Weihnachtsstern gießen: wie oft und wie viel? So bleibt er lange schön
Zur Adventszeit hat der Verkauf von Weihnachtssternen Hochkonjunktur. Er erfreut sich besonders in dieser Zeit größter Beliebtheit. Leider zeigt er sich meist mit einer nur kurzen Lebensdauer. In vielen Fällen überlebt er nicht mal bis zu den Weihnachtsfeiertagen. Schuld ist oft eine fehlerhafte Pflege, bei der vor allem das Gießen eine große Rolle spielt. Wie richtig gegossen werden sollte, um die Lebensdauer zu verlängern, wird im Pflanzen-Magazin beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
Wichtigkeit des richtigen Gießens
Kaum eine andere Zimmerpflanze reagiert mit so einem zügigen Absterben, wie der Weihnachtsstern, wenn er nicht richtig gegossen wird. In der Regel gewöhnen sich die verschiedensten Pflanzenarten an die klimatischen Gegebenheiten in ihrer neuen Heimat. Der Euphorbia pulcherrima hingegen zeigt sich extrem sensibel vor allem in Bezug auf die Wasserversorgung, wenn diese nicht den Gegebenheiten der Ursprungsregion entspricht. Viele Hobbygärtner und Pflanzenliebhaber wissen dies nicht und meinen es einfach zu gut und fügen damit der Poinsettie, wie der Weihnachtsstern auch genannt wird, einen lebensbedrohlichen Schaden zu.
Gießen anpassen
ursprüngliche Wetterverhältnisse
Die Lebensdauer einer Euphorbia pulcherrima können Sie deutlich und im Idealfall über Jahre hinweg verlängern, wenn Sie sich beim Gießen an die typische Witterung in den Herkunftsländern Mittelamerikas halten. Während in Mitteleuropa regelmäßige sowie gleichmäßige kleine oder große Wassermengen üblich sind, ist der Euphorbia pulcherrima nur seltenere, aber dafür kurze, heftige Regenschauer gewohnt. Diese Gießweise ist in deutschsprachigen Gefilde recht ungewöhnlich und wird deshalb meist auch nicht in Betracht gezogen, wodurch eine kurze Lebensdauer nahezu zur Regel wird.
Regelmäßig zu viele Wassermengen zu verabreichen, führt bei Weihnachtssterne vielfach sogar nur zu einer Lebensdauer von wenigen Wochen. Deshalb gilt grundsätzlich, das Gießen den ursprünglichen Wetterverhältnissen der Herkunftsregion anzupassen, um eine deutlich höhere Lebenserwartung zu erreichen.
Weihnachtsstern richtig gießen
Zeitpunkt
Um die Regenverhältnisse der Ursprungsregion nachzuahmen, sollten Sie den Christstern erst gießen, wenn das Substrat zwar noch minimal feucht, aber dennoch gut abgetrocknet ist. Er kommt mit einem vollständig ausgetrockneten Boden ebenso schlecht zurecht, wie bei einer dauerhaften starken Nässe. Vor allem Staunässe lässt ihn schnell zugrunde gehen.
Wann der beste Zeitpunkt gegeben ist, können Sie simpel mit dem Daumentest herausfinden. Dieser funktioniert folgendermaßen:
- Drücken Sie mit dem Daumen in die Substratoberfläche
- Lässt sich der Daumen mehr als zwei Zentimeter eindrücken, nicht gießen
- Lässt sich der Daumen weniger als zwei Zentimeter eindrücken, ist der beste Zeitpunkt zur Wässerung gekommen
Tipp: Prüfen Sie während der Heizperiode den Feuchtigkeitsgehalt des Substrats lieber einmal öfter, als zu wenig. Trockene Heizungsluft kann in Verbindung mit der raschen Wasseraufnahme der Wurzeln plötzlich viel schneller die Erde austrocknen lassen, als erwartet. Einmal ausgetrocknet, nimmt das Absterben oftmals bereits seinen Lauf.
Menge
Weihnachtssterne sind sehr durstig, wenn sie Wasser bekommen und ziehen es verhältnismäßig schnell in ihre Wurzeln auf. Am liebsten mögen sie es, wenn diese vollgesogen mit Wasser sind, damit sie ausreichend Wasser speichern können. Aus diesem Grund sollten Sie eine Poinsette immer großzügig gießen.
Gießen Sie stets in einem Vorgang. Das Gießwasser darf und sollte sogar kurzfristig auf der Erdoberfläche stehen. Aber dann darf auf keinen Fall nochmals nachgegossen werden, wenn es versackt ist. Das wäre dann zu viel Gießwasser.
Qualität des Gießwassers
Bei dem Weihnachtsstern handelt es sich um eine Kalk-empfindliche Pflanze. Vor allem bei Berührung mit kalkhaltigem Gießwasser an den Blättern und Blüten verliert sie schnell ihre Brillanz und im schlimmsten Fall auch ihr Laub.
Abflussmöglichkeit schaffen
Abflussloch im Topf
So sehr die Euphorbia pulcherrima viel Gießwasser auf einmal mag, so empfindlicher reagiert sie auf Staunässe. Diese verträgt sie nicht und sollte dementsprechend verhindert werden. Das erreichen Sie, indem Sie unter anderem eine Abflussmöglichkeit schaffen. Das heißt, der Weihnachtsstern muss unbedingt in einem Topf mit Abflussflussloch stehen.
Unterteller
Unter den Topf empfiehlt sich ein Unterteller zu stellen, auf dem überschüssiges Gießwasser aufgefangen wird.
Ein Unterteller hat zusätzlich den Vorteil, dass einfach durchlaufendes Gießwasser von unten in die Wurzeln aufgesogen werden kann. Das passiert zum Beispiel, wenn der Weihnachtsstern in minderwertiger Erde oder altem Substrat eingetopft ist, welches das Gießwasser aufgrund fehlender Wasseraufnahme sofort durchsickern lässt. In der Folge verbleibt nur ein geringer Wasseranteil in der Erde, der eventuell zu gering für eine optimale Wasserversorgung sein könnte.
Wichtig ist jedoch, dass Sie spätestens nach zehn Minuten den Unterteller trocknen, damit keine Staunässe entsteht. Während dieser Zeit haben die Wurzeln ausreichend Möglichkeit, bei Bedarf Wasser aus dem Teller aufzunehmen. Im Anschluss muss die Erde/ das Substrat die Chance haben, gut abzutrocknen, bevor erneut Wasser zugeführt wird.
Fehldeutung bei abwerfenden Blättern
Vielfach werden abfallende Blätter beim Weihnachtsstern als Zeichen einer Wasserunterversorgung vermutet. Aus diesem Grund greifen viele Pflanzenliebhaber schnell zur Gießkanne beim Blick auf abgefallene Blätter. Es wird meist kräftig gegossen, in der Hoffnung, das angebliche Wasserdefizit wieder ausgleichen zu können. Vor allem bei günstigen Angeboten aus Supermärkten oder als Tankstellenware mit ungewisser Herkunft, ist es keine Seltenheit, dass ein Blattabfall bereits nach wenigen Tagen einsetzt. Das liegt in den meisten Fällen aber eher an zu viel Gießwasser und oftmals auch an schlechter Substratqualität.
Deshalb sollten Sie bei abfallenden Blättern die Erde/das Substrat mittels Daumentest, wie oben beschrieben, ermitteln und eine gute Abtrocknung erlauben. Erst dann sollten Sie wieder gießen. In der Regel erholt sich der Weihnachtsstern recht schnell wieder.
Umtopfen und Gießen
Vor allem, wenn Blätter kurz nach dem Kauf abfallen und die Erde sich noch feucht anfühlt, sollten Sie Ihren neu erworbenen Weihnachtsstern in frisches, hochwertiges Substrat umtopfen. Im Anschluss wird er nur leicht angegossen, damit sich das Substrat setzt und sich die Wurzeln besser verankern können. Danach sollten Sie erst wieder gießen, wenn das Substrat gut abgetrocknet ist. (Siehe Daumentest in der Rubrik „Zeitpunkt“).