauben haben, wenden Sie sich an einen Jäger oder Schädlingsbekämpfer. Sie haben die Genehmigung, dass sie Wildtiere lebend fangen dürfen, und wissen auch geeignete Plätze, wo sie diese wieder aussetzen können.

Nagelbretter

Bretter, die mit langen Nägeln bespikt sind, sind ebenfalls verboten. Sie können nicht nur für Tauben gefährlich werden, sondern andere Großvögel verletzen.

Nagelbretter können auch für andere Tiere, die durch das Tierschutzgesetz geschützt sind, gefährlich werden:

Tauben sanft vertreiben

Statt der hier genannten verbotenen Mittel gegen Tauben, gibt es auch zahlreiche Alternativen, mit denen Sie die Tiere vertreiben können, ohne ihnen zu schaden. Dazu gehören unter anderem:

  • Beseitigung von Nahrungsquellen
  • Einsatz von Greifvogelattrappen
  • Ausbringen von Hunde- und Katzenhaaren
  • Taubenschreck aus CD, DVDs oder Aluminiumfolie
  • Windräder
Tauben vertreiben - Eulenattrappe
Eulenattrappe

Tipp: Tauben sind wahre Gewohnheitstiere. Deshalb empfiehlt sich oftmals der kombinierte Einsatz verschiedener Methoden, um sie wirklich loszuwerden.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich Restbestände von Taubengift verwenden?

Nein, sobald ein Mittel verboten ist, ist auch die Anwendung von Restbeständen verboten. Restbestände können Sie oft bei Verkaufsstellen zurückgeben oder bei Problemstoffsammelstellen abgeben. Entsorgen Sie verbotene Schädlingsbekämpfungsmittel nicht im Abfluss oder im Hausmüll. Dies kann bei der Entsorgung bzw. Aufbereitung von Wasser problematisch werden.

Dürfen professionelle Schädlingsbekämpfer andere Mittel nutzen?

Ja, teilweise dürfen Profis auch Mittel nutzen, die die Tiere töten. Professionelle Schädlingsbekämpfer haben oft Ausnahmegenehmigungen und sind geschult im Umgang mit solchen Mitteln, damit keine anderen Tiere zu Schaden kommen.

Sind quellende Futtermittel ebenfalls verboten?

Mitteln wie Reis oder Backpulver wird nachgesagt, dass die trocken verfüttert im Magen aufquellen und die Tauben dadurch verenden. Durch den Umstand, dass die Tauben daran sterben könnten, ist das Mittel nicht erlaubt. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie verenden gering, da Tauben größere Mengen an Futter wieder hochwürgen können.