Tulpen bekommen Blätter, aber blühen nicht – häufige Ursachen

Tulpen bekommen Blätter, aber blühen nicht

Tulpen gibt es in unzähligen Sorten und Farben. Im Gartenbeet eingepflanzt, erfreuen Sie uns im Frühjahr mit ihren prächtigen Blüten. Jahr für Jahr treiben die pflegeleichten Blumen neu aus und setzen bunte Akzente im Garten. Aber manchmal bleibt die Blütenpracht aus, und man bekommt nur grüne Blätter zu sehen. Woran kann dies liegen?  Eine genaue Diagnose ist schwer zu erstellen, es gibt aber einige Anhaltspunkte bei der Ursachenforschung.

Ursachen

Boden

Boden, Standort und Pflanztiefe

Tulpen sind an und für sich anspruchslose Pflanzen. Trotzdem bevorzugen auch sie gewisse Böden und Standorte. Zudem sind Pflanztiefe und Pflanzabstand für das Gedeihen der Frühlingsblüher wichtig.

Zeitpunkt

Boden und Zeitpunkt

Damit Tulpen im kommenden Frühjahr austreiben und blühen, sollten winterharte Tulpenzwiebeln im Herbst vor dem ersten Frost gepflanzt werden. Der ideale Zeitpunkt ist gekommen, wenn der Boden schon leicht erkaltet ist. Dies ist bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius der Fall. Was den Boden anbetrifft, sind die Frühlingsblüher eher anspruchslos. Aber der richtige Boden hilft den Tulpen bei der Blüte.

Tulpen im Beet mit frischen Blättern

  • setzen Sie die Tulpenzwiebeln in einen durchlässigen Boden
  • bei Bedarf den Boden mit Sand mischen
  • pH-Wert zwischen sechs und sieben beachten
  • nicht optimal für Tulpen sind lehmige und Böden mit stehender Nässe

Tipp: In manchen Fällen wird der Boden nach einigen Jahren auch „tulpenmüde“. Setzen Sie dann für etwa drei Jahre andere Pflanzen an den Tulpenstandort. Danach sollte es mit den Tulpen wieder klappen.

Pflanztiefe

Pflanztiefe und -abstand

Beim Einpflanzen der Tulpenzwiebeln sollten Sie auf den Pflanzabstand und die Pflanztiefe achten. Auch muss die Zwiebel in der richtigen Richtung eingepflanzt werden.

Tulpen brauchen den richtigen Boden

Ideal ist:

  • ein Pflanzabstand von 15 Zentimetern
  • eine Pflanztiefe von 15 bis 20 Zentimetern (normale Gartenerde)
  • eine Pflanztiefe von bis zu 30 Zentimetern in sandigen Böden
  • maximale Pflanztiefe: doppelte Höhe der Zwiebel

Die Zwiebel wurde richtig eingepflanzt, wenn ihre Spitze gegen den Himmel schaut. Nachdem die Zwiebeln ins Pflanzloch gesetzt worden sind, drücken Sie die Erde fest an und gießen Sie das Erdreich großzügig an.

Tipp: Mit einer Schicht aus Kompost geben Sie den Tulpen schon im Herbst ausreichend Nährstoffe für das kommende Frühjahr. Außerdem ist die Kompostschicht ein prima Schutz gegen tiefreichenden Bodenfrost.

Tulpen mit zweifarbiger Blütenknospe

Standort

Tulpen mögen einen sonnigen Standort. Dieser treibt nicht nur die Blüte voran, sondern stellt auch ideale Bedingungen zum Ausreifen der Zwiebeln dar. Letzteres ist für die Tulpenblüte im Folgejahr besonders wichtig.

Nährstoffversorgung

Tulpen blühen nur, wenn die Zwiebeln über ausreichend Nährstoffe und Energie verfügen. Deshalb sollten die Tulpenzwiebeln auch mit zusätzlichen Nährstoffen versorgt werden.

Tulpen benötigen die richtige Nährstoffversorgung

Um den Tulpen das Blühen zu erleichtern, sollte:

  • im Herbst mit Kompost gemulcht werden
  • ab Ende Februar oder Anfang März im Abstand von zwei Wochen regelmäßig reifer Kompost eingearbeitet werden – Nachgießen nicht vergessen!

Ist die Blütezeit der Tulpen vorbei, brauchen die Pflanzen weiterhin Nährstoffe. Das Ende der Düngezeit ist gekommen, wenn das eingezogene Laub abgeschnitten wird.

Schneiden

Wie andere Blühpflanzen auch, bilden Tulpen Samen zur Vermehrung aus. Da die Entwicklung der Samen den Pflanzen viel Kraft und Energie abverlangt, geht sie oft auf Kosten der Blüte. Damit die Pflanze ihre Energie aus Sicht des Hobbygärtners „richtig“ verwendet, sollten verwelkte Blüten abgeschnitten werden. So legen die Tulpen „Energie-Reserven“ für das kommende Jahr an.

Tulpen richtig schneiden

Die Tulpenblätter hingegen werden erst geschnitten, wenn sie vollkommen abgestorben sind. Grüne Blätter versorgen die Zwiebel mit Nährstoffen. Deshalb sollten Sie auch bei nicht blühenden Tulpen die grünen Blätter unbedingt stehen lassen. So kann sich die Zwiebel schon jetzt für das kommende Jahr mit ausreichend Nährstoffen versorgen.

Tipp: Abgestorbene Tulpenblätter erkennen Sie an ihrer komplett gelben Färbung.

Tulpen mit gelben Blütenknospen

Schädlinge

Wühlmäuse und Nässe

Der beste Boden und Standort nützt nichts, wenn sich Schädlinge an den Tulpen zu schaffen machen. Eine besondere Gefahr sind Wühlmäuse, denn sie machen auch vor Tulpenzwiebeln nicht Halt. Ein Schutz vor der Plage sind sog. Wühlmauskörbe mit engmaschigem Drahtgeflecht. Sie sind im Fachhandel erhältlich.

Für das Ausbleiben der Tulpenblüte kann auch ein nasser Herbst bzw. Winter verantwortlich sein. Kann zu viel Regen nicht mehr abfließen, können Schimmel oder Fäulnis die Zwiebeln schwächen, und sie entwickelt keine Blüten mehr.