Unkraut entfernen -Titel

Unkraut manuell zwischen Steinen zu entfernen, ist auf Dauer sehr mühsam. Zum Glück existieren auch Methoden, bei denen einfache Hausmittel und Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Noch besser ist es natürlich, dem unerwünschten Wuchs vorzubeugen.

Auf den Punkt gebracht

  • manuelle Entfernung (mühsam, aber umweltfreundlich)
  • verschiedene Gerätschaften nutzen
  • kein Salz verwenden
  • Hausmittel anstelle von Chemie anwenden
  • Unkrautvlies oder Pflasterfugenmörtel zum Vorbeugen

5 empfehlenswerte Methoden zum Unkraut entfernen

Manuelle Entfernung

Die manuelle Entfernung ist mit Sicherheit die umweltfreundlichste aber gleichzeitig anstrengendste und zeitaufwendigste Methode. Diese Möglichkeit empfiehlt sich wirklich nur für kleine Terrassen oder Trittflächen. Nach der Arbeit drohen häufig Rückenschmerzen. Überdies belastet die Arbeit die Knie. Für mehr Komfort sorgt ein Gummikissen als Unterlage, um nicht auf den harten Steinen knien zu müssen.
Ein weiteres wichtiges Utensil sind Handschuhe. Da sich je nach Breite der Steinfugen ein kleines Cuttermesser zum Kratzen empfiehlt, drohen sich Anwender die Fingerkuppen an den Steinkanten aufzuschlitzen.
Auch muss der Gärtner darauf achten, nicht nur den oberirdischen Wuchs abzutrennen, sondern die Pflanze mitsamt der Wurzel zu entfernen. Nur so kann er dem erneuten Erscheinen des Unkrauts nach nur wenigen Tagen vorbeugen. Ein sogenannter Pfahlwurzelstecher kann dabei behilflich sein, die Pflanzen nicht nur zur Hälfte abzureißen.

Unkraut

Tipp: Nach einem Regenschauer lassen sich die unliebsamen Pflanzen besser aus dem Boden kratzen. Selbstverständlich lassen sich die Bedingungen an trockenen Tagen auch mit dem Gartenschlauch optimieren. Damit das Wasser tief in den Boden sickert, sollten Anwender die Steine rund eine Stunde vor dem Jäten fluten.

Unkrautentferner

Zwar hält sich die Zeitersparnis in Grenzen, dennoch bietet ein spezieller Unkrautentferner etwas mehr Komfort. Ein mit einem Teleskopstiel ausgestattetes Modell wirkt sich schonend auf den Rücken aus, da der Anwender bequem im Stehen arbeiten kann.
Noch lohnenswerter ist ein elektrischer Unkrautentferner. Jedoch eignet sich dieser nicht für jeden Boden. Manche Steine drohen bei dem Gebrauch zu zerkratzen.

Unkrautbrenner

Mit einem Unkrautbrenner vernichtet der Gärtner die Pflanze mitsamt der Wurzel. Jedoch erfordert der Umgang höchste Aufmerksamkeit. Kinder und Haustiere sollten sich außer Reichweite befinden. Auch brennbares Material oder empfindliche Blumentöpfe muss der Gärtner zuvor umlagern. Bei der Anwendung darf er die Hitze nur in senkrechter Lage aktivieren. Niemals darf er den Brenner auf Personen richten.

Unkraut abflammen mit Unkrautbrenner

Kochendes Wasser

Nicht nur die Hitze eines Unkrautbrenners tötet die Wurzeln der Unkrautpflanze ab. Wem die Anwendung zu heikel ist, macht es wie Großmutter zu früheren Zeiten und gießt kochendes Wasser in die Fugen. Der einzige Nachteil im Vergleich zum Unkrautbrenner ist, dass die Pflanzen nicht vollständig verbrennen. Nachdem die Steine getrocknet sind, muss der Gärtner sie manuell aus dem Boden ziehen und entsorgen.
Wichtig bei der Anwendung ist, dass der Gärtner das Wasser bodennah über die Fugen gießt. Schüttet er den Wassereimer aus größerer Höhe auf den Boden, riskiert er, sich an den spritzenden Tropfen zu verbrennen.
Hinweis: Leider hilft diese Methode nur zum Entfernen feiner Pflanzenarten. Bei großblättrigem Unkraut wie Löwenzahn oder Disteln vernichtet das heiße Wasser nur junge Exemplare. Meistens sind überdies mehrere Anwendungen nötig.

Hochdruckreiniger

Ein Hochdruckreiniger kommt nur infrage, wenn sich das Bodenmaterial für den Gebrauch eignet. In diesem Fall profitiert der Anwender gleich doppelt. Das Gerät hilft nicht nur dabei, Unkraut aus den Fugen zu entfernen, sondern reinigt gleichzeitig den Boden und vertreibt Ameisen, die auf Terrassen häufig ihre Staaten gründen. Erforderlich ist nur ein Wasseranschluss im Garten. So funktioniert das Unkraut entfernen mit dem Hochdruckreiniger:

  • Hochdruckreiniger mit dem Gartenschlauch verbinden
  • Wasserstrahl direkt in die Fugen spritzen
  • Fugen anschließend mit Sand abdichten

Hinweis: Auch an heißen Sommertagen sollten Nutzer eines Hochdruckreinigers festes, geschlossenes Schuhwerk (am besten Gummistiefel oder Sicherheitsschuhe) tragen. Sowohl das Wasser als auch spritzende Schmutzpartikel können aufgrund des hohen Drucks Schmerzen und Verletzungen an den Füßen und Schienbeinen verursachen.

4 Tipps zum Vorbeugen

Unkraut nicht auf dem Kompost entsorgen

Das eine Unkrautentfernung meist nur von kurzer Dauer ist, weiß jeder, der eine Terrasse oder eine Einfahrt aus Pflastersteinen besitzt. Ein dauerhaftes Ausbleiben des lästigen Wuchses lässt sich kaum erzielen. Jedoch begehen viele Menschen unwissentlich einen Fehler, der das Wiederkehren der Pflanzen beschleunigt.
Nachdem das Unkraut aus den Fugen gekratzt ist, entsorgen viele Gärtner die Reste auf dem Kompost. Meistens haftet die Wurzel noch immer an der Pflanze und samt sich durch den Wind schnell wieder aus. Daher gilt: Rückstände unbedingt luftdicht verschlossen im Haus- oder Biomüll entsorgen.

Unkrautvlies verlegen

Wer sich bereits beim Verlegen der Steine Gedanken über wuchernde Pflanzen macht, erspart sich viel Arbeit. Mit einem Unkrautvlies kann der Gärtner, Löwenzahn und Co. effektiv vorbeugen. Dabei handelt es sich um ein feinporiges Material, dass er unter der Steinfläche auslegt. Selbst zarte Pflanzen haben in der Regel keine Chance, das Vlies zu durchdringen und an die Erdoberfläche zu gelangen. Unkrautvliese sind im Baumarkt erhältlich.

Teicherde selber machen mit Kies

Hinweis: Eine Kies- oder Schotterschicht stellt eine Alternative zu einem Unkrautvlies dar. Gegen Sporenpflanzen hilft sich allerdings nicht.

Pflasterfugenmörtel einarbeiten

Pflasterfugenmörtel ist ein aus Harz bestehendes Hilfsmittel mit einer sehr elastischen Konsistenz. Die Präventionsmethode ist zudem ausgesprochen witterungsbeständig. Nachdem Anwender die Fugen gereinigt haben, fegen sie den Fugenmörtel in die Rillen zwischen den Steinen. Für lange Zeit wird kein Unkraut mehr erscheinen.

Vermehrung vermeiden

Wer im Garten „Unkrautherde“ entdeckt, sollte schnell handeln und die Samenstände zurückschneiden, sodass sich die Pflanzen nicht ausbreiten. Für unkrautfreie Steinfugen ist damit nicht zu hundert Prozent gesorgt, dennoch hilft es, den unliebsamen Wuchs einzudämmen.

Unkraut zwischen Steinplatten jäten

Hinweis: Grundsätzlich sind umweltschonende Hausmittel chemischen Unkrautvernichtern immer vorzuziehen. In diesem Fall verbietet § 6 des Pflanzenschutzgesetzes jedoch die Verwendung der klassischen Alleskönner Essig und Salz. Insbesondere letzteres sickert in die tiefen Erdschichten, verunreinigt das Grundwasser und verändert den pH-Wert des Bodens.

Häufig gestellte Fragen

Wo bekomme ich einen Unkrautentferner?

Nicht jeder besitzt einen Hochdruckreiniger oder einen Fugenbrenner. Lohnt sich die dauerhafte Anschaffung aufgrund seltener Nutzung nicht, können sich Kunden die Gerätschaften im Baumarkt auch lediglich ausleihen. In einer guten Nachbarschaft teilen sich mehrere Familien ein Modell, das ein freundlicher Nachbar zur Verfügung stellt.

Sind alle Unkrautvernichter aus dem Handel chemisch?

Nein, im Fachhandel sind auch biologische Hilfsmittel erhältlich. Bei Unsicherheit wenden sich Kunden am besten an das Personal.

Wächst Unkraut auch in versiegelten Fugen?

Nein, eine Versiegelung ist wohl die effektivste Methode, um dem Wuchs dauerhaft vorzubeugen. Allerdings kann diese Maßnahme sehr kostspielig sein.

Schadet die Entfernung nicht den Insekten?

Unkrautentfernung ist in der Tat sehr umstritten. Disteln und Löwenzahn sind wichtige Nahrungsquellen für Bienen und Hummeln. In Steinfugen auf der Terrasse oder der Einfahrt sieht der Pflanzenwuchs allerdings einfach unästhetisch und ungepflegt aus. Ganz zu schweigen von der Ausbreitung von Moos, das den Unkrautwuchs sogar noch fördert. Wer zum Entfernen und Vorbeugen auf umweltfreundliche Methoden setzt, muss kein schlechtes Gewissen haben. Ob Löwenzahn und Disteln im Gartenbeet oder auf der Rasenfläche wachsen dürfen, muss jeder Gärtner selbst entscheiden.