wann sollte man Bonsai umtopfen?

Bonsai-Bäume sind normale Bäume, die durch bestimmte Maßnahmen zu kleinen Bäumen gemacht wurden. Damit sie so klein bleiben, sollten sie regelmäßig umgetopft werden. Aber wann sollte man den Bonsai umtopfen? Wir verraten Ihnen den besten Zeitpunkt.

Auf den Punkt gebracht

  • Umtopfen wichtig für Gesundheit des Bonsais
  • generell nach 3 bis 5 Jahren umtopfen
  • Drehwachstum der Wurzeln als Kennzeichen
  • idealer Zeitpunkt: zeitiges Frühjahr

Warum ist Umtopfen wichtig?

Das Umtopfen geht mit dem Zurückschneiden der Wurzeln und Zweige einher. Beides ist wichtig für die Gesundheit des Bonsais. Vor allem für

  • die Sauerstoffversorgung im Boden
  • den Säurehaushalt des Bodens

Grund dafür ist die kleine Schale des Bonsais. Diese verwurzelt schnell. Dadurch gibt es weniger Raum für Luftporen in der Erde. Diese versorgen den Baum aber eigentlich mit Sauerstoff aus dem Boden. Die Erde, die sich im Lauf der Zeit immer mehr absetzt, verringert die Anzahl der Luftporen weiter. Außerdem führt dichte und feuchte Erde dazu, dass sich das bei der Zellatmung entstehende Kohlendioxid im Wasser löst. Es entsteht Kohlensäure. Diese versauert nach und nach den Boden. Diese Faktoren führen zu

  • Verkürzung der Abstände der Blattknoten an einem Trieb
  • kurzfristig: bessere Blüte
  • Bremsen des Wachstums
  • Absterben des Bonsais
alter Mini-Baum
Bei alten Bonsai-Bäumen kann man den Zeitpunkt des Umtopfens ein wenig verzögern

Hinweis: Bei alt aussehenden Bäumen kann das den Charakter unterstreichen. Deshalb sollte man den Zeitpunkt des Umtopfens dieser Bonsais unter Umständen um ein weiteres Jahr verschieben. Je länger man aber mit dem Umtopfen wartet, desto schwieriger wird es.

Idealer Zeitpunkt zum Umtopfen von Bonsai

Generell werden zwischen 3 und 5 Jahre als idealer Zeitpunkt zum Umtopfen eines Bonsais veranschlagt. Das ist jedoch nicht universell. Es gilt auch:

  • junge Pflanzen nach 1 bis 2 Jahren umpflanzen
  • ältere Bonsais mit langsamem Wurzelwachstum 1 bis 2 Jahre länger als regulär
  • Bonsais in schnell zerfallendem Substrat schneller als Bäume in strukturstabiler Erde

Ausschlaggebend für das Umtopfen ist aber nicht der Zeitraum des Baums in der Schale, sondern wie sehr der Boden verdichtet ist. Sehen Sie deshalb einmal im Jahr nach, indem Sie Ihren Bonsai aus seiner Schale holen. Wachsen die Wurzeln im Kreis um den Ballen (Drehwachstum), sollten Sie den Bonsai demnächst umtopfen. Sind die Wurzeln noch in der Erde, können Sie noch ein Jahr warten. Weitere Kennzeichen für verdichteten Boden sind:

  • Baum wächst langsamer als typisch
  • Boden nimmt beim Gießen kaum Wasser auf
  • Wurzelballen drückt sich aus der Schale nach oben

Es gibt aber auch weitere Zeitpunkte, an denen es sinnvoll ist, den Bonsai umzutopfen:

  • Neukauf
  • Schimmel-/ Algenbildung
  • kranke Blätter trotz Gießen und idealem Standort
  • Versalzung der Bonsaierde (z.B. nach Überdüngung)
  • übermäßiger Schädlingsbefall
kranker Bonsai
Wenn Ihr Bonsai zu viele braune Stellen hat, kann es helfen, ihn umzutopfen.

Hinweis: Topfen Sie Ihren Bonsai nicht um, nur weil einer der Punkte erfüllt ist. Beobachten Sie das Pflanzenwachstum ausführlich und wägen Sie dann ab, ob das Umtopfen wirklich nötig ist. Zu häufiges Umtopfen kann auch Nachteile mit sich bringen.

Zu welcher Jahreszeit sollte man Bonsai umtopfen?

Bei fast allen Bonsai-Arten ist das zeitige Frühjahr der ideale Zeitpunkt zum Umtopfen. In Deutschland entspricht das dem Zeitraum von circa Ende Februar bis Anfang März. Wichtig ist, dass folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Dauerfröste vorbei
  • noch nicht zu warm
  • Baum kurz vor dem Austrieb

Dann befindet sich der Bonsai noch in der Winterruhe. Währenddessen übersteht er das Umtopfen besser. In Einzelfällen, vorwiegend bei Nadelbäumen, werden Bonsais auch erst Ende des Sommers umgetopft. Dann sollte allerdings die Hochsommerhitze bereits vorbei sein. Im Sommer direkt sollte man in Europa nur umtopfen, wenn unbedingt nötig. Außerdem muss man den Bonsai anschließend für einige Wochen zum Anwachsen in einem Gewächshaus unterbringen.

Hinweis: In Asien werden manche Baumarten nach der Blüte (Mai bis Juni) umgetopft. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit stellt das dort kein Problem dar. In Deutschland ist das jedoch nicht zu empfehlen.

Bonsai umtopfen
Bonsai-Bäume sollte man am besten im Frühling umtopfen.

Achten Sie darauf, den Bonsai nicht zum falschen Zeitpunkt umzutopfen. Dieser wirkt sich nämlich negativ auf das Wachstum des Bonsais aus:

  • zu früh: langsame Heilung der Schnittstellen
  • zu spät: Wasser- und Nährstoffversorgung leidet
  • zu häufig: keine/ schlechte Regeneration der Wurzeln

Häufig gestellte Fragen

Kann ich den Bonsai umtopfen und gleichzeitig schneiden?

Ja, das wird sogar empfohlen. Kürzen Sie Wurzelwerk und gegebenenfalls Äste, bis der Baum die gewünschte Größe hat. So wachsen neue, kurze Feinwurzeln nach, die die Aufnahmefähigkeit des Baums verbessern. Zudem wird das Wurzelwerk kompakter.

Muss ich den Bonsai im Anschluss an das Umtopfen düngen?

Nein. Eine erste Düngung sollte frühestens nach vier Wochen erfolgen. Vorher zieht sich der Bonsai die benötigten Nährstoffe aus der neuen Erde. Da er jedoch nach dem Umtopfen anfällig für Schädlinge ist, sollten Sie ihn aber nicht direkter Sonneneinstrahlung oder Zugluft aussetzen. Ein schattiger, windgeschützter Platz ist ideal.

Brauche ich für den umgetopften Bonsai eine neue Schale?

Vielleicht. Prinzipiell wird der Bonsai an die Schale angepasst, nicht andersrum. Daher kann meist die alte Schale nach einer Reinigung wieder benutzt werden. Der Bonsai soll ja so flach und klein wie möglich sein. Eine neue Schale bietet sich nur an, wenn der Baum viel größer oder kleiner geworden ist und so bleiben soll. Generell soll die Länge der Schale etwa 2/3 der Baumhöhe entsprechen.