Thuja-Hecke selbst entfernen

In den 80er Jahren war die Thuja ein beliebtes Gehölz für Sichtschutzhecken. Mittlerweile ist der Lebensbaum aus der Mode gekommen, da der jährliche Schnitt mit einem hohen Aufwand verbunden ist und das Gehölz häufig braune Nadeln und Triebe bekommt. Die Kosten für eine Entfernung durch einen Fachbetrieb sind nicht zu unterschätzen. Mit einigen Helfern an Ihrer Seite und den richtigen Werkzeugen können Sie die Thuja-Hecke selbst entfernen.

Thuja-Hecke entfernen

Sie haben sich an der Thuja satt gesehen? Wenn Sie Ihre Thuja-Hecke entfernen möchten, und dabei selbst tätig werden möchten, müssen Sie verschiedene Dinge beachten.

Zeitpunkt

Wichtig ist, dass Sie die Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes beachten. Während der Brutvogelzeit dürfen Sie den Lebensbaum ebenso wie alle anderen Gehölze nicht entfernen, da Sie dadurch Nistplätze zerstören können. Das Gesetz sieht vor, dass zwischen dem 01. März und dem 31. September Gehölze verschont werden müssen. Zwischen dem 01. Oktober und dem 28. Februar können Sie Ihre Thuja bedenkenlos entfernen. Da die Hecke vollständig ausgegraben werden soll, spielt die Witterung nur eine geringfügige Rolle. Um sich die Arbeit zu erleichtern, sollten Sie folgende Aspekte beachten:

  • nach einem Regenschauer herrschen ideale Bodenbedingungen
  • Wasser lockert Boden auf
  • an frostfreien Tagen arbeiten, damit Boden nicht zu hart ist
Lebensbaum, Thuja
Lebensbaum, Thuja

Nachbarschaftsrecht beachten

Wenn sich die Hecke auf Ihrem Grundstück befindet, gilt sie als Ihr Eigentum. Wurde in der Vergangenheit eine gemeinsame Einfriedung abgesprochen, sodass die Hecke auf Ihrem und dem Grundstück Ihres Nachbarn steht, so hat dieser ein Mitspracherecht beim Entfernen der Thuja. Informieren Sie sich auch darüber, ob Sie von einer Einfriedungspflicht betroffen sind. Die Bundesländer regeln diese Pflicht unterschiedlich. Während es in einigen Regionen gemeinsame Einfriedungen gibt, regeln andere Bundesländer die Frage nach der optischen Abgrenzung mit der sogenannten Rechtseinfriedung. Diese besagt, dass alle unmittelbaren Nachbarn ihre rechte Grundstücksgrenze optisch abgrenzen müssen.

Hinweis: Sind Sie von der Einfriedungspflicht betroffen, müssen Sie die entfernte Hecke entsprechend der ortsüblichen Einfriedungsarten ersetzen.

Werkzeuge

Sie benötigen Geräte, um die oberen Pflanzenteile abzuschneiden und weitere Werkzeuge für das Entfernen der Wurzeln. Mit Heckenschere oder Astsäge zerkleinern Sie dünnere Stämme. Ältere Hecken können sehr dicke Stämme entwickeln, die mit einer Kettensäge abgeschnitten werden sollten. Für den Erdaushub empfiehlt sich eine Plane, damit dieser später besser weggeschafft werden kann. Weitere Werkzeuge sind für die Entfernung der Wurzeln von Vorteil:

  • Spaten und Grabegabel
  • scharfe Handsäge
  • kleine Seilwinde

Thuja-Hecke selber entfernen

Thuja-Pflanzen entwickeln ein flaches Wurzelsystem, das sich knapp unter der Bodenoberfläche ausbreitet. Die seitliche Ausdehnung kann bei älteren Hecken große Ausmaße annehmen. Die Wurzeln mehrerer Exemplare verflechten sich miteinander. Dadurch ist es kaum möglich, einzelne Pflanzen zu entfernen.

Hecke schneiden

Schneiden Sie die Hecke von außen nach innen und von oben nach unten mit einer Ast- oder Heckenschere ab. Erst bei Stämmen mit größerem Durchmesser kommt die Kettensäge zum Einsatz. Der Hauptstamm wird knapp über dem Boden abgesägt. Lassen Sie einen Teil des Stamms stehen, damit Sie später das Wurzelsystem besser aus dem Boden entfernen können.

Wurzeln entfernen

Stechen Sie einen großen Kreis um die Stammbasis und heben Sie die Erde aus, bis Sie auf das Wurzelsystem treffen. Wenn die Erde zu fest ist, lockern Sie diese mit Wasser auf. Legen Sie den kompletten Wurzelstock frei. Wenn bei den Grabungsarbeiten Wurzeln im Weg sind, können Sie diese mit der Kettensäge durchtrennen. Nehmen Sie die Grabegabel zur Hilfe, um den Wurzelstock zu lockern. Wenn dieser nicht zu groß ist, können Sie ihn mit der Grabegabel aus der Erde holen.

Tipp: Wenn Sie eine Seilwinde zur Verfügung haben, können Sie sich die mühsamen Ausgrabungen sparen. Befestigen Sie das Seil an Wurzeln und Stamm und lassen Sie die Winde für sich arbeiten.

Löcher auffüllen

Befüllen Sie die entstandenen Erdlöcher mit frischem Pflanzsubstrat. Durch die Nadeln der Thujen kann der pH-Wert des Bodens in den sauren Bereich gefallen sein. Bestimme Pflanzen wie Azaleen oder Rhododendren kommen mit dem Standort gut klar. Viele Pflanzen wachsen hier weniger gut, da die Bedingungen nicht mehr optimal sind. Als problemlos auf solchen Standorten haben sich diese Pflanzen erwiesen:

  • Strand-Silberkraut (Lobularia maritima)
  • Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis)
  • Rote Spornblume (Centranthus ruber)
  • Grasnelken (Armeria maritima oder Armeria alpina)

Thuja-Hecke ist blickdicht und immergrün

Tipp: Wenn Sie den Standort neu bepflanzen möchten, holen Sie sich ein Messgerät für den pH-Wert. Damit können Sie feststellen, ob Sie den Boden aufbereiten müssen oder nicht.

Wurzelstock verrotten lassen

Haben Sie für den Standort keine Bepflanzung geplant, kann der Wurzelstock der Thuja im Boden verbleiben und verrotten. Bohren Sie dazu Löcher in die Wurzeln und befüllen Sie diese mit Kompost. Die Mikroorganismen beschleunigen die Zersetzung, die ansonsten sehr lange dauert. Bedecken Sie die Freifläche mit frischen Mutterboden. Wenn sich der Boden nach einiger Zeit absenkt, deutet dies auf den fortschreitenden Verrottungsprozess hin. Füllen Sie bei Bedarf etwas Erde nach und säen Sie Grassamen aus. Tiefer wurzelnde Pflanzen finden kaum Platz zur Wurzelbildung.

Hinweis: Wussten Sie, dass der Wurzelstock erneut austreiben kann? Zersägen Sie die Wurzel daher gut oder ritzen Sie diese an mehreren Stellen ein, damit Bodenorganismen eindringen können.

Hecke entsorgen

Geringe Schnittmengen von niedrigen Hecken können kleingehäckselt und auf dem Kompost entsorgt werden. Äste und Stämme bieten gutes Brennholz. Lassen Sie das Material für mindestens ein Jahr trocknen, da das Holz im ersten Jahr zu nass ist und zu einer starken Rauchbildung führt. Fallen größere Mengen an Schnittgut an, empfiehlt sich die Entsorgung bei einer Annahmestelle. Diese berechnen in der Regel die anfallenden Kosten pro Kubikmeter. In vielen Regionen sammeln die örtlichen Feuerwehren Gehölzschnitt kostenlos ein, um die Reste bei einem Oster- oder Sonnwendfeuer zu verbrennen. Sie können das Material auch nutzbringend im Garten einsetzen und auf diese Weise Kosten für die Entsorgung sparen:

  • dickere Stämme liefern gutes Material für eine Totholzmauer
  • benadelte Äste bieten einen Winterschutz für Stauden
  • zerkleinertes Material schützt Boden an Hängen vor Erosion
  • Wurzelstöcke sind dekorative Totholzlebensräume für Eidechsen und Insekten

Pflanzabstand bei Thujen

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