Tomaten pikieren: wann ist der beste Zeitpunkt zum vereinzeln?

Tomaten richtig pikieren

Tomaten gehören mit ihrem fleischigen Fruchtkörper und dem intensiven Geschmack zu den Highlights in der Küche und sind recht problemlos selbst zu ziehen. Das Nachtschattengewächs ist äußerst lichthungrig und kann ohne genügend Sonne nur schwer wachsen und vergeilt sogar, wenn dies nicht erfüllt wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, wann die jungen Keimlinge pikiert werden,  damit sie zu gesunden Tomatenpflanzen heranwachsen können, die Sie später im Jahr ernten können.

Pikieren

Warum pikieren?

Das Pikieren ist eine effektive Methode, um schnell und einfach eine große Zahl an jungen Tomaten ohne großen Aufwand zu ziehen. Da es sich aufgrund des Zeit- und Wasseraufwands nicht lohnt, jeden Tomatensamen einzeln zu ziehen, werden mehrere Samen in eine Anzuchtschale gegeben, die es ihnen ermöglicht zu keimen. In der Anzuchtschale vergehen einige Wochen, bis die Keimlinge ihre ersten Blätter entwickeln und langsam vereinzelt werden können. Beim Vereinzeln werden zudem schwache, vergeilte oder geknickte Keimlinge entfernt, da diese keine gute Aussicht auf eine erfolgreiche Ernte bieten. Daher sollte dieser Schritt niemals vernachlässigt werden.

Tomaten-Keimlinge pikieren
Tomaten-Keimlinge pikieren

Hinweis: Falls Sie Tomaten direkt im Freiland aussäen, ist eine Pikierung natürlich nicht erforderlich, außer Sie wollen den Pflanzen etwas mehr Platz bieten. Achten Sie dabei aber umso mehr auf die Auswahl der Sorte, da diese recht widerstandsfähig sein sollten.

Bester Zeitpunkt

Wann sich die Tomaten vereinzeln lassen, ist abhängig vom Zeitpunkt der Aussaat.

Der beste Zeitpunkt zum Pikieren ist demnach:

  • drei bis fünf Wochen nach dem Auskeimen
  • bei Anzucht im beheizten Gewächshaus: Mitte März bis Anfang April
  • bei Anzucht im unbeheizten Gewächshaus: Mitte April bis Mitte Mai
  • bei Anzucht auf dem Fensterbrett: Anfang bis Mitte April

Besonders wichtig ist es, die Keimlinge zu pikieren, nachdem sie die ersten zwei Laubblätter ausgebildet haben und diese ausreichend grün sind. Dadurch können Sie sich sicher sein, dass die Tomaten ausreichend gesundes Pflanzenmaterial gebildet haben, um den Umzug vom Anzuchtgefäß in die einzelnen Blumentöpfe zu überstehen. Nachdem sich die Laubblätter gebildet haben, müssen Sie die folgenden zwei Punkte integriert werden, um den genauen Zeitpunkt bestimmen zu können.

  • Pikiervorbereitungen
  • Mondkalender

Diese zwei Elemente sind notwendig, damit Sie den genauen Termin erfassen können, da die Bildung der Laubblätter nur ein Hinweis darauf ist, wann das Vereinzeln möglich ist. Der richtige Zeitpunkt zum Vereinzeln benötigt diese beiden Komponenten, damit Sie den Zeitraum effektiv eingrenzen können, damit die Tomaten nicht zu früh pikiert werden. Sie ermöglichen das Vereinzeln an einem für die Tomatenpflanzen günstigen Tag, der sich positiv auf das Wachstum der Keimlinge auswirkt und diese während des Vereinzelns nicht überfordert.

Pikiervorbereitung
Pikiervorbereitung

Tipp: Merken oder notieren Sie sich ganz genau das Datum der Tomatenaussaat. Dadurch haben Sie einen festen Startpunkt, durch den Sie bestimmen können, wann die Tomatenpflanzen pikiert werden sollten.

Pikiervorbereitung

Nachdem die Laubblätter erschienen sind, müssen Sie diese nun in einem Zeitraum von zwei bis vier Tagen mit Flüssigdünger vorbereiten. Dieser sollte eine Konzentration von 1 Prozent haben, also ein Milliliter Flüssigdünger auf einen Liter Wasser. Dies bereitet die Tomaten auf das Vereinzeln vor und ernährt Sie ausreichend, bis sie ins Freiland gesetzt werden. Hierfür eignet sich vor allem Dünger, der Melasse oder Vinasse enthält, da dies Tomatenpflanzen wirklich mögen. Diese Form von Dünger findet sich vor allen in Bio-Präparaten. Befeuchten Sie die Keimlinge mit der Lösung, damit diese genügend Energie haben.

Tomaten-Keimlinge einzeln in Töpfe pflanzen
Tomaten-Keimlinge einzeln in Töpfe pflanzen

Mondkalender

Ein weiteres, wichtiges Element ist der Mondkalender. Sie könnten die Pikiervorbereitung direkt beginnen, nachdem sich die ersten Laubblätter gezeigt haben, doch bietet sich für den direkten Termin der Mondkalender an. Der Mond hat seit jeher eine fördernde Wirkung auf den Wuchs zahlreicher Pflanzenarten und dazu gehören auch die Tomatenpflanzen. Tomaten profitieren von der Wirkung des Mondes auf die Erde und daher können Sie nach dem Erscheinen der Laubblätter den nächstbesten Termin über den Mondkalender heraussuchen, die Pflanzen vorbereiten und anschließend pikieren.

Passende Termine dabei sind:

  • dritte Märzwoche (17. – 20. März)
  • letzte Märzwoche (27. – 29. März)
  • erste Aprilwoche (4. – 7. April)
  • Mitte April (14. – 16. April)
  • dritte Aprilwoche (22. – 24. April)
  • erste Maiwoche (2. – 3. Mai)
  • Mitte Mai (12. – 14. Mai)

Natürlich variieren die Tage von Jahr zu Jahr, bewegen sich aber in diesem Rahmen. Diese Tage gelten als die günstigen Tage um Tomaten und anderes Fruchtgemüse zu pflanzen oder zu pikieren. Der letzte Termin, Mitte April, ist zwar etwas spät für Tomatenpflanzen, die im beheizten Gewächshaus auskeimen, doch bietet sich dieser Zeitraum gut für Exemplare an, die etwas länger brauchen oder keine Heizquellen zur Verfügung haben. Mitte März dagegen ist nur möglich, wenn die Keimlinge in einem Gewächshaus mit optimalen Bedingungen wachsen können und nicht Gefahr laufen zu vergeilen.

das Vereinzeln von Tomaten-Keimlingen
das Vereinzeln von Tomaten-Keimlingen

Verzögerungen

Der richtige Zeitpunkt zum Vereinzeln der Tomatenpflanzen kann sich nach hinten verschieben, wenn es zu Pflegefehlern innerhalb der Keimzeit kommt oder der Standort nicht günstig für die Nachtschattengewächse ist. Da die Keimlinge auf eine artgerechte Pflege angewiesen sind, können selbst kleinste Fehler dazu führen, dass sich die Zeit bis zur Bildung der Laubblätter verlängert und somit der Tag, an dem die Tomatenpflanzen pikiert werden können. Diese Verzögerungen können manchmal nur wenige Tage betragen, aber auch ein bis zwei Wochen, was am Ende die Ernte negativ beeinflusst.

Folgende Ursachen sind typisch:

  • die Keimlinge stehen im Anzuchtgefäß zu dicht beieinander
  • nicht genügend Licht vorhanden, führt zu Vergeilung und möglichem Verenden des Keimlings
  • Standort zu kühl
  • falsches Substrat gewählt
  • Substrat zu trocken

Wie wird pikiert?

Sobald der Zeitpunkt zum Pikieren da ist, können Sie die Keimlinge in die dafür vorgesehenen Einzelgefäße umsetzen, damit sie zu staatlichen Jungpflanzen reifen können. Dafür benötigen die Keimlinge ein passendes Substrat und ausreichend Platz für die Bildung der Wurzeln und des Pflanzenmaterials. Wählen Sie für den Vorgang Töpfe mit etwa zehn Zentimeter Durchmesser aus, die über Drainagelöcher verfügen, damit die Keimlinge nicht im Wasser stehen.

pikierte Tomaten-Keimlinge in Töpfen
pikierte Tomaten-Keimlinge in Töpfen

Während des Pikierens gehen Sie wie folgt vor:

  • reinigen Sie die Gefäße vor der Vereinzelung
  • das ist wichtig, wenn diese vorher von anderen Pflanzen besetzt wurden
  • so verringern Sie die Gefahr einer möglichen Infektion durch Krankheitserreger
  • füllen Sie jeder Pikiergefäß zu zwei Dritteln mit Pikiererde
  • wässern Sie die Keimlinge zwei bis drei Stunden vorher
  • lockern Sie anschließend die Erde um die Sämlinge im Anzuchtgefäß
  • dafür wird entweder ein Pikierholz, ein scharfes, sauberes Messer oder ein Kugelschreiber benutzt
  • lösen Sie die Pflänzchen aus dem Anzuchtgefäß
  • dabei sollten Sie darauf achten, nicht alle Keimlinge auf einmal herauszuheben
  • die Wurzeln könnten sonst austrocknen
  • checken Sie die Wurzeln und kürzen Sie zu lange Wurzeln auf eine Länge von maximal 2 cm
  • checken Sie zudem die Gesundheit der Keimlinge
  • setzen Sie die Keimlinge anschließend in das Substrat
  • achten Sie darauf, nicht die Wurzeln abzuknicken oder zu verletzen
  • feuchten Sie die Setzlinge mit einer Sprühflasche an
  • danach zwei bis drei Tage die Tomaten nicht der direkten Sonne aussetzen
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