Ingwer Wachstum

Die Ingwerknolle ist den meisten Menschen als Küchengewürz bekannt. Er hat einen scharf-aromatischen Geschmack und verleiht vielen Gerichten eine exotische Note. Exotisch ist auch seine Herkunft. Die Ingwer-Pflanze wächst in den Tropen und Subtropen. Die ursprüngliche Heimat von Zingiber officinale ist jedoch nicht mehr sicher bekannt. wird Der Ingweranbau findet heute in vielen Ländern der Erde statt, unter anderen auch in Frankreich und Australien.

Ingwerpflanze

Wachstum

Der Ingwer (botanischer Name Zingiber officinale) wächst als krautige, mehrjährige Staude. Die Blätter entsprießen aus einem Wurzelstock, einem Rhizom. Diese Wurzelknolle wird in der Küche oder als Heilmittel verwendet. Ingwerpflanzen haben dicke Stängel und lange Blätter und gleichen in ihrem Aussehen Schilf. Das Küchengewürz erreicht eine Höhe von 50 – 150 cm. Auch die Blütenstände entspringen direkt aus dem Ingwerrhizom. Der Blütenschaft bleibt mit 25 cm Länge kleiner als die langen Blätter. In der schuppenartigen Blütenähre wachsen mehrere kleine rote, gelbe oder violette Blüten.
Ingwerpflanzen sind nicht immergrün. Nach der Wachstumsperiode sterben die Blätter ab und es beginnt eine Ruhephase. Die Pflanze nutzt die Speicherstoffe im Wurzelstock zum Überdauern.

Ingwerpflanze, Zingiber officcinale

Vermehrung

Die Ingwerknolle bildet ständig neue Teilstücke, die Pflanze lässt sich dann über eine Teilung des Rhizoms vermehren. An den Blüten bilden sich Samen, die bei der kommerziellen Vermehrung jedoch kaum eine Rolle spielen.

Kommerzieller Anbau

Die Ingwerkultivierung erfolgt in den jeweiligen Anbauländern in teils riesigen Plantagen. Für die Küche wird er nach wenigen Monaten das erste Mal geerntet. Dann ist das Rhizom noch jung und zart. Diese Ingwerknollen lassen sich frisch verwenden oder verkaufen. Gewürzingwer, welcher getrocknet und gemahlen wird, wird erst am Ende der Wachstumsperiode geerntet. Zu dieser Zeit sterben die Blätter ab. Obwohl es Erntemaschinen für Ingwer gibt, erfolgen Anbau und Ernte meist noch von Hand.

Ingweranbau im Garten

In seiner Heimat werden Ingwerpflanzen direkt in Gärten angebaut wie bei uns Kartoffeln. Rhizomstücke werden dabei mit entsprechendem Abstand in die Erde gebracht. Die Pflanze mag es warm und feucht und treibt bei guter Pflege rasch Blätter und Blüten. Während die Staude oberirdisch wächst, bildet das Rhizom neue Teilstücke im Boden aus. Es verbreitet sich nur vertikal und gleicht bald einem Hirschgeweih. Ingwerwurzeln lassen sich jeweils frisch ausgraben und sofort in der Küche verwenden oder für die spätere Verwendung konservieren.

Herkunft

Vermutungen zufolge, stammen Ingwerpflanzen ursprünglich aus Indonesien oder Sri Lanka. Da das Gewürz jedoch schon seit Jahrtausenden in der Medizin und Küche bekannt ist, hat sich die Staude auf der ganzen Welt verbreitet. Nach Europa kam Ingwer über China und Indien. Bekannt ist er hier schon seit der Antike. Im 16. Jahrhundert brachten die Spanier Ingwerknollen auch in die Neue Welt, wo er wegen des passenden Klimas perfekte Bedingungen vorfand. Es bildeten sich neue Ingwersorten in Jamaika, Brasilien und später auch in Australien.

Heutige Hauptanbaugebiete

Ingwer wird in vielen Ländern der Tropen und Subtropen erfolgreich angebaut. Der größte Exporteur ist China, während Indien der größte Produzent ist. In Indien finder der angebaute Ingwer jedoch hauptsächlich selbst Verwendung. In Ländern wie Australien, Jamaika, Brasilien oder Thailand werden jeweils regionale Sorten angebaut. Die einzelnen Ingwerarten unterscheiden sich in der Größe und dem Fasergehalt der Knolle, außerdem können sich Schärfe und Aroma unterscheiden.

Ingwersorten:

  • Australien: faserige Knolle, milder Geschmack
  • Brasilien: sehr ertragreich, große Knollen
  • Fidschi-Inseln: Knolle wenig faserreich, hoher Feuchtigkeitsgehalt
  • Indien: Knollen mit leichter Süße, Aroma erinnert an Zitronen
  • Jamaika: besonders intensives Aroma
  • Nigeria: sehr scharf, jedoch wenig aromatisch

Ingwerknollen mit Trieben

Besonderheiten

Da die Kultivierung von Ingwerpflanzen sehr einfach ist, gelingt sie auch bei uns auf der Fensterbank oder im sommerlichen Garten. Eine gekaufte Ingwerknolle mit mehreren Augen müssen Sie dafür nur in Erde stecken und feucht halten. Bald treiben die ersten Blätter aus. Der Standort sollte warm und sonnig sein. Da die Pflanze nicht winterhart ist, lässt sie sich im Herbst ernten oder wird im Haus überwintern.
In Österreich gibt es im Burgenland eine Versuchsreihe zum kommerziellen Anbau von Ingwerstauden. Allerdings ist noch nicht sicher, ob es im Herbst warm genug ist, damit die Pflanzen ausreifen können.

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