Schnecken essen

Gartenbesitzer stellen sich häufig die Frage, welche Nahrung Schnecken bevorzugen. Schließlich können Schnecken die Pflanzen im Garten zerstören und das geliebte Gemüse auffressen.

Auf den Punkt gebracht

  • Gefräßige Schädlinge sind die sogenannten Nacktschnecken
  • Gehäuseschnecken kümmern sich bevorzugt um Gartenabfälle
  • eine Ausnahme ist der kannibalistische Tigerschnegel
  • Bekämpfung der Schnecken sollte schonend erfolgen

Unterschiede zwischen Nackt- und Gehäuseschnecken

Bei der Frage, welche Nahrung Schnecken im Garten bevorzugen, bedarf es einer Unterteilung zwischen den Nackt- und Gehäuseschnecken. Die Nacktschnecken sind Allesfresser, die sämtliche Pflanzen gefährden. Demgegenüber sind die Gehäuseschnecken die harmlosere Variante. Diese kümmern sich bevorzugt um den Gartenabfall.

Schnecke

Die Nacktschnecken

Nacktschnecken haben kein oder ein stark reduziertes Gehäuse. Zu dieser Gruppe gehören zahlreiche Schneckenarten. Eine kleine Anzahl dieser Nacktschnecken sind bekannte Schädlinge für den eigenen Garten. Bevorzugt essen diese indes die folgenden Dinge:

  • Salat
  • Kartoffeln
  • Fruchtgemüse
  • Obst
  • Meerrettich
  • junge Blumen
  • Kohl
Nacktschnecke

Die Gehäuseschnecken

Demgegenüber tragen die Gehäuseschnecken ihr Haus auf dem Rücken, in das sie sich zurückziehen können. Die Gehäuseschnecken kümmern sich tendenziell um die Gartenabfälle und stellen somit keine große Gefahr für die Pflanzenpracht dar. Bevorzugte Nahrungsmittel sind die Folgenden:

  • vergammeltes Obst
  • Kadaver
  • zersetzte Pflanzenreste
  • verwelkte Blätter
  • vermodertes Gras

Ausnahme: Tigerschnegel (Limax maximus)

Beim Tigerschnegel handelt es sich um eine besondere Art der Nacktschnecke. Diese wird 10-20 Zentimeter groß und ist in ganz Europa verbreitet. Die hellgelbe, unregelmäßige Musterung ist typisches Erkennungsmerkmal. Das Aussehen der Tigerschnegel unterscheidet sich indes von allen anderen Schneckenarten. Das Gleiche gilt für die Ernährung. Schließlich ernährt sich der Tigerschnegel nicht von Obst- und Gemüsepflanzen, sondern kannibalistisch. Die Schneckenart frisst die Eier anderer Schnecken und sogar ganze Exemplare.

Tigerschnegel (Limax maximus), Schnecken
Quelle: 4028mdk09, Großer Tigerschnegel Limax maximus Nordbaden Juni 2012, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Tipp: Der Tigerschnegel kann auf natürliche Art und Weise bei der Bekämpfung einer Schneckenplage helfen.

Nahrung im Winter

Sinkende Temperaturen im Herbst erschweren die Nahrungssuche für die Schnecken. Bevor der Wintereinbruch stattfindet, verkriechen sich die Schädlinge von Ihrem Grundstück. Erst im Frühjahr tauchen Nackt- und Gehäuseschnecke wieder auf, um sich weiter an Obst, Blumen und Co. zu erfreuen. Die Nacktschnecken verbuddeln sich diejenigen Bodenschichten, die frostfrei bleiben. Dort überwintern diese, da Kälte den Tod der Tiere bedeuten würde. Gehäuseschnecken können sich nicht im Boden verkriechen. Somit entscheiden sie sich für die Suche von geschützten Nischen.

Hinweis: Die Gehäuseschnecken verkriechen sich in einer geschützten Nische in ihrem Häuschen und verschließen dieses dann mit einer Kalkschicht.

Diese Pflanzen essen Schnecken nicht

Viele Haus- und Gartenbesitzer sind der Auffassung, dass Schnecken ziemlich alles im Garten vernichten. Allerdings gibt es einige Pflanzenarten, die nicht auf der Speisekarten der unterschiedlichen Schneckenarten stehen. Schnecken essen keine Pflanzen, in denen sich verschiedene Bitterstoffe und ätherische Öle befinden. Pflanzen haben diesen Schutzmechanismus entwickelt, um die Schnecken auf Abstand zu halten. Zugleich sind behaarte sowie dicke Blätter ein geeigneter Abwehrmechanismus gegen Schnecken. Die folgenden Gemüse-, Kräuter- und Blumensorten bleiben dementsprechend von den gefräßigen Schädlingen verschont.

Radieschen ernten

Gemüse:

  • Artischocke
  • Chicorée
  • Knoblauch
  • Mangold
  • Radieschen
  • Spargel
  • Zwiebel

Kräuter:

  • Gänsekresse
  • Kamille
  • Pfefferminze
  • Oregano
  • Salbei
  • Thymian
  • Zitronenmelisse

Blumen:

Kapuzinerkresse

Schnecken essen Salat

Besonders beliebt ist der Salat auf dem Speiseplan der Nacktschnecken. Beim Salat handelt es sich grundsätzlich um eine robuste Pflanze, die Sie leicht anbauen können. Die einzige Gefahr für Salat beim heimischen Anbau sind schließlich die gefräßigen Schnecken, die sich in Windeseile über das Salatbeet hermachen.

Tipp: Besonders effektiv ist ein Schneckenzaun. Diesen stellen Sie in der Sommersaison um das Salatbeet, um Ihre Ernte zu schützen.

Häufig gestellte Fragen

Welche natürlichen Fressfeinde gibt es?

Die natürliche Bekämpfung der Schneckenplage gelingt mit natürlichen Fressfeinden. Besonders der Igel isst Schnecken für sein Leben gern. Zudem können Gartenbesitzer Frösche am Teich ansiedeln, die Schnecken essen. Bei zahlreichen Vogelarten wie der Amsel stehen die gefräßigen Tiere auf dem Speiseplan.

Kann ich die Schnecken einfach einsammeln?

Eine Bekämpfung von Schnecken mit Gift und tödlichen Fallen ist nicht empfehlenswert. Schonende Vorgehensweisen sind das Mittel der Wahl. Folglich können Sie die Schnecken einfach im Garten einsammeln. Achten Sie darauf, dass Sie die Schnecken mehrere hundert Meter vom Garten entfernt aussetzen. Diese suchen sich dann einen anderen Lebensraum.

Wie ernähren sich Schnecken im Wald?

Schnecken passen sich einwandfrei ihren Lebensbedingungen an. Im Wald essen die Nacktschnecken Grünpflanzen mit jungen Blättern. Teilweise stehen auch Algen, Flechte oder Pilze auf dem Speiseplan.