Was fressen Raupen - Titel

Raupen sind die Larven der Schmetterlinge. Jede Art hat ihre eigene Futterpflanze, wobei einige auch mit Alternativen vorliebnehmen. Selbst in einem kleinen Garten kann es damit gelingen, Raupen zu fördern. Wir klären auf was Raupen am liebsten fressen.

Auf den Punkt gebracht

  • als Raupenfutter eignen sich vor allem Wildpflanzen
  • jede Art hat ihr bevorzugtes Futter
  • einige Pflanzen werden von vergleichsweise vielen Raupen gefressen
  • Schmetterlingsraupen lassen sich auch auf andere Art fördern
  • am besten ist ein möglichst naturnaher Garten

Nadelbäume

Einige Falterarten sind auf Nadelbäume spezialisiert, sie sind auf allen Arten anzutreffen. Dazu gehören:

  • Kiefernspinner
  • Kiefernspanner
  • Klosterfrau
  • Nonne
Gemeine Fichte
Die Fichte bietet Futter für Raupen einiger Falterarten.

Nadelbäume sind häufig zu groß, um sie in herkömmlichen Garten anzupflanzen. Sind Bäume vorhanden, sollten diese nur gefällt werden, wenn sie krank sind. Weitere Falterarten auf den jeweiligen Nadelbäumen:

  • Weißtanne: Forleule
  • Fichte: Kiefernschwärmer, Nadelholz-Baumspanner, Forleule
  • Waldkiefer: Kiefern-Harzgallenwickler, Kiefernschwärmer, Nadelholz-Baumspanner, Pinien-Prozessionsspinner, Forleule
  • Europäische Lärche: Kiefernschwärmer, Pinien-Prozessionsspinner

Laubbäume und Sträucher

Auch Laubbäume sind für den Garten häufig zu groß. Weiden und Haselnüsse eignen sich jedoch als Hecken und können auch entsprechend in Form geschnitten werden. Laubbäume mit den meisten Falterarten:

  • Salweide: über 60 Arten, Abendpfauenauge, C-Falter oder Trauermantel
  • Zitterpappel: über 30 Arten, Großer Eisvogel, Kleiner Schillerfalter, Ordensbänder
  • Rotbuche: 30 Arten, Schneckenspinner, Buchenmotte, Nachtpfauenauge
  • Stieleiche: über 45 Arten, Eichenschwärmer, Eulenspinner, Eichen-Prozessionsspinner
  • Haselnuss: über 20 Arten, Birkenspinner, Haseleule, Mondvogel
  • Hängebirke: über 30 Arten, Lindenschwärmer, Birken-Porzellanspinner, Silberblatt
Stieleiche
Unter anderem die Raupen des Eichen-Prozessionsspinner lieben die Stieleiche.

Garten- und Wildkräuter

Viele Raupen fressen verschiedene Kräuter. Sie machen dabei keinen Unterschied zwischen wilden Arten und Zuchtarten. So kommen diverse Falter auf heimischen Wiesensalbei genauso vor, wie auf Salbei, der im Garten gezogen wird.
Die wichtigste krautige Futterpflanze ist die Große Brennnessel.

  • Pflanzenfamilie: Brennnesselgewächse
  • Merkmale: 30 – 150 cm hoch, ausdauernde Staude, typische Brennhaare, verholzter Wurzelstock, Blätter länglich-eiförmig, gezähnt, Blüte unscheinbar
  • Vorkommen: nährstoffreiche, sonnige Standorte, Wegränder, Unkrautflure
  • Falterarten: Admiral, Distelfalter, Tagpfauenauge, Landkärtchen, Hausmutter, verschiedene Bären, Kleiner Fuchs
  • Nutzung und Förderung: Meist gilt die Brennnessel als Unkraut, allerdings kann sie auch als Heil- und Salatpflanze genutzt werden.

Weitere Kräuter im Garten oder auf der Wiese, die für Schmetterlingsraupen geeignet sind:

  • Gemeiner Hornklee: Kleewidderchen, Tintenfleck-Weißling, Braune Tageule
  • Löwenzahn: Herbstspinner, Achateule, Zimtbär
  • bunte Kronwicke: Veränderliches Widderchen, Kronwicken-Dickkopffalter, Kronwickenbläuling
  • Sauerampfer: Kleiner Feuerfalter, Dukatenfalter, Ampfer-Rindeneule
  • Spitzwegerich: Weißer Grasbär, Wegerichbär, Weißfleckenwidderchen
  • Salbei: Kleines Nachtpfauenauge, Gammaeule, Russischer Bär
  • Thymian: Thymianwidderchen, Graublauer Bläuling, Englischer Bär
Thymian-Widderchen
Die Raupen des Thymian-Widderchen bevorzugen das gleichnamige Kraut.

Hinweis: Es ist günstig, im Garten einige sonnige Stellen verunkrauten zu lassen und dort auch Brennnesseln zu dulden.

Gemüse

Viele Schmetterlingsraupen machen auch vor Gemüse nicht halt. Der äußerst seltene Schwalbenschwanz bevorzugt zum Beispiel Doldenblütengewächse. Dazu gehören Möhren, Fenchel, Dill und Pastinake bzw. deren wilde Verwandte.

Hinweis: Da der Schwalbenschwanz seine Eier stets nur einzeln ablegt, ist ein größerer Schaden an den Gemüsepflanzen nicht zu erwarten.

Durch Kohlweißlingsraupen gefährdet sind unterschiedliche Arten des Kohls und alle weiteren Kreuzblütler. Häufig treten die Schmetterlingsraupen in großen Gruppen auf, die die Pflanzen schnell kahl fressen.
Auch Schmetterlingsblütengewächse (Erbsen, Bohnen, Wicken) werden von verschiedenen Falterraupen befallen. Tritt der Befall nur einzeln auf, kann er geduldet werden.

Kohlweißling Raupe
Quelle: Bernd Kirchberg, Kohlweissling raupen, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Obst und Wildobst

Obst im Garten bereichert nicht nur den eigenen Speiseplan, sondern auch den, verschiedener Falterarten. Es lohnt sich, wenige kleine Bäume oder Sträucher zu pflanzen, um Schmetterlinge zu unterstützen.

  • Apfel: Weidenbohrer, Apfelwickler, Großer Fuchs
  • Himbeere: Roseneule, verschiedene Bären, Achat-Eulenspinner
  • Brombeere: Brombeer-Perlmuttfalter, verschiedene Eulen

Einige Falter können jedoch schnell zur Plage werden, weil die Raupen nicht nur die Blätter fressen, sondern auch die Früchte befallen.

Wildobst eignet sich für naturnahe Hecken. Dabei geht es weniger um hohen Ertrag, als vielmehr um den Nutzen für Vögel und Insekten. Die Früchte können trotzdem geerntet und verarbeitet werden. Schmetterlingsraupen mögen besonders folgende Arten:

  • Weißdorn: Trauerwidderchen, Segelfalter, Baumweißling
  • Eberesche: Zwetschgen-Gespinstmotte, Frühlings-Wollafter, Kupferglucke
  • Schlehe: Nachtschwalbenschwanz, Blaukopf, Schwan

Gräser

Die einzelnen Gräserarten lassen sich nur schwer unterscheiden und kommen im Garten eher selten vor, da für Rasen oder Wiesen bestimmte Saatgutmischungen verwendet werden. Um Schmetterlingsraupen auf Gräsern zu helfen, reicht es schon, sie nicht überall dort zu entfernen, wo sie wild wachsen. Einige Arten und die Falter, die sie bevorzugen:

Waldbrettspiel auf Landleitgras
Der Falter namens Waldbrettspiel bevorzugt Gräser, vor allem das Landleitgras.
  • Schafschwingel: Komafalter, Mauerfuchs, Weißer Waldportier
  • Aufrechte Trespe: Schachbrettfalter, Großes Ochsenauge, Berghexe
  • Landreitgras: Waldbrettspiel, Weißpunkt-Graseule, Schwarzkolbiger Braundickkopffalter
  • Pfeifengras: Kleespinner, Grasglucke, Weißbindiger Mohrenfalter

Sonstige Möglichkeiten Raupen zu fördern

Neben genügend Futter benötigen Raupen vor allem einen ungestörten Platz zum Verpuppen. Einige Raupenarten legen dafür auch größere Strecken zurück. Orte, an denen sich Schmetterlingsraupen verpuppen und teilweise überwintern:

  • lockere Erde (Gemüsebeete)
  • Gräser und holzige Pflanzenteile
  • Dachböden oder Keller
  • grobe Rinde an Bäumen
  • Reisig- oder Komposthaufen

Werden Puppen aufgefunden oder ausgegraben, sollten sie an diesem Ort verbleiben oder, wenn sie sich in Erde eingegraben haben, an anderer geeigneter Stelle wieder vergraben werden. Mit etwas Glück schlüpfen die Falter trotzdem.

Schmetterlinge unterstützen

Genauso wichtig wie die Förderung der Schmetterlingsraupen ist auch die Förderung der verschiedenen Falterarten, die insbesondere Nektarpflanzen und Überwinterungsorte benötigen.
Schmetterlinge, die im Winter im Keller oder auf dem Dachboden gefunden werden, sollten nicht gestört werden. Sie sind in einer Art Winterstarre und werden erst wieder «lebendig», wenn es wärmer wird.
Geeignete Nektarpflanzen:

Disteln als Futterpflanze
Disteln: für Menschen oft Unkraut, für Schmetterlinge wertvolle Futterpflanze
  • Kräuter: Salbei, Lavendel oder Dost
  • Sträucher: Sommerflieder, Liguster
  • Bäume: Obstbäume (einige Falter bevorzugen das Saugen an Fallobst)
  • Blumen: Phlox, Disteln

Häufig gestellte Fragen

Schaden die Raupen den Pflanzen?

Wenn sich viele Raupen an einer Pflanze befinden, können sie diese tatsächlich kahl fressen. Bei empfindlichen Pflanzen führt dies zum Absterben. Bäume oder auch die Große Brennnessel erholen sich schnell wieder.

Wie kann man einer gefundenen Raupe helfen?

Bewegt sich die Falterraupe sehr schnell fort, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie einen Ort zum Verpuppen sucht. Läuft sie über einen Weg oder eine Straße, reicht es, sie an den Rand zu setzen, sie sucht sich selbst einen geeigneten Ort.

Kann man Raupen selbst aufziehen?

Das ist äußerst schwierig. Es eignen sich nur sehr wenige Schmetterlingsarten dafür, die unkompliziert beim Futter und dem Verpuppungsort sind. Besser ist es immer, eine gefundene Raupe an einen Ort zu setzen, wo sich möglichst viel geeignetes Futter befindet. Sie sucht sich dann selbst eine Pflanze zum Fressen.