Die Verlegung von Terrassenplatten ohne ein Kiesbett als Unterbau spart Zeit und Geld. Damit das Projekt gelingt, sind wichtige Voraussetzungen zu beachten. Wie Sie Platten für die Terrasse direkt auf Erde verlegen, erfahren Sie hier.

Auf den Punkt gebracht

  • Plattenverlegung direkt auf Erde erfordert immer ein 2-prozentiges Gefälle
  • Vor dem Verlegen das Erdreich mit Rüttelplatte oder Handstampfer verdichten
  • Dünne Sandschicht von 5-10 cm zwischen Erdreich und Platten optimiert die Stabilität

Gefälle erzeugen

Fundamentale Voraussetzung für eine dauerhafte Verlegung von Terrassenplatten direkt auf Erde ist ein leichtes Gefälle als Schutz gegen Staunässe. Weil ein Unterbau aus Kies und Schotter als Drainage fehlt, sollte dem Regenwasser eine alternative Möglichkeit geboten werden, rasch abzufließen. Diese Maßnahme kann in die vorbereitenden Arbeiten einbezogen werden. So machen Sie es richtig:

rasen umgraben, grasnarbe entfernen
  • Terrassenfläche markieren mit aufgespannter Maurerschnur
  • Markierte Fläche ausheben, abgestimmt auf die Höhe der Platten (bündiger Abschluss mit dem Boden)
  • Gefälle von mindestens 2 % anlegen
  • Wichtig: Gefälle führt vom Haus weg

Um das gewünschte Gefälle einzustellen, spannen Sie Maurerschnüre auf Höhe der fertigen Terrassenoberkante. Richten Sie die Schnüre mithilfe einer Wasserwaage exakt waagerecht aus. Nunmehr setzen Sie nach dem ersten Meter Terrassenbreite 2 Zentimeter unterhalb der Maurerschnur mit Klebeband eine Markierung. Diesen Schritt wiederholen Sie in Abständen von einem Meter bis zum Ende der Terrassenfläche. Zum guten Schluss versetzten Sie die Schnur auf die Höhe der Markierungen – fertig ist das gleichmäßige Gefälle von 2 Prozent.

Tipp: Eine 5 bis 10 Zentimeter dicke Sandschicht zwischen Erdboden und Terrassenplatten beugt wackeligen Steinfliesen wirksam vor. Einfach die Terrassenfläche entsprechend tiefer ausheben, Sand ausstreuen, glattziehen und fest rütteln. Perfekt geeignet ist Brechsand, damit Ameisen das Areal nicht unterhöhlen.

Erde verdichten

Der Verzicht auf ein Kies- und Schotterbett als Unterbau birgt die Gefahr, dass Terrassenplatten innerhalb kurzer Zeit nach der Verlegung absacken. Dieser Ärger bleibt Ihnen erspart, wenn Sie den Boden verdichten. Idealerweise verwenden Sie hierzu eine Rüttelplatte. Das nützliche Gerät können Sie in vielen Baumärkten oder bei Maschinenverleihern günstig mieten. Sparfüchse mit guter Kondition verdichten das Erdreich mit einem Handstampfer.

Fundament der Trockenmauer verdichten

Sofern Sie sich für die Spar-Variante mit Handstampfer und Muskelschmalz entscheiden, sind im Vorfeld alle störenden Objekte aus der ausgehobenen Fläche manuell zu entfernen, die eine Rüttelplatte einfach in den Boden stampfen würde. Daraufhin teilen Sie die zu verdichtende Bodenfläche in sinnvolle Abschnitte ein. Legen Sie Arbeitshandschuhe an zum Schutz gegen Schwielen und Blasen. Stampfen Sie den Boden Schritt für Schritt nahtlos und planeben fest. Im Anschluss können Sie die Terrassenplatten direkt auf die präparierte Erde verlegen.

Tipp: Klopfen Sie mit einem Gummihammer jede Terrassenplatte fest. Auf diese Weise schließen sich kleine Hohlräume, die bei einer direkten Verlegung auf Erdboden entstehen können. Die Mühe lohnt sich, denn festgeklopfte Steinplatten liegen besser auf und kippeln nicht.

Häufig gestellte Fragen

Kann man auf Dehnungsfugen verzichten?

Nein, minimalste Dehnungsfugen von 2 Millimetern sind bei einer direkten Verlegung auf Erdreich dringend angeraten. Dehnungsfugen puffern Erdbewegungen ab, die andernfalls Risse und Sprünge in den wertvollen Steinfliesen verursachen. Mit praktischen Fugenkreuzen halten Sie die Abstände zwischen den Terrassenfliesen mühelos ein. Entfernen Sie zum Schluss die Fugenkreuze und kehren Fugensand sein.

Ist die Terrasse sofort begehbar?

Die Verlegung von Terrassenfliesen direkt auf Erdreich ist stets verbunden mit einer Setzungsphase. Gedulden Sie sich eine bis zwei Wochen, bevor Sie Ihre neue Terrasse beschreiten oder mit einer fröhlichen Party einweihen. Bis dahin ist es ratsam, die Fläche mit Flatterbändern zu markieren.

Welche Terrassenplatten sind geeignet?

Eine Plattenstärke von mindestens 2 Zentimetern ist die wichtigste Voraussetzung für eine Verlegung ohne Unterbau im Außenbereich. Fernerhin sollten Terrassenfliesen witterungsbeständig, chemikalienbeständig und frostsicher sein. Vorreiter auf dem Gebiet ist der italienische Hersteller Refin mit seiner innovativen Produktlinie OUT 2.0 für Terrassen, Gärten, Wege und Innenhöfe.