Weigelie schneiden – 3 Schritte-Anleitung für den perfekten Rückschnitt

Weigelie, auch Glockenstrauch im Garten

Weigelie, auch Glockenstrauch genannt, ist mit ihren glockenförmigen Blüten eine wahre Augenweide. Der aus Asien stammende Strauch fühlt sich an einem sonnigen Standort am wohlsten und besticht mit seinen leicht überhängenden Ästen. Weigelie ist an und für sich sehr pflegeleicht. Allerdings muss sie regelmäßig geschnitten werden. Das Zurückschneiden schützt den Strauch vor Vergreisung und regt zudem die Entwicklung von Blüten an.

Warum schneiden?

Weigelien blühen im späten Frühling. Sie reihen sich mit ihrer üppigen Blütenpracht nach den Forsythien und vor der Rosenblüte ein. Deswegen werden sie gerne als „Übergangsblüher“ zwischen den Frühlings- und Sommerblühern bezeichnet, obwohl sie im August nach entsprechendem Schnitt auch eine zweite Blüte hervorbringen können. Allerdings muss die Weigelie regelmäßig geschnitten werden.

Ein Rückschnitt beugt Folgendem vor:

  • Rückgang der Blütenpracht
  • Verkahlung
  • Vergreisung

Wird der Strauch von Anfang an geschnitten, gedeiht er buschig, und seine üppige Blütenpracht bleibt über Jahre hinweg erhalten.

Weigelie sollte fachgerecht geschnitten werden

Pflanzschnitt

Bei der Weigelie beginnt das Zurückschneiden bereits mit dem Auspflanzen im Garten im Herbst oder Frühjahr. Im Fachhandel bekommt man Weigelien in der Regel als Containerpflanzen mit drei Haupttrieben. Ihre Wuchshöhe liegt zwischen 60 bis 100 Zentimeter. Er sollte am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Platz ausgepflanzt werden. Damit er schön buschig wächst, muss bereits nach dem Auspflanzen das erste Mal geschnitten werden.

Folgendes ist zu beachten:

  • Einkürzen aller Triebe um ein Drittel bis die Hälfte
  • Schnitt rund einen Zentimeter oberhalb eines Blattknotens durchführen
  • in den beiden Folgejahren Zweige nach der Blüte um ein Drittel kürzen

Dieser Schnitt regt den Strauch zu Verzweigungen an den Schnittstellen an, sodass er sich schön dicht entwickelt. Wird der Schnitt in den nächsten beiden Jahren fortgesetzt, wächst der Strauch buschig weiter. Ein kleiner, aber zu verschmerzender Nachteil des Pflanzschnitts ist, dass der Glockenstrauch im ersten Jahr nur wenige Blüten ausbildet. Dafür blüht er aber in den Folgejahren umso prächtiger.

Rückschnitt

Die Weigelie gehört botanisch gesehen zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Pflanzen dieser Familie legen ihre Knospen im Herbst bis Winter an. Die kommende Blüte gedeiht am alten Holz und die sog. Winterknospen entwickeln sich somit vor dem Neuaustrieb im Frühling. Deshalb darf Weigelia nicht im Frühjahr geschnitten werden. Ein Verlust der Blüte wäre die Folge. Der beste Zeitpunkt für einen Schnitt im Sinne eines Formschnitts ist daher im Juni bzw. Juli direkt nach der Blüte.

Weigelie mit voller Blütenpracht

Weigelien neigen mit zunehmendem Alter zur Vergreisung. Die Folge sind weniger Knospen. Auch beginnen die Äste im inneren des Strauchs zu verkahlen, was der sonst so üppig blühenden Weigelie ein kümmerliches Aussehen verleiht. Daher ist es am besten, diesem moderaten Schnitt bereits bei jungen Sträuchern durchzuführen.

Gehen Sie wie folgt vor:

  • Schnitt nach der Blüte im Juni oder Juli durchführen
  • bei drei- bis vierjährigen Sträuchern Zweige um ein Drittel kürzen
  • bei älteren Sträuchern lange Triebe um 30 bis 40 Zentimeter kürzen
  • ein bis zwei Zentimeter oberhalb eines schlafenden Auges schneiden

Je nach Weigelia-Sorte führt dieser Schnitt zu einer erneuten Blüte im Spätsommer bis Herbst. Ist auch diese Blüte vorbei, wird der Strauch ausgeputzt, also Verblühtes abgeschnitten. Setzen Sie dabei den Schnittpunkt nicht zu tief an. Der Glockenstrauch beginnt nämlich zu dieser Zeit bereits mit der Bildung der Knospen für die Blüte im nächsten Jahr.

Geschnitten wird an einem regenfreien, nicht zu heißen Tag. So können die Wunden an der Pflanze besser verheilen. Nisten Vögel im Strauch, darf nicht geschnitten werden. In diesem Fall muss der Schnitt auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. Wächst die Weigelie in einer Hecke, reicht ein einfacher Formschnitt auf die gewünschte Höhe und Breite.

Rückschnitt im Spätwinter

Nach dem moderaten Formschnitt nach der Blüte erfolgt ein weiterer Schnitt im Spätwinter. Die beste Zeit für diesen Erhaltungsschnitt ist Januar bis Februar. Geschnitten darf aber nur an frostfreien Tagen werden. Ziel dieses Schnitts ist die Entfernung von abgestorbenem, schwachem und falsch wachsendem Holz, sodass der Strauch wieder luftig und kompakt wachsen kann.

Dabei gehen Sie wie folgt vor:

  • abgestorbene Äste auf Bodenhöhe kürzen
  • bei sehr dicht stehenden Ästen: Schwächeren Zweig an der Gabelung abschneiden
  • keine Stummel stehen lassen
  • nach innen wachsende Zweige bis zu einem nach außen stehenden Auge zurückschneiden
  • erfrorene Triebe werden bis ins gesunde Holz abgeschnitten

Die Schwierigkeit bei diesem Schnitt besteht darin, die richtigen Zweige zu erkennen. Schließlich sind in den gesunden Zweigen bereits die Blüten und Blätter für das kommende Frühjahr angelegt. Dies ist auch bei laublosen Ästen und Zweigen der Fall.

Weigelie mit glockenförmigen Blüten

Sind Sie sicher unsicher, welche Zweige nun geschnitten werden sollen, hilft ein einfacher Trick die „Lebendigkeit“ des fraglichen Astes zu überprüfen. Kratzen Sie mit einem scharfen Messer ein wenig von der Rinde des Zweiges ab. Ist das Gewebe darunter braun, ist der Zweig leblos. Erscheint eine grüne Farbe, ist der Zweig gesund und vital.

Radikaler Schnitt

Wird Weigelia über Jahre nicht geschnitten, wird sie mit einem radikalen Schnitt wieder zum Leben gebracht. Zwar geht mit der Verjüngung die Blüte im Schnittjahr verloren, dafür blüht der Strauch in den Folgejahren bei richtigem Schnitt umso opulenter. Für einen radikalen Schnitt gehen Sie nach den folgenden Schritten vor.

  • Zeitpunkt: Januar bis Februar
  • alle Triebe auf 30 Zentimeter kürzen
  • Totes Holz auslichten

Versiegeln

Große Schnittwunden versiegeln

In der folgenden Wachstumsperiode können Sie den Glockenstrauch erst einmal sich selbst überlassen. Ein weiterer Schnitt erfolgt dann erst wieder im nächsten Winter. Schließlich soll der Strauch buschig weiterwachsen. Wählen Sie aus den Jungtrieben pro Haupttrieb ca. vier bis fünf kräftige Triebe aus. Diese werden um ein Drittel gekürzt. Alle anderen Triebe werden komplett abgeschnitten.

Nach der Blüte erfolgt dann der moderate Formschnitt. Damit ist der Strauch in den jährlichen bzw. zweijährlichen Schnittablauf eingebunden.

Weigelie ist ein Geißblattgewächs

Werkzeug

Verwenden Sie zum Schneiden saubere und scharfe Werkzeuge. Für kleinere Schnitte reicht eine normale Gartenschere. Dickere Äste und Zweige sollten mit einer speziellen Strauchschere geschnitten werden. So vermeiden Sie Verletzungen an benachbarten Trieben. Eine Säge ist nur bedingt zum Einsatz geeignet, da sie ungewollte Verletzungen an Ästen und Zweigen verursachen kann. Wer mit einer Säge arbeiten will oder muss, sollte sie also sehr vorsichtig einsetzen.

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