Wassermelonen anbauen: Aussaat, Pflanzen und Pflege | Anleitung

Die Pflanze der Wassermelone wird weltweit in Gebieten angebaut, in denen Wärme das Klima bestimmt. Dies beruht auf der Herkunft der Citrullus lanatus, die in Afrika liegt und dort kontinuierlich höhere Temperaturen herrschen. Aber mit der richtigen Pflegeanleitung und professionellen Tipps kann die Aussaat von Wassermelonen auch im kühleren Mitteleuropa gelingen.

Wassermelonen anbauen

Standort

Wenngleich Wassermelonen in der Regel wenig Aufmerksamkeit für sich in Anspruch nehmen, so stellen sie aber in puncto Standort einige Bedingungen, die für ein gesundes Wachstum sowie eine reichhaltige Ernte erfüllt werden sollten. Diese lauten wie folgt:

  • Lichtverhältnisse: sonnig – mindestens sechs Stunden Sonnenlicht am Tag
  • Windgeschützt – kühle Zugluft vermeiden
  • Optimal ist ein Platz vor einer Südwand oder im Gewächshaus
  • Ausreichend Platzangebot nach allen Seiten für ungestörte Ausbreitung (zwischen 1.2 und 2 Quadratmeter)

Wassermelone 'Crimson Sweet'

Bodenbeschaffenheit

  • Sandiger, humoser Boden
  • Locker und durchlässig
  • pH-Wert: zwischen 6.0 und 7.0

Zeitpunkt

Vorgezogene Jungpflanzen

Wer im Handel eine vorgezogene Jungpflanze kauft, muss berücksichtigen, dass Frost das Aus für sie bedeuten würde. Aus diesem Grund darf sie auf keinen Fall vor den Eisheiligen ins Freiland gesetzt werden. Optimal ist ein Zeitpunkt zwischen Ende Mai und Anfang Juni. Die Temperaturen sollten nicht mehr unter 12 °C fallen, da die Pflanze darauf bereits empfindlich reagieren kann.

Samen

Samen keimen ab einer Umgebungstemperatur von 21 °C. Werden sie in das Beet gepflanzt und Kälte trifft auf sie, besteht ein großes Risiko, dass der Samen zerstört wird. Aus diesem Grund ist der beste Zeitpunkt zur Aussaat ins Freiland meist erst frühestens im Juni gegeben. Dann reicht in der Regel die Zeit von der Keimung bis zur Ernte aber nicht aus. Aus diesem Grund sollten Sie auf das Aussäen ins Beet verzichten und nur ein vorgezogene Pflanzen einpflanzen.

So wird dabei vorgegangen:

  • Vorziehen: Mitte April
  • Anzuchttopf oder anderes geeignetes Gefäß mit Anzuchterde füllen
  • Einen Samen pro Topf verwenden
  • Diesen mittig 1 bis 2 Zentimeter in die Erde drücken
  • Leicht mit Erde bedecken
  • Mit kalkarmen Wasser die Erde besprühen (Erde muss gut feucht sein, aber nicht durchnässt)
  • Lichtdurchlässige Kunststofffolie über den Anzuchttopf spannen (bis zum Pikieren belassen)
  • Alle zwei Tage Folie lüften und Erde mäßig befeuchten
  • Optimale Umgebungstemperatur: 21 °C (nicht unter 18 °C oder über 24 °C)
  • Standort: sonnig, trockene Heizungsluft vermeiden, optimal ist eine nach Süden ausgerichtete Fensterbank
  • Alternativ: lichtdurchflutetes, beheiztes Gewächshaus
  • Keimung: 6 bis 10 Tage
  • Pikieren: nachdem sich das erste Blatt gebildet hat
  • Ab Ende Mai kann die Jungpflanze ins Freie gesetzt werden

Melonen Jungpflanzen

Gewächshaus

Früher können Jungpflanzen in einem Gewächshaus gepflanzt werden. Ab Ende April ist hier der optimalste Zeitpunkt, sofern die Nächte keine eisigen Temperaturen mehr aufweisen. Sobald die Temperaturen kontinuierlich über 12 °C liegen, spricht nichts gegen eine Umpflanzung ins Freie.

Wassermelonen pflanzen

Ins Beet

Das Einpflanzen von Jungpflanzen gestaltet sich recht einfach:

  • Pflanzloch ausheben, in das Wurzeln gut hineinpassen und nicht abgeknickt werden
  • Auf Pflanzboden Schicht aus Kies oder Quarzsand auslegen (Drainage minimiert das Staunässe-Risiko)
  • Ausgehobene Erde großzügig mit Kompost vermischen (Pflanze braucht viel Nährstoffe)
  • Wassermelone einsetzen und mit Erde Wurzeln zuschütten
  • Mäßig angießen
  • Pflanzabstand: circa 1 Meter
  • Bei Bedarf Rankhilfe aufstellen

Tipp: Steht zu wenig Platz im Beet zu Verfügung, eignen sich kompakte Wassermelonensorten, die deutlich weniger Raum zum Wachsen benötigen.

Topfpflanzung

Wassermelonen können alternativ in einem Topf/ Kübel angepflanzt werden, sodass auch diejenigen nicht auf den Selbstanbau verzichten müssen, die anstelle eines Gartens einen Balkon besitzen. Grundvoraussetzung ist, dass ein Topf/Kübel mit großem Umfang gewählt wird, damit sich die Pflanze ausreichend ausbreiten kann. Kompakt-Sorten erlauben die Verwendung von kleineren Töpfen/ Kübeln.

Beim Einpflanzen ist dabei nahezu gleich vorzugehen, wie bei der Beeteinpflanzung. Anstatt herkömmlicher Gartenerde sollten Sie ein nährstoffreiches Substrat verwenden, das mit einem Teil Sand und/ oder Lehm angereichert ist. Optimal eignet sich auch ein Substrat auf Kompostbasis.

Tipp: Topfpflanzen sollten Sie nicht in die pralle Sonne stellen, da sie zu einem zügigen Austrocknen neigen und dies eine Ernte ruinieren kann.

Gewächshaus

Das Pflanzen in ein Gewächshaus erfolgt auf gleiche Weise wie unter „ins Beet“ und „Topfpflanzung“ beschrieben. Hier sollten Sie allerdings darauf achten, Türen und/ oder Fenster während der Blühphase täglich für einige Stunden zu öffnen. Bleiben sie verschlossen, finden Insekten den Weg hinein nicht, eine Bestäubung bleibt aus und ebenso die Fruchtbildung.

Blüte einer Melone

Pflege

Gießen

Wassermelonenpflanzen benötigen viel Wasser. Die Erde darf nie komplett austrocknen, denn in der Regel ist die nicht wieder gut zu machen und die Citrullus lanatus stirbt ab. Vor allem an heißen Sommertagen kann zweimaliges Gießen erforderlich sein. Einen besonders hohen Wasserbedarf hat die Pflanze auch, wenn sie sich in der Fruchtbildungsphase befindet. Mindestens einmal am Tag sollten Sie dann gießen.

Zusätzlich sollten Sie folgende Tipps berücksichtigen:

  • Kein kaltes Gießwasser verwenden
  • Abgestandenes Gießwasser oder Regenwasser verwenden
  • Blätter nicht benässen – erhöht Risiko von Echtem Mehltau
  • Staunässe vermeiden

Düngen

Wassermelonen besitzen einen hohen Nährstoffbedarf. Der Boden kann dies jedoch meist nur bedingt bereitstellen. Aus diesem Grund ist ein Düngen ratsam, damit die Pflanze prächtig wachsen kann und Früchte bildet. Beim Düngen sollten Sie sich an folgende Ratschläge halten:

  • Beim Einpflanzen Erde mit Kompost vermengen
  • Nach Eintopfen/ Einpflanzen von Jungpflanzen ca. vier Wochen Wartezeit einhalten
  • Düngerhythmus: alle zwei Wochen
  • Ausnahme: vor Fruchtbildung einmal wöchentlich düngen
  • Empfohlener Dünger: biologischer Flüssigdünger für Gemüse
  • Alternativ: Pferdemist

Schneiden

Damit sich Blüten bilden, ist eine Verzweigung unabdingbar, da diese nur daran blühen und für die Fruchtbildung entsprechend bestäubt werden können. Deshalb sollten Sie die Spitzen von Jungpflanzen regelmäßig schneiden, sobald sich die ersten fünf Blätter zeigen.

Erste Früchte 

Wenn sich erste Früchte gebildet haben, nehmen diese kontinuierlich an Gewicht zu und werden früher oder später nach unten sacken und auf dem Boden aufliegen. Da die Wassermelone einen hohen Wasserbedarf hat und dementsprechend die Erde gleichmäßig feucht zu halten ist, liegt dann die Frucht auf dem feuchten Boden auf. Der untere Bereich kann auf diese Weise schnell faulen und die Frucht für den Verzehr unbrauchbar machen. Deshalb ist es angeraten, Styroporplatten oder Ähnliches unter die Frucht zu legen, damit der direkte Kontakt mit der feuchten Erde verhindert wird.

Ernte

Zeitpunkt

Damit Wassermelonen ihre Reife nebst vollem süßlichen Aroma erreichen, ist bei der Ernte auf den richtigen Zeitpunkt zu achten. In der Regel liegt die Erntezeit dieser Kürbisart zwischen August und Herbstbeginn. Die Größe allein bestimmt nicht den Reifezeitpunkt, denn je nach gegebenen Wetter-, Pflege- und Standortbedingungen sowie natürlich nach Sorte, können sie eine Größe zwischen 20 Zentimeter und 50 Zentimeter und ein Gewicht von 20 Kilogramm oder mehr erreichen. Zeigt eine Wassermelone die folgenden Eigenschaften, ist der optimale Reifezustand erreicht:

  • Schale ist Dunkel-grün und weist gelbliche Stelle auf
  • Beim „Anklopfen“ erklingt ein dumpfer Ton
  • Spätester Reifezeitpunkt im Herbst, wenn die Blätter verwelken

Wassermelone aufgeschnitten

Ernten

Ist die perfekte Reifezeit gekommen, können Sie die Wassermelone mit einem scharfen Messer von der Pflanze trennen. Der Schnitt hat so zu erfolgen, dass der Stängel an der Citrullus lanatus bestehen bleibt. Durch den Stängel bleibt sie verschlossen und länger haltbar.

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