Totenkopfschwärmer

Wohl einer der beeindruckendsten Falter überhaupt ist der Totenkopfschwärmer. Alles Wissenswerte zu Acherontia atropos erfahren Sie hier.

Auf den Punkt gebracht

  • verdankt seinen Namen einer markanten Zeichnung des Rückens
  • kommt meist auf Wanderflügen aus Afrika bis nach Europa
  • größter bei uns anzutreffender Schmetterling

Der Name

Der Totenkopfschwärmer verdankt seinen Namen der markanten totenkopfartigen Zeichnung auf der Oberseite seines Thorax. Allerdings lässt sich von der Körperzeichnung keinerlei Rückschluss auf sein Verhalten oder seine Lebensform ziehen. Deutlich wird das auch beim Blick auf seinen biologischen Namen Acherontia atropos.

Vorkommen und Lebensweise

Seine größte Verbreitung erfährt der eindrucksvolle Falter aus der Artenfamilie der Schwärmer in den Tropen Afrikas. Geringere Populationen sind aber noch bis in das südliche Europa hinaus zu finden. Von dort aus dringen die Tiere als Wanderfalter bis nach Mittel- und Nordeuropa vor.

Acherontia atropos
Quelle: No machine-readable author provided. BetacommandBot assumed (based on copyright claims)., Acherontia atropos, emerged DH 060 06 12 27-02 cr, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.5

Bevorzugt werden offene, verbuschte Lebensräume. Nachtschattengewächse, wie etwa die Kartoffel, dienen zur Eiablage und als Nahrung der Raupen. Typische Lebensräume liegen sehr tief, auf ihren Wanderflügen wurden Tiere aber auch schon auf Höhen bis zu 3.000 Meter über dem Meeresspiegel angetroffen.

Hinweis: Wegen ihres sporadischen Erscheinens in Verbindung mit dem deutlich erkennbaren Totenkopfmuster wurde Acherontia atropos lange als Unheilsbringer angesehen, was jedoch jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt.

Größe und Aussehen

Seiner Herkunft aus tropischen Gefilden geschuldet sind die aus europäischer Sicht eindrucksvollen Dimensionen des Totenkopffalters:

  • Flügelspannweite Männchen: 90 bis 115 Millimeter
  • Flügelspannweite Weibchen: 100 bis 122 Millimeter, selten bis 130 Millimeter
  • Körperlänge rund 60 Millimeter
  • Körperdurchmesser um 20 Millimeter
  • Gewicht Männchen 2 bis 6 Gramm
  • Gewicht Weibchen 3 bis 8 Gramm
  • Fühlerlänge Männchen 10 bis 14,5 Millimeter
  • Fühlerlänge Weibchen 10 bis 13 Millimeter

Die Raupe

Totenkopfschwärmer, Acherontia atropos
Quelle: Harald Süpfle, Acherontia atropos 03 (Harald Süpfle), Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Die eindrucksvollen Raupen des Acherontia atropos können 120 bis 130 Millimeter lang werden. Ihre Farbgebung variiert und changiert in ausgewachsenem Zustand meist im Bereich grün-gelblich, braun oder gelb-orange. Frisch geschlüpft weisen sie dagegen nur eine Länge von 6 Millimetern auf und zeigen eine hellgelbe Färbung, sowie unzählige blassgelbe Tuberkel am ganzen Körper. Wie die meisten Schwärmer verfügt die Larve des Totenkopfschwärmers übrigens über ein markantes Analhorn, das mit 2,5 bis 3,0 Millimetern und einer gegabelten Spitze sehr markant in Erscheinung tritt. Mit fortschreitender Entwicklung entwickeln sich seitlich am Körper markante Schrägstreifen, die bis zum Ende des Raupenstadiums immer deutlicher sichtbar werden. Die spärliche Behaarung ist dagegen kaum sichtbar, so dass die Tiere im Allgemeinen als „nackt“ beschrieben werden.

Das adulte Tier

  • Kopf und Thoraxoberseite schwarzbraun bis schwarz
  • Oberseite Thorax mit namensgebender Totenkopfzeichnung in hellgrau bis nahezu weiß
  • Unterseite von Thorax und Hinterleib ockerfarben mit breiten dunklen Querbinden
  • Oberseite Hinterleib variabel orange mit dunklen Querbinden
  • Vorderflügel tiefbraun bis dunkelgrau schattiert mit rotbraunen bis ockerfarbenen Marmorierungen
  • An der Flügelbasis hell ockergelbe Behaarung
  • Körper vollständig dicht haarig beschuppt
  • Hinterflügel ober- sowie unterseitig ockerfarben mit zwei auffälligen Querbinden
  • Färbung unterseitig auch über Vorderflügel fortgesetzt
  • Hinterleib Männchen spitz zulaufend
  • Hinterleib Weibchen stumpf abgerundet

Die Ernährung

Die Ernährung der Totenkopfschwärmer ist sehr eigentümlich und ansonsten nur noch bei wenigen verwandten Arten bekannt. Das Hauptnahrungsmittel ist Bienenhonig. Um diesen zu erlangen, dringen die Falter in Bienenstöcke ein und öffnen die bereits verschlossenen Waben. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Falter dabei von den Arbeiterinnen des Bienenvolkes nicht angegriffen werden.

Fortpflanzung und Lebensdauer

Totenkopfschwärmer
Quelle: Alastair Rae from London, United Kingdom, Death’s-head Hawk-moth (29531108221), Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0

In Afrika folgen die Faltergenerationen direkt aufeinander. In Europa dagegen sind die ersten Tiere meist ab April, häufiger aber Mai zu finden. Die Eier reifen in der Regel während des Wanderfluges im Körper des Weibchens und werden bei Erreichen der vollständigen Reife abgelegt. Die blau- bis hellgrünen Eier weisen Größen um 1,5 bis knapp 2 Millimeter auf. Der gesamte Entwicklungszyklus vom Ei über die Raupe und die Puppe bis zum adulten Tier benötigt rund 12 Wochen, wobei immer wieder auch Tiere angetroffen werden, die im Larvenstadium den Winter überdauern.

Besonderheiten

Bekannt ist der Totenkopffalter für seine pfeifenden Geräusche, die er vor allem bei Gefahr oder Unruhe abgibt. Nur wenige Arten der Acherontia atropos sind indes in der Lage, überhaupt Laute zu erzeugen.

Häufig gestellte Fragen

Wann sind die Totenkopfschwärmer aktiv?

Die Tiere sind überwiegend nachtaktiv und daher vor allem in der Dämmerung im Flug zu beobachten.

Was tut der Falter bei Gefahr?

Ungewöhnlich die die Art und Weise, wie der Totenkopfschwärmer auf Bedrohungen reagiert. Er stößt Pfeiflaute aus und läuft mit schlagenden Flügeln umher. Anstatt davon zu fliegen, versteckt er sich jedoch unter den Blättern überhängender Pflanzen.

Warum wird das Tier bei der Nahrungsaufnahme nicht angegriffen?

Es wird vermutet, dass der Schwärmer chemische Substanzen absondert, die die Honigbienen beruhigen. Früher wurde angenommen, dass auch die Pfeifgeräusche beruhigend wirken, diese These ist jedoch mittlerweile widerlegt.