Wanzen bekämpfen: graue Gartenwanze, Stinkwanzen & Co loswerden

Wanzen an Pflanzen – ein lustiger Kinderreim oder aber der Alptraum eines jeden Gärtners. Besonders fies ist die Stinkwanze, denn sie verbreitet einen üblen Geruch. Doch keine Panik, längst nicht jede Gartenwanze ist tatsächlich ein Schädling, es gibt weit über hundert Wanzenarten weltweit, nur wenige von ihnen sind wirklich schädlich. Die gemeine, stinkende Wanze ist grau, lässt sich besonders gern von oben auf die Pflanzen fallen und stinkt, sobald sie sich bedroht fühlt. Wir verraten, wie Sie die Gartenwanze bekämpfen.

Schädlinge oder nicht?

Grau ist die Hauptfarbe der meisten Wanzen, so dass es sich optisch kaum erkennen lässt, um welche Art von Insekt es sich handelt. Dennoch gilt es herauszufinden, ob ein Schädlingsbefall vorliegt oder die Wanzen harmlos sind.

Nehmen Sie die Früchte und Blätter der Pflanzen in Augenschein, auf der Sie eine Wanze entdeckt haben. Wenn es Fressschäden, Löcher oder Risse in den Blättern gibt handelt es sich um Schädlinge, die sie loswerden müssen.
Wanzen verfügen über einen Mundstachel, der den Pflanzen Stichwunden zufügt, sie aussaugt und Toxine in den Pflanzenkörper bringt. Nicht nur die Wanze selbst, sondern auch Larven sind gefährlich. Sie müssen beides bekämpfen, um Ihre Pflanzen zu schützen.

Gefährdete Pflanzen

Wo treten Wanzen auf?

Besonders gefährdet sind Obstbäume und hier insbesondere Birnen- und Apfelbäume, Erdbeeren sowie Beeren. Betroffene Gemüsepflanzen sind vor allem Kohl, Kartoffeln und Bohnen, gelegentlich werden auch Zierpflanzen, Stauden und Rosen befallen.
Die höchste Gefahr droht Pflanzen, wenn sie in der Nähe von Wiesen stehen. Die Stinkwanze lebt dort und verkriecht sich mit Vorliebe im Gras.

Wanzenbefall erkennen

Wie zeigt sich ein Wanzenbefall?

Es gibt zwei Hauptmöglichkeiten, wie Sie einen Wanzenbefall erkennen können. Zum einen der bereits erwähnte Lochfraß und zum anderen der Geruch, den vor allem die Stinkwanze verbreitet. Sobald die Insekten berührt werden, verströmen sie den beißenden Geruch. Doch es gibt weitere Symptome, an denen Sie die Aktivität der Gartenwanze erkennen:

  • bräunliche Verfärbung der Einstichstelle, an denen die Wanze die Pflanze gestochen hat
  • gerissenes Blattgewebe
  • verkümmerte Blüten, Früchte und Triebspitzen
  • Knospen der Pflanzen öffnen sich nicht, Blüten sind nur zur Hälfte offen
  • Obst und Gemüse wird durch das Stinksekret ungenießbar

Wanzen treten besonders häufig in den heißen Sommermonaten auf, wenn kaum Regen fällt. Die Gefahr eines Befalls ist dann am höchsten.

Wanzen vorbeugen

Dem Wanzenbefall vorbeugen

Damit die Gartenwanze keine Chance zur Ausbreitung hat, können Sie einige Vorsichtsmaßnahmen treffen:

Kontrolle

Schauen Sie bereits im Frühjahr, sobald es wärmer wird, genau nach Ihren Pflanzen. In einem sehr heißen Sommer sollten Sie regelmäßige Kontrollgänge durchführen. Wanzen lassen sich gern von den Blättern der Pflanze fallen, sobald sie Gefahr verspüren. Sie können die Schädlinge dann einsammeln und entsorgen sie, damit es keine weitere Vermehrung gibt.

Regelmäßig gießen

Gießen Sie regelmäßig, sofern die Pflanze es verträgt. Ein durchgehend feuchter Boden hält die Schädlinge davon ab, sich heimisch zu fühlen.

Gartenteich nutzen

Ein Gartenteich ist eine prima Möglichkeit um Gartenwanzen zu bekämpfen. Frösche und Kröten lieben die kleinen Insekten und sorgen dafür, dass es erst gar nicht zu einem ausgewachsenen Befall kommt.

Bekämpfung

So können Sie Wanzen loswerden

Wenn alle Vorbeugung nichts genutzt hat, können Sie die Schädlinge bekämpfen. Der Griff zum chemischen Mittel sollte dabei die letzte Option sein. Es gibt eine Menge Hausmittel, mit denen Sie gegen den Befall vorgehen können:

Abschütteln

Einfaches Abschütteln und anschließendes Aufsammeln der Wanze ist eine einfache, aber effektive Methode. Sie sollten dabei immer Handschuhe tragen, denn die Stinkwanze verteilt ihr übel riechendes Sekret sonst auf Ihren Händen.

Seifenlauge

Mit der Hilfe von flüssiger Schmierseife oder Spülmittel können Sie Lauge herstellen. Achten Sie darauf, dass beides frei von Zusatzmitteln ist, die Ihre Pflanzen schädigen könnten. Sprühen Sie die betroffenen Pflanzen mehrmals pro Tag mit der Lauge ein.

Seifenlauge dient als Hausmittel gegen Schädlinge

Spiritus

Eine Alternative mit der Sie ebenfalls Wanzen loswerden können ist Spiritus. Füllen Sie das Mittel in eine Sprühflasche und behandeln die Pflanzen mehrmals am Tag damit. Sie können auch im Wechsel Seifenlauge und Spiritus benutzen, um die Schädlinge zu bekämpfen.

Neemöl

Das aus dem Neembaum gewonnene, natürliche Öl ist weder für Pflanzen, noch für Menschen und Tiere schädlich. Sie können es einfach auf die Pflanze sprühen und sorgen damit dafür, dass die Wanze aufhört zu fressen und sich fortzupflanzen.

Achtung: Verwenden Sie kein Paraffinöl zur Bekämpfung, da dieses zu den chemischen Mitteln gehört. Sie schädigen mit der Anwendung nicht nur Schädlinge, sondern auch nützliche Insekten, wie beispielweise den Marienkäfer.

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