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Algen im Pool bekämpfen

Was hilft gegen Algen im Pool?

Ein Pool sorgt im Sommer für angenehme Abkühlung. Allerdings können bei mangelnder Pflege Algen schnell die Freude und das Wasser trüben. Verschiedene Hausmittel helfen bei der Bekämpfung von Algen im Pool.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • falsche und schlechte Poolreinigung Grund für Algenbildung
  • zu hoher pH-Wert des Wassers fördert Grünalgen
  • Essig senkt pH-Wert
  • Soda hebt pH-Wert des Wassers an
  • Poolabdeckung verhindert Verschmutzung des Wassers

Ursachen für Algenbildung

Schnell kann sich der sommerliche Badespaß im eigenen Pool in einen Albtraum verwandeln. Das Wasser ist trüb und von Grünalgen durchzogen. Gerade an sehr warmen Tagen und nach Gewittern ist eine plötzliche Verfärbung des Wassers sichtbar. Die bestehende Hitze und gleichzeitige Ionisierung der Luft ist für das Wachstum von Algen im Pool optimal. Daneben sorgen allerdings noch andere Faktoren für einen Algenbefall wie

  • unzureichende und schlechte Poolpflege
  • geringer Chlorgehalt im Wasser
  • keine Verwendung von Algenschutzmitteln (Algizid)
  • pH-Wert des Wassers über 7,5
  • Verschmutzungen im Wasser durch Laub, Insekten, Haare, Hautschuppen
  • ständige Einstrahlung von Sonnenlicht
Pool mit Kescher reinigen

Hinweis: Eine wöchentliche Reinigung des Pools kann einem Algenwachstum vorbeugen. Täglich sollten Laub und sonstige sich im Wasser befindliche Gegenstände mit einem Poolkescher „abgefischt“ werden.

Poolchemie ermitteln

Ganz wichtig für einen algenfreien Pool ist die regelmäßige wöchentliche Testung des Wassers. Zum Testen können Teststreifen aus der Apotheke verwendet werden. Diese geben alle notwendigen Auskünfte über den Chlorgehalt, den pH-Wert und die Alkalität. Alternativ kann auch ein digitales Messgerät zur Anwendung kommen. Die Poolchemie muss dabei folgende Werte aufweisen:

  • pH-Wert 7,2 bis 7, 4
  • Alkalität: 80 bis 150 ppm
  • Chlorgehalt: rund 3 ppm
ph-Wert im Pool mit Teststreifen messen
Die wichtigsten Werte rund um die Wasserqualität lassen sich einfach bestimmen.

Algen bekämpfen

Algen färben das Wasser nicht nur grünlich, sondern sie haben auch die Angewohnheit sich an den Poolwänden und dem Poolboden festzusetzen. Es entsteht so ein schmieriger Belag. Bei den ersten Anzeichen ist es notwendig geeignete Maßnahmen zum Entfernen der eukaryotischen Lebewesen zu ergreifen:

  1. Poolwasser testen. Zur nachfolgenden Behandlung sollte pH-Wert zwischen 7,0 und 7,4 liegen.
  2. Mittels Poolbürste Algen vom Boden und den Wänden gründlich entfernen.
  3. Anschließend folgt eine Stoß- bzw. Schockchlorung. Dazu je nach Beckengröße eine entsprechende Menge Chlorgranulat in den Skimmer füllen.
  4. Für zwei bis drei Tage Filteranlage einschalten. Gegebenenfalls etwas Algenverhüter zusätzlich einfüllen.
  5. Nach Behandlung Filter gründlich reinigen oder austauschen.
  6. Falls die Behandlung nicht zufriedenstellend war, hilft nur noch das Ablassen des Wassers und eine gründliche Reinigung des Pools.
Skimmer in Pool
Pool-Skimmer

Hinweis: Um einem erneuten Algenbefall zu verhindern, müssen auch alle Einbauteile und Schläuche gereinigt werden.

Hausmittel einsetzen

Zur Bekämpfung von Algen im Pool können auch verschiedene Hausmittel, die sonst in der Küche oder bei Putzarbeiten gute Dienste leisten, Anwendung finden. Bevor solche Mittel aber zur Anwendung kommen, sollte auf alle Fälle der pH-Wert des Wassers sowie die Beckengröße ermittelt werden. Denn nur so ist eine optimale Dosierung möglich:

Essig

Dieses Hausmittel gilt als sehr effektiv und kann anstelle eines pH-Wert senkenden Granulats eingesetzt werden. Essig senkt auf ganz natürliche Weise den pH-Wert des Wassers. So kann er verhindern, dass im Pool ein algenfreundliches Klima entsteht. Durch den Abbau von Essigsäuren werden Salze freigesetzt, die letztendlich zur Abtötung der Lebewesen beitragen. Zu beachten ist

  • 1 l Essig für 10 m³ Pool verwenden
  • dadurch Senkung pH-Wert um 0,2 möglich
  • einfach ins Wasser gießen
  • zur Verteilung im Wasser Pumpe einschalten
  • anschließend etwas Chlor zugeben, da Essig Nahrung für verschiedene Bakterien bietet
  • alternativ auch Einsatz von Zitronensäure möglich
Flasche Essigessenz

Soda

Im Gegensatz zum Essig wird Soda (Natriumcarbonat) bei einem zu niedrigem pH-Wert eingesetzt. Durch die Zugabe zum Wasser kann dieser um 0,2 angehoben werden. Allerdings wird durch Soda das Algenwachstum nicht bekämpft. Auf 10 Kubikmeter Beckengröße werden 50 Gramm Waschsoda verwendet.

  1. Pulver entweder kreisförmig und schrittweise bei laufender Pumpe einstreuen.
  2. Alternativ in vier Liter destilliertem Wasser auflösen.
  3. Pumpe mindestens acht bis zehn Stunden laufen lassen.
  4. Nach zehn Stunden Wasser erneut testen.
  5. Gegebenenfalls dem Wasser nochmals Soda zu setzen.
  6. Zum Schluss etwas Chlor ins Wasser geben, um erneute Eintrübung zu verhindern.

Hinweis: Anstelle von Chlor kann auch Aktivsauerstoff Verwendung finden. Er hat die gleiche Wirkung, ist aber geruchlos.

Natron

Das Bekämpfen des Algenwachstums ist auch mit Natron (Natriumhydrogencarbonat) nicht direkt möglich. Es kann lediglich zur Erhöhung der Alkalität des Wassers eingesetzt werden. Bei einer zu niedrigen Alkalität kann sich der pH-Wert schnell erhöhen, was wiederum ein gutes Klima für Algen schafft.

Päckchen Natron auf Tisch

Die Anwendung erfolgt genau wie bei Soda, mit dem Unterschied

  • pro 1.000 Liter Wasser Einsatz von 15 g Natron
  • dadurch Erhöhung der Alkalität um 10 ppm
  • um Wassereintrübung zu vermeiden, Pulver in Abstreifer geben

Salz

Eine geringe Dosierung Salz im Poolwasser hat nicht nur eine antiseptische Wirkung, sondern es werden auch Süßwasseralgen abgetötet. Daher ist der Einsatz von Salzanlagen in Schwimmbecken mit einer Salzkonzentration von 0,4 bis 0,7 Prozent ratsam. Jedoch kann Salz mit der Zeit metallische Gegenstände angreifen. Bereits eine Zugabe von Kochsalz kann bei der Bekämpfung des Algenwuchses hilfreich sein:

  • pro 1.000 Liter Wasser 2,5 bis 3,0 Kilogramm notwendig
  • entweder direkt bei der Befüllung des Beckens zugeben oder
  • nachträglich einstreuen
  • zur Auflösung und Verteilung Pumpe anschalten
Salz

Ascorbinsäure

Ascorbinsäure auch als Vitamin C bekannt, kann kurzfristig durch Algenwachstum getrübtes Wasser klären. Aufgrund einer chemischen Reaktion werden alle vorhandenen Eisenteilchen unsichtbar. Allerdings erfolgt keine Entfernung dieser Teile und ebenso keine Bekämpfung der Algen im Pool. Das Problem bleibt weiterhin nicht nur bestehen, sondern wird oftmals sogar weiter verstärkt, da die Säure dem Chlor entgegenwirkt. Einziger Vorteil: sie können entspannt weiterbaden.

  • Einsatz bei leichter Grünfärbung des Wassers
  • 100 g Pulver pro 10 m³ Beckengröße
  • Klärung Wasser innerhalb von 24 Stunden

Hinweis: Um einem Algenwachstum vorzubeugen sollte anstelle eines Kartuschenfilters ein Sandfilter zum Einsatz kommen und bei Nichtnutzung der Pool mit einer Schutzplane abgedeckt werden. Auch ein regelmäßiges Baden kann hilfreich sein.

Häufig gestellte Fragen

Sind Grünalgen im Pool für Menschen gefährlich?

Im Pool vorhandene Grünalgen sind für den Menschen nicht gefährlich und fügen auch der Poolanlage keine Schädigungen zu. Es kann zwar in diesem Wasser noch gebadet werden, allerdings ist es nicht sehr ästhetisch. Die Grünalgen färben das Wasser trüb und ziehen Insekten und Bakterien an, da sie ihnen als Nahrungsgrundlage dienen. Eine Verfärbung des Wassers weist auf eine unzureichende Poolpflege hin.

Was bedeutet die Aussage „das Wasser kippt“?

Durch die im Wasser vorhandenen Algen verfärbt es sich und wird trüb und unansehnlich. Mit anderen Worten, das Wasser kippt. Dabei verändert sich der Sauerstoffgehalt im Wasser. Schließlich sterben die Algen ab und setzen sich dann am Poolboden und den Wänden ab. Es entsteht ein schleimiger, schmieriger Belag. Es ist dann an der Zeit die Algen im Pool schnellsten zu bekämpfen und zu entfernen.

Wie oft sollte eine Poolpumpe laufen, um Algenbildung zu verhindern?

Bei Wassertemperaturen ab 25 °C ist es notwendig, die Umwälzpumpe im Pool mindestens einmal täglich anzustellen, damit das Wasser klar und sauber bleibt. Das gesamte Wasservolumen muss vollständig umgewälzt und gefiltert werden. Die meisten Pumpen brauchen dazu eine Laufzeit von mindestens acht Stunden am Tag.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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