Wassermelone

Die deutsche Sprache ist faszinierend komplex und im Laufe der Jahrhunderte haben sich zahlreiche Begriffe und Bezeichnungen für Früchte tragende Pflanzen entwickelt, die eigentlich nicht der botanischen Definitionen entsprechen. Wassermelonen und Oliven gehören ebenfalls in diese Kategorie, werden diese doch gerne in die falsche Bezeichnung eingefasst und sind somit häufig das Thema von Diskussionen. Dennoch ist die Frage durchaus berechtigt, denn was sind diese beiden Früchte nun eigentlich?

Beides sind Früchte

Bei beiden Erzeugnissen handelt es sich um Früchte. Eine Frucht ist trotz der allgemeinen Auffassung nicht sofort eine Obstsorte, da viele vermeintliche Gemüsesorten ebenfalls Früchte bilden. Bei Früchten handelt es sich nämlich um die Blüte der Pflanze selbst, die sich in der Samenreife befindet und ihre Samen über das gebildete Fruchtfleisch entweder schützt oder anderen Lebewesen schmackhaft macht, damit diese die Früchte verzehren. Dadurch können dann die im Fruchtfleisch enthaltenen Samen über den Verdauungstrakt der Lebewesen ausgeschieden werden, wie das zum Beispiel bei Beeren der Fall ist. Früchte gehören zum Obst und Gemüse dazu.

Hinweis: Bei der Wassermelone handelt es sich um eine Panzerbeere, während die Olive eine klassische Steinfrucht darstellt. Genau aus diesem Grund handelt es sich bei den beiden Pflanzen um Früchte.

Was sind Wassermelonen?

Bei der Wassermelone besteht der Irrtum, dass es sich beim Kürbisgewächs um ein Obst handelt. Das ist jedoch nicht der Fall, denn die Melone wächst nicht mehrjährig und muss jedes Jahr erneut ausgesät werden, damit sie Früchte tragen kann. Aus diesem Grund gehört die Wassermelone zu den Gemüsepflanzen, denn Gemüse wächst nicht als mehrjährige Pflanze. Zudem werden Gemüsepflanzen noch durch die Pflanzenteile definiert, die genutzt werden:

  • Wurzeln
  • Blätter
  • Knollen
  • Stängel

Das bedeutet, Wassermelonen wären in diesem Sinne keine Gemüsepflanze, da hier ja die Früchte genutzt werden, was wiederum für die Einteilung in den Sammelbegriff des Obstes sprechen würde. Zudem sind Wassermelonen süß, was ebenfalls zu dieser Kategorie passt. Mit etwa sechs Gramm Zucker auf 100 Gramm Fruchtfleisch gehört die Wassermelone nicht unbedingt zu den süßesten Früchten, doch erinnert sie im Geschmack nicht an typische Gemüsesorten, geschweige denn an einen Flaschen- oder Hokkaidokürbis, die zu den nächsten Verwandten innerhalb der Familie gehören. Um diese Verwirrung zu lösen, werden Melonen in die Kategorie des Fruchtgemüses, einer Art Hybrid-Kategorie, eingeteilt.

Wassermelone

Was ist Fruchtgemüse?

Bei Fruchtgemüse handelt es sich um Früchte, die Eigenschaften aus den beiden Kategorien verbinden. Das heißt, es finden sich nicht nur Charakteristiken aus Gemüsepflanzen, sondern auch Obst im Fruchtgemüse wieder, was sie einzigartig komplex macht. Neben den Melonen gehören hierzu noch:

  • Gurken
  • Auberginen
  • Paprika
  • Tomaten
  • Zucchini
  • Kürbisse
  • Hülsenfrüchte

Wie zu sehen ist, gehört die Gurke, die ebenfalls zu den Kürbisgewächsen gehört, ebenso wie die Zucchini, zum Fruchtgemüse, da es sich bei all diesen Pflanzen um Gemüsearten handelt, deren Früchte verzehrbar sind. Interessant ist dabei zu sehen, dass nur die Melonen süße Früchte innerhalb dieser Kategorie entwickeln, was erklärt, warum sie irrtümlicherweise zu den Obstsorten gezählt werden. Citrullus lanatus gehört demnach zum Fruchtgemüse, das einen der beliebtesten Snacks im Sommer darstellt. Wassermelonen verfügen zudem über Samen innerhalb des Fruchtfleisches, was ebenfalls eine Charakteristik für Fruchtgemüse, aber auch Obstsorten darstellt.

Was sind Oliven?

Bei Oliven besteht ebenfalls der Irrtum, dass es sich um eine Form des Gemüses handeln würde, was auch hier nicht der Fall ist. Oliven gehören zu den ältesten Nutzpflanzen des Menschen überhaupt und sind vor allem wichtig für den mediterranen Lebensraum, da die Früchte des Olivenbaumes nicht nur verzehrt, sondern auch zu Erzeugnissen wie Öl verarbeitet werden konnten. Aufgrund ihres leicht bitteren, herben Geschmacks und der Nutzung in der Küche werden Oliven zum Gemüse gezählt, obwohl sie es überhaupt nicht sind. Genau wie bei den Wassermelonen besteht dieser Fehler aufgrund des Geschmacks. Dabei ist der Wuchs des Olivenbaums komplett anders:

  • mehrjährig
  • wächst als Baum oder Strauch
  • bildet einzelne Früchte mit Stein
  • andere Teile des Olivenbaums sind nicht nutzbar

geerntete Oliven

All diese Anzeichen deuten stark auf den Wuchs eines Obstes hin. Diese Kategorie umfasst nämlich alle Frucht bildenden Pflanzen, von denen ausschließlich die Früchte geerntet werden. Zudem sind diese Pflanzen mehrjährig und viele Obstbäume können ein hohes Alter erreichen. Ein weiteres Beispiel für einen „Obstbaum“, der nicht süße Früchte trägt, ist die Avocado. Diese bildet zwar keine Steinfrucht, hier handelt es sich um eine Beere, doch ist sie ebenfalls nicht süß und wird meist für herbe Gerichte und Salate in der Küche genutzt. Oliven gehören klar in die Kategorie des Obstes, worüber auch die Steinfrucht Aufschluss gibt.

Was sind Steinfrüchte?

Steinfrüchte sind eine Wuchsform der Schließfrüchte, die sich ausschließlich an mehrjährigen Pflanzen finden, hauptsächlich an Bäumen und Palmen. Sie verfügen über einen einzelnen Samen, der geschützt in einer voluminösen Menge aus Fruchtfleisch oder separaten Schalen liegt und nur im Fall von Ausnahmen wie der Pistazie, Mandel, Brombeeren und Himbeeren verzehrt werden kann. Zu den Steinfrüchten gehören ebenso:

  • Pfirsiche
  • Zwetschgen
  • Mangos
  • Kirschen
  • Kokosnuss
  • Feige
  • Nektarinen

Dies ist nur eine kleine Auswahl, denn Steinfrüchte sind recht zahlreich und verfügen selbst über eine Sonderform, die Sammelsteinfrüchte mit Himbeeren, Brombeeren, Feigen und den Jackbaumfrüchten. Gezählt wird diese Wuchsform ausschließlich zu den Obstsorten. Daher ist es wichtig zu wissen, dass Oliven in diese Kategorie gehören. Im Gegensatz zu den Wassermelonen sind Oliven leichter zuzuordnen. Da bei ihnen nur der Geschmack nicht zur Einteilung passt, dafür aber der Wuchs und die Frucht an sich. Steinfrüchte vermehren sich über die inneren Steine fort, denn diese stellen die Samen dar und werden von Tieren, vor allem Vögeln, verschluckt und wieder an anderer Stelle ausgeschieden.

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