Verblühte Rosen schneiden – darf man die Rosenblüten abschneiden?

Verblühte Rosen schneiden

Die Rose ist die Königin der Blumen. In nahezu allen Farben und Farbtönen lassen ihre Blüten unser Herz höher schlagen. Doch irgendwann ist die Blütenpracht vorbei und verwelkte Rosenblüten „bevölkern“ die Pflanze. Verblühtes kann, ja muss sogar abgeschnitten werden, damit die Rose neue Blüten entwickelt. Wie verwelkte und vertrocknete Blüten am besten geschnitten werden, hängt von der Rose ab. Denn jede Rosenart braucht ihren speziellen Schnitt.

Warum schneiden?

Verwelktes muss abgeschnitten werden, damit die Pflanze öfter bzw. im nächsten Sommer üppig blüht. Wird Verblühtes nicht abgeschnitten, vergreist die Rose. Sie verliert an Blühfreudigkeit und Vitalität. So bildet die Pflanze im unteren Bereich keine neuen Triebe mehr aus. Es kommt in der Folge zur Verkahlung. Jedoch wird Verblühtes von der Rose weiterhin mit Nährstoffen versorgt. Dadurch verschwendet sie unnötig Kraft in die Samenbildung. Dies schränkt die Entwicklung von neuen Blüten und das Wachstum ein.

Gleichzeitig dient der Schnitt auch der Gesundheit der Pflanze. Wird sie sich einfach selbst überlassen, schwächt das die Rose. Umso größer ist dann die Gefahr, dass Krankheitserreger in die Pflanze eindringen können.

Ein guter Grund zuletzt: Vertrocknete Blüten sehen nicht besonders schön aus.

  • etwa einen halben Zentimeter oberhalb des ersten, vollständigen Blatts den Schnitt ansetzen
  • Verblühtes schräg abschneiden, Regenwasser läuft so an der Schnittstelle besser ab
  • von einem schon sichtbaren Auge am Zweig wegschneiden
  • Schnitt an regenfreien, warmen Tagen durchführen

Damit der Trieb in die richtige Richtung wächst, ist zu beachten, dass als erstes vollständiges Blatt jenes gilt, welches nach außen zeigt. Ist der Trieb mit den verwelkten Rosenblüten sehr dünn, kann er vollkommen entfernt werden. Dazu wird er bis zum Ansatz weggeschnitten.

verblühte Rosen richtig abschneiden

Achten Sie bei der Rose auf den richtigen Schnitt, dieser ist je nach Sorte unterschiedlich. Ein falscher Schnitt kostet der Pflanze nicht nur unnötige Kraft, sondern sie kann auch schnell von Pilzen und Bakterien befallen werden.

Wildrosen werden nicht geschnitten. Sie müssen nur ausgelichtet werden. Bei Rosen, die Hagebutten entwickeln sollen, darf Verblühtes nicht entfernt werden, außer man verzichtet bewusst auf das leuchtende Rot der Hagebutten ab dem Spätsommer. Auf keinen Fall dürfen Sie verblühte Triebe abreißen oder -brechen. Beides fördert die Infektion mit Krankheitserregern. Zudem führt das Abbrechen zum Austrieb von kleinen Knospen. Und die Rose trägt dann kleinere Blüten.

Rückschnitt im Herbst

Der Rückschnitt von Rosen erfolgt in der Regel im Frühjahr. Allerdings sollte eine Rose auch im Herbst geschnitten werden. Der Herbstschnitt dient dem Abschneiden der letzten Blüten und dünnen Triebe. Dieser Schnitt schützt die Pflanze vor Krankheitserregern, die über die letzten Blüten und dünnen Triebe nach dem Sommer leicht in die Rose eindringen können. Wichtig ist, dass der Herbstschnitt nicht zu radikal durchgeführt wird, sonst kann nach dem Winter kein Frühjahrsschnitt  erfolgen. Da dieser der Verjüngung und der Formgebung der Rose dient, muss er auf alle Fälle ausgeführt werden.

Verblühtes anschneiden damit Rosen neue Blüten entwickeln

Beim Herbstschnitt lassen Sie die mehr als drei bis fünf Augen an jedem Trieb stehen. Er wird also nicht so radikal ausgeführt wie der Frühjahrsschnitt. Der Herbstschnitt entfällt, wenn die Rose keine Blüten mehr trägt bzw. keine dünnen Triebe vorhanden sind. Einmalblühende Rosen werden sowieso nur im Sommer geschnitten.

Werkzeug

Für das Beschneiden von Rosen muss auf das richtige Werkzeug geachtet werden. Um die Rose nicht unnötig zu verletzen, müssen glatte und präzise Schnitte durchgeführt werden.

  • Garten- oder Rosenschere verwenden
  • vor dem Schnitt Klingen desinfizieren
  • stumpfe Scheren schärfen

Gartenschere zum Schneiden verwenden

Kletterrosen schneiden

Kletterrosen mit verlängerten Rosenscheren beschneiden

Achten Sie weiter darauf, dass der Trieb nicht gequetscht wird. Stellt sich heraus, dass die Schere zu stumpf ist, brechen Sie den Schnitt ab und schärfen die Schere. Schneiden Sie den Trieb anschließend am besten direkt unterhalb der gequetschten Stellen ab.

Für das Schneiden von Rosen sollten immer Gartenhandschuhe getragen werden. Verletzungen durch die Stacheln können böse Entzündungen hervorrufen. Zudem können Sie die Rosenzweige so besser angreifen. Ideal ist es, wenn Sie in einer Hand die Schere und in der anderen den zu schneidenden Trieb halten.

Rosensorten

Einmalblühende Rosensorten

Einmalblühende Sorten blühen nur an den vor- und mehrjährigen Trieben. Ihr Rückschnitt erfolgt im Sommer nach der Blüte. Die Pflanze bildet nach dem Schnitt neue Triebe aus, die im nächsten Jahr die Blüten tragen.

Bei einmalblühenden Strauchrosen werden die verblühten Triebe auf die normale Höhe des Strauches zurückgeschnitten. Seitliche Trieben können durchaus stärker beschnitten werden. Ziel ist es, der Rose wieder eine schöne runde Form zu geben.

Öfter blühende Rosensorten

Bei öfter blühenden Rosen wird Verwelktes bis zum nächsten vollständig entwickeltem Blatt abgeschnitten. Ein vollständiges Blatt besteht aus fünf bis neun Blättern an einem Trieb. Direkt unter der Blüten entwickelt die Rose ein ein- bis dreiteiliges Blatt. Dieses ist nicht vollständig ausgebildet und wird zusammen mit den vertrockneten Rosenblüten abgeschnitten. Nach diesem Schnitt fängt die Rose nach ein paar Wochen wieder zu blühen an.

Damit Bakterien und Pilze keine Chance haben über die verwelkten Blüten in die Rose einzudringen, sollten Sie Verwelktes sofort entfernen. Das erfordert zwar ein bisschen mehr Aufwand, aber dafür haben Krankheitserreger weniger Chancen bei der Pflanze.

verschiedene Rosensorten brauchen verschiedene Rückschnitte

Dauerblühende Rosensorten

Dauerblühende Sorten zeigen dem Gärtner, wo der Schnitt gemacht werden muss. Sobald die Blüten verwelkt sind, treiben sie neu aus. Das Verblühte wird direkt über dem neuen Trieb abgeschnitten. Wird der Schnitt tiefer angesetzt, treibt die Rose auch wieder neu aus. Bis zur Blüte dauert es in diesem Fall aber länger.

Bodendecker- und Beetrosen

Bodendecker- und Beetrosen können nach der ersten Blüte als Ganzes geschnitten werden. Sie müssen bei diesen Sorten nicht jede einzelne Blüte sofort entfernen. Kürzen Sie die Pflanzen um rund 15 Zentimeter ein. Bei diesem Rückschnitt muss nicht auf das Blatt oder die Augen geachtet werden.

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