15 Wildrosen-Arten | Anleitung zu Pflege und Schneiden

Kartoffelrose, Rosa rugosa

Rosen. Zahlreiche Varietäten der beliebten Ziersträucher sind im Handel erhältlich und werden von Gärtnern und Rosenfreunden begeistert in die eigenen Gartenprojekte integriert. Viele Sorten stammen von Hybriden ab, die deutlich anfälliger für Schädlinge und Krankheiten sind. Auf der Suche nach robusten Arten, die selbst mit wenig Pflege auskommen, greifen immer mehr Menschen deshalb auf Wildrosen zurück. Diese Rosen-Arten zeichnen sich durch eine hohe Resistenz und positive Aspekte im Garten aus.

Wildrosen-Arten

Wenn Sie auf der Suche nach Wildrosen sind, werden Sie begeistert von der Auswahl sein, die Ihnen sich hier offenbart. Wilde Rosenarten gehen manchmal in der Menge an neuen und bekannten Sorten unter. Gerade wenn es um besonders dekorative Blüten geht, halten sich Wildrosen etwas im Hintergrund. Die Blüten einer Wildrose sind nicht gefüllt und haben aus diesem Grund einige Vorteile gegenüber den Zierrosen:

  • attraktiv für Bestäuberinsekten
  • bilden essbare Hagebutten aus
  • Winter-Nahrungsquelle für Tiere
  • duften recht intensiv

Neben den Vorteilen in Bezug auf die Blüte eignen sich Wildrosenarten für eine Vielzahl von Einsatzzwecken, die im Garten oder auf dem Grundstück anfallen. Sie sind im Vergleich recht pflegeleicht und daher gut für Anfänger geeignet, die sich noch nicht so gut mit Rosen auskennen. Selbst der Schnitt ist ohne größere Probleme umsetzbar, da dieser nicht so intensiv wie bei Zierrosen ausfallen muss. Gerne gepflanzt werden Wildrosen als Hecke, da sie recht dicht wachsen und ihre Triebe mit Stacheln übersät sind. Das ist eine natürliche Barriere, die zugleich Unterschlupf für Wildtiere bietet. Wenn Sie sich für die Haltung von wilden Rosen interessieren, werden Ihnen 15 Arten vorgestellt, die in mitteleuropäischen Gärten problemlos gedeihen. Davon sind viele sogar heimisch und in der freien Natur anzutreffen.

Hinweis: Neben den eigentlichen wilden Rosen finden sich noch einige bekannte Hybriden wie die Damaszener (bot. Rosa damascena) und die Zentifolie (bot. Rosa centifolia), die aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften sehr gerne kultiviert werden. Diese sind nicht mehr ganz so einfach für Bestäuberinsekten zu erreichen, aber bieten immer noch Nahrung für Bienen und andere, was eine Kultivierung interessant macht.

Einheimische Wildrosen

Sieben von den 15 Wildrosenarten in diesem Artikel sind in Mitteleuropa und Deutschland heimisch, was besonders der hiesigen Fauna zu Gute kommt. Für viele Menschen sind die einzelnen Taxa auf den ersten Blick schlecht auseinander zu halten, da sich die Blüten sehr ähnlich sehen. Bis auf die Hechtrose sind die Blütenblätter rundlich und stehen weit zueinander. Bei allen sind die Staubfäden gut zu erkennen und meist in einem gelblichen Farbton gehalten. Der Wuchs ist ebenfalls sehr ähnlich. Unterschiedlich sind jedoch häufig die Blütenfarbe und Blütezeit, ebenso die Hagebutten. Die folgende Übersicht hilft Ihnen bei der Auswahl einer heimischen Wildrose:

von A – F

1. Alpen-Heckenrose

  • Synonyme: Gebirgs-Rose, Hängefrucht-Rose, Alpen-Heckenrose, Berg-Rose
  • botanischer Name: Rosa pendulina
  • Wuchshöhe: 100 bis 150 cm
  • Blütenfarbe: rot, rosa
  • Blütezeit: Mitte Mai bis Ende Juni
  • Besonderheiten: stachellos

Alpen Heckenrose, Rosa pendulina

2. Apfelrose

  • botanischer Name: Rosa villosa
  • Wuchshöhe: 120 bis 160 cm
  • Blütenfarbe: dunkles Rosa
  • Blütezeit: Juni bis Mitte Oktober
  • Besonderheiten: essbare Hagebutten, wird manchmal mit der Kartoffelrose verwechselt

Apfelrose, Rosa villosa

3. Bibernellrose

  • Synonyme: Feldrose, Erdrose, Dünenrose, Felsen-Rose, Stachelige Rose, Haferrose, Reichstachelige Rose
  • botanischer Name: Rosa pimpinellifolia
  • Wuchshöhe: 120 bis 150 cm
  • Blütenfarbe: weiß, gelbliches weiß
  • Blütezeit: Mitte Mai bis Ende Juni
  • Besonderheiten: bildet Ausläufer aus, besonders standhaft gegen Wind

Bibernellrose, Rosa pimpinellifolia

4. Filzrose

  • Synonyme: Falsche Filzrose
  • botanischer Name: Rosa tomentosa
  • Wuchshöhe: 200 bis 300 cm
  • Blütenfarbe: weiß, rosa
  • Blütezeit: Juni
  • Besonderheiten: wichtige Art für Bestäuberinsekten, recht selten

Filzrose, Rosa tomentosa

von H – W

5. Hechtrose

  • Synonyme: Bereifte Rose, Rotblatt-Rose, Rotblättrige Rose
  • botanischer Name: Rosa glauca
  • Wuchshöhe: 150 bis 250 cm
  • Blütenfarbe: helles Rosa
  • Blütezeit: Juni bis Mitte Juli
  • Besonderheiten: spitz zulaufende Blütenblätter, rotgrünes Laub

Hechtrosa ,Rosa glauca

6. Hundsrose

  • Synonyme: Heiderose, Hagrose, Heckenrose
  • botanischer Name: Rosa canina
  • Wuchshöhe: 200 bis 300 cm
  • Blütenfarbe: weiß-rosa
  • Blütezeit: Mitte Juni bis Ende Juli
  • Besonderheiten: Triebe hängen in Bögen nach unten, essbare Hagebutten

Hundsrose, Rosa canina

7. Weinrose

  • Synonyme: Apfel-Rose, Zaun-Rose, Sweet Briar, Schottische Zaunrose
  • botanischer Name: Rosa rubiginosa
  • Wuchshöhe: 250 bis 400 cm
  • Blütenfarbe: helles Rosa
  • Blütezeit: Mitte Juni bis Ende Juli
  • Besonderheiten: viele Stacheln, ideale Heckenpflanze, undurchdringlich
Weinrose, Rosa rubiginosa
Weinrose

Hinweis: Wildrosen tragen trotz weitläufiger Annahme Stacheln und keine Dornen. Auf den ersten Blick wirken die Stacheln für viele Menschen wie Dornen, doch sind diese vom Trieb leicht lösbar und stellen keine umgewandelten Blätter oder Sprossachsen dar, wie es bei Dornen der Fall ist.

Wildrosen aus der weiten Welt

Neben den heimischen Arten sollten Sie unbedingt einen Blick auf wilde Rosen-Taxa werfen, die aus den USA, Asien oder anderen Teilen der Holarktis stammen. Da alle Rosen nur auf der nördlichen Halbkugel vorkommen, handelt es sich nicht wirklich um tropische Gewächse und aus diesem Grund eignen sich fast alle Taxa zur Haltung im eigenen Garten. Die vegetativen und generativen Merkmale sind sich hier ebenfalls wieder ähnlich, doch finden sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Arten, da sie aus so vielen fremden Regionen stammen. Die folgende Liste stellt Ihnen einige Arten vor:

von B – K

1. Büschelrose

  • Synonyme: Rispen-Rose, Vielblütige Rose, Polyantha-Rose
  • botanischer Name: Rosa multiflora
  • Wuchshöhe: 200 bis 300 cm
  • Blütenfarbe: reinweiß
  • Blütezeit: Anfang Juni bis Mitte Juli
  • Besonderheiten: ideal für Städte geeignet, beliebt bei Bienen und Vögeln, Blüten duften nach Honig

Büschelrose, Rosa multiflora

2. China-Rose

  • botanischer Name: Rosa chinensis
  • Wuchshöhe: 60 bis 160 cm
  • Blüte: rosa
  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • Besonderheiten: eine der ältesten kultivierten Rosenarten, unzählige Sorten und Hybriden erhältlich

China Rose, Rosa chinensis 'Old Blush'

3. Essigrose

  • Synonyme: Gallica-Rose
  • botanischer Name: Rosa gallica
  • Wuchshöhe: 60 bis 100 cm
  • Blütenfarbe: dunkles Rosa
  • Blütezeit: Anfang Juni bis Mitte Juli
  • Besonderheiten: besonders winterhart

gallische Rose, Essigrose, Rosa gallica

4. Kartoffelrose

  • Synonyme: Japan-Rose, Sylter Rose, Apfel-Rose, Kamtschatka-Rose
  • botanischer Name: Rosa rugosa
  • Wuchshöhe: 120 bis 160 cm
  • Blütenfarbe: dunkles Rosa
  • Blütezeit: Juni bis Mitte Oktober
  • Besonderheiten: intensiv duftend, beliebt bei Bestäuberinsekten

Kartoffelrose, Rosa rugosa

5. Kleinblütige Rose

  • botanischer Name: Rosa micrantha
  • Wuchshöhe: 150 bis 350 cm
  • Blütenfarbe: weiß, helles Rosa
  • Blütezeit: Mai bis Mitte Juli
  • Besonderheiten: Vogelschutzgehölz

Kleinblütige Rose, Rosa micrantha

von M – S

6. Mandarin-Rose

  • Synonyme: Blut-Rose, Rote Büschelrose
  • botanischer Name: Rosa moyesii
  • Wuchshöhe: 200 bis 350 cm
  • Blütenfarbe: intensiv blutrot
  • Blütezeit: Juni bis Mitte Juli
  • Besonderheiten: dichter Wuchs, zahlreiche Blüten, dekorative Staubgefäße

Mandarin Rose. Rosa moyesii

7. Moschusrose

  • botanischer Name: Rosa moschata
  • Wuchshöhe: bis 200 cm
  • Blütenfarbe: weiß
  • Blütezeit: blüht öfter im Jahr
  • Besonderheiten: Ursprungsart für viele Hybriden, fast stachellos

Moschusrose, Rosa moschata

8. Sandrose

  • Synonyme: Dünenrose, Wiesenrose, Carolina-Rose
  • botanischer Name: Rosa carolina
  • Wuchshöhe: 100 bis 130 cm
  • Blütenfarbe: helles Rosa
  • Blütezeit: Juni bis Anfang August
  • Besonderheiten: bildet Ausläufer, ideale Rose für sandige Böden und Böschungen

Sandrose, Rosa Carolina

Tipp: Wenn Sie nach einer besonders großen Rosenart suchen, sollten Sie der Rosa gigantea eine Chance geben. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich bei dieser Rose um die größte Wildrosenart, die mit dem geeigneten Standort und einer Kletterhilfe Höhen von bis zu 30 Metern erreichen kann.

Pflege

Egal ob Sie schon stolzer Besitzer von Wildrosen sind oder sich erst einige aus den genannten Listen auswählen, die Pflege der attraktiven Gewächse läuft immer nach dem gleichen Prinzip ab. Wilde Rosa erleben aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit eine wahre Renaissance und werden wieder häufig gepflanzt. Gerade in naturnahen Gärten sind sie sehr gerne gesehen, da sie bis auf die Nutzung als Hecke nicht geschnitten werden müssen. Ebenso gut eignen sich die pflegeleichten Rosa zur Bepflanzung von Hängen, wenn die richtige Art gewählt wird. Das robuste Wurzelwerk stabilisiert den Boden.

Standort

Wilde Rosen sind nicht wählerisch, was den Standort angeht. Ihnen machen weder Regen noch starke Winde etwas aus und das macht sie ideal für eine Vielzahl von Gärten oder offene Grundstücke, die mit diesem Problem zu kämpfen haben. Aus diesem Grund eignen sich eine Wildrosenhecke als Windschutz. Sogar in Städten können Sie auf die Rosen setzen. Angewiesen sind die Pflanzen einzig auf ausreichend Platz (mindestens zwei Meter Abstand) und sonnige bis absonnige Lichtverhältnisse. Lichter Schatten ist ebenfalls möglich.

Boden

Wildrosen haben den großen Vorteil, dass sie selbst auf für andere Pflanzen ungeeigneten Böden gedeihen. Ihre Anpassungsfähigkeit ermöglicht es den dekorativen Pflanzen, eine Vielzahl verschiedenster Eigenschaften zu ihrem Vorteil zu nutzen. Besonders gut geeignet für die Rosen ist die folgende Bodenbeschaffenheit:

  • mäßig trocken
  • leicht feucht
  • lehmig
  • sandig
  • tonhaltig
  • nährstoffreich
  • pH-Wert: 6,0 – 8,0

Nur dauerhaft nasse Böden sollten Sie vermeiden, da dies sonst die Wurzeln zu stark unter Druck setzen könnte. Selbst verdichtete Böden sind nicht wirklich ein Problem für Wildrosen.

Pflanzen

Wenn Sie ein Exemplar aus dem Handel erworben haben, sollten Sie dieses so schnell wie möglich ins Freiland anpflanzen. Die folgende Anleitung hilft Ihnen dabei weiter:

  • Zeitpunkt: Frühjahr, Herbst
  • Pflanzloch ausheben
  • Pflanzloch sollte größer als Wurzelballen sein
  • Erdaushub mit Kompost anreichern
  • alternativ kalken
  • Drainage aus Kies anlegen
  • Rose in Pflanzloch setzen
  • mit Erdaushub füllen
  • antreten
  • gut wässern

Achten Sie bei der Pflanzung einer Hecke auf den Abstand zu den anderen Exemplaren. Wildrosen können große Ausmaße erreichen.

Gießen & Düngen

Sie müssen Wildrosenarten nicht extra gießen. Nur in seltenen Fällen, wenn eine langanhaltende Trockenzeit herrscht, können Sie den Standort der Pflanze wässern. Das verhindert ein mögliches Austrocknen des Standorts, was wiederum die Wurzeln beschädigen würde. In den meisten Fällen reicht Regenwasser jedoch vollkommen aus. Falls Sie den Boden nicht gekalkt haben oder dieser kalkarm ist, können Sie kalkhaltiges Leitungswasser zum Wässern verwenden. Das wirkt sich positiv auf die Vitalität der Rosengewächse aus. Falls Sie gießen, benetzen Sie niemals die Blätter. Optional können Sie mulchen, wenn der Boden sehr trocken ist.

Wildrose

Beim Düngen verhält es sich wie beim Gießen. Im Vergleich zu Zuchtvarianten müssen Wildrosen unabhängig welcher Art nicht gedüngt werden. Sie kommen komplett ohne Düngemittel zurecht. Falls Sie aber eine besonders reiche Blüte wünschen, sollten Sie im Frühjahr eines der folgenden Düngemittel anwenden:

  • Mulchschicht
  • reifer Kompost

Den Kompost mischen Sie unter die Erde. Alternativ wenden Sie im Rhythmus von vier Wochen von Frühling bis Herbst eine Jauche aus Brennnesseln an. Diese unterstützt das Wachstum und die Blütenausbildung. Übertreiben Sie es aber nicht mit der Zugabe.

Schneiden

Schneiden ist bei Wildrosen nicht so wichtig wie hingegen bei vielen Hybriden oder speziellen Zuchtvarietäten. Dennoch müssen Sie schneiden, um die Vitalität der Pflanze zu erhalten und die Blüte anzuregen. Die folgende Anleitung erläutert Ihnen, wie Sie die Rosen richtig zurückschneiden:

  • mit scharfer und desinfizierter Schere schneiden
  • Häufigkeit: alle zwei Jahre
  • Zeitpunkt: Februar bis Mitte März
  • alternativer Zeitpunkt: nach der Blüte
  • abgestorbene Triebe komplett entfernen
  • vertrocknete Triebe komplett entfernen
  • Altholz entfernen
  • Schere schräg ansetzen
  • nicht quetschen
  • nicht reißen

Falls Sie eine Wildrosenhecke haben, müssen Sie diese einmal im Jahr schneiden. Dabei folgen Sie einfach der oben genannten Anleitung, da Wildrosenhecken nicht wirklich in Form gebracht werden können. Es geht bei diesen dabei eher um das Auslichten. Sie können natürlich zu weit herausragende Triebe entfernen, falls diese zum Beispiel auf den Bürgersteig reichen.

Überwintern

Wilde Rosenarten müssen nicht überwintert werden. Denn  die Gewächse sind selbst im jungen Alter gut gegen Schnee und Kälte gewappnet und können gut auf sich selbst aufpassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einheimische Arten oder Taxa aus anderen Regionen handelt.

Krankheiten und Schädlinge

Beliebt sind die wilden Rosen vor allem aufgrund ihrer Resistenz gegen Schädlinge und Krankheiten. Sie werden an sich kaum von Schädlingen befallen und selbst wenn Sie Blattläuse entdecken, bleiben die Gewächse standhaft. Das ist ebenfalls bei Krankheiten so. Denn bis auf einen seltenen Befall durch Mehltau erkranken Wildrosen nur äußerst selten. Glücklicherweise erholen sich die Gewächse meist von alleine, wenn Sie die befallenen Stellen gründlich entfernen.

Rose 'Diamant'