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Tigerschnegel erkennen: ist sie giftig?

Tigerschnegel erkennen - Titel

Sieht aus wie eine Nacktschnecke, aber Nacktschnecke ist nicht gleich Nacktschnecke. Der Tigerschnegel ist zwar eng mit diesen verwandt und hat diese sogar zum Fressen gern. Mehr dazu nachfolgend.

Auf den Punkt gebracht

  • Tigerschnegel hat auffällige Leopardenmusterung
  • Größe zwischen 13 und 20 Zentimeter
  • Weichtier ist nachtaktiv
  • nicht giftig
  • nützlicher Gartenhelfer gegen Nacktschnecken

Merkmale des Tigerschnegel

Tigerschnegel (Limax maximus) sind auch als Tigerschnecke, Großer Schlegel und große Egelschnecke bekannt. Auch wenn sie mit den schädlichen Nacktschnecken, der Großen Wegschnecke verwandt sind, ist sie von diesen gut zu unterscheiden. Folgende Merkmale sind für die Tigerschnecke typisch:

  • Körperlänge 13 bis 20 cm
  • schlanke, kegelförmige Körperform
  • hintere Körperdrittel als Kiel bekannt
  • am Kielende Ausstoß von Abwehrschleim bei Gefahren und Bedrohung
  • hellgraue, hellgelbe oder hellbraune Grundfarbe
  • typische Leopardenmusterung
  • bestehend aus dunklen Flecken
  • Flecken am hinteren Ende in Streifen übergehend
  • unterschiedliche Anzahl von Flecken vorhanden
  • auch einfarbige Exemplare möglich
  • Mantelschild über einem Drittel des Körpers vorhanden
  • dient zum Schutz der inneren Organe
  • 13 bis 15 mm langes Kalkplättchen im Schild enthalten
  • ist Überrest von gewöhnlichem Schneckengehäuse
  • an rechter Körperseite, im hinteren Teil des Schildes dunkel umrandetes Atemloch
  • zwischen Mittellinie und Rand des Schildes 21 bi 26 Furchen sichtbar
  • kräftige Fühler mit Augen am Ende
  • Sohlen cremefarbig
Tigerschnegel (Limax maximus)
Quelle: Christian Fischer, LimaxMaximus, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Bei der Tigerschnecke handelt es sich um Zwitter, also jedes Tier besitzt männliche und weibliche Geschlechtsorgane. Tagsüber sind diese Schnecken kaum sichtbar, sie verkriechen sie in feuchten Verstecken unter Steinen, Laub- und Holzhaufen oder im Kompost. Sie sind nachtaktiv und verlassen ihre Behausung erst um Mitternacht. Lediglich an Regentagen können sie mitunter auch am Tag gesichtet werden. Zur Fortbewegung sondern sie farblosen, zähen Schleim ab, genau wie andere Schnecken.

Hinweis: Die Tigerschnecke kann zwischen 2,5 bis 3 Jahre alt werden.

Eier & Jungtiere

Jede Tigerschnecke legt während ihres Lebens zweimal Eier ab. Einmal in den Monaten Juli/August und dann nochmals im darauffolgenden Jahr im Juni/Juli. Die Eier sind dabei auf zwei bis vier Gelege mit jeweils 100 bis 300 Stück verteilt und sind

  • glasklar transparent,
  • kugelig bis länglich geformt,
  • im Durchmesser 4 bis 5 mm groß.

Die Jungtiere schlüpfen je nach Umgebungstemperatur nach drei bis vier Wochen. Typische Merkmale sind:

  • sehr klein
  • anfangs weißlich gefärbt und
  • erste Flecken und Bänder erscheinen nach einer Woche

Allerdings überleben nicht alle Eier und Jungtiere. Oft fallen sie Parasiten wie Fliegen, Nematoden oder Milben zum Opfer. Geschlechtsreif sind die Tiere mit 1,5 Jahren.

Tigerschnegel bei der Eiablage
Quelle: Lokilech, Tigerschnegel Eiablage, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Hinweis: Tigerschnegel sollten nicht berührt werden. Sie sind zwar nicht giftig, aber die Schleimschicht auf dem Körper kann zerstört werden. Sie dient zum Schutz und Abwehr von Bakterien und Keimen. Außerdem haben die Tiere dadurch nur unnötigen Stress.

Giftig oder nicht

Von der Tigerschnecke gehen keine Gefahren für Mensch und Haustier aus. Im Gegenteil sie sind im Garten sehr nützlich, da sie richtige Schneckenjäger sind. Sie brauchen, um geschlechtsreif zu werden proteinreiche Nahrung, daher fressen sie mit Vorliebe Nacktschnecken und deren Eier. Weiterhin gehört zu ihrem Nahrungsspektrum:

  • Aas
  • Kot
  • Flechten und Pilze
  • tote Pflanzen

Sie dezimieren nicht nur die gefürchteten Nacktschnecken, sondern zersetzen auch organische, tote Abfälle und düngen mit ihren Ausscheidungen den Boden. Es sollte daher überlegt werden, diese Mollusken (Weichtiere) nicht zu töten oder zu vergrämen, sondern eher in den Garten zu locken.

Häufig gestellte Fragen

Wo sind die Tigerschnecken im Winter zu finden?

Tigerschnegel sind wechselwarme Tiere. Während der kalten Jahreszeit fahren die Schnecken ihren Stoffwechsel zurück. Der Herzschlag und die Atmung verlangsamt sich, so verbraucht die Schnecke weniger Energie bis zum kommenden Frühjahr. In dieser Winterstarre überwintern diese Tiere dann in Komposthaufen oder unter Laub,- Holz- oder Steinhaufen, auch in feuchten Kellern. Ebenfalls im Herbst gelegte Eier können den Winter so überstehen. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen ansteigen, werden sie wieder aktiv.

Welche Feinde können diesen Schnecken gefährlich werden?

Schneckenkorn kann diesen Weichtieren den Garaus machen. Aber auch staubige und sandige Umgebungen sind für Tigerschnegel gefährlich. Sie brauchen Feuchtigkeit. Dann gibt es noch natürliche Feinde wie Hühner, Enten, Krähen und Singvögel. Allerdings können diesen die Schnäbel aufgrund des zähen und übelschmeckenden Schleims verkleben. Igel fressen diese Schnecken nur im Notfall, wenn keine andere Nahrung vorhanden ist.

Ist es möglich Tigerschnegel selbst zu züchten?

Ja, in Terrarien. Diese sollten dann allerdings eine Höhe von mindestens 50 Zentimetern haben, da die Tiere sich hängend an einem ungefähr 40 Zentimeter langem Schleimfaden paaren. Das Gefäß sollte mit Blättern der Eiche, Kastanie oder Buche ausgelegt werden. Weiterhin benötigen sie eine Luftfeuchtigkeit von 90 %, Zimmertemperatur und eiweißreiches Futter wie Moos, Algen oder Kartoffel,- Möhren oder Kohlrabistücke.

Maria liebt die exotische Pflanzenwelt. Neben ihrem Zitronenbaum "John Lemon" findet man bei ihr Zuhause unter anderem auch ein Avocado-Bäumchen und eine Ananas-Pflanze.

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