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Diese Kräuter vertragen sich nicht

Welche Kräuter vertragen sich nicht?

Kräuter sind aromatisch und vielseitig verwendbar. Doch nicht alle Kräuter vertragen sich miteinander. Woran das liegt, erfahren Sie hier. In unserer Tabelle finden Sie außerdem Kräuter, die Sie besser nicht nebeneinander pflanzen sollten.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Mischkulturen im Kräuterbeet grundsätzlich von Vorteil
  • Unverträglichkeiten zwischen Kräutern unbedingt berücksichtigen
  • insbesondere zwischen ein- und mehrjährigen Kräutern
  • Standort und Wachstum wichtige Faktoren

Ursachen für Unverträglichkeiten

Kräuterbeet
Nicht immer geht es im Kräuterbeet so harmonisch zu wie hier.

Im Reich der Kräuter gibt es wahre Traumpartnerschaften, aber auch Konkurrenten, die man besser nicht in direkter Nachbarschaft pflanzen sollte. Denn die Vorlieben einzelner Kräuterarten hinsichtlich Standort und Pflege können stark voneinander abweichen. Dadurch können sie sich im Wachstum hemmen, gegenseitig unterdrücken oder verdrängen. Nachfolgend die häufigsten Ursachen, warum sich Kräuter nicht miteinander vertragen.

Standortansprüche

Nicht alle Kräuter fühlen sich an denselben Stellen im Garten wohl. Sie benötigen unterschiedliche Bedingungen, um zu gedeihen.

  • einige vertragen vollsonnige Plätze
  • andere bevorzugen eher Halbschatten
  • darunter viele heimische Kräuter
  • besonders sonnenhungrig sind mediterrane Kräuter
  • z. B. Thymian, Salbei, Rosmarin oder Basilikum
  • lieben es eher trockener und nährstoffärmer
  • mediterrane nicht mit heimischen Kräutern zusammenpflanzen
Waldmeister (Galium odoratum) und Thymian (Thymus vulgaris)
Waldmeister (Galium odoratum, links) und Thymian (Thymus vulgaris) fühlen sich an unterschiedlichen Standorten wohl.

Tipp: Arten wie Bärlauch oder Waldmeister stehen lieber an schattigen Standorten. Pflanzt man sie beispielsweise neben mediterrane Kräuter können sie sich nicht entwickeln und gehen ein.

Wuchsverhalten

Dass Kräuter sich nicht miteinander vertragen und lieber nicht zusammen gepflanzt werden sollten, liegt häufig auch an ihrem unterschiedlich starken Wachstum.

  • wachsen sowohl ober- als auch unterirdisch unterschiedlich
  • starkwüchsige Kräuter immer dominant
  • Arten mit kompakterem Wuchs oder ausladendem Blattwerk
  • nicht neben schwachwüchsige Kräuter setzen
  • dominante Art würde schwächere verdrängen oder überwuchern

Tipp: Aufgrund des unterschiedlich starken Wuchsverhaltens ist es sinnvoll, nicht ausschließlich flach- oder tiefwurzelnde Arten zu pflanzen, sondern sie miteinander zu kombinieren.

Wasser- und Nährstoffbedarf

Auch der abweichende Wasser- und Nährstoffbedarf führt bei unpassenden Pflanzpartnern unweigerlich zu Unverträglichkeiten. So sollte man z. B. Dill und Salbei nicht zusammen pflanzen, denn während Dill feucht gehalten werden muss, bevorzugt Salbei trockene Standorte. Ähnlich sieht es bei den Nährstoffen aus. Pflanzt man mehrere stark zehrende Kräuter nebeneinander, laugen diese den Boden schnell aus. Die Kräuter entziehen sich gegenseitig die Nährstoffe, vertragen sich also nicht miteinander. Dadurch können sie nicht optimal versorgt werden und verkümmern.

Dill (Anethum graveolens) und Salbei (Salvia officinalis)
Dill (Anethum graveolens, links) und Salbei (Salvia officinalis) haben einen unterschiedlichen Bedarf an Nährstoffen.

Kulturdauer

Ähnlich sieht es bei ein- und mehrjährigen Kräutern aus. Die Lebensdauer beider Arten ist vor allem bei Pflanzungen in Blumenkästen essenziell. Grundsätzlich vertragen sich ein- und mehrjährige Kräuter. Da die Einjährigen aber im Herbst aus dem Topf entfernt und alljährlich durch neue ersetzt werden müssen, werden die Mehrjährigen durch die ständige Unruhe im Bodenbereich gestört. Zudem könnten ihre Wurzeln dabei beschädigt werden.

Inhaltsstoffe

Viele Kräuter geben mehr oder weniger intensive Duftstoffe ab, die unter Umständen nicht von jedem Nachbarn vertragen werden.

  • manche Kräuter reagieren auf Düfte anderer empfindlich
  • kann zu Unverträglichkeiten führen
  • u. a. in Form von Wachstumshemmungen
  • Pflanzen können schlimmstenfalls absterben
Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

Ein gutes Beispiel dafür sind Schnittlauch und Petersilie. Schnittlauch sondert eine spezielle Säure ab, die Petersilie gar nicht verträgt. Umso wichtiger ist es, ungünstige Pflanzpartnerschaften zu vermeiden.

Tipp: In der richtigen Kombination können Kräuter durchaus voneinander profitieren, beispielsweise indem sie mit ihren Düften und Aromen dabei helfen, Schädlinge fernzuhalten und Nützlinge anzulocken.

Diese Kräuter vertragen sich nicht: Tabelle

KrautSchlechte Nachbarn
BasilikumDill, Majoran, Minze, Pfefferminze, Salbei, Thymian, Weinraute, Zitronenmelisse
BohnenkrautPfefferminze
DillBasilikum, Estragon, Fenchel, Gartenkresse, Kümmel, Petersilie, Salbei, Schnittlauch
FenchelDill, Gartenkresse, Koriander, Kümmel, Majoran, Wermut
GartenkresseDill, Fenchel, Kerbel, Koriander, Petersilie
KapuzinerkressePetersilie
KerbelKoriander, Petersilie
MajoranFenchel, Oregano, Thymian
Oregano Majoran, Pfefferminze
Petersilie  Dill, Estragon, Gartenkresse, Kamille, Kapuzinerkresse, Kerbel, Koriander, Lavendel, Minze, Pfefferminze
PfefferminzeBasilikum, Bohnenkraut, Kamille, Petersilie, Salbei, Thymian
RosmarinEstragon, Schnittlauch
SalbeiBasilikum, Dill, Pfefferminze
SchnittlauchKoriander, Rosmarin
ThymianMajoran, Minze
ZitronenmelisseBasilikum

Mit sich unverträglich

Petersilie (Petroselinum crispum)
Petersilie (Petroselinum crispum)

Es gibt Kräuter, die sich mit anderen nicht vertragen und solche, die mit sich selbst unverträglich sind. Ohne regelmäßigen Standortwechsel kann das zu Bodenmüdigkeit führen. Beispielhaft dafür ist vor allem Petersilie, die sich weder mit sich selbst noch allen anderen Doldenblütlern verträgt. Pflanzt man Doldenblütler dennoch nebeneinander oder über mehrere Jahre an denselben Platz, sind Unverträglichkeiten vorprogrammiert.

Tipp: Um derartige Probleme zu vermeiden, sollte man eine Pflanzpause von zwei bis drei, besser vier Jahren einhalten.

Einzelgänger im Kräuterbeet

Zu guter Letzt gibt es auch Kräuter, die am besten ganz alleine stehen sollten, da sie es nicht mögen, wenn ihnen jemand zu nahekommt. Grund hierfür ist vor allem der Platzbedarf, denn einige Kräuter beanspruchen viel Platz, um sich ungehindert ausbreiten zu können. So sind beispielsweise Liebstöckel, Lavendel und Echter Lorbeer sowie Wermut, Eberraute, Engelwurz und Zitronengras typische Einzelgänger im Kräuterbeet.

Liebstöckel (Levisticum officinale)
Liebstöckel (Levisticum officinale)

Häufig gestellte Fragen

Wie kann man Kräuter mit Unverträglichkeiten auf engem Raum pflanzen?

Auch wenn man Unverträglichkeiten vermeiden sollte, kann man Kräuter, die sich nicht vertragen, unter bestimmten Voraussetzungen selbst auf engstem Raum anpflanzen. Das geht beispielsweise in einer sogenannten Kräuterspirale. Sie lässt sich in unterschiedliche Klimazonen z. B. trockene, magere und nährstoffreiche Zonen einteilen, sodass sich diese Kräuter nicht zu nahekommen können. Ist der perfekte Standort gefunden, ordnet man sie nun entsprechend Wuchsverhalten und Kulturdauer an.

Worauf ist grundsätzlich zur Vermeidung von Unverträglichkeiten zu achten?

Man sollte nur ein- oder mehrjährige Arten zusammenpflanzen, Nährstoffkonkurrenz und größere Differenzen bezüglich der Wuchshöhe vermeiden und Kräuter kombinieren, die sich gegenseitig fördern.

Welche Kräuter passen gut zusammen?

Kräuter mit ähnlichen Standortansprüchen, die sich auch im Wachstum nicht behindern, können Sie bedenkenlos zusammen pflanzen. So vertragen sich mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Thymian oder Lavendel grundsätzlich miteinander. Auch die Inhaltsstoffe einzelner Kräuter können andere Kräuter beispielsweise hinsichtlich Robustheit, Wachstum oder Geschmack positiv beeinflussen. So fördert etwa Rosmarin das Wachstum von Basilikum. Daneben gibt es auch Kräuter, die sich mit fast allen anderen vertragen. Dazu gehören unter anderem Borretsch oder Zitronenmelisse.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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