Wanderrattenkot erkennen: so sieht er aus
Wanderratten gehören zu den in Europa am weitesten verbreiteten Rattenarten. Wenn Sie den Verdacht hegen, dass sich die Nager auch in Ihrem Umfeld eingenistet haben, gilt Rattenkot als markantester Beweis für einen Befall. Wie Sie Wanderrattenkot erkennen, verraten wir Ihnen hier.
Auf den Punkt gebracht
- Kot von Wanderratten als Gesundheitsrisiko
- 1 – 3 cm langer, spindelförmiger Kot
- Kot in Gruppen angelagert
- Beseitigung unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen möglich
Inhaltsverzeichnis
Wanderratten erkennen
Wanderratten (Rattus norvegicus) gelten als Urform der heutigen Labor- und Hausratten (Rattus rattus).
Man erkennt sie an folgenden Merkmalen:
- braunes bis graues Fell
- Kopf-Rumpf-Länge: 19 bis 30 cm
- Schwanzlänge: 13 bis 32 cm
- Gewicht: bis zu 500 g
Damit sind sie insgesamt etwas größer als ihre Verwandten, haben jedoch einen kürzeren Schwanz, kleinere Ohren und eine weniger spitze Schnauze. Wanderratten benötigen den Zugang zu Wasser und bewohnen daher bevorzugt feuchte Lebensräume wie die Kanalisation, Bachläufe oder feuchte Erdlöcher. Durch die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume werden sie allerdings zunehmend in das Terrain der Hausratten und damit in häusliches Umfeld gedrängt.
Wanderrattenkot erkennen
Wenn Sie in Ihrer Wohnung Kot finden, lohnt sich zur Identifizierung des Tieres eine genauere Betrachtung. Insbesondere eine Differenzierung zwischen Wanderratten und Hausratten ist wichtig. Hausratten gelten als bedrohte Tierart und stehen unter besonderem Schutz. Wanderratten hingegen können, falls sanftere Methoden erfolglos bleiben, als letzter Ausweg auch mit einer Schlagfalle beseitigt werden.
Um Wanderrattenkot richtig zu erkennen, hilft ein Blick in unsere Tabelle:
Wanderrattenkot | Hausrattenkot |
---|---|
verjüngende Spindelförmig (vgl. Reiskorn) | bananenförmig |
1 bis 3 cm lang | 0,5 bis 2 cm lang |
eher breit und dick | eher lang und dünn |
liegt in Gruppen zusammen | breitflächig im Haus verstreut |
schwarz | dunkelbraun |
unregelmäßig | gleichmäßig |
Wanderratten hinterlassen ihren Kot im gesamten Revier, der Kontakt ist aber vor allem in Kellerräumen sehr wahrscheinlich. Besonderer Handlungsbedarf besteht, wenn der Kot noch frisch ist oder Sie verschieden großen Rattenkot auffinden, denn das deutet auf eine Vermehrung der Population hin. Konsultieren Sie das Gesundheitsamt oder einen Schädlingsbekämpfer.
Tipp:
Getrockneter Kot kann mit einem Holzstab durchstochen werden, frischer Kot hingegen ist weich, glänzend und dunkel und bleibt am Holz kleben.
Gefahren von Wanderrattenkot
Beim Auffinden von Kot sollte man zunächst nicht in Panik verfallen. Es ist durchaus möglich, dass eine Ratte nur den Weg durch Ihre Wohnung genommen hat. Dennoch ist Vorsicht geboten: Der Kot der Tiere überträgt mehr als 100 Krankheiten, unter anderem
- Fleckfieber
- Tollwut
- Tuberkulose
- Cholera
- Hantavirus
- Tierseuchen wie Schweinepest
Rattenkot verunreinigt Lebens- und Futtermittel und stellt eine Gefahr für den Menschen dar. Aus diesem Grund besteht bereits bei dringendem Verdacht auf Ratten eine Meldepflicht gemäß der Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Rattenbekämpfung.
Wanderrattenkot und Geruch beseitigen
Sollten Sie Rattenkot in Ihrem Umfeld identifiziert haben, gilt es diesen daher schnellstmöglich zu entfernen. Die Beseitigung geht aufgrund des hohen Infektionsrisikos weit über das herkömmliche Putzen hinaus, wie Sie unserer Anleitung entnehmen können:
- umfassendes Lüften des Raums
- Anlegen von Schutzmaske und Hygienehandschuhen
- Entfernen von Kot und kleineren Exkrementen mit Besen und Schaufel
- Entsorgen der Ausscheidungen in einem gut verschossenen Müllsack
- auf betroffener Bodenstelle 20 Minuten heißes Wasser mit Allzweckreiniger einwirken lassen
- Boden wischen und desinfizieren
- erneutes Reinigen mit Wasser und Allzweckreiniger
- zur Geruchsneutralisierung Chlorbleiche nutzen
- benutzte Geräte gründlich reinigen
In abgewandelter Form gilt die Liste auf bei der Entfernung von Wanderrattenkot von anderen Oberflächen. Im Garten kann der Kot einfach mit einem Spaten ausgestochen und entfernt werden.
Hinweis:
Bei der Entfernung sollten die Fäkalien keinesfalls mit der Haut in Kontakt kommen oder Kot Partikel eingeatmet werden, da so Krankheiten übertragen werden.
Häufig gestellte Fragen
Da das Einatmen des Kotes eine Infektion mit dem gefährlichen Hantavirus zur Folge haben kann, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann eventuelle Symptome gut behandeln.
Ja, auch nach der Trocknung kann der Kot von Wanderratten noch Krankheiten übertragen und sollte daher immer unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen entsorgt werden.
Ja, ebenso wie Menschen können auch Tiere gefährdet sein. Insbesondere Hunde neigen dazu, herumliegenden Kot zu fressen. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Haustier infizierten Kot gegessen hat, suchen Sie einen Tierarzt auf. Es ist ratsam im Verdachtsfall eine Probe des Kotes in einer kleinen Tüte mitzubringen.
Ratten werden durch Nahrung angelockt. Spülen Sie daher niemals Lebensmittel die Toilette hinunter und lassen Sie sie nicht offen liegen. Ein sauberes Umfeld sowie gegebenenfalls der Einbau von Rückstauklappen sind ebenfalls hilfreich