Weiße Schmetterlinge bestimmen: 9 Arten mit Bild
Ist ein weißer Schmetterling an Ihnen vorbei geflogen und Sie möchten wissen, wie er heißt? Hier stellen wir Ihnen 9 häufige Arten und ihre charakteristischen Merkmale vor, sodass Ihnen die Bestimmung leichter fällt.
Auf den Punkt gebracht
- es gibt etwa acht Weißlings-Arten
- weitere Arten mit weißer Grundfarbe
- untereinander leicht zu verwechseln
- weißer Schmetterling muss nicht reinweiß sein, häufig farbige Zeichnungen
- bei Bestimmung auf Feinheiten achten, z. B. Flügelform oder Form der Flügelflecken
Vielfältige Weißlinge
Inhaltsverzeichnis
- Weiße Schmetterlinge
- Aurorafalter (Anthocharis cardamines)
- Baum-Weißling (Aporia crataegi)
- Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)
- Karstweißling (Pieris mannii)
- Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)
- Rapsweißling (Pieris napi)
- Resedafalter (Pontia edusa)
- Senfweißling (Leptidea sinapis)
- Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)
- Häufig gestellte Fragen
Weiße Schmetterlinge
Ein weißer Schmetterling muss nicht zwangsläufig reinweiß sein: Die meisten Arten aus der Familie der Weißlinge (Pieridae), zu denen viele aus unserer Liste zählen, zeichnen sich zwar durch eine überwiegende Weißfärbung aus, können jedoch auch farbige Flügelzeichnungen bzw. -fleckungen oder andersfarbige Flügelunter- oder Oberseiten besitzen. Manchmal sind auch nur die Weibchen weiß gefärbt, während die Männchen bunte Farben zeigen. Die verschiedenen, in Mitteleuropa weit verbreiteten Weißlingsarten lassen sich fast das ganze Jahr hindurch beobachten. Ein weißer Schmetterling kann Ihnen also vom späten Winter bzw. zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein begegnen.
Hinweis: Einer der hier vorgestellten weißen Schmetterling, der Karstweißling (Pieris mannii), gehört zu den so genannten Wanderfaltern, die, aus dem Mittelmeerraum kommend, manchmal in Süddeutschland anzutreffen sind.
Aurorafalter (Anthocharis cardamines)
- Flügelspannweite: 35 bis 45 Millimeter
- Grundfärbung: weiß mit grauen bis grau-schwarzen Vorderflügelspitzen, kleiner schwarzer Punkt in der Flügelmitte; unregelmäßige gelblich-grüne Fleckzeichnung auf weißem Grund auf der Unterseite des Hinterflügels
- Färbung Weibchen: orange Färbung fehlt
- Färbung Männchen: auffallend orange Färbung des äußeren Vorderflügels
- Vorkommen und Verbreitung: in Mitteleuropa häufiger weißer Schmetterling, v. a. in lichten Wäldern und auf trockenen Wiesen
- Flugzeit: Anfang April bis Juni
Baum-Weißling (Aporia crataegi)
- Flügelspannweite: 60 bis 80 Millimeter
- Grundfärbung: weiße, deutlich durch dunkle Aderlinien abgesetzte Flügelflächen; dunkler Fleck auf den Vorderflügeln
- Färbung Weibchen: bräunliche Aderlinien, die sich schwächer absetzen, dunkler Flügelfleck fehlt häufig
- Färbung Männchen: deutliche Absetzung der Flügelflächen durch schwarze Adern, schwarzer Flügelfleck
- Vorkommen und Verbreitung: in Nordafrika, Europa und bis nach Asien weit verbreiteter weißer Schmetterling, hinsichtlich seines Lebensraums sehr variabel
- Flugzeit: Ende Mai bis Anfang Juni, in wärmeren Regionen auch von Mitte April bis Juli
Hinweis: Während die Raupen des Baum-Weißlings vor allem auf Weißdornen zu finden sind, bevorzugen die adulten Schmetterlinge offene, mit Disteln oder blühenden Kulturpflanzen bewachsene Flächen.
Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)
- Flügelspannweite: bis zu 60 Millimeter
- Grundfärbung: weiß mit etwas dunkleren Vorderflügelspitzen
- Färbung Weibchen: schwarze Flecke auf den Vorderflügeln
- Färbung Männchen: schwarze Flecke fehlen
- Vorkommen und Verbreitung: häufiger weißer Schmetterling in Nordafrika und Europa, variabler Lebensraum und fast überall anzutreffen, wo es Futterpflanzen gibt
- Flugzeit: März bis Ende Oktober in mehreren Generationen
Hinweis: Der Große Kohlweißling ist vor allem auf Kohlpflanzen und anderen Kreuzblütengewächsen zu finden, die zu den bevorzugten Futterpflanzen seiner Raupen gehören. Deshalb kann er oft im Garten beobachtet werden.
Karstweißling (Pieris mannii)
- Flügelspannweite: 40 bis 46 Millimeter
- Grundfärbung: sehr ähnlich zum Kleinen Kohlweißling, weiß mit dunkel gezeichneten Hinterflügelunterseiten, große Flügelflecken; keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern
- Vorkommen und Verbreitung: weit verbreitet im Mittelmeerraum, kommen jedoch vermehrt auch in Süddeutschland vor; bevorzugen karge, felsige Lebensräume, v. a. zwischen Bäumen und Sträuchern
- Flugzeit: in Süddeutschland zwischen Mai und August
Tipp: Karst- und Kohlweißling können Sie anhand ihrer Flügelflecken unterscheiden: Diese sind beim Kohlweißling eher klein und rund, beim Karstweißling größer und eckiger.
Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)
- Flügelspannweite: 40 bis 50 Millimeter
- Grundfärbung: Flügeloberseite weiß mit grauen Rändern, Hinterflügeloberseiten cremig weiß mit grauem Fleck, Unterseiten gräulich gelb (Hinterflügel) und weiß (Vorderflügel)
- Färbung Weibchen: zwei graue Flecke auf den Vorderflügeln
- Färbung Männchen: ein grauer Fleck auf den Vorderflügeln
- Vorkommen und Verbreitung: in Nordafrika und Europa, überall dort, wo seine Futterpflanzen (Kreuzblütengewächse) wachsen
- Flugzeit: zwischen März und Oktober in mehreren Generationen
Rapsweißling (Pieris napi)
- Flügelspannweite: ca. 50 Millimeter
- Grundfärbung: weiße Vorderflügelunterseiten mit gelblicher Spitze, weiße Oberseiten mit leichter graugrüner Äderung, Hinterflügel gelb mit grünlich beschuppten Aderlinien
- Färbung Weibchen: zwei dunkle Flecken auf den Vorderflügeln
- Färbung Männchen: ein dunkler Fleck auf den Vorderflügeln
- Vorkommen und Verbreitung: in ganz Europa weit verbreitet, bevorzugt feuchte und eher schattige Lebensräume (z. B. Waldränder, Hecken, bewaldete Flussläufe, Fettwiesen, Überschwemmungsgebiete)
- Flugzeit: April bis Anfang September in mehreren Generationen
Hinweis: Die Art wird auch als Rapsweißling oder Heckenweißling bezeichnet.
Resedafalter (Pontia edusa)
- Flügelspannweite: 42 bis 48 Millimeter
- Grundfärbung: weiß mit grüngrauen Flecken auf den Unterseiten der Hinterflügel, graue Flecken auf Vorder- und Hinterflügeln, graue Ränder auf den Vorderflügelspitzen, keine Unterscheidung zwischen den Geschlechtern
- Vorkommen und Verbreitung: bevorzugen offenes Grasland und Wiesen
- Flugzeit: in Deutschland zwischen April und September in mehreren Generationen
Senfweißling (Leptidea sinapis)
- Flügelspannweite: 36 bis 44 Millimeter
- Grundfärbung: weiß bis schmutzigweiß, sehr schmale Flügel, manchmal gelblichgrün angehauchte Flügelunterseiten
- Färbung Weibchen: nur schwacher oder fehlender Vorderflügelfleck
- Färbung Männchen: deutlicher schwarzer Fleck auf der Oberseite der Vorderflügel
- Vorkommen und Verbreitung: überall dort, wo es sonnig und warm ist, vorzugsweise an Waldrändern, auf Wiesen und in Gärten
- Flugzeit: April bis August in meist zwei Generationen
Hinweis: Hierbei handelt es sich eigentlich um zwei verschiedene Arten, die sich jedoch kaum voneinander unterscheiden lassen. Sie werden auch als Senfweißling oder Tintenfleck bezeichnet.
Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)
- Flügelspannweite: 50 bis 55 Millimeter
- Färbung Weibchen: ähnlich dem Großen Kohlweißling, nur an der Flügelform zu unterscheiden; diese ist an allen vier Enden deutlich zugespitzt, oranger Fleck auf den Flügeloberseiten
- Färbung Männchen: intensiv zitronengelb, oranger Fleck an den Flügeloberseiten
- Vorkommen und Verbreitung: in ganz Mitteleuropa verbreitet; dort, wo es Kreuzdorngewächse (z. B. Fauldorn) gibt
- Flugzeit: zwischen März und Oktober, ziehen sich in den heißen Sommermonaten jedoch zurück
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Häufig gestellte Fragen
Die Gruppe der Schmetterlinge ist sehr vielfältig: Allein in Deutschland gibt es etwa 3700 verschiedene Arten, wovon allerdings nur rund 170 zu den Tagfaltern gehören. Von diesen kommen etwa 50 Arten nur im alpinen Raum vor. Der größte Anteil des Artenreichtums verteilt sich auf nachtaktive Falter, manche Schwärmer und Spinnen, Motten sowie Holzbohrer. Etwa 26 in Deutschland vorkommende Arten gehören zu den Weißlingen.
Jedoch ist die große Artenvielfalt massiv bedroht, vor allem durch den Rückgang von natürlichen Lebensräumen, dem Anpflanzen von sterilen und exotischen Gartenpflanzen und der Verwendung von Pestiziden in Garten und Landwirtschaft. Heute stehen etwa 80 Prozent der Tagfalter auf der Roten Liste und sind somit unmittelbar vom Aussterben bedroht. Als besonders gefährdet gelten früher häufige Arten wie der Kleine Kohlweißling, der Kleine Fuchs, Zitronenfalter, Admiral und das Tagpfauenauge.
Insbesondere die Kohlweißlinge – vor allem der mittlerweile stark bedrohte Kleine Kohlweißling – gelten als Schädlinge. Diese Arten verursachen große Schäden im Gemüseanbau, da die Insekten ihre Eier vorzugsweise in Kreuzblütengewächse (wie den namensgebenden Kohl) ablegen und ihre Larven die Blätter kahl fressen.