Kellerasseln sind für Menschen und Haustiere ungefährliche Lebewesen. In der Natur besitzen sie einen wichtigen ökologischen Wert, doch haben sie sich im Haus oder Keller breit gemacht, werden sie schnell zu unliebsamen „Mitbewohnern“. Bevor sie mit radikalen Methoden abgetötet werden, können sie mit ein paar Tricks und Hausmitteln lebend den Weg zurück in die Natur finden.

Lebensraum der Kellerasseln

Der Begriff Kellerasseln bezieht sich nicht darauf, weil sie ausschließlich in Kellerräumen ihren Lebensraum finden, sondern beruht auf dem Fakt, dass in Kellern vielfach ein feuchtes Klima und zusätzlich Dunkelheit vorherrschen. Das sind zwei Aspekte, die Kellerasseln anziehen, aber sie auch in Badezimmern, auf dem Dachboden oder Schuppen und Gewächshäusern anzutreffen sein können.

Sie lassen sich von Menschen freiwillig nicht davon abhalten, sich in passende Bereiche anzusiedeln. Bei Tageslicht verstecken sie sich an dunklen Stellen. Das kann beispielsweise unter Kartons, Wäschekörben, Waschmaschinen, Regalen/ Schränken oder Müllsäcken sein. Sie halten sich nicht ausschließlich auf dem Boden auf, sondern krabbeln vor allem im Dunkeln und nachts an jeder Möglichkeit empor, um nach Nahrung zu suchen.

Perfekte Nahrungsstellen

Auch deshalb zieht es sie oft in Feuchträume, weil sie sich dort auf die Nahrungssuche nach Algen, Schimmelpilzen und Moosbildungen zu machen und meist fündig werden. Aber auch verdorrtes Obst, Blätter, Holz, Eier von Spinnen sowie Insektenkadaver und Tierkot füllen ihren Magen. Vor allem weniger bewohnte beziehungsweise gesäuberte Räume wie Keller und Dachböden bieten sich hier besonders gut an, sofern sie eine entsprechend hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen.

Umzug aus dem Garten

Prinzipiell leben Kellerasseln in der Natur und sind insbesondere im feuchten Frühjahr sowie im Herbst vermehrt zu sehen. Wenn sie tagsüber ein dunkles Versteck suchen, stoßen sie nicht selten auf kleine Ritzen in Hauswänden oder Öffnungen an Fenstern und Türen, sodass sie in Häuser gelangen. Finden sie dort keine Nahrung und notwendige Feuchtigkeit vor, verziehen sie sich meist von allein wieder zurück nach draußen. Aber das kann dauern. Wer darauf nicht warten möchte, muss nachhelfen, um Kellerasseln aus dem Haus zu vertreiben und/oder sie zu bekämpfen.

Kellerassel, Porcellio scaber

Ursache erkennen und beheben

Wenn sich die kleinen käferartigen Tierchen mit dem wissenschaftlichen Namen „Porcellio scaber“ womöglich auch noch in Massen in einen Raum im Haus eingeschlichen haben, dann ist es höchste Zeit, genau dort Ursachenforschung zu betreiben. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist weniger die Ursache, sondern zieht sie nur an. Irgendwie müssen sie ihren Weg von Draußen ins Innere geschafft haben.

Schäden am Bauwerk

Wo viel Feuchtigkeit herrscht, kommt es oftmals mit der Zeit auch zu Mauerschäden. Untersuchen Sie, ob sich eventuell Risse im Mauerwerk befinden, über welche die Asseln herein gekommen sein können. Oftmals verziehen sich auch Fensterrahmen, vor allem, wenn sie aus Holz sind. Ebenso können sich hier kleine Spalten gebildet haben. Alte Fenster und Gitter können mit zunehmenden Alter an Dichtigkeit verlieren und kleine Ritzen entstehen lassen. Zum Bekämpfen der Landasseln muss in erster Instanz die Ursache behoben werden, damit keine neuen Exemplare nachkommen können.

Futterquellen

Finden die Porcellio scaber in feuchter Umgebung ausreichend Nahrungsquellen vor, bleiben sie, mehr kommen dazu und schließlich vermehren sich auch an Ort und Stelle. Bei einer Lebensdauer von rund zwei Jahren können sich so ganze Invasionen bilden, wenn Sie nicht eingreifen und sie nicht schnell vertreiben oder bekämpfen. Finden sie in feuchten Räumen keine Nahrung, wie bereits unter „Perfekte Nahrungsstellen“ beschrieben, ziehen vorhandene Tierchen meist freiwillig von dannen und mit einer wachsenden Anzahl der Krabbeltiere ist nicht zu rechnen. Deshalb sollten Sie bei Entdecken von Asseln stets mögliche Futterquellen wie Laub, Holz und Obst sowie vor allem Kartoffeln entfernen. Mit ein wenig Glück erledigt sich Ihr Problem mit ein paar wenigen „Mitbewohnern“ von allein. Wenn das nicht funktioniert oder es bereits zu viele sind, müssen Sie sie mit Tricks vertreiben und zum „Auszug“ zwingen.

Kellerasseln loswerden

Durch Tötung bekämpfen

Kellerasseln im Haus sind lästig und sollten sich dort auch nicht aufhalten. Dennoch sollte von Sprays zur Bekämpfung von Asseln abgesehen werden. Sie sind für die Natur sehr wertvoll und Sprays in der Regel immer darauf ausgerichtet, die Tiere zu töten. Es gibt zwar umweltfreundliche (Bio-) Produkte, aber auch hier ist eine Tötung das Wirkungsergebnis. Das muss nicht sein, denn Kellerasseln können Sie auch mit natürlichen Hausmitteln vertreiben, ohne dass es eines großen Aufwands bedarf.

Bekämpfen mit Mineralpulver

Wenn sich die Porcellio scaber im Haus breit gemacht hat, können Sie diese mit speziellem Mineralpulver bekämpfen. Am besten eignet sich Kieselmehl, das auch als Kieselgur bekannt ist. Die Hauptbestandteile sind fossile Kieselalgen. Sie besitzen eine scharfkantige Oberfläche. Auf dem Boden ausgestreut, wandern die Kellerasseln über diese hinweg und reißen sich dabei ihren Panzer auf. In der Folge verlieren Sie Körperfeuchtigkeit und vertrocknen. Bei der Anwendung von Kieselgur ist Vorsicht geboten, denn durch die scharfen Elemente könnten beim Einatmen die Atemorgane verletzt werden. Deshalb unbedingt für einen entsprechenden Nasen- und Mundschutz sorgen oder zumindest die Luft beim Verteilen des Mineralpulvers anhalten.

Mineralpulver
Mineralpulver

Kellerasseln natürlich aus dem Haus vertreiben

Natürliche Fressfeinde

Singvögel, Mäuse und verschiedene Krötenarten gehören zu den natürlichen Fressfeinden von Asseln. Allerdings sind diese schwierig in das Wohnumfeld zu integrieren. Alternativ bieten sich hier Fadenwürmer an. Diese sind im Tier- oder Gartenfachhandel erhältlich. Die Fadenwürmer beziehungsweise die Steinernema carpocapsae, fressen die Asseln zwar nicht, aber infizieren sie mit Bakterien, die bei Asseln zum Tod führen.

Das Problem liegt beim Bekämpfen auf diese Art in der Herstellung des Kontakts. Fadenwürmer sind nicht wirklich mobil, sodass die Porcellio scaber zu den Fadenwürmern zu locken sind. Das gelingt zum Beispiel mit speziellen Kellerasselfallen, in welchen ein Lockstoff vorhanden ist. Dieser zieht die Asseln an. Befinden sie sich in der Falle, in der zuvor die Fadenwürmer gelegt wurden, berühren sie sich. Die Fadenwürmer gelangen so in den Verdauungstrakt der Tiere und verteilen dort die Bakterien im Körperinneren. In der Folge sterben die Asseln daran. Die Fallen können auch ohne Fadenwürmer verwendet und die Asseln anschließend im Freien ausgesetzt werden.

Natürliche Köder

Möchten Sie Porcellio scaber vertreiben, können Sie das simpel mit Kartoffeln oder Ähnlichem. Folgendermaßen sollten Sie dabei vorgehen:

  • Verwenden Sie verdorrtes Obst, verrottetes Gemüse oder Fallobst
  • Schneiden Sie in Kartoffeln, Mohrrüben oder Ähnlichem eine tiefes Loch
  • Legen Sie das präparierte Obst/Gemüse in dem betroffenen Raum aus
  • Die Kellerasseln werden sich nun daran zu schaffen machen und in die Aushöhlungen fallen
  • Sammeln Sie dann die „Köder“ mit den Asseln ein
  • Sie können die gefangenen Tiere idealerweise in der Natur aussetzen oder zusammen mit den Lockmitteln im Hausmüll entsorgen

Fallobst, Apfel

Alkohol

Effektiv wirkt Alkohol zum Bekämpfen von Kellerasseln. Dieser wird in den Raum mit den Tierchen gestellt. Am besten eignet sich Weingeist als Lockmittel. Eine schnellere Wirkung zeigt das großflächige Ausbringen von Alkohol auf Wänden oder dem Boden. Vor allem Weingeist zieht die Tiere an und betäubt sie durch den Alkoholgeruch. Anschließend brauchen Sie nur noch mit dem Besen oder Staubsauger die betäubten Asseln einsammeln und schnell außerhalb des Hauses zu entsorgen. Beachten Sie dabei, dass die Porcellio scaber nicht an dem Alkohol sterben, sondern lediglich für ein paar Stunden außer Gefecht gesetzt werden. Dementsprechend sollte eine kurzfristige Kontrolle erfolgen, ob sich betäubte Tiere finden lassen, damit sie schnell aus dem Haus „verlegt“ werden können.

Salbei

Wenig Aufwand bietet das Vertreiben mit Salbeiblättern. Die Kellerassel mag den Geruch nicht. Nimmt sie ihn war, sucht sie das Weite. Hier empfiehlt es sich natürlich, zuvor nicht die Wege zu blockieren, über welche die Asseln in das Haus gefunden haben.

Einem Kellerassel-Befall vorbeugen

Damit Sie das Problem mit Porcellio scaber nicht haben beziehungsweise nicht noch einmal in ihrem Haus vorkommt, sollten Sie sich zur Vorbeugung an folgende Tipps vor allem in Kellerräumen und auf Dachböden halten:

  • Staunässe/ Wasserpfützen unbedingt vermeiden
  • Vor allem im Frühjahr und Herbst mindestens zwei- bis dreimal feuchte Räume Stoßlüften (kurz aber effektiv lüften)
  • auf Aufhängen von feuchter Wäsche in Lager- und Abstellräumen verzichten
  • Fensterbereiche auf vorhandene Bauschäden wie Risse in Wänden oder Spalten überprüfen und bei Vorkommen beheben
  • Fliegengitter an Keller- und Dachbodenfenster anbringen
  • keine organische Abfälle wie verdorrtes Obst lagern oder Lagerbestände regelmäßig auf eventuelle Verrottungen kontrollieren
  • vor allem unbewohnte Lager- und Abstellräume regelmäßig reinigen, damit tote Insekten und deren Kot keine Futterquelle bieten

Kellerassel, Porcellio scaber

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