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Welche Tiere halten Winterschlaf? Liste: 6 Arten mit Bild

Einige Tiere halten Winterschlaf, um damit eine Jahreszeit zu überstehen, in der sie kaum Nahrung finden. Sie müssen sich im Herbst aber rechtzeitig darauf vorbereiten. Daneben gibt es im Tierreich noch weitere Formen der Überwinterung.

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Auf den Punkt gebracht

  • vor dem Winterschlaf fressen sich die Tiere Fettreserven an
  • einige Arten wachen auf, um etwa Kot abzusetzen
  • Atmung, Herzschlag und Körpertemperatur wird deutlich reduziert
  • Körpertemperatur darf bei Winterschläfern nicht unter 0°C fallen
  • Fettreserven werden vorwiegend für den Aufwachprozess benötigt

Tiere im Winterschlaf

Tiere, die Winterschlaf halten, müssen sich rechtzeitig vor dem Winter eine dicke Fettschicht anfressen. Von diesen Fettreserven zehren sie die nächsten Montage. Zusätzlich senken sie ihre Körperfunktion auf ein Minimum ab, um nicht unnötig viele Ressourcen zu verbrauchen.

Fledermaus (Chiroptera)

Fledermaus (Chiroptera) hält Winterschlaf

In Deutschland gibt es 25 heimische Fledermaus-Arten. Alle diese Tiere halten Winterschlaf und benötigen geeignete Quartiere dafür, die nicht identisch mit den Sommerquartieren sind. Den Großteil der Fettreserven verwende sie für den Aufwachprozess.

  • Länge des Schlafes: Anfang November bis Ende März
  • Winterquartier: Höhlen, Baumhöhlen, Dachböden, verlassene Gebäude
  • Verhalten: Überwinterung in kleinen Gruppen
  • Herzfrequenz/Atmung pro Minute: 10 Herzschläge, ca. 2 Atemzüge
  • Körpertemperatur: 3 – 10°C
  • Futterversorgung: Insekten

Hinweis: In seltenen Fällen kommt es vor, dass Fledermäuse zur Überwinterung in den Süden fliegen. Dies ist derzeit noch die Ausnahme, die Klimaveränderung kann dies aber begünstigen.

Feldhamster (Cricetus cricetus)

Feldhamster (Cricetus cricetus)

Feldhamster gehören in Deutschland zu den stark bedrohten Arten, da ihre Lebensräume zunehmend verschwinden. Im Vergleich zu anderen Arten wachen sie in regelmäßigen Abständen auf und fressen. Sie legen dazu eigene Vorratskammern im Herbst an. Dennoch fressen sie sich bereits eine Fettschicht an.

  • Länge des Schlafes: Oktober bis Ende März
  • Winterquartier: Erdhöhlen
  • Verhalten: wachen alle 5 – 10 Tage zum Fressen auf, getrennte Überwinterung von Männchen und Weibchen
  • Herzfrequenz/Atmung pro Minute: 5 Herzschläge, 1 Atemzug
  • Körpertemperatur: 2 – 3°C
  • Futterversorgung: Saaten

Haselmaus (Muscardinus avellanarius)

Haselmaus (Muscardinus avellanarius) hält Winterschlaf

Haselmäuse beginnen früh mit der Überwinterung. Daher kann es passieren, dass sie im Oktober noch gestört werden. In der Regel gelingt es ihnen, noch so früh in der Winterschlafphase wieder zurückzukehren und im nächsten Jahr wieder aufzuwachen.

  • Länge des Schlafes: Oktober bis Ende April
  • Winterquartier: baut Nester etwa in hohlen Baumstümpfen, unter Wurzeln oder in Erdhöhlen
  • Verhalten: überwintern einzeln eingerollt in den Nestern
  • Herzfrequenz/Atmung pro Minute: 35 Herzschläge, 11 Atemzüge
  • Körpertemperatur: ca. 3°C
  • Futterversorgung: Samen, Früchte, Knospen

Murmeltiere (Marmota marmota)

Murmeltiere (Marmota marmota)

Murmeltiere kommen im Süden von Deutschland, in den Alpen vor. Sie überwintern unter einer dicken Schneedecke und brauchen daher viele Reserven. Rund 1/3 des Körpergewichts wird zusätzlich benötigt, um diese Zeit zu überstehen.

  • Länge des Schlafes: Oktober bis März
  • Winterquartier: Erdbau
  • Verhalten: gemeinsame Überwinterung im Erdbau, Bau wird im Herbst mit Wurzeln, Moos, Steinen und Kot auf einer Länge von zwei Metern verschlossen, alle drei bis vier Wochen kurze Wachphasen zum Absetzen von Kot und Harn
  • Herzfrequenz/Atmung pro Minute: 3 – 5 Herzschläge, 2 Atemzüge
  • Körpertemperatur: 7 – 9°C
  • Futterversorgung: Gräser, Wurzeln, Samen, selten Früchte

Hinweis: Murmeltiere sind die einzige Art, die nicht von Umwelteinflüssen zum Winterschlaf angeregt werden. Sie haben eine innere Jahreszeituhr, die unabhängig von der Temperatur oder Verfügbarkeit der Nahrung den Winterschlaf steuert.

Siebenschläfer (Glis glis)

Der Lebensraum von Siebenschläfern wird immer weniger, weshalb er zunehmend auch die Vorteile von Gebäuden nutzt. Es kann durchaus vorkommen, dass der Siebenschläfer einen Dachboden oder eine Gartenhütte zur Überwinterung nutzt. Stört der Siebenschläfer, sollte er in dieser Zeit keinesfalls umquartiert werden. Erst im Frühjahr kann er umgesiedelt werden.

  • Länge des Schlafes: September bis Anfang Mai
  • Winterquartier: 30 – 100 cm tiefe Erdhöhlen
  • Verhalten: schläft zusammengerollt, um Wärmeverlust zu vermindern, um Zelltod zu vermindern, wacht er 1 – 2 Mal auf
  • Herzfrequenz/Atmung pro Minute: 5 Herzschläge, 1 – 3 Atemzüge
  • Körpertemperatur: ca. 5°C
  • Futterversorgung: Nüsse, Eicheln, Bucheckern, Kastanien

Sonderfall: Igel (Erinaceidae)

Igel (Erinaceidae)

Der Igel ist ein Sonderfall bei den Winterschläfern, denn ob er Winterschlaf hält oder nicht, ist abhängig von den Umgebungsfaktoren. Zwar ziehen Igel in der Regel in Quartiere im Winter zurück, in gemäßigten Gebieten kann es durchaus vorkommen, dass er keinen richtigen Winterschlaf hält. Sollte es warm genug sein, ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Igel in den Wintermonaten noch aktiv ist.

  • Länge des Schlafes: November bis April
  • Winterquartier: Laubhaufen, Gestrüpp, Brachflächen mit hoher Vegetation
  • Verhalten: überwintern alleine, rollt sich ein
  • Herzfrequenz/Atmung pro Minute: 5 Herzschläge, 2 Atemzüge
  • Körpertemperatur: 1 – 8°C
  • Futterversorgung: Insekten, Schnecken, Würmer, Spinnen

Hinweis: Durch die oberflächliche Überwinterung verträgt der Igel sehr tiefe Temperaturen. Sinkt die Körpertemperatur unter 1°C, beginnt beim Igel die Wärmebildung, bei der die Fettreserven verbraucht werden, um sich vor Erfrierung zu schützen.

Tiere in Winterruhe

Der Unterschied zur Winterruhe ist, dass die Tiere im Winter einen wesentlichen Teil aktiv verbringen. Sie legen Nahrungsdepots an, gehen aber teilweise auch auf die Suche nach Futter.

Folgende Tiere halten Winterruhe:

Dachs (Meles meles)

Der in Deutschland nicht mehr in freier Wildbahn anzutreffende Braunbär (Ursus arctos) hält ebenfalls Winterruhe. Eine neu eingebürgerte Art, der Waschbär (Procyon lotor), überwintert ebenfalls so, dass er zwischen Ruhephasen sich immer wieder auf Nahrungssuche im Winter begibt.

Tiere in Winterstarre

In Winterstarre verfallen nur sogenannte Wechselblütler. Dabei handelt es sich um Tiere, die ihre Körpertemperatur an die Umgebung anpassen können. Bei sehr kalten Temperaturen bzw. Minusgraden verfallen sie in eine Starre und sind völlig bewegungslos. Dies ist für sie völlig gefahrenlos, denn sie haben in ihrem Blut eine Art „Frostschutzmittel“, wodurch sie vor Zellschäden bewahrt werden.

Folgende Tiergruppen verfallen in Winterstarre:

  • Amphibien
  • Insekten
  • Reptilien
  • Schlangen
  • Schnecken
  • einige Fisch-Arten
Weinbergschnecke (Helix pomatia)

In der Regel passiert eine Starre nicht plötzlich. Die Tiere fangen an sich zunehmend zurückzuziehen, wenn es kühler wird, und beziehen ebenfalls Winterquartiere. Im Vergleich zum Winterschlaf können sie aber deutlich gefahrenloser aufwachen und wieder zurück in die Starre kehren.

Häufig gestellte Fragen

Halten andere Mäuse keinen Winterschlaf?

Nein, die Haselmaus, ist die einzige Maus, die einen Winterschlaf hält. Andere Arten legen sich beispielsweise Vorräte an, von denen sie im Winter leben.

Wie lange brauchen Winterschläfer zum Aufwachen?

Die Dauer des Aufwachprozesses ist von vielen Faktoren abhängig. Bei einigen Arten kann der Prozess wenige Stunden dauern, bei manchen Tieren sogar einige Tage. Faktoren wie Schwankungen der Umgebungstemperatur können sich auf die Dauer auswirken.

Was passiert, wenn Winterschläfer zu früh aufwachen?

Wacht ein Winterschläfer zu früh auf, weil er etwa im Quartier gestört wurde oder es kurzzeitig sehr warm und dann wieder kalt wird, bedeutet dies häufig den Tod der Tiere. Sie haben nicht mehr ausreichend Ressourcen zurück in den Winterschlaf zu gehen und erneut aufzuwachen.


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