Thuja-Hecke schneiden

Kaum eine Pflanze ist als Sichtschutzhecke im Garten so häufig anzutreffen wie die Thuja. Doch ohne geeignete Schnittmaßnahmen wird das Gehölz nach einigen Jahren zu hoch. Ohne Schnitt wächst der Lebensbaum oft über zehn Meter hinaus. Viele Hobbygärtner setzen dann zum radikalen Rückschnitt an – und schneiden die Thujahecke zu stark. Wie Sie kahle Hecken vermeiden und was Sie tun können, wenn Sie die Thuja verschnitten haben, erfahren Sie hier.

Thuja-Hecke zu stark geschnitten

Besonders kritisch ist es, eine Thujahecke sehr radikal zurückzuschneiden. Nur die jungen Triebe außen an den Ästen sind grün. Schneiden Sie die Gehölze von Anfang an regelmäßig, bildet sich in kurzer Zeit eine blickdichte Hecke. Aber nur ein kleines Stückchen weiter im Inneren fehlen die jungen Zweige und damit das Grün. Eine Besonderheit von Koniferen wie der Thuja ist die Eigenart, dass das Wachstum ausschließlich an den Spitzen der Triebe stattfindet. Deshalb ist es sehr wichtig, dass nur die jungen, äußeren Triebe zurückgeschnitten werden.

Bei einem Schnitt mit der Heckenschere sollten Sie deshalb sehr behutsam vorgehen und lieber mehrfach wenig einkürzen als ein großes Stück auf einmal. Denn wird das unbelaubte Innere der Pflanze freigelegt, wächst an dieser Stelle kaum mehr neues Grün nach. Einen Rückschnitt bis auf den Stock sollten Sie deshalb auf jeden Fall bei Koniferen unterlassen.

Thuja-Hecke zu stark geschnitten

Fehlschnitt erkennen

Wie bereits erwähnt, treibt ein Lebensbaum aus dem alten Holz nicht gut wieder aus. Haben Sie versehentlich den Schnitt zu tief ins Innere gesetzt, erkennen Sie das sofort daran, dass nur noch braune oder kahle Stellen zu sehen sind.

1. Nur einige braune Stellen

Es kann immer wieder einmal passieren, dass die Zweige und damit das Grün der Thujahecke unregelmäßig wachsen und bei einem gewöhnlichen, leichten Rückschnitt die eine oder andere vertrocknete Stelle zum Vorschein kommt. Das ist nicht weiter schlimm. Sind diese Areale nicht sehr groß, wachsen die Triebe ringsherum innerhalb der nächsten Zeit wieder und verdecken diese Stellen.

  • nächster Schnitt: frühestens im Folgejahr
  • erst nach einem Zuwachs von mindestens 10 cm
  • dann nur wenig kürzen

Tipp: Sie können nach einiger Zeit die kahlen Stellen von der Seite her mit grünen Zweigen überdecken, indem Sie diese festbinden.

2. Gleich der erste Schnitt zu tief

Haben Sie Die Thuja-Hecke gleich beim ersten Ansatz zu stark geschnitten, setzen Sie diese Schnitttiefe auf keinen Fall bis zum Ende der Hecke fort. Bei einer einzelnen Pflanze ist die Wahrscheinlichkeit noch recht hoch, dass sie sich nach einem Verschnitt wieder erholt. Bei einer 20 Meter langen Lebensbaumhecke ist das nicht mehr so einfach. Notfalls ist es einfacher, ein einzelnes Gehölz zu ersetzen als eine ganze Thujahecke.

3. Komplette Thujahecke verschnitten

Trotz Warnung versuchen viele Hobbygärtner immer wieder, vernachlässigte Hecken durch einen Radikalschnitt zu verjüngen. Das Ergebnis ist meist ernüchternd, denn die meisten Hecken werden nach dieser Maßnahme nie wieder gleichmäßig grün und sehen sehr unansehnlich aus. Es wird aber immer wieder von Gärtnern berichtet, dass sich die Thuja nach einigen Jahren tatsächlich wieder erholt. Ein solcher Neuaustrieb ist zwar möglich, allerdings kann es bis zu zehn Jahre dauern, bis ein nennenswerter Erfolg sichtbar wird. Es braucht also einiges an Geduld. Ob Sie so lange warten und sich in der Zwischenzeit über die hässliche Hecke ärgern möchten, ist Geschmackssache.

Unterstützende Maßnahmen

Ist die Thujahecke erst einmal völlig verschnitten, haben leider auch Pflegemaßnahmen nur begrenzten Einfluss darauf, dass sie sich wieder erholt und neu austreibt. Es gibt aber verschiedene Maßnahmen, mit denen Sie die Gesundheit und das Wachstum der Hecke unterstützen können.

Thuja-Hecke ist blickdicht und immergrün

Düngen

Viele Hobbygärtner gehen davon aus, dass man Koniferen nicht zusätzlich düngen muss, denn schließlich bekommen sie ja auch im Wald keinen zusätzlichen Dünger. Die im Garten gepflanzten Sorten sind aber empfindlicher und wachsen mit einem angepassten Dünger besser. Das ist vor allem dann wichtig, wenn die Hecke verschnitten wurde und die nun geschwächte Pflanze wieder kräftig austreiben muss.

  • viel Eisen, Schwefel und Magnesium für die Nadeln
  • leiden häufig unter Magnesiummangel
  • vor allem auf sandigen Böden
  • Direkthilfe: spezieller Blattdünger für Koniferen
  • kann sofort über die verbliebenen Blätter aufgenommen werden
  • bis August regelmäßig besprühen (Packungsanweisung beachten)
  • zusätzlich: Langzeitdünger (Thuja- oder Koniferendünger)
  • Zeitpunkt: Februar bis August
  • im Herbst: Kalimagnesia (Patentkali)
  • steigert Frostverträglichkeit

Hinweis: Normale NPK-Dünger sind für Koniferen nicht besonders gut geeignet. Sie enthalten zu viel Phosphor und zu geringe Mengen an Magnesium.

Regelmäßig wässern

Auch wenn die Thuja schon älter ist und ihre Wurzeln tief in den Boden greifen, sollte sie nach einem zu tiefen Rückschnitt regelmäßig in regenarmen Zeiten gegossen werden. Das gilt auch für frostfreie Perioden im Winter.

Höhenwachstum begrenzen

Soll die Thuja-Hecke eigentlich noch weiter an Höhe zulegen und Sie haben die Seiten zu stark geschnitten, sodass diese jetzt braun und kahl sind? Dann sollten Sie unbedingt die obere Triebspitze abschneiden. Auch wenn die Hecke dann nicht mehr viel in die Höhe wachsen kann, ist dieser Schritt notwendig. Da das vorrangige Wachstum der Pflanze an der Spitze stattfindet, wird nur wenig Energie in die Seitentriebe gesteckt. Das ändert sich, wenn sie den Haupttrieb abschneiden.

  • Rosenschere oder Astschere
  • unterhalb der letzten grünen Nadeln kappen
  • mindestens fünf Zentimeter in den braunen Stamm schneiden

Vorbeugende Maßnahmen

Ein regelmäßiger Schnitt fördert nicht nur das dichte Zusammenwachsen der Hecke, sondern beugt auch ungewolltem Wachstum vor, sodass keine starken Einkürzungen mehr notwendig sind. Bei einem Rückschnitt sollten Sie immer sehr vorsichtig vorgehen und lieber mehrfach wenig wegschneiden als einmal viel. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Thujapflanzen zu einer formschönen und schlanken Hecke zu erziehen. Wichtig ist nicht nur die passende Schnitttechnik, sondern auch der richtige Zeitpunkt für den Schnitt.

verkahlte Thuja-Hecke
verkahlte Thuja-Hecke

Richtig Schneiden

Starke Rückschnitte bei Hecken sind gesetzlich nur bis Ende Februar erlaubt, damit die später beginnende Brutzeit der Vögel nicht gestört wird, die hier nisten. Besonders günstig ist bei einer Thujahecke ein Schnitt vor dem Neuaustrieb. Denn in der neuen Vegetationsphase greift das Gehölz auf die im Herbst angelegten Reserven zurück.

  • stärkere Rückschnitte: Ende Februar
  • leichte Korrekturen: generell ganzjährig
  • frostfreier Tag
  • ohne Niederschläge
  • nicht in der prallen Sonne schneiden
  • bevorzugt vormittags

1. Möglichkeit

Schneiden Sie die Thuja soweit es geht im oberen Drittel seitlich und von oben zurück. Damit wird das Wachstum im unteren Bereich gefördert und der im oberen Bereich eingeschränkt. Lassen Sie die Thujahecke von Anfang an nicht besonders breit werden. So bleibt der grüne Teil bis fast zum Stamm lichtdurchlässig und die Pflanze verkahlt nicht von innen heraus.

2. Möglichkeit

Sie können die Heckenpflanzen zunächst wachsen lassen, bis sie annähernd ihre endgültige Höhe erreicht haben. Überlegen Sie sich jedoch gut, wie hoch ihre Thujahecke maximal wachsen soll. Eine spätere Korrektur ist nahezu nicht mehr möglich. Ist erst einmal die Spitze gekappt, ist damit die endgültige Höhe der Hecke festgelegt. Denn lediglich der Haupttrieb bestimmt das Höhenwachstum. Wird dieser abgeschnitten, wächst die Thuja nur noch in die Breite, aber nicht mehr nach oben. Andererseits sollten Sie bedenken, dass eine nachträgliche Reduzierung der Wuchshöhe immer mit einer kahlen, braunen Oberfläche verbunden ist.

  • zunächst Höhe begrenzen
  • dazu den Haupttrieb kappen
  • Seitenbreite erst ab dem Folgejahr sukzessive reduzieren
  • nicht umgekehrt

Thuja-Hecke mit braunen Nadeln

Tipp: Kürzen Sie keinesfalls zunächst die Seiten zu stark, während die Spitze noch weiterwachsen kann. Das „Kronenwachstum“ verhindert einen üppigen Seitenaustrieb, da hier die bevorzugte Austriebstelle am Gehölz ist.

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