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Weintrauben haltbar machen: so gelingt es

Weintrauben sind ein äußerst beliebter und gesunder Snack, den man am besten frisch genießt. Leider ist die Traubenzeit nur kurz. Doch es gibt Möglichkeiten, Weintrauben haltbar zu machen.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Frische Trauben kurzzeitig lagerfähig
  • Unterschiedliche Methoden des Haltbarmachens
  • Einfrieren, Trocknen, Einlegen oder Einkochen
  • Früchte gründlich abwaschen

Haltbarmachen – Vorbereitungen

Um die bestmöglichen Ergebnisse beim Lagern oder Konservieren zu erzielen, kommt es zunächst darauf an, die Trauben zur richtigen Zeit zu ernten, denn sie reifen nicht nach.

Geerntete Weintrauben im Eimer
  • im Zweifel etwas länger an Reben belassen
  • Herkunft der Trauben wichtiger Faktor
  • aus eigenem Garten in der Regel unbedenklich
  • aus dem Handel oft mit Pestiziden belastet
  • deshalb vor Konservierung gründlich säubern
  • zusätzlich jede einzelne Traube mit Tuch abreiben

Grundsätzlich sollte man nur reife, gesunde und knackige Trauben für eine kurzzeitige oder längerfristige Lagerung verwenden. Früchte mit Schadstellen oder Schimmel müssen aussortiert werden.

Kurzzeitige Lagerung

Am besten schmecken Trauben frisch von der Rebe. Allerdings bleiben sie nicht lange frisch und müssen deshalb richtig gelagert werden. Im Obstkorb bei Zimmertemperatur sind sie etwa vier bis fünf Tage haltbar. Bis zu 14 Tage bleiben sie frisch, wenn man sie in einem luftdicht verschließbaren Behältnis bei vier bis fünf Grad im Kühlschrank aufbewahrt. Gekaufte Trauben lässt man am besten in ihrer Verpackung, sofern keine beschädigten oder schlechten Früchte enthalten sind.

Weintrauben aus dem Kühlschrank nehmen

Tipp: Im Kühlschrank sollten Weintrauben nicht neben stark riechenden Lebensmitteln platziert werden, denn sie nehmen diese Gerüche schnell an.

Länger haltbar machen

Länger haltbar machen heißt, über mehrere Wochen oder Monate konservieren. Da Trauben nach der Ernte leider nur eine sehr begrenzte Zeit frisch bleiben, müssen sie für eine längere Haltbarkeit entsprechend behandelt bzw. weiterverarbeitet werden. Um Weintrauben haltbar zu machen, kann man sie einfrieren, trocknen, einlegen oder einkochen.

Trauben einfrieren

Viele Obstarten werden nach dem Einfrieren matschig, nicht so die Trauben, ihre glatte, feste Schale und der hohe Wasseranteil verhindern das. Das setzt jedoch voraus, dass sie so schnell wie möglich eingefroren werden, je schneller, desto knackiger bleiben sie. Aber wie genau geht man dabei vor.

Weintrauben waschen unter dem Wasserhahn
  • Trauben vollreif ernten
  • im Sieb unter fließendem Wasser waschen
  • gut trocken tupfen, um nicht aneinander festzufrieren
  • trockene Trauben von Stielen befreien
  • auf kleinem Backblech oder Teller auslegen
  • ohne dass sie sich berühren
  • für vier bis fünf Stunden ins Gefrierfach
  • anschließend in Gefrierbeutel oder Tiefkühlbehälter füllen
  • zurück in die Gefriertruhe

Länger als fünf Stunden sollten die Trauben nicht im Gefrierfach bleiben, um Textur und so viel Aroma wie möglich zu erhalten. Tiefgefroren liegt die Haltbarkeit bei etwa sechs Monaten. Allerdings beginnen sie bereits nach drei bis vier Monaten an Geschmack zu verlieren. Auftauen sollte man sie bei Zimmertemperatur.

Eingefrorene Weintrauben in einer Schüssel

Tipp: Zum Einfrieren eignen sich vor allem kernlose und blaue Traubensorten.

Trocknen

Eine andere Möglichkeit, Weintrauben haltbar zu machen, ist durch Trocknen. So gewinnt man im Handumdrehen aromatische Rosinen. Hierfür eignen sich kernlose Tafeltrauben am besten, da sie weniger Saft enthalten als Weintrauben. Die Trocknung kann draußen in der Sonne oder im Backofen erfolgen.

In der Sonne

  • reife unbeschädigte Früchte waschen
  • trocken tupfen, Stiele vorsichtig entfernen
  • auf durchbrochenes Tablett oder Küchentüchern verteilen
  • gute Belüftung auch von unten
  • an sonnigen, warmen und regengeschützten Platz legen
  • zum Schutz vor Insekten mit Insektennetz abdecken
  • über Nacht gegebenenfalls rein holen
  • Trocknungsdauer je nach Witterung zwei bis drei Tage
  • fertige Rosinen in luftdichten Behältern aufbewahren
hell und dunkle Weintrauben und helle und dunkle Rosinen

Im Backofen

  • Backblech mit Backpapier auslegen
  • trockene, entstielte Früchte darauf ausbreiten
  • in Ofen auf mittlere Schiene schieben
  • Ofen auf 50 Grad einstellen
  • Umluft oder Ober- und Unterhitze
  • Ofentür leicht geöffnet lassen
  • Feuchtigkeit muss entweichen können
  • Trauben etwa alle zwei Stunden wenden
  • Trocknungsdauer je nach Größe und Wassergehalt 10-24 Stunden

Tipp: Eine Alternative zum Backofen ist ein handelsübliches Dörrgerät, dass sich ebenfalls sehr gut zum Trocknen von Früchten eignet. Die Trocknungsdauer hier beträgt etwa acht bis zehn Stunden.

Einlegen

Um Weintrauben haltbar zu machen, kann man sie auch einlegen. Hier können die Früchte auch noch nach einiger Zeit als ganze Traube genossen werden. Für etwa 1 kg Trauben benötigt man 500 ml Essig, 2 EL Honig, 1 EL Salz und etwas Estragon.

  • Früchte mit Estragon in verschließbares Einmachglas geben
  • Glas muss komplett sauber sein
  • Essig und Honig ca. zwei Minuten aufkochen
  • währenddessen Salz dazu geben
  • Sud anschließend über die Trauben gießen
  • Trauben müssen komplett mit Sud bedeckt sein
  • Glas sofort verschließen

Tipp: Je nach persönlichem Geschmack und Vorlieben kann man auch andere Gewürze dazugeben oder die Früchte in Alkohol einlegen.

Einkochen

Einkochen macht zwar etwas mehr Arbeit, die sich aber lohnt. Neben den Trauben, idealerweise kernlose Sorten, benötigt man normale Einweckgläser, Gläser mit Bügelverschluss oder sogenannte Twist-Off-Gläser sowie Zucker und Zitronensaft. Dann kann es auch schon losgehen.

Weintrauben in Einmachgläsern einkochen
  • nach der Ernte schadhafte Früchte aussortieren
  • restliche Trauben waschen und entstielen
  • locker in 500 ml-Gläser füllen
  • bis ca. zwei Zentimeter unter den Rand
  • in jedes Glas 1-2 Esslöffel Zucker
  • anschließend mit Wasser auffüllen
  • Trauben müssen komplett bedeckt sein
  • den Rand der Gläser trocken wischen
  • dann Gläser verschließen

Die verschlossenen Gläser stellt man dann in einen entsprechend großen Topf und füllt diesen mit Wasser auf. Die Gläser sollte etwa einen Zentimeter aus dem Wasser ragen. Nun das Wasser zum Kochen bringen und 25-30 Minuten köcheln lassen. Danach werden die Gläser herausgenommen und zum Abkühlen auf den Kopf gestellt. Am nächsten Tag kann man kontrollieren ob alle Gläser zu sind. Wölbt sich ein Deckel nach oben, ist das Glas nicht verschlossen.

Tipp: Sind die Gläser nicht richtig sauber, kann es passieren, dass sie wieder aufgehen. Um das zu vermeiden, ist es ratsam, sie vor dem Befüllen für zehn Minuten bei 100 Grad im Backofen keimfrei zu machen.

Häufig gestellte Fragen

Wann sind Weintrauben vollreif?

Die Saison erstreckt sich je nach Witterung von August bis Dezember. Man erkennt die Vollreife an verholzten Stielen, braun verfärbten Kernen, komplett durchgefärbten Früchten und dem süßen Geschmack bei einer ersten Verkostung.

Warum haben gekaufte Trauben einen weißen, wachsartigen Belag?

Dieser Belag schützt die Trauben vor Austrocknung und ist in der Regel ein Indiz für Frische. Nach Möglichkeit sollte man ihn erst kurz vor dem Verzehr abwaschen, so bleiben sie etwas länger frisch.

Sind Wein- und Tafeltrauben dasselbe?

Nein, Weintrauben haben einen höheren Fruchtsaftanteil, während Tafeltrauben weniger Saft und mehr Fruchtfleisch enthalten. Deshalb eignen sich Tafeltrauben besser zum Haltbarmachen als Weintrauben, die wiederum optimal für die Weinherstellung geeignet sind.


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