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Wildschwein titel

Was fressen Wildschweine? | Nahrungssuche im Garten

Tief im Wald, wo sie leben, treffen Wildschweine meist auf ein abwechslungsreiches Futterangebot. Dennoch gehen Wildschweine gelegentlich in Gärten auf die Suche nach Nahrung, sehr zum Leidwesen der Besitzer. Blicken wir auf den Wildschwein-Speiseplan!

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Auf den Punkt gebracht

  • Wildschweine sind Allesfresser
  • 90 % pflanzlich: Bucheckern, Eicheln, Wurzeln, Gräser, Wildkräuter, Moose, Flechten und Pilze
  • 10 % tierisch: Würmer, Mäuse, Bodenbrüter, Aas
  • im Garten/auf Acker: Mais, Raps, Kartoffeln, Fallobst, Regenwürmer
  • nicht füttern, Wildschwein kommt sonst regelmäßig und richtet ggf. Verwüstungen an

Wildschweine sind Allesfresser

In freier Wildbahn werden Wildschweine (Sus scrofa) etwa zehn Jahre alt. Während dieses langen Lebens fressen sie sich ein Gewicht von bis zu 200 Kilogramm an. Das gelingt, weil die Tiere anpassungsfähig und vielseitig sind, wenn es um verwertbare Nahrung geht.

Wildschwein mit Nahrung
  • Wildschweine sind Allesfresser (Omnivoren)
  • wissenschaftlich Omnivoren genannt
  • der Schwerpunkt liegt bei pflanzlicher Kost (90%)
  • Zusammensetzung des Speiseplans ist variabel
  • abhängig von Jahreszeit und geografischer Lage
  • zum Winter hin fressen sie mehr (Speckansatz als Kälteschutz)

Pflanzliche Windschwein Nahrung

Seine pflanzliche Nahrung sucht sich das Wildschwein hauptsächlich am Boden und in der obersten Erdschicht. Hilfreich ist ihm dabei seine Schnauze, mit der er nicht nur Nahrung erschnüffelt, sondern auch wühlt und gräbt, um an diese zu gelangen. Ein paar Beispiele für Pflanzenkost:

Brennnesseln
Brennnesseln
  • Brennnesseln
  • Bucheckern
  • Eicheln
  • Flechten
  • Gräser
  • Klee
  • Löwenzahn
  • Moose
  • Wurzeln und Rhizome

Pilze sind weder Pflanzen noch Tiere, aber ebenfalls beliebtes Wildschweinfutter. Kastanien dagegen werden nicht gefressen, mit Ausnahme von Maronen.

Beispiele für tierische Kost

Wenn sich die Gelegenheit für tierisches Futter bietet, wird das Wildschwein sie ergreifen. Seine Lebendnahrung besteht aus kleinen Tieren, die er ebenfalls am Boden findet:

links Engerlinge, rechts Schnecke
Engerlinge und Schnecke

Wildschweine sind auch Aasfresser. Ein von Auto angefahrenes Rehkitz kann ihnen ebenso als Nahrungsquelle dienen wie ein an Krankheit gestorbenes Waldtier.

Hinweis: Bei einem Überangebot sind Wildschweine wählerisch. Sie fressen zwar alles, doch haben sie durchaus ein Lieblingsfutter. In sogenannten Mastjahren, wenn Waldbäume reichlich Früchte tragen, konzentrieren sie sich bei ihrer Futtersuche hauptsächlich auf diese. Ein Wildschwein kann bis zu fünf Kilogramm Eicheln, Bucheckern oder Nüsse pro Tag fressen!

Nahrungssuche auf Kulturflächen

Das angestammte Gebiet dieser Wildtiere bleibt der schützende Wald. Doch zunehmend sind sie auch auf wirtschaftlich genutzten Flächen anzutreffen. Zum einen zwingt sie die hohe Population dazu, neue Nahrungsgebiete und Lebensnischen zu erschließen. Zum anderen ist der Mensch mit seinen Äckern und Siedlungen immer näher an den Wald gerückt bzw. hat dafür Waldflächen vernichtet.

Raps- und Maisfelder beliebt

Rapsfeld
Rapsfeld

Seit den 80er Jahren werden Maisfelder von Wildschweinen als Lebensraum genutzt. Die dichte Bepflanzung dieser Felder bietet ihnen vorrangig ein gutes Versteck. Wenn unweit der Felder Eichen und Buchen stehen, werden sie ihr Lieblingsfutter Eicheln und Bucheckern bevorzugen. Ansonsten fressen sie auch Mais und Raps.

Wildschweine im Garten

Jeder Garten bietet geeignete Nahrung für Wildschweine. Liegt er dazu noch unweit eines Waldes, in dem diese Tiere leben, wird er früher oder später von ihnen aufgesucht. Denn das Nahrungsangebot bleibt den klugen Tieren nicht lange verborgen. Sie mögen unter anderem:

Wildschwein Frischling auf der Suche nach Nahrung und frisst Mais
Wildschwein-Frischling frisst Mais

Außerdem bietet ihnen der Gartenboden für Wildschweine reichlich tierische Nahrung, wie beispielsweise Regenwürmer. Um an dieses zu gelangen, durchwühlen sie den Boden. Dabei hinterlassen sie große Löcher und können zudem Pflanzen schädigen. Auch ein Komposthaufen wird gern nach Insektenlarven und Früchten abgesucht.

Tipp: Wenn Sie Ihren Garten wildschweinsicher machen wollen, genügt es nicht, ihn mit Maschendraht zu umzäunen. Das Wildschwein kann ihn überspringen oder mit seinem kräftigen Gebiss verbiegen. Frischlinge kriechen einfach unten durch. Installieren Sie besser einen Elektrozaun!

Wildschwein nicht füttern!

Wenn Wildschweine im Winter im Garten auf Nahrungssuche geht, wird es wenig vorfinden. Auch wenn im Besitzer ein Herz für Tiere schlägt, sollte es nicht gezielt gefüttert werden. Denn das Tier merkt sich Gesichter, Gegenden und Situationen und wird immer wieder zurückkehren. Findet es dann das Futter nicht „serviert“, kann es auf der Suche danach das Grundstück regelrecht verwüsten.

Tipp: Stellen Sie Ihre Mülltonne nicht leicht zugänglich im Garten auf. Auch nicht wenn diese geschlossen ist. Wenn ein Wildschwein darin etwas Essbares wittert, wirft es sie mit seiner Körperkraft um, um sie anschließend zu durchwühlen.

Häufig gestellte Fragen

Wovon lebt ein Wildschwein an frostigen Wintertagen?

Langanhaltende Frostperioden übersteht dieses Tier mit einem bis zum Herbst angefutterten Fettdepot. Ansonsten geht es auch im Winter auf Nahrungssuche am Waldboden. In siedlungsnahen Lebensräumen auch im Garten oder Park.

Gibt es in Deutschland viele Wildscheine?

Ja. Ihre Anzahl hat in den letzten Jahrzehnten explosionsartig zugenommen. Alljährlich im Sommer streifen knapp eine Million Tiere umher. Die Population wird im Herbst durch Jagd um etwa 70 % reduziert, erholt sich aber im Frühjahr des Folgejahres wieder.

Wie ernährt sich der Wildschweinnachwuchs?

In den ersten drei Wochen nach Geburt wird das Wildschweinbaby ausschließlich gesäugt. Danach kommt feste Nahrung hinzu. Mit vier Monaten findet die Entwöhnung statt und der Nachwuchs ernährt sich wie ein ausgewachsenes Tier.

Welche Rolle spielt Wasser bei der Ernährung?

Ein Wildschwein braucht viel Wasser, da es sehr viel Trockennahrung zu sich nimmt. Deswegen lebt es bevorzugt in Nähe von Bächen, Sümpfen und anderen Feuchtgebieten.


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