Braune Flecken an Tomaten: trotz Blütenendfäule essbar?

Blütenendfäule an Tomaten

Braune Flecken an Tomaten sind typische Symptome für einen Befall mit Blütenendfäule. Wenn das niederschmetternde Schadbild auftritt, haben betroffene Hausgärtner bereits viel Zeit und Mühe in ihre Tomatenpflanzen investiert. Zu Recht steht die Frage im Raum, ob geschädigte Früchte jenseits der Faulstellen essbar sind. Dieser Ratgeber erläutert praxisbezogen und nachvollziehbar den Einfluss von Blütenendfäule auf die Genießbarkeit von Tomaten.

Braune Flecken an Tomaten

Die gute Nachricht vorweg: Blütenendfäule ist keine Krankheit, sondern eine physiologische Störung, ausgelöst durch einen akuten Mangel an Kalzium. Was auf den ersten Blick anmutet als eine Pilzinfektion, hat tatsächlich nichts mit einem Befall durch pathogene Erreger zu tun. Die üblichen Verdächtigen in Gestalt von Sporen, Viren oder Bakterien können als Auslöser für braune Flecken an Tomaten ausgeschlossen werden. Vielmehr fehlt es betroffenen Tomatenpflanzen an Kalzium, einem der Hauptnährstoffe und wichtigen Baustein für gesunde Zellwände. Kommt es innerhalb der Pflanzenphysiologie zu einem Defizit, kollabieren die Zellwände und das Gewebe stirbt sukzessive ab.

Tomatenkrankheiten einfach erkennen

Symptome

Die Ursachen für Blütenendfäule sind bislang nicht erschöpfend erforscht. Gleichwohl bestehen keine Zweifel darüber, anhand welcher Symptome die Mangelerscheinung zu diagnostizieren ist. Folgende Indizien signalisieren, dass eine Tomatenpflanze unter Kalziummangel leidet:

  • Frühstadium: graubraune bis dunkelbraune, wässrige Flecken am Blütenansatz
  • Fortgeschrittenes Stadium: eingesunkene, verhärtete, dunkle Nekrosen
  • Begleiterscheinungen: markant dünne Haut, deformierte Blätter

Für Ratlosigkeit sorgt, dass die Tomatenpflanzen selbst einen vitalen und gesunden Eindruck machen. Fernerhin weisen längst nicht alle Früchte einer Rispe die genannten Symptome auf. Häufig bleiben etliche Rispen einer Tomatenpflanze vollständig verschont von Früchten mit Faulstellen, während an Rispen in unmittelbarer Nachbarschaft braunschwarze Schadstellen die Vorfreude auf leckere Tomaten verderben.

Tipp: Braune Flecken auf den Blättern einer Tomatenpflanze signalisieren den Befall mit Kraut- und Braunfäule, einer gefürchteten Pilzinfektion im Anbau von Tomaten und Kartoffeln. Früchte betroffener Pflanzen sind nicht essbar. Der auslösende Erreger Phytophthora infestans setzt Giftstoffe frei, die im schlimmsten Fall krebserregend sind.

Ursachen

Auf der Suche nach den Ursachen für Kalziummangel und daraus folgende Blütenendfäule stehen mehrere Ansatzpunkte im Fokus. Entweder können Tomatenpflanzen den Nährstoff nicht in ausreichender Menge aufnehmen oder er ist im Boden erst gar nicht präsent.
Die Verfügbarkeit des wichtigen Nährstoffs steht im engen Zusammenhang der lokalen Wasserversorgung. Kalzium wird stets aus dem Boden über die Leitungsbahnen einer Tomatenpflanze in Blätter und Früchte transportiert. Reguliert wird dieser Saftstrom durch den Grad der Verdunstung über den Weg der oberirdischen Pflanzenteile. Trockenstress oder eine zu hohe Luftfeuchtigkeit bringen den Saftstrom aus dem Gleichgewicht. Das Resultat ist eine Unterversorgung mit Kalzium, unabhängig davon, ob im Erdreich eine ausreichende Menge davon vorhanden ist oder nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass Tomatenfrüchte deutlich weniger Wasser verdunsten, als Blätter und Triebe. Die ohnehin geringe Menge an Kalzium gelangt primär über die Leitungsbahnen zum Laub und wird erst sekundär vom Saftstrom in die Früchte transportiert.

Verschärfend wirkt sich aus, wenn Tomatengärtner Stickstoff-betonten Dünger verabreichen, wie Blaukorn und ähnliche mineralische Düngemittel. Das daraus folgende übermäßige Wachstum der Blätter verläuft zulasten der Früchte und deren Versorgung mit Kalzium. Aus diesem Grunde sind bräunliche bis schwarze Nekrosen an Tomaten besonders häufig an schnell wachsenden Tomatensorten zu beklagen.

Zu einer vollständigen Blockade von Kalzium kommt es, wenn Tomatengärtner eine Überversorgung mit Kalium und Magnesium verursachen. Die Überdüngung mit diesen beiden Nährstoffen legt Kalzium im Boden fest. In Kombination mit einem zu niedrigen pH-Wert kommt der Kalzium-Transport dabei vollständig zum Erliegen und braune Flecken an Tomatenfrüchten sind vorprogrammiert.

Tomatenkrankheiten, Blütenendfäule
Tomatenkrankheiten, Blütenendfäule

Trotz Blütenendfäule essbar?

Braune oder verhärtete Flecken an Tomaten sind in der Regel auf die Epidermis beschränkt. Das innere Fruchtfleisch bleibt unversehrt und ist problemlos essbar. Geschmackliche Beeinträchtigungen sind ebenfalls nicht zu befürchten. Schneiden Sie nach der Ernte die Faulstellen einfach heraus.

Tipp: Wechselhafte Witterung mit trocken-heißen und nass-kalten Phasen fördert an Tomaten den Befall mit Blütenendfäule. Indem Sie die Pflanzen unter einem Regenschutz oder Tomatendach anbauen, mildern Sie die Folgen unregelmäßiger Wasserversorgung und daraus folgendem Kalziummangel ab.

Blattdüngung als Soforthilfe

Treten erste wässrige Faulstellen an Tomatenfrüchten auf, dämmen Sie die weitere Ausbreitung mit einer gezielten Blattdüngung ein. Denn um den offensichtlichen Kalziummangel über eine Bodendüngung auszugleichen, ist es angesichts von ersten Symptomen zu spät. Indem Sie flüssigen Kalziumdünger unmittelbar auf die Blätter applizieren, gelangt der Nährstoff direkt in die Leitungsbahnen und findet seinen Weg zu den darbenden Früchten. Im gut sortierten Fachhandel stehen verschiedene Spezialdünger für den Ausgleich von Kalziummangel zum Erwerb bereit, wie Wuxal-Calcium oder Purital C15 von Green24. So verabreichen Sie einen Blattdünger richtig:

  • Wichtig: Schutzbrille anlegen, um Augenreizungen durch Spritzer zu verhindern
  • Bester Zeitpunkt ist am frühen Morgen oder nach Sonnenuntergang
  • Blattdünger gemäß Anleitung des Herstellers mit weichem Wasser anrühren
  • Einen oder zwei Spritzer Spüli hinzufügen, um die Haftung auf dem Laub zu optimieren
  • In einen Handsprüher oder Drucksprüher füllen
  • Gleichmäßig auf die Ober- und Unterseiten der Blätter auftragen
  • Besprühen der Früchte möglichst vermeiden

Bereiten Sie die Nährstofflösung erst unmittelbar vor der Anwendung zu. Längere Lagerung beeinträchtigt die Wirksamkeit erheblich. Zweifellos ist es ein schwieriges Unterfangen, die Früchte von der Blattdüngung vollständig auszuschließen. Mit flüssigem Kalziumdünger benetzte Tomaten sind bedenkenlos essbar, sofern die Früchte vor dem Verzehr gründlich mit klarem Wasser abgespült werden.

Vorbeugung

Wenn Sie sich zukünftig nicht mehr mit braunen Faulstellen an den Früchten Ihrer Tomatenpflanzen herumplagen mögen, empfehlen wir diese vorbeugenden Maßnahmen:

  • Tomatenpflanzen ausgewogen düngen mit Kompost und Hornspänen
  • Alternativ einen organischen Tomatendünger mit Langzeitwirkung verabreichen
  • Ergänzend die Starkzehrer mit flüssigem, organischem Tomatendünger verwöhnen
  • Regelmäßig gießen für eine kontinuierliche Bodenfeuchte ohne Trockenstress oder

Staunässe

Um einen zu sauren Boden als Ursache für die Blockade von Kalzium auszuschließen, gibt ein pH-Wert-Test näheren Aufschluss. Einfach zu handhabende Test-Sets bieten Gartencenter und Baumärkte zum günstigen Kaufpreis an. Signalisiert das Ergebnis einen pH-Wert unter 5,5, kalken Sie den Boden bitte auf. Das gelingt im Einklang mit der Natur mithilfe von Lava-Gesteinsmehl oder Bio-Aktivkalk. Streuen Sie das körnige Material auf der Wurzelscheibe Ihrer Tomatenpflanzen aus, harken es oberflächlich ein und gießen dann nach.

Blütenendfäule an Tomaten

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