Wie giftig ist Weißdorn? Gefahren für Kinder, Hunde und Katzen

Ist Weißdorn giftig

Im Volksmund wird hartnäckig davon ausgegangen, dass es sich bei Weißdorn-Arten um giftige Pflanzen handelt. Die Gefahren nach dem Verzehr sollen vielfältig sein und aus diesem Grund wird von vielen Menschen empfohlen, speziell die Beeren von Crataegus nicht zu verzehren. Doch stimmt das? Handelt es sich beim Weißdorn, der regional unter vielen verschiedenen Bezeichnungen bekannt ist, wirklich um eine Giftpflanze, der Sie mit Vorsicht begegnen sollten?

Weißdorn: Giftig oder nicht?

Haben Sie schon einmal davon gehört, dass Sie die Beeren und den Kontakt mit Crataegus, einer Gattung innerhalb der Kernobstgewächse (bot. Pyrinae) unbedingt meiden sollten? Gerade die roten Beeren, die an den dornigen Zweigen sitzen, sollen giftig sein und zu einer Vielzahl von Vergiftungserscheinungen führen. Trotz dieser Annehme müssen Sie sich keine Sorgen um die Giftigkeit des Weißdorns machen, da er in allen Pflanzenteilen ungiftig ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie einen Eingriffeligen (bot. Crataegus monogyna) oder einen Zweigriffeligen (bot. Crataegus laevigata) im Garten stehen haben. Sie sind in Bezug auf ihre Inhaltsstoffe vollkommen ungefährlich und sogar Kinder, kranke und empfindliche Menschen können die Beeren essen, aus den Blüten einen Tee zubereiten oder die Blätter kauen. Grund dafür sind die folgenden Inhaltsstoffe:

  • OPC (Oligomere Procyanidine)
  • Vitexin
  • Vitexin-Rhamnosid
  • Rutin
  • Hyperosid
  • Gerbstoffe

Im Groben handelt es sich bei diesen Stoffen um Flavone, also Pflanzenfarbstoffe, die für die Färbung der Beeren zuständig sind. Sie wirken nicht giftig auf Organismen und sind aus diesem Grund komplett ungefährlich. Die Gerbstoffe sind mit maximal einem Prozent enthalten und aus diesem Grund ebenfalls unproblematisch. Weißdorn hat sogar positive Effekte auf den Körper und ist sehr gesund, was den Verzehr der Beeren und die Verwendung der anderen Pflanzenteile, von der Rinde bis zur Wurzel, angeht. Folgende Wirkung haben die Gewächse auf den Körper, unabhängig von den eingenommenen Pflanzenteilen:

  • verbesserte Sauerstoffversorgung des Herzens
  • verbesserte Herz-Kontraktionskraft
  • lindert Nervosität
  • leicht verbesserter Blutdruck

Hinweis: Auf den Verzehr der Pflanzenteile sollten alle Menschen verzichten, die eine Allergie gegen Rosengewächse (bot. Rosaceae) haben, da es im schlimmsten Fall sogar zu einem anaphylaktischen Schock kommen kann. Wenn Sie oder Ihre Familie zum Beispiel gegen Mandeln, Pflaumen, Äpfel, Erdbeeren oder Hagebutten allergisch sind, sollten Sie keine Weißdornbeeren zu sich nehmen.

Crataegus, Weißdorn

Verwechslungsgefahr

Sie fragen sich, warum die Weißdorne trotz ihrer gesundheitlichen Wirkung häufig für giftig gehalten werden? Der Grund liegt in der Ähnlichkeit zu Arten der Gattung Sorbus, allen voran der Vogelbeere (bot. Sorbus aucuparia) und Mehlbeere (bot. Sorbus aria). Deren rote Beeren enthalten Parasorbinsäure, die nach dem Verzehr von rohen Mehl- und Vogelbeeren zu Erbrechen, Durchfall und Darmreizungen führen kann. Wie Sie erkennen, müssen Sie sich deshalb keine Sorgen machen, wenn Sie sich an den Früchten der Weißdorne laben wollen, denn eine Vergiftung wird nicht folgen. Sie können die Früchte sogar zu Likör oder Marmelade weiterverarbeiten.

Gefahren für den Menschen

Trotz der nicht vorhandenen Giftwirkung sollten Sie bei der Pflege, Haltung und Ernte von Weißdorn ein wenig aufpassen, da die Pflanzen nicht ganz ungefährlich sind. Grund dafür sind die Dornen, die je nach Art zwischen 2,5 und 8 Zentimetern wie beim Hahnensporn-Weißdorn (bot. C. crus-galli) messen und sehr robust sind. An diesen können Sie sich schnell verletzen, vor allem wenn Sie mit Kraft auf diese einwirken. Vor allem Kinder sind gefährdet, da Weißdorne gerne als Hecken verwendet werden, die aufgrund ihres Wuchses zum Spielen einladen. Machen Sie ihre Kinder also darauf aufmerksam, dass sie beim Spielen auf die Dornen aufpassen müssen. Ansonsten stellt der Weißdorn keine Gefahr dar.

Tipp: Den höchsten Aroma- und Vitamingehalt haben die Beeren gegen Ende September, was an der intensiven Rotfärbung zu erkennen ist, die an reife Tomaten erinnert. Ab diesem Zeitpunkt können Sie die Beeren ernten und sich an den schmackhaften Früchten laben.

Wirkung auf Tiere

Hunde

Sie brauchen sich keine Sorgen um den besten Freund des Menschen machen. Weißdorne sind für Hunde ebenfalls nicht giftig und die Vierbeiner können die Beeren fressen oder auf dornenlosen Zweigen kauen. Wie bei Kindern sollten Sie hier nur aufpassen, dass Ihr Hund nicht beim Spielen in die Hecke rennt oder auf einem Ast kaut, der mit Dornen besetzt ist.

Katzen

Bei Katzen gibt es ebenfalls Entwarnung. Sie können Katzen an Christdorn knabbern lassen, so viel Sie wollen. Achten Sie nur darauf, dass Ihre Samtpfote nicht versucht, die Gehölze emporzuklettern, da sie sich auf diese Weise verletzen. Katzen werden im Vergleich zu Hunden nur selten von der Pflanze gestochen, außer sie werden von einem anderen Tier gejagt und rennen aus Panik in den Strauch.

Hund mit Katze vor dem Haus

Tipp: Sogar kleinere Tiere wie Hasen, Meerschweinchen, Hamster oder Chinchillas können Sie mit der Pflanze füttern. Vor allem als kleiner Snack ist die Pflanze zu empfehlen.

Nutztiere

Nutztieren wie Pferden, Schafen oder Schweinenkönnen ebenfalls die Beeren oder Blätter verfüttert werden. Vor allem ältere Pferde können von Weißdorn als Futterzusatz profitieren, da die Inhaltsstoffe sich positiv auf die Herzfunktion auswirken. Die Herztätigkeit und Durchblutung wird deutlich gestärkt, selbst bei Pferden mit Herzproblemen.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt. Es besteht keine Gewährleistung auf Richtigkeit medizinischer Aussagen.
Ausführliche Informationen zur ersten Hilfe bei Vergiftungen und wichtige Angaben zu den Giftnotrufzentralen finden Sie hier.

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