Wespennest Material - Titel

Die Behausung der Wespen kann wie ein architektonisches Wunderwerk wirken. Doch aus welchem Material besteht ein Wespennest? Wir klären auf.

Auf den Punkt gebracht

  • Holz und Speichel der Wespen sind die Grundbaustoffe
  • Wespennester können verschiedene Farben aufweisen
  • das Nest werden in manchen Fällen nur ein Jahr lang genutzt

Materialien

Wenn Wespen ein Nest bauen, nutzen sie dafür lediglich zwei Substanzen: Holz und Speichel. Als Alternative zum Holz können sie auch andere Materialien einsetzen. Besonders beliebt sind beispielsweise:

Wespennest mit seinen Waben
Wespennest mit seinen Waben
  • morsches Holz
  • Papier
  • Pappe
  • Rinde
  • Zellstoff

Alle Gegenstände, die Cellulose enthalten können, werden von den Wespen verwendet. Die Nester können sich daher farblich stark unterscheiden und interessante Farbkombinationen aufweisen. Von einem Balken bis zur Vertäfelung oder dem Holzstuhl auf dem Balkon können die Insekten von nahezu jeder ungeschützten Oberfläche dünne Schichten abtragen und die Materialien zum Nestbau verwenden. Auch Brennholz, das im Freien gelagert wird, Bretter sowie verholzte Stängel von Pflanzen, verwenden die Insekten.

Tipp: Morsches Holz zu entfernen und hölzerne Bauteile mit Lack oder Lasur zu schützen reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass Wespen ein Nest auf dem Grundstück bauen oder die Bausubstanz schädigen.

Vorgehen beim Bau

Das Vorgehen beim Nestbau ist vergleichsweise einfach und erfordert nur wenige Schritte:

Wespen bauen an einem Wespennest
Wespen bauen an einem Wespennest
  1. Nachdem Wespen einen geeigneten Platz für das Nest gefunden haben, begeben sie sich auf die Suche nach verfügbaren Baustoffen.
  2. Mit ihren Kauwerkzeugen raspeln sie Holz oder andere Cellulose in dünnen Schichten ab.
  3. Die Wespen transportieren das Holz zum Ort des künftigen Nestes und vermengen es mit Speichel. Dieser fungiert als Kleber und lässt aus dem abgetragenen Material eine Papiermaché-artige Masse entstehen.
  4. Die Wände des Wespennests modeliieren die Tiere schichtweise, dass nach und nach Gänge entstehen.
  5. Nach dem Trocknen der Bausubstanz härtet diese aus und das Nest wird bewohnbar.

Die Vorteile des verwendeten Materials sind:

  • vielseitig formbar
  • nach dem Trocknen große Härte
  • vergleichsweise geringes Gewicht
  • zahlreiche Positionen sind möglich

Hinweis: Normale Bausubstanz wird von den Insekten für gewöhnlich nicht durchgenagt. Es können sich jedoch Unebenheiten finden. Pappe und Papier sind Materialien, die Wespen gezielt durchlöchern, um beispielsweise mehr Platz für das Wespennest zu schaffen.

Positionierung

Wespennester werden oftmals in geschützten Bereichen sowie erhöhten Positionen gefunden. Darunter beispielsweise:

Wespennest an einer Fensterecke
Wespennest an einer Fensterecke
  • an Balken
  • auf dem Dachboden
  • freihängend im Gebüsch
  • in Hohlräumen von Wänden
  • in Rollladenkästen
  • unter Dachrinnen und Dachziegel

Hinweis: Der flüssigen Kot, der unter die Wespennestern fällt, kann Schäden auf dem Untergrund verursachen. Es ist daher sinnvoll, den Bereich unter dem Nest abzudecken, um Verfärbungen und Geruch zu vermeiden. Katzenstreu kann ebenfalls eingesetzt werden, um die Flüssigkeit und den Geruch zu binden.

Häufig gestellte Fragen

Dürfen Wespennester entfernt werden?

Da es einige geschützte Wespenarten gibt und Bienen sowie Hornissen ebenfalls Nester bauen, sollten ein Nest nicht einfach entfernt werden. Befindet es sich an einer ungünstigen Stelle oder wird die Bausubstanz von den Tieren beschädigt, kann beispielsweise ein Kammerjäger die Art bestimmen und das Nest gegebenenfalls entfernen.

Wird ein Wespennest mehrfach genutzt?

Ob Wespennester mehrfach genutzt werden oder nur für ein Jahr als Unterschlupf dienen ist abhängig von der Art der Wespen.

Stellen Wespennester eine Gefahr dar?

Abgesehen von möglichen Schäden durch das Nest können die Wespen bei bestehenden Allergien eine Gefahr darstellen. Durch das richtige Verhalten und einige Schutzmaßnahmen lässt sich das Risiko für Stiche jedoch sehr gering halten.