Winkelspinnen loswerden: aber wie? | Können sie springen?

Winkelspinne

Winkelspinnen sind sehr häufig dort zu finden, wo Menschen leben. Das gilt vor allem für die Art Tegenaria domestica, die Hauswinkelspinne. Während sie in den warmen Sommermonaten durchaus im Freien zu finden ist, sucht sie in den kalten Wintermonaten regelrecht die Nähe des Menschen. Zwar sind die Tiere ungefährlich, dennoch wollen die meisten Menschen Winkelspinnen schnell wieder loswerden.

Winkelspinne

Die Gattung der Winkelspinnen (Tegenaria) umfasst insgesamt acht Arten in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Am bekanntesten und am weitesten verbreitet ist die sogenannte Hauswinkelspinne. Im Herbst und im Winter siedelt sie sich bevorzugt in einem warmen Haus oder in der Wohnung an. Dazu baut sie sich an einem geschützten bzw. versteckten Ort eine Wohnhöhle, in der sie dann die meiste Zeit des Tages verbringt.

Ihre Ernährung besteht aus kleineren Insekten. Die Hauswinkelspinne ist wie alle bei uns zu findenden Winkelspinnen nicht giftig und damit für den Menschen vollkommen ungefährlich. Es kann allerdings vorkommen, dass man von einem der Tiere gebissen wird. Aber auch so ein Biss ist total harmlos, da die Beißwerkzeuge der Spinnen die äußere Hautschicht des Menschen nicht durchdringen können.

Hinweis: Entgegen anders lautender Gerüchte können Hauswinkelspinnen definitiv nicht springen. Sie können allerdings erstaunlich schnell laufen, was sie häufig bedrohlich wirken lässt.

Lebensraum

Die allermeisten Spinnen benötigen es warm, um überleben zu können. Das gilt auch für die Gattung Tegenaria. Im Spätsommer und im Frühherbst siedeln sie deshalb ganz bewusst in geschlossenen Räumen – erst recht, wenn diese dann auch noch beheizt werden. Die Spinnen suchen sich dazu allerdings einen geschützten Platz aus. Dazu gehören im Haus bzw. der Wohnung beispielsweise:

  • Räume hinter Schränken
  • größere Wandrisse
  • Räume unter dem Bett
  • leere oder gefüllte Zimmerpflanzentöpfe
  • Unterseiten von Regalen
  • Räume unter den Fensterbrettern

Winkelspinne

Es ist zu empfehlen, erst einmal alle diese möglichen Siedlungsorte zu überprüfen, wenn man eine Winkelspinne in der Wohnung gesehen hat und nun feststellen möchte, wo genau sie denn siedelt. Zu erkennen ist das dann an der aus Gespinst bestehenden Wohnhöhle, die an Wänden ebenso kleben kann wie an Möbeln. Vor der Eingang zu dieser Wohnhöhle befindet sich meist noch ein recht umfangreiches Gespinst aus Warnfäden für die Spinne.

Tipp: Wer Winkelspinnen loswerden möchte, sollte immer auch ihre Wohnhöhlen bzw. -trichter entfernen. Anderenfalls ist nämlich die Gefahr groß, dass diese Behausungen erneut besiedelt werden.

Lavendel gegen die Winkelspinne

Um Spinnen loswerden zu können ist der Einsatz von Lavendel ein sehr wirkungsvolles Hausmittel. Die Tiere mögen den Geruch des Lavendels nämlich nicht und ergreifen die Flucht – in den allermeisten Fällen nach draußen an die frische Luft. Lavendel ist folglich eine sehr schonende und vollkommen natürliche Maßnahme, um Spinnentiere zu vertreiben. Folgendes benötigt man dafür:

  • frischen oder getrockneten Lavendel
  • acht bis zehn luftdurchlässige Stoffsäckchen
  • Stoffbänder, um die Säckchen zu verschließen

Die mit Lavendel gefüllten Säckchen werden ganz gezielt an bestimmten Orten im Wohnbereich verteilt. Hat man eine Wohnhöhle entdeckt, wird mindestens ein Säckchen möglichst nahe an der Höhle platziert. Die restlichen Säckchen finden ihren Platz am besten im Schlafraum gut verteilt um das Bett herum.

Nicht vergessen sollte man auch, einige Säckchen auf die Fensterbänke zu stellen, da gekippte oder auch marode Fenster für viele Winkelspinnen so etwas wie ein Einfallstor sind. Der intensive Lavendelduft schreckt sie damit von vorne herein ab, in die warmen Räume einzudringen. Die Tiere werden übrigens immer nur in die Räumlichkeiten krabbeln und niemals springen. Noch einmal: Winkelspinnen können nicht springen.

Lavendelkissen

Andere Mittel

Lavendelsäckchen sind eine sehr einfache, aber eben auch sehr effiziente Methode, um Winkelspinnen loswerden zu können. Die Tiere kommen dabei auch nicht zu Schaden, was eindeutig für den Lavendeleinsatz spricht, da es sich bei ihnen ja eigentlich um Nützlinge handelt. Wer jedoch nichts mit Lavendel zu tun haben möchte bzw. wem diese Methode trotz aller Erfolge zu unsicher ist, der kann auch auf andere Lösungen zurückgreifen. Diese sind:

  • Anti-Spinnen-Sprays, mit denen die Tiere und ihre Umgebung direkt besprüht werden
  • Anti-Spinnen-Stecker für die Steckdose, die die Tiere mittels Ultraschall vertreiben
  • Spinnensauger, mit denen die Tiere eingesaugt und im Inneren des Geräts getötet werden

Die entsprechenden Hilfsmittel bzw. Geräte gibt es jeweils in Baumärkten oder im Gartenfachhandel. Inwieweit das Vertreiben mit Ultraschall wirklich funktioniert, ist umstritten. Sprays können dabei helfen, den Zuzug der Tiere zu verhindern – vorausgesetzt man versprüht den Inhalt im Bereich der Fenster. Der Einsatz von Spinnensaugern ist hingegen nicht sinnvoll und geradezu barbarisch.