Terra Preta

Terra Preta stammt aus dem Portugiesischen und heißt übersetzt „Schwarze Erde“. Sie ist im Amazonasgebiet beheimatet. Für Pflanzen bietet die schwarze Erde eine besonders fruchtbare Grundlage zum prachtvollen Gedeihen und für ertragreiche Ernte. Der Export ist verboten und im Fachhandel wird deshalb meist irgendeine dunkle Erdart als „Terra Preta“ bezeichnet. Wer von der „richtigen“ schwarzen Erde profitieren möchte, kann sie jedoch leicht selber machen. Mit der richtigen Anleitung klappt das Herstellen kinderleicht.

Warum Wundererde?

Die schwarze Erde, die farblich eher ins dunkel-braune geht, besitzt die Fähigkeit, Nährstoffe besonders lang zu speichern, wie keine andere Erdart. Sie weist einen deutlich höheren Humusgehalt auf, als europäische Erde, die deshalb regelmäßig mit nährstoffreichen Düngemitteln „aufbereitet“ werden muss. Mit der Verwendung von Terra Preta werden zusätzliche Düngungen unnötig. Zudem werden kein Kohlenmonoxid sowie Methangas freigesetzt, was sich schonend auf das Klima auswirkt. Weil zahlreiche praktische Erfahrungen insbesondere spürbar höhere Ernteerträge mit der schwarzen Erde zeigen, wird sie vor allem unter Selbstanbauern von Obst und Gemüse als Wundererde betitelt.

Einsatzgebiete

So begeistert viele Hobbygärtner von der schwarzen Erde aus dem Amazonas sind, steht allerdings fest, dass sie sich nicht für jeden Einsatz/Gebrauch eignet. Folgendes sollten Sie vor dem Herstellen berücksichtigen:

Private Verwendung

Eine Verwendung ist nur in privaten Gärten sinnvoll, weil hier Mikroorganismen/Bodenlebewesen im Boden aktiv und nicht durch Mineraldünger, Pestizide oder schwere Gerätschaften eingeschränkt sind.

pH-Wert beachten

Nicht verwenden sollten Sie die schwarze Erde für den Anbau von Pflanzen, die zum Wachsen einen niedrigen pH-Wert (saures Milieu) des Bodens benötigen, wie beispielsweise Erbsen, Bohnen, Linsen und manche Kräuter. Schwarzerde erhöht durch beinhaltete Holzkohle den Salzgehalt und damit automatisch auch den pH-Wert.

Jungpflanze

Jungpflanzen und Aussaat

Da die „Wundererde“ besonders viele Nährstoffe aus dem Boden speichert und großzügig an die Pflanzen abgibt, kann dies bei Jungpflanzen und Samen zu Problemen im Wachstum beziehungsweise bei der Keimung führen. In der Regel wird in der Aufzucht von Jungpflanzen auf nährstoffarmen Boden gesetzt. Zu viele Nährstoffe können zu einer Überversorgung führen und im schlimmsten Fall das Absterben zur Folge haben.

Bodenqualität

Experten sind sich überwiegend einig, dass Terra Preta kaum Wirkung auf qualitativ hochwertigen Böden zeigt. Lediglich geringe Einsparungen in den Bereichen Bewässerung sowie Düngung können vorliegen. Eine ideale Lösung bietet die schwarze Amazonaserde bei sandigen, kargen, nährstoffarmen Böden, auf denen Pflanzen nur schlecht bis gar nicht wachsen. Ideal ist sie zudem für starkzehrende Pflanzen, die normale Erde schnell auslaugen.

Terra Preta selbst herstellen

Benötigte Materialien:

  • Gartenabfälle
  • Küchenabfälle
  • Holzkohle
  • Steinmehl
  • Effektive Mikroorganismen (gibt es im Gartenfachhandel und im Internet)
  • Einen großen Eimer mit Deckel
  • Etwas zum Vermengen und Stampfen, wie beispielsweise einen Holzscheit
  • Herkömmlicher Gartenboden

HINWEIS: Zahlreiche Experten raten von der Verwendung herkömmlicher Grillholzkohle ab, weil hierbei oftmals Herkunft sowie Qualität unklar sind und Schadstoffe enthalten sein können, welche sich negativ auf die Pflanzen auswirken. Verwenden Sie für das Herstellen von Terra Preta besser spezielle Pflanzenkohle oder brennen Sie selbst Holz ab.

Terra Preta

Anleitung:

  • Garten- und Küchenabfälle klein schneiden und in einen Eimer füllen
  • Hochwertige Holzkohle hinzufügen (etwa zehn Prozent des Gesamtvolumens sollte aus Holzkohle bestehen)
  • Etwas Steinmehl hinzufügen (Zufuhr von Mineralstoffen)
  • Masse gut durchmengen und zerstampfen (ähnlich wie beim Sauerkrautstampfen)
  • Effektive Mikroorganismen zur Fermentierung hinzugeben (obere Schicht sollte gut bedeckt sein)
  • Eimer mit Deckel gut verschließen
  • Empfohlene Umgebungstemperatur: mindestens 15 Grad Celsius
  • Wartezeit: zwei Wochen
  • Zwischendurch Sickersäfte abgießen (eignen sich ideal als Düngemittel zum Gießen)

TIPP: Spätestens beim Öffnen des Eimers wird ein unangenehmer Geruch aufsteigen. Ist der Eimer nicht luftdicht verschlossen, kann dieser bereits entweichen und enorm störend wirken. Stellen Sie den Eimer deshalb nicht nahe von Aufenthaltsflächen oder Fenstern und Türen.

Weiterverarbeitung:

Ist die Wartezeit abgelaufen, wird die Masse zum Herstellen einer erdigen Konsistenz folgendermaßen weiterverarbeitet:

  • Masse in einem Beet gleichmäßig ausschütten (direkter Erdkontakt sollte bestehen, damit weitere Mikroorganismen die Anreicherung der zukünftigen Schwarzerde begünstigen)
  • Gartenerde über der ausgeschütteten Masse verteilen (muss komplett mit Gartenerde abgedeckt sein)
  • Folie oder Plane drüber legen (schützt vor Regen)
  • Idealer Standort: warm, trocken
  • Wartezeit: rund sechs Monate

Terra Preta ausbringen

Nach Ablauf der sechsmonatigen Wartezeit hat sich die einst fermentierte Masse zu einer humusreichen Substanz entwickelt. Sie kann nun entweder an Ort und Stelle in den Boden eingearbeitet, gelagert oder zu einem anderen Beet transportiert werden. Wichtig ist, dass vor dem Ausbringen beziehungsweise Einarbeiten in den Boden, die obere normale Gartenerde mit der Humusmasse vermengt wird. Am besten gelingt das durch Umwälzen mittels kleiner Schüppe oder einer Harke. Pro Quadratmeter Beet werden zwischen 0.5 und 1 Kilogramm schwarze Erde gerechnet.

Anleitung Bodenvorbereitung

Wird die schwarze Erde in ein anderes Beet umgelagert, ist eine Bodenvorbereitung empfehlenswert, um eine maximale Wirksamkeit zu erzielen. Dabei ist folgendermaßen vorzugehen:

  • Bodenwechsel vor der Bepflanzung: Gartenerde so tief ausheben, wie zukünftige Pflanzlochtiefen/-breiten geplant sind
  • Bei bepflanzten Böden Erde um die Pflanzen herum einige Zentimeter ausheben (darf nicht mit Wurzeln in Kontakt kommen)
  • Terra Preta ins Pflanzloch beziehungsweise Rundum-Kanal schütten
  • Neubepflanzung kann nach circa 14 Tagen Wartezeit in schwarze Erde gesetzt werden
  • Erde stets nur leicht andrücken (damit Wasser gut aufgenommen und gespeichert werden kann)

Terra Preta im Komposthaufen herstellen

Kompost

Wer einen größeren Komposthaufen besitzt und deutlich mehr schwarze Amazonaserde selber machen möchte, kann dazu seinen Kompost an Ort und Stelle nutzen. So geht es:

  • Teil- und/oder vollständig verrotteten Kompost zusammenstampfen
  • Holzkohle großzügig über Masse verteilen (Holzkohle zerkleinert oder als Pulver verwenden – Menge: 10 Prozent Anteil)
  • 2 Deziliter effektive Mikroorganismen pro 10 Liter Wasser vermischen (so viel Wasser, dass es bis zum Durchsickern auf Kompostboden reicht)
  • Plane/Folie über Kompost legen (damit Mikroorganismen und entwickelter Humus nicht mit Regenwasser ausgeschwemmt werden)
  • Idealer Zeitpunkt für Beginn: Frühjahr/Anfang Sommer, wenn Sonne wärmer wird
  • Wartezeit: sechs Monate
  • Danach einfach in normale Gartenerde im Beet untermischen

Haltbarkeit und Lagerung

Nach der Wartezeit, wenn die schwarze Amazonaserde fertig zum Gebrauch ist, aber nicht ausgebracht wird, kann sie gelagert werden. Dazu ist sie in Behältnisse zu füllen, die einen bestmöglichen Luftverschluss bieten. Der Standort sollte trocken, hell und angenehm kühl, aber in jedem Fall frostfrei sein.

Terra Preta besitzt eine Haltbarkeit von mehreren Jahren, gleich, ob sie gelagert oder im Beet verteilt ist. Während der Haltbarkeitszeit verliert sie nicht an den positiven Eigenschaften, durch die sie sich von normaler Erde unterscheidet.