Teicherde selber machen | Teichsubstrat herstellen in 7 Schritten

Teicherde selber machen

Ein Gartenteich gehört für viele Hobbygärtner zu einem der Gestaltungselemente hinsichtlich Vielfalt, optischem Mehrwert und auch Aufwertung der Lebensräume für Insekten und andere Nützlinge. Da die Kosten für seine Erstellung meist recht hoch sind, lohnt es, an den richtigen Stellen zu sparen. Eines dieser Einsparpotentiale liegt dabei in der Teicherde, mit der ein Folienteich in aller Regel ausgekleidet wird. Wir erklären, wie man Teicherde mit einfachen Schritten selber machen kann und worauf dabei geachtet werden sollte.

Teicherde

Im Teich, sowie im Bereich der Teichränder erfüllt das Teichsubstrat verschiedene Funktionen:

  • Beschwerung der Teichfolie gegen Auftreiben, z.B. bei steigendem Grundwasser nach Niederschlägen
  • Versteck bzw. Lebensraum für wasserlebende Tiere, wie Schnecken, Muscheln und Fische
  • Lagesicherung für Wasserpflanzen
  • Lebensraum für Mikroorganismen
  • Beitrag zur Erhaltung der Wasserqualität durch dort angesiedelte, reinigende Mikroorganismen

Die Funktion als Nährstofflieferant und -speicher, wie sie bei normaler Erde im Garten von erheblicher Bedeutung ist, kann im Teich dagegen vernachlässigt werden. Aus dem Teichwasser lassen sich Mineralien und sonstige Stoffe durch die Pflanzen weit einfacher und in höheren Mengen gewinnen, als es bei dem besten Substrat der Fall sein könnte.

Gartenteich

Beschaffenheit

Nachdem geklärt ist, welche Funktionen die Erde im Gartenteich erfüllen soll, stellt sich die Frage nach ihrer Beschaffenheit. Denn erst mit diesem Wissen lassen sich die richtigen Materialien für die eigene Herstellung von Teichsubstrat gezielt auswählen:

Gewicht

  • Sollte hoch genug sein, um Teichfolie auch bei ansteigendem Grundwasser (Starkregen etc.) zu beschweren
  • Idealerweise so hoch, dass Aufschwimmen oder Aufwirbeln durch Wasserströmung verhindert wird

Struktur

  • Möglichst kompakt und mit geringem Feinstanteil, um Zusetzen von vorhandenen Filtern zu vermeiden
  • Optimal mit sehr großer Oberfläche als Lebensraum der Mikroorganismen

Beständigkeit

  • Gute Beständigkeit gegen Zersetzen im Wasser, da ansonsten schlechtere Wasserqualität durch hohen Anteil an Schwebeteilchen
  • Niedriger Anteil an organischen Inhalten, somit geringe Anfälligkeit gegen Faulen und Verschlechterung der Wasserqualität

Teicherde selber machen

Nachdem nun alles Wichtige rund um die Aufgaben und die Beschaffenheit von Teichsubstrat bekannt ist, stellt sich für den angehenden Teichbesitzer natürlich die Frage, wie man an das optimale Substrat gelangt. Selbstverständlich bietet auch hier der Markt eine breite Palette an bereits vorgefertigten Produkten vom groben Teichkies bis hin zum speziellen Feinsubstrat zur Unterstützung der Wasserreinhaltung und Beförderung der reinigenden Kleinstlebewesen. Alle diese Produkte sind aber vergleichsweise teuer, so dass sich zu Recht die Frage stellt, ob man Teicherde nicht mit vertretbarem Aufwand selber machen kann.

Ja, kann man. Denn selbst für weniger geübte Hobbygärtner und -züchter gelingt das Herstellen des richtigen Substrats für den heimischen Gartenteich problemlos. Im Folgenden zeigen wir, wie:

Materialien

Am Anfang der Arbeiten steht die Auswahl geeigneter Materialien. Beachtet man die Anforderungen, die an das fertige Substrat gestellt werden, ergeben sich die tauglichen Bestandteile dabei nahezu von selbst.

Gut geeignet:

  • Kies, ideal als Zusammensetzung unterschiedlicher Körnungen von grob bis fein
  • Sand, gerne in variabler Körnung
  • Erde, bevorzugt lehmig und kompakt

Ungeeignet:

  • Erde mit hohem Anteil an Humus und anderen organischen Inhalten (Pflanzenteile, Häckselgut etc.), wegen hohem Potential zur Verschlechterung der Wasserqualität
  • Torf, wegen aufschwimmenden Bestandteilen und hoher Trübung und Belastung des Wassers im Teich

Teicherde selber machen mit Kies

Kies oder Erde? – Eine Entscheidungshilfe

Für den unbedarfteren Teichbauer stellt sich nun berechtigterweise die Frage, welche der benannten Stoffe denn nun für den eigenen Teich herangezogen werden sollten. Kies, Lehmerde, oder doch lieber Sand?

Auf diese Frage findet sich zunächst keine allgemeingültige Antwort. Denn viel mehr hängt die Auswahl der optimalen Zusammensetzung von der geplanten Nutzung des Teiches ab. Somit eignet sich Sand beispielsweise gut für Muscheln, während Wasserpflanzen häufig etwas Erde benötigen. Hier lohnt ein Blick auf die Bedürfnisse der zukünftigen Teichbewohner.

Werkzeuge

Sind geeignete Inhalte für das Substrat ausgewählt, geht es an das eigentliche Herstellen. Damit die Arbeiten leicht von der Hand gehen, kommt es auch auf die richtigen Werkzeuge und Hilfsmittel an:

  • Schubkarre und Eimer für Transport der Materialien
  • Ggf. Wanne zum Mischen der Stoffe, alternativ große Plane, auf der Mischvorgang erfolgen kann
  • Schaufel und Gartenrechen
  • Vlies oder dicke Folie als Schutz der Teichfolie
  • Sieb, Eimer oder große Steine, sowie Gartenschlauch zum Befüllen des Teichs

Arbeitsschritte

1. Vorbereitung

  • Werkzeuge und Bestandteile für das Substrat bereitstellen
  • Zugang zum Teich vorbereiten, dabei mit Folie ausgelegten Teich im Zugangsbereich mit Vlies oder dicker Plane als Schutz vor Beschädigungen abdecken
  • Arbeitsplatz vorbereiten, idealerweise nahe am Gartenteich
  • Unnötige Transportwege vermeiden

2. Mischen

  • Zu mischende Bestandteile und Mengenverhältnisse nach Anforderungen der Pflanzen und Tiere festlegen
  • Einzelne Komponenten auf Plane oder in Mischkübel geben und mit Schaufel oder Händen gut durchmischen
  • Mehrfach kleinere Mengen bis zur gewünschten Endmenge mischen, da Ergebnis dann gleichmäßiger und kein nicht mehr verwertbarer Überschuss

3. Einbau

  • Fertig zusammengestellte Teicherde mit Eimer oder Schubkarren zum Teich transportieren
  • Substrat über vorab geschützte Folienbereiche einbringen
  • Substratmischungen in gleichmäßiger Dicke von ca. 10-15 Zentimeter einbauen
  • Am Teichboden höhere Schichtdicke vorsehen, um Abrutschen der Randbereiche entgegenzuwirken
  • Erdhaltige Substrate gegen Aufwirbelung von Sedimenten durch Wasserbewegung mit dünner Sand- oder Kiesschicht abdecken
  • Bei Bedarf Zonen ausbilden, z.B. bepflanzte Zonen mit erdhaltigem Gemisch, Teichboden bei Muschelhaltung sandig, Uferzonen als Unterschlupf für Insekten etc. mit gröberem Kies
  • Schutzplane oder -vlies sukzessive bei Substrateinbau entfernen

4. Bepflanzung

  • Pflanzen in vorbereiteten Pflanzbereichen einpflanzen
  • Gegebenenfalls schützende Kies- oder Sandschicht aussparen und erst nach Einpflanzung ergänzen
  • ALTERNATIV: Pflanzen in eigenen Pflanztöpfen mit eigenem Boden in Teichsubstrat einsetzen und anschließend mit Kies oder Sand anfüllen und eindecken
  • Aufschwimmende Wasserpflanzen so auslegen, dass keine Behinderung während Befüllvorgang vorliegt und Pflanze frei auftreiben kann

5. Befüllen

  • Gartenteich langsam mit Gartenschlauch befüllen
  • Einfülltempo gering halten, um Aufwirbelung von Sediment und Ausschwemmung des Substrats zu vermeiden
  • Wasserstrahl über Eimer, Sieb, oder Steine laufen lassen, um direkte Strahlwirkung zu brechen

6. Nacharbeiten

  • Gegebenenfalls Wasserfilter, sowie ergänzende Objekte (Brunnen, Wasserlauf etc.) einsetzen
  • pH-Wert des Teichwassers kontrollieren und bei Bedarf anpassen

7. Tiere Einsetzen

  • Abschließend Tiere im Gewässer ansiedeln:
  • Fische idealerweise im wassergefüllten Eimer einsetzen und diesen langsam absenken
  • Muscheln und Schnecken im vorgesehenen Teichbereich sanft auf Teichboden aufsetzen

Gartenteich, Querschnitt

Häufige Fehler

Immer wieder treten beim Selber Machen der Teicherde für den Gartenteich Fehler auf. Wer die häufigsten unter ihnen kennt, kann sie dann bereits von vorn herein gezielt vermeiden:

1. Zu hoher Anteil organischer Stoffe in der Substratmischung, z.B. durch hohen Kompostanteil oder Verwendung vorgedüngter Gartenerde,

Folgen: Überdüngung und intensives Algenwachstum, Beeinträchtigung der vorhandenen Tiere

2. Beschädigung der Teichfolie beim Einbau wegen fehlender oder mangelhafter Schutzmaßnahmen

Folgen: Ablaufen des Teichwassers

3. Überschüssige Substratmengen durch Mischung zu hoher Massen

Folgen: zusätzlicher Aufwand für Entsorgung, unnötige Kosten

4. Falsche Substratzusammensetzung für geplante Bewohner

Folgen: schlechte Entwicklungsmöglichkeiten, frühzeitiges Absterben