Tomaten-Mischkultur: diese Pflanzen vertragen sich (nicht)!

Tomaten-Mischkultur im Garten

Egal ob im Hochbeet, dem Gemüsegarten oder im Gewächshaus, Tomaten gehören zu den Klassikern schlechthin. Bei der richtigen Planung des Tomatenbeets gehört die Mischkultur zu den wichtigsten Aspekten einer erfolgreichen Anzucht. Welche Pflanzen sich mit dem Nachtschattengewächs vertragen und welche nicht ist ein essentieller Punkt, um eine ertragreiche Ernte zu erhalten und dabei die Nutzung des Bodens zu optimieren. Sie werden begeistert sein, was für eine Vielfalt sich hier präsentiert.

Mischkultur

Warum eine Mischkultur?

Mischkulturen sind eine Variante des klassischen Gemüsebeets, die schon seit Jahrtausenden angewendet wird, um den Boden und die Pflanzen vor Nährstoffmangel, Schädlingen und Krankheiten zu schützen. Werden verschiedene Pflanzenarten unterschiedlicher Familien zu den Tomaten gesetzt, profitieren diese von deren Eigenschaften. Werden passende Arten miteinander in das Beet gesetzt, funktionieren diese als Gemeinschaft, eine Biozönose. Sie reichern die Böden mit ihren Wurzelexsudaten, den Nährstoffausscheidungen der Pflanzen, an und vermengen gleichzeitig ihre Duftstoffe.

Tomaten-Mischkultur im Gemüsebeet

Diese Mischkulturen ermöglichen die folgenden positiven Effekte:

  • Wachstumsförderung
  • Schutz vor Krankheiten und Schädlingen
  • Nützlinge und Bestäuberinsekten werden angezogen
  • eine höhere Ernte wird ermöglicht
  • die Nutzung der Nährstoffe im Boden wird optimiert
  • das Aroma der Tomaten wird intensiver
  • aufgrund der Pflanzen-Diversität kann rauer Witterung getrotzt werden

Werden dagegen Arten neben die Tomatenpflanzen gesetzt, die sich nicht vertragen, kommt es zu einem Ungleichgewicht in Bezug auf die Nährstoffe. Da Tomaten Starkzehrer sind, benötigen diese sehr viele Nährstoffe und aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Nachtschattengewächsen sind sie nicht für eine Kultur mit anderen Pflanzen dieser Gattung ausgelegt. Sie würden nur um den Standort konkurrieren, was genau den umgekehrten Effekt erzeugt. In der Mischkultur mit Tomaten ist es dagegen nicht so wichtig, ob andere Starkzehrer dazu gepflanzt werden, auch wenn es vorteilhafter ist, Mittel- oder Schwachzehrer anzubauen.

Gute Nachbarn

Tomaten sind recht vielseitige Gemüsepflanzen und lassen sich mit einer großen Zahl unterschiedlicher Gewächse in der Mischkultur kombinieren. Hier gibt es einige Arten für jeden Geschmack.

Petersilie (bot. Petroselinum crispum)

  • die Petersilie ist ein wahrer Traum für Tomatenbegeisterte, denn das Kraut eignet sich hervorragend als direkter Nachbar aufgrund der ätherischen Öle und Wurzelausscheidungen

Vorteile:

  • geringer Nährstoffbedarf, da Schwachzehrer
  • schützt vor Schädlingen, allen voran verschiedenen Läusen

Basilikum (bot. Ocimum basilicum)

  • Basilikum ist ähnlich effektiv wie Petersilie und beide Kräuter vertragen sich außerordentlich gut mit dem Nachtschattengewächs
  • natürlich macht sich Ocimum basilicum besonders gut für mediterrane Gemüsebeete, da die beiden Pflanzen wie eine Einheit zusammenpassen
Basilikum anbauen
Basilikum

Highlight der Gewürzpflanze:

  • Schutz vor der Gewächshaus-Weißen Fliege
  • Schutz vor Mehltau

Zucchini (bot. Cucurbita pepo)

  • die Zucchini ist ein angenehmer Nachbar für die Tomatenpflanzen und sorgt für eine stimmige Bodenbeschaffenheit, da beide ausreichend Mulch benötigen

Dies fördert:

  • Entwicklung von gut wirkenden Mikroorganismen
  • einen starken Wuchs
  • bessere Fruchtausbildung

Achten Sie nur darauf, dass die Zucchini nicht im Schatten der Tomate versinkt, da sie mindestens sechs Stunden Sonne am Tag benötigt.

Salate

  • die zahlreichen, verschiedenen Salatsorten eignen sich vor allem als Nachbar, wenn nicht mehr viel Platz verfügbar ist
Kopfsalat mit seiner rundlichen Form
Kopfsalat

Bei Platzmangel im Beet sollten Sie eine der folgenden Salatsorten pflanzen:

  • Blattsalat (bot. Lactuca sativa var. crispa): Lollo Rosso und Eichblattsalat
  • Feldsalat (bot. Valerianella)
  • Rucola (bot. Diplotaxis tenuifolia)

Kopfsalat benötigt mehr Platz und sollte aus diesem Grund nicht bei einem Platzmangel ausgesät werden, verträgt sich sonst aber gut mit den Tomatenpflanzen.

Sellerie (bot. Apium graveolens)

  • Sellerie passt ebenfalls sehr gut zusammen mit den Tomatenpflanzen und sorgt für einen interessanten Effekt
  • das charakteristische Aroma des Selleries geht während der Wachstumsphase auf die Tomate über, was ihr einen besonderen Kick verleiht und ein einzigartiges Highlight in Salaten ist

Ringelblumen (bot. Calendula officinalis)

  • Ringelblumen bieten sich in der Mischkultur mit den Tomaten für folgendes zwei Vorhaben an
  • locken Bestäuberinsekten wie Bienen und Hummeln an, Fruchtbildung wird dadurch ermöglicht
  • wirkt als Verbindungspflanze von schlechten Nachbarn, allen voran Erbsen

Spargel (bot. Asparagus)

  • falls Ihre Tomatenpflanzen schon einmal an der berüchtigten Tomatenwelke (Fusarium-Welke) gelitten haben, sollten Sie im kommenden Jahr Spargel anbauen
  • Spargel wirkt effektiv gegen den Pilz und befreit den Boden davon, was den Tomaten gut tut

Studentenblumen (bot. Tagetes)

  • die Studentenblumen wirken als Vorsorge gegen Krankheiten, die durch Viren, Pilze und Bakterien wie Nematoden ausgelöst werden
  • auch Schädlinge wie die Weiße Fliege werden durch die bunte Blume abgehalten
Tomatenpflanzen
Tomatenpflanzen

Kressen

  • bei den Kressen empfiehlt es sich, Kapuzinerkresse (bot. Tropaeolum) oder Gartenkresse (bot. Lepidium sativum) neben den Tomatenpflanzen anzubauen
  • aufgrund der enthaltenen Wirkstoffe entwickeln die Kreuzblütler einen Schutz vor Blattläusen, die sich gerne an dem Nachtschattengewächs laben

Die folgenden Gewächse lassen sich ohne Probleme anbauen, haben aber nur einen geringen Effekt auf die Tomatenpflanzen und werden auch von ihr positiv beeinflusst. Sie schützen sich gegenseitig vor Erkrankungen, was sie äußerst wertvoll macht.

  • Spinat (bot. Spinacia oleracea)
  • Radieschen (bot. Raphanus sativus var. sativus)
  • Rettich (bot. Raphanus sativus)
  • Möhren (bot. Daucus)
  • Lauch (bot. Allium ampeloprasum)
  • Mais (bot. Zea mays)
  • Knoblauch (bot. Allium sativum)
  • Bohnen: die Busch-Bohnen (bot. Phaseolus vulgaris var. nanus)
  • Chicorée (bot. Cichorium intybus var. foliosum)
  • Kohlrabi (bot. Brassica oleracea var. gongylodes L.)
  • Minze (bot. Mentha)
  • Wegwarten (bot. Cichorium)
  • Pastinaken (bot. Pastinaca sativa)

Diese Pflanzen eignen sich hervorragend, wenn Sie eine große Vielfalt und Auswahl in Ihrem Gemüsebeet genießen wollen. Natürlich gehört hier eine optimale Planung dazu, damit Sie keine schlechten Nachbarn kombinieren, die sich zwar mit den Tomatenpflanzen vertragen, aber nicht zusammen stehen können. Ein Beispiel wäre hier ein Trio aus Tomate, Salat und Petersilie. Die Petersilie wirkt viel zu stark durch die ätherischen Öle auf die Salate und schädigt diese auf aggressive Weise. Daher sollten Sie immer die anderen Nachbarn vergleichen, falls Sie mehr als eine Art neben die Tomaten pflanzen wollen.

Tomaten als Mischkultur

Tipp: Pflanzen Sie niemals Pflanzenarten zusammen in die Mischkultur, wenn diese die gleichen Schädlinge anziehen. Ein möglicher Befall durch ebendiese Schädlinge würde sich innerhalb kurzer Zeit stark ausbreiten, da die Plagegeister mehr Pflanzenmaterial als Ernährungsgrundlage zur Verfügung haben.

Bedingt geeignete Nachbarn

Paprika und Erdbeeren sind beliebte Gäste und gehören zu den am häufigsten angebauten Gewächsen in deutschen Gärten. Sie stehen häufig in der Diskussion, da sie weder zu den guten, noch zu den schlechten Nachbarn gezählt werden können und spezielle Anforderungen an den Gärtner stellen, der diese beiden Arten mit Tomatenpflanzen zusammen kultivieren will.

Erdbeeren

  • falls Sie Erdbeerpflanzen im Garten zusammen mit den Tomaten anbauen wollen, müssen Sie wie folgt speziell auf die Art achten
  • Gartenerdbeere (bot. Fragaria ananassa): nicht geeignet
  • Walderdbeere (bot. Fragaria vesca): geeignet

Aufgrund des hohen Wasserbedarfs der Tomaten verwässert sich der Geschmack der Gartenerdbeere und die Tomatenpflanze stiehlt ihr aufgrund der Höhe das Licht. Setzen Sie lieber auf die Walderdbeere, da diese an wenig Licht gewöhnt ist und selbst feuchtere Böden aushält. Positive Effekte sind bei Erdbeeren und Tomaten nicht zu verzeichnen.

Erdbeeren sind sehr beliebte Früchte
Erdbeeren

Paprika (bot. Capsicum)

  • eine Mischkultur mit Paprika sollte mit Vorsicht genossen werden, denn beide Gewächse brauchen ausreichend Platz

Dennoch:

  • Paprikas wachsen langsamer
  • bleiben kleiner
  • profitieren von der Wärme in der Nähe der Tomaten

Sie lassen sich gut neben einander setzen und sollten ausreichend gedüngt werden, damit sie sich nicht die notwendigen Nährstoffe stehlen. Bieten Sie beiden Arten daher ausreichend Platz.

Schlechte Nachbarn

Die schlechten Nachbarn sollten auf alle Fälle vermieden werden, da diese keine positive Wirkung auf die Mischkultur haben werden. Sollten Sie sich eine Kombination aus Tomaten und den schlechten Nachbarn überlegt haben, sollten Sie dies noch einmal überdenken, damit Sie am Ende nicht über eine spärliche Ernte enttäuscht sind. Ein Großteil der Probleme mit diesen Nachbarn lässt sich auf die unterschiedlichen Standortbedingungen zurückführen, denn Gurken zum Beispiel benötigen einen komplett anderen Standort wie die Tomatenpflanzen. Die schlechten Nachbarn sind die folgend Aufgeführten.

Kartoffeln (bot. Solanum tuberosum)

  • beide Starkzehrer verbrauchen zu viele Nährstoffe, wenn sie nebeneinander gesetzt werden

Folgen darauf sind:

  • Kümmerwuchs
  • schlechte Fruchtausbildung
  • Tomate leidet an Pilzerkrankungen: Phytophthora
  • Phytophthora führt zu Braun- und Krautfäule

Eine Kultur mit Kartoffeln ist nur möglich, wenn Sie die Erdäpfel weit genug vom Fruchtgemüse positionieren. Es ist aber zu empfehlen, dass Sie komplett auf den Kartoffelanbau verzichten, sobald Sie Tomatenpflanzen im Sinn haben.

Kartoffeln pflanzen
Kartoffel-Pflanzen im Garten

Gurken (bot. Cucumis sativus)

  • beide Pflanzen benötigen komplett andere Standorte und sorgen daher für zahlreiche Probleme, wenn sie nebeneinander gepflanzt werden
  • verzichten Sie aufgrund der folgenden Punkte lieber komplett auf den Gurkenanbau
  • Tomate: möglicher Befall durch Braunfäule
  • Gurken: möglicher Befall durch Spinnmilben und Mehltau
  • Kümmerwuchs bei beiden Arten möglich

Erbsen (bot. Pisum sativum)

  • aufgrund des Platzbedarfs beider Pflanzen und der Wurzelausscheidungen vertragen sich Erbsen nicht neben Tomatenpflanzen
  • eine Möglichkeit, die beiden jedoch zu kombinieren, liegt in der Verwendung von Ringelblumen. Pflanzen Sie diese einfach zwischen die Erbsen und Tomatenpflanzen im Abstand von 30 Zentimetern und schon haben Sie eine Kultur, die funktioniert
  • dazu locken die Blumen zahlreiche Bestäuber an.

Die folgenden Pflanzen sollten Sie ebenfalls vermeiden:

  • Fenchel (bot. Foeniculum vulgare)
  • Rote Beete (bot. Beta vulgaris subsp. vulgaris Conditiva Group)
  • Rotkohl (bot. Brassica oleracea convar. capitata var. rubra L.)
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