Ist der Thuja-Lebensbaum giftig? Infos für Mensch & Tiere

Thuja, Lebensbaum

Der Thuja-Lebensbaum ist aufgrund ihres dichten Wuchs und des charakteristischen Geruchs eine beliebte Heckenpflanze, die sich in vielerlei Gärten und Parkanlagen findet. Die aus Asien und Amerika stammenden Gewächse sind eng verwandt mit Scheinzypressen und Zypressen und enthält ebenfalls wie diese Gattungen ätherische Öle, die für das Aroma der einzelnen Pflanzenteile, allen voran der Blätter, verantwortlich ist. Scheinzypressen sind giftig und hier stellt sich die Frage: sind es Lebensbäume ebenfalls?

Inhaltsstoffe

Ja, der Thuja-Lebensbaum ist eine äußerst giftige Pflanze, die schon bei Berührung Hautirritationen auslösen kann. Der Grund hierfür sind die speziellen Inhaltsstoffe der Gattung, die für die Giftigkeit zuständig sind. Vor allem sind diese in den ätherischen Ölen enthalten, die stark konzentriert in den Blattspitzen, Zapfen und dem Holz vorkommen. Dabei gibt es einen giftigen Hauptwirkstoff und weitere Stoffe, die ebenfalls eine Wirkung auf den Organismus haben können. Diese sind die folgend Aufgeführten.

Thuja als Hecke
Thuja als Hecke

1. Thujone

Bei Thujonen handelt es sich um Flüssigkeiten, die Bestandteil der ätherischen Öle der Thuja sind und dort in einer Konzentration von bis zu 60 Prozent vorkommen. Sie verfügen über ein Aroma, das an Menthol erinnert. Spezifisch kommt im Lebensbaum das (-)-a-Thujon vor. Thujone sind Nervengifte, die vor allem in höheren Dosen stark giftig werden und eine Vielzahl von Beschwerden auslösen können, auch wenn sie ein natürlicher Bestandteil von Terpenen sind, die in jedem ätherischen Öl enthalten sind.

2. Campher

Campher ist im Vergleich zu den Thujonen ein Feststoff, der jedoch gelöst in der Pflanze vorkommt. Der Stoff wirkt auf das zentrale Nervensystem, die Niere und bei hohen Mengen auf die Atmung. Im Gegensatz zu den Thujonen ist Campher schon in geringen Mengen tödlich, nur ist die Konzentration im Thuja-Öl recht gering.

3. Gerbstoffe

Gerbstoffe sind neben möglichen Giften und anderen Verteidigungsmechanismen die einzige Möglichkeit für die Pflanze, sich vor Fressfeinden zu schützen. Sie entfalten einen bitteren Geschmack, der unangenehm im Mund ist und dadurch einen effektiven Schutz darstellt.

4. Weitere Stoffe

Terpineole und Flavonoide enthält die Pflanze ebenfalls. Flavonoide sind Farbstoffe, während Terpineole Duftstoffe sind.

Giftig am Lebensbaum ist die Mischung aus Thujonen und Campher, die im ätherischen Öl enthalten ist. Schon kleine Mengen der ätherischen Öle wirken reizend auf eine Vielzahl von Organismen.

Thuja-Hecke im Gartenareal
Thuja-Hecke im Gartenareal

Giftigkeit

Für Menschen

Kinder jeden Alters, Erwachsene und Senioren sollten alle ausreichend Abstand von der Thuja halten. Vor allem Kinder sollten Vorsicht in der Nähe der Koniferen walten lassen. Wie oben erwähnt kann es bei Berührung zu Hautreizungen kommen und aus diesem Grund sollten beim jährlichen Pflege- oder Rückschnitt Handschuhe getragen werden. In seltenen Fällen können sogar beim Pflegen der Pflanze die Schleimhäute gereizt werden, doch wird der Lebensbaum besonders gefährlich, wenn Pflanzenteile verzehrt werden. Die folgenden Symptome sind Indikatoren für eine Vergiftung, die selbst nach kleinen Mengen entstehen können.

  • Reizungen der Schleimhäute
  • Beschwerden im Magen- und Darmbereich
  • Übelkeit
  • Brechreiz
  • Blähungen
  • Diarrhö
  • Leberschäden
  • Nierenschäden
  • Krämpfe
  • Lähmungen
  • Tod (sehr selten)
  • während der Schwangerschaft kann es zu einer Fehlgeburt kommen

Natürlich ist hier zu beachten, dass Kinder viel stärker unter den Ölen leiden wie Erwachsende. Der Organismus von Kindern, besonders Kleinkindern, ist noch im Wachstum und dadurch sehr anfällig für das Gift. Die höchste Dosierung wird entweder durch den Verzehr der Blatt- und Triebspitzen oder direkt durch den Saft der Thuja aufgenommen. Es ist jedoch nicht bekannt, wieviel Pflanzenmaterial verzehrt werden muss, damit der Lebensbaum tödlich wirkt. Da Thuja so giftig ist, sollten Sie vor allem Kinder, sensible Menschen, schwangere Frauen und Senioren fernhalten. Bei versehentlicher Einnahme gehen Sie wie folgt beschrieben vor.

Thuja, Lebensbaum als Heckenpflanze
Thuja, Lebensbaum als Heckenpflanze
  • Flüssigkeit über Wasser oder schonende Tees, zum Beispiel Kamille, verabreichen
  • Arzt kontaktieren
  • Ruhe bewahren

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob es sich bei der besagten Pflanze um einen Lebensbaum handelt, sollten Sie Erbrochenes oder Teile der Pflanze mit zum Arzt nehmen, damit diese identifiziert werden können. Halluzinationen oder Angstzustände werden nicht durch ausgelöst, da nicht ausreichend Campher vorhanden ist.

Tipp: Häufig nehmen Menschen die Blätter der Lebensbäume in die Hand und reiben daran, damit sich der typische Geruch entfaltet. Doch kann schon hier eine mögliche Reaktion eintreten, vor allem bei empfindlichen Menschen, Senioren und Kindern, auch wenn die Pflanze nicht vorher verletzt wurde, wie zum Beispiel bei einem Schnitt.

Für Hund

Auf Hunde wirken Lebensbäume ebenfalls äußerst giftig und es sollte daher vermieden werden, die Hunde mit dem Gift in Kontakt zu bringen. Auch wenn Hunde eigentlich nicht an den Früchten der Koniferen interessiert sind, kann es logischerweise passieren, dass der Vierbeiner sich mit den Ästen oder Blättern vergnügt. Sie reizen den Spiel- und Jagdtrieb. Da sich beim Kauen auf den Trieben Speichel bildet, können die Öle vom Hund aufgenommen werden und es kommt zu einer Vergiftung. Das passiert auch bei der Aufnahme von Blättern. Einige Hunde jedoch mögen den Geruch der Thuja nicht und halten Abstand von dem Gewächs.

Hund im Garten
Hund im Garten

Tipp: Falls Sie eine Katze halten, sollten Sie darauf achten, dass diese ebenfalls keine Blätter oder Triebspitzen der Bäume fressen. Katzen sind im Allgemeinen sehr neugierig und je nach Katze schreckt sie der Geruch des Lebensbaumes ab oder sie will an diesem knabbern, da sie das Aroma anzieht.

Für Pferde

Für Pferde ist der Lebensbaum ebenso giftig wie für andere Vierbeiner. Hier besteht das Problem, dass Pferde häufig den Geruch der Blätter mögen und diese versuchen zu verzehren. Je höher die Menge der verzehrten Pflanzenteile ist, desto größer ist die Gefahr auf eine lebensbedrohliche Vergiftung. Zudem erhöht das Gift die Gefahr für Infektionen und sorgt für Bewusstseinsstörungen.

  • http://www.gizbonn.de/133.0.html
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Thujone
  • http://www.phytodoc.de/heilpflanzen/thuja
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