Winterharte Kletterpflanzen: diese 10 blühen mehrjährig

winterharte Kletterpflanzen

In der Welt von Kletterpflanzen ist kein Platz für triste Fassaden, leergefegte Rankbögen oder trostlose Pergolen. Mit dichtem Blätterkleid und verschwenderischer Blütenfülle erklimmen die floralen Akrobaten bereitgestellte Kletterhilfen oder schaffen den Aufstieg aus eigener Kraft. Die Protagonisten unter den unermüdlichen Kletterern lassen sich durch klirrenden Frost nicht an ihrer Aufgabe hindern, denn sie sind vollkommen winterhart. Erkunden Sie hier eine Auslese beliebter Arten und Sorten. Diese 10 Kletterpflanzen blühen mehrjährig.

Winterharte Kletterpflanzen

Vollsonne

Arten und Sorten für vollsonnige Standorte – Liste der Sonnenanbeter

Auf der Südseite von Haus und Garten fühlen sich die Sonnenanbeter unter den Kletterpflanzen gut aufgehoben. Hier sind zu jeder Jahreszeit die meisten Sonnenstunden zu ergattern, was ein verschwenderisches Blütenfestival entfacht. Um der damit verbundenen Hitzeentwicklung im Hochsommer standzuhalten, sind Kletterkünstler mit Nehmerqualitäten gefragt. Damit die floralen Akrobaten mehrjährig blühen, reicht es nicht aus, dass sie winterhart sind. Kurzzeitiger Trockenstress und sengende Hitze dürfen den Pflanzen ebenfalls keine Probleme bereiten. Für die Begrünung von Fassaden, Pergolen, Zäunen und Lauben mit südlicher Ausrichtung sind die folgenden Arten und Sorten hervorragend geeignet.

Kletterrosen (Rosa)

Kletterrosen kombinieren märchenhafte Blütenpracht mit vitaler Wuchskraft, um Hauswände, Spaliere und Pergolen zu begrünen. Rankgitter oder Seilsysteme bieten den dornigen Ranken ausreichenden Halt. Einige der schönsten Sorten aus der majestätischen Familie der Rosen erfüllt die Aufgabe als Klettermaxe vorzugsweise in vollsonnigen Lagen.

Kletterrose, Rosa
Kletterrose, Rosa

‚Golden Gate‘

  • goldgelbe, halbgefüllte und anmutig gerüschte Blüten von Juni bis Oktober

‚Santana‘

  • feuerrote Blütenpracht von Juni bis September, ausgesprochen hitzeverträglich

‚Uetersener Klosterrose‘

  • cremefarbene, halbgefüllte Blüten erscheinen mehrmals pro Saison

‚Jasmina‘

  • überreich blühend mit gefüllten, violettrosa Blüten von Juni bis September

Eine Neuheit aus dem Hause des berühmten deutschen Rosenzüchters Kordes begeistert mit opulenter Blütenschönheit, verführerischem Duft und einer robusten Resistenz gegenüber Mehltau und Sternrußtau. Die reinweiße Kletterrose ‚Hella‘ wurde aufgrund ihrer überzeugenden Attribute nicht nur mit dem ADR-Prädikat, sondern zusätzlich mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

Im Bienen-freundlichen Garten geben Gärtner Kletterrosen mit einfachen Blüten den Vorzug. Gefüllte Rosenblüten sind zwar eine Augenweide, aber keine Bienenweide. Hier gibt es für Hummeln, Bienen und Schmetterlinge keine Nahrung zu ernten, weil die Pollen-produzierenden Staubblätter in Schaublätter umgewandelt wurden. Fernerhin sind Nektar-produzierende Organe funktionsunfähig oder aufgrund der dichten Blütenblätter für Insekten unerreichbar. Damit Kletterpflanzen für Bestäuberinsekten keine Mogelpackung sind, rücken Sorten in den Fokus, wie die rahmweiße ‚Bobby James‘ oder die rosafarbene ‚Bonny‘.

Amerikanische Klettertrompete (Campsis radicans)

Die Amerikanische Klettertrompete ist mit allen Eigenschaften ausgestattet, die Gärtner sich von Kletterpflanzen wünschen. Haftwurzeln sorgen für guten Halt an jeder Kletterhilfe. Ein dekoratives Laubkleid aus grünen Fiederblättern entzieht unansehnliches Mauerwerk und nüchterne Zäune den Blicken. Von Juli bis Oktober thronen farbenprächtige, bis zu 8 cm lange Trompetenblüten über den Blättern, die sich zu dichten Trauben versammeln. Das malerische Blütenschauspiel wiederholt sich über etliche Jahre, da die Pflanzen gut winterhart sind. Sollten die Triebe bei klirrendem Frost dennoch einmal zurückfrieren, ist das nicht tragisch. Pünktlich zum Beginn der warmen Jahreszeit treiben die Ranken mit frischen Knospen munter wieder aus.

  • Wuchshöhe: 600 bis 1200 cm
Klettertrompete, Campsis radicans
Klettertrompete, Campsis radicans

Japanischer Blauregen ‚Blue Dream‘ (Wisteria floribunda)

Aus Asien wanderte eine der wuchskräftigsten Kletterpflanzen in Mitteleuropa ein, deren atemberaubende Blütenfülle begeistert. Mit einer rasanten Geschwindigkeit von 70 bis 150 cm pro Jahr erobert Japanischer Blauregen Fassaden, Zäune und Rundbögen. Von Mai bis Juli ziehen imposante Blütentrauben mit bis zu 50 cm Länge jeden Betrachter in ihren Bann. Je sonniger der Standort, desto opulenter die florale Prachtentfaltung. Die gewaltige Wuchskraft darf indes nicht unterschätzt werden. Stabile Klettergerüste und regelmäßige Rückschnitte sind unverzichtbar, um die Wachstumsrakete im Zaum zu halten. Dank ihrer asiatischen Herkunft hat die üppige Kletterkünstlerin eine robuste Frosthärte im Gepäck, sodass sie mehrjährig blüht.

  • Wuchshöhe: 400 bis 800 cm
Blauregen, Wisteria
Blauregen, Wisteria

Sonne und Halbschatten

Kletterpflanzen für sonnige bis halbschattige Lagen

Die große Mehrheit blühender Rankpflanzen favorisiert einen sonnigen bis halbschattigen Standort. In diesen Lagen scheint die Sonne in den Morgenstunden oder am späten Nachmittag und frühen Abend. Auf der West- und Ostseite von Haus und Garten oder entlang eines Zaunes mit Nord-Süd-Ausrichtung sind diese vorteilhaften Lichtverhältnisse gewährleistet. Mindestens 4 Sonnenstunden täglich sollten es während der Vegetationsperiode schon sein, damit die Kletterer ihr Blütenkleid anlegen. Die folgenden Arten und Sorten sind winterhart und blühen mehrjährig am sonnigen bis halbschattigen Standort.

Geißblätter (Lonicera)

Die Gattung der Geißblätter beschert uns einen bunten Reigen attraktiver Kletterpflanzen, die allesamt winterhart sind und mehrjährig blühen. Sie haben die Wahl unter immergrünen und laubabwerfenden Arten, unterschiedlichen Blütezeiten sowie wunderschönen Blütenfarben. Allen gemeinsam ist das Talent zum Erklimmen luftiger Höhen, sofern eine Rankhilfe zur Verfügung steht. Die folgende Liste stellt Ihnen empfehlenswerte Sorten mit ihren herausragenden Attributen näher vor.

Geißblatt, Heckenkirsche, Lonicera
Geißblatt, Heckenkirsche, Lonicera

Repens

  • weiß-gelbe Blüten von April bis Juni
  • wintergrünes Laub
  • Wuchshöhe: 200-400 cm

Jelängerjelieber

  • gelb-weiß-rote-rosa Blüten von Mai bis Juli und korallenrote Beeren im Herbst
  • Wuchshöhe: 400-600 cm

Goldflame

  • duftende purpurrote, innen goldgelbe Blüten von Juni bis September
  • Wuchshöhe 300-600 cm

In den Wäldern Asiens ist ein immergrünes Geißblatt beheimatet, das nördlich der Alpen ebenfalls vollkommen winterhart ist. Die wildromantische Art mit dem Namen Lonicera henryi setzt sich mit gelb-roten Blüten von Juni bis Juli in Szene und trägt ganzjährig ein dunkelgrünes Blätterkleid.

Waldreben (Clematis)

Die Königin der Kletterpflanzen darf in dieser Übersicht nicht fehlen. Die Waldrebe hat diesen Titel wahrlich verdient, wie ein Blick auf das Blütenmeer beweist, mit dem die Kletterschönheit von der Hauswand bis zum Baum jegliche Rankhilfe verschönert. Wichtigste Voraussetzung für ein vitales Wachstum sind eine sonnige Lage für die dicht beblätterten Ranken und ein schattiger Fuß. Die entsprechende Frosthärte für eine ausdauernde Lebenskraft haben Clematis von Natur aus schon dabei. Lassen Sie sich von der folgenden Auswahl legendärer Waldreben-Sorten inspirieren.

Waldreben, Clematis
Waldreben, Clematis

‚Rubens‘

  • hellrosa Schalenblüten im Mai und Juni
  • starkes Wachstum bis auf 800 cm Höhe

‚Madame Le Coultre‘

  • weiße, großblumige Clematis erblüht von Juni bis September
  • Kletterhöhe bis auf 300 cm

‚The President‘

  • Klassiker mit riesigen purpurroten Blüten von Mai bis September
  • Wuchshöhe bis 400 cm

‚Purpurea Plena Elegans‘

  • spät blühend von Juli bis Oktober mit gefüllten, purpurroten Blüten
  • bis zu 400 cm Höhe

Halten Sie hier Ausschau nach der idealen Waldrebe für die Vergesellschaftung mit Kletterrosen, bringt sich die Premium-Sorte ‚Royal Velour‘ ins Spiel. Die samtig-roten, bis zu 10 cm großen Blüten harmonieren wunderbar mit gefüllten und einfachen Rosenblüten. Die lange, gemeinsame Blütezeit von Juni bis Oktober ist ein weiteres Argument für die kreative Vereinigung beider Kletterpflanzen.

Waldreben mit zurückhaltendem Wachstum für die Kultivierung im Kübel mit integrierter Kletterhilfe wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Die gelungene Züchtung ‚Josephine‘ verharrt auf einer Kletterhöhe von 200 bis 250 cm, um ihre gefüllten, mehrfarbigen Blüten zu präsentieren. Zu Beginn der Blütezeit im Mai entfalten sich malvenrosa Blütenblätter. Im Verlauf des Sommers verwandelt sich die Färbung in ein elegantes Lila. Bis zum Ende der Blütezeit im September zieren dunkelrosa Streifen die Blütenblätter. Obschon alle kletternden Clematis winterhart sind, erfordert die Kultivierung im Kübel einen leichten Winterschutz. Der Wurzelballen befindet sich in einer exponierten Position, die ihn angreifbar macht für Frost.

Kletterhortensien (Hydrangea anomala und Hydrangea petiolaris)

Die Begrünung vertikaler Flächen bereitet immer dann Kopfzerbrechen, wenn am Standort Licht Mangelware ist. Dank der Kletterhortensien wird die Problemlösung zum kreativen Vergnügen. Wie alle Gartenhortensien, blühen Hydrangea-Arten mit kletternden Ranken am liebsten im Halbschatten oder lichten Schatten. Als Kletterpflanzen sind Hortensien sogar besonders winterhart und frieren nur bei sehr strengem Frost zurück. Die folgenden beiden Sorten haben sich in dieser Hinsicht als  empfehlenswert herauskristallisiert.

Kletterhortensie, Hydrangea petiolaris
Kletterhortensie, Hydrangea petiolaris

‚Semiola‘

  • Selbstklimmer mit weißen Blüten von Juni bis August, immergrünem Laub
  • mit einer Wuchshöhe von 250 bis 300 cm

Hydrangea petiolaris

  • wuchsstarke Art bis auf 600 cm Höhe
  • mit reinweißen Schalenblüten im Juni und Juli

Beide Kletterpflanzen aus der Gattung Hydrangea kommen ohne Klettergerüst aus. Mithilfe ihrer Haftwurzeln erobern Kletterhortensien Mauern, Pergolen und Bäume im Handumdrehen. In der Fassadenbegrünung kann diese Eigenschaft Probleme verursachen, weil die Haftorgane in Mauerritzen hineinwachsen. Experten empfehlen daher, aus Gründen der Vorsicht an Hauswänden dennoch ein Seilsystem zu installieren, das die Ranken auf Abstand hält.

Schling-Knöterich (Fallopia baldschuanica)

Der Himmelsstürmer unter den Kletterpflanzen gewinnt pro Jahr zwischen 100 und 300 cm an Höhe. Seine Frosthärte reicht im fortgeschrittenen Alter bis an – 30 Grad Celsius heran. Die weißen Blütenrispen erscheinen daher nicht nur einmalig von Juli bis September, sondern blühen mehrjährig. Die Schlingpflanzen-Art trägt den Beinamen „Architektentrost“, weil unter dem dichten Blätterwerk optische Mängel am Mauerwerk kaschiert werden. Hinsichtlich der möglichen Wuchshöhe scheiden sich die Geister. Die Angaben erstrecken sich von 800 bis 2000 cm.

Schling-Knöterich, Fallopia baldschuanica
Schling-Knöterich, Fallopia baldschuanica

Winterjasmin (Jasminum nudiflorum)

Winterblühende Kletterpflanzen sind dünn gesät im Pflanzenreich. Die gelben Blüten von Winterjasmin sorgen daher inmitten der kalten Jahreszeit für Furore. In milden Weinbauregionen blühen die gelben Farbtupfer von Dezember bis März. In klimatisch raueren Lagen erfreuen sie immerhin noch von Februar bis März an Kletterhilfen bis auf eine Höhe von 300 cm. Garten-Einsteiger wissen zu schätzen, dass die kletternden Winterschönheiten in jedem normalen Boden gedeihen und sich auch gerne im großen Kübel in Szene setzen. Fachleute attestieren Jasminum nudiflorum eine Frosthärte von – 17,7 Grad Celsius, sodass die einzigartigen Kletterpflanzen am geschützten Standort mehrjährig blühen.

Winterjasmin, Jasminum nudiflorum
Winterjasmin, Jasminum nudiflorum

Chinesisches Spaltkörbchen (Schisandra chinensis)

Für Gärtner mit einem Faible für seltene Kletterpflanzen ist das Chinesische Spaltkörbchen gedacht. In Asien hat die Schlingpflanze eine lange Tradition, weil sich ihre hübschen Blüten in schmackhafte und gesunde Beeren verwandeln. Von Mai bis Juni zieren weiß-rosa Blüten die bis zu 600 cm hohe Pflanze, untermalt von 10 cm langen, ovalen und grün-glänzenden Schmuckblättern. Ein verführerischer Duft kündet die asiatische Rarität schon von ferne an. Die roten Beeren können im September und Oktober geerntet werden. Sie werden als Fünf-Aroma-Frucht bezeichnet, weil sie zugleich süß, sauer, scharf, bitter und salzig schmecken. Das exotische Aussehen von Schisandra chinensis täuscht darüber hinweg, dass die Pflanze gut winterhart ist und mehrjährig blüht.

Chinesisches Spaltkörbchen, Schisandra chinensis
Chinesisches Spaltkörbchen, Schisandra chinensis

Fingerblättrige Klettergurke (Akebia quinata)

Ein Fest für die Sinne schließt diese Übersicht winterharter Kletterpflanzen sinnvoll ab. Die tropische, verholzende Klettergurke trumpft auf mit mannigfaltigen Attributen. So verdankt sie ihren Zweitnamen „Schokoladenwein“ dem verführerischen Duft ihrer rotbraunen weiblichen und rosafarbenen männlichen Blüten, die von April bis Mai erscheinen. Die handförmigen Blätter schmücken die Kletterpflanze in milden Wintern ohne Unterlass. Dekorativ ist die Kombination aus einer dunkelgrünen Oberseite und einer blaugrünen Unterseite, was bei Wind für hübsche Effekte sorgt. Die skurril geformten, purpurnen Früchte setzen im Herbst nicht nur schöne Akzente, sondern sind zugleich essbar. Bemerkenswert ist eine Winterhärte von bis zu – 20,6 Grad Celsius, sodass die tropischen Schlingpflanzen auch nördlich der Alpen mehrjährig blühen und fruchten.

  • Wuchshöhe: 800 bis 1200 cm
Fingerblättrige Akebie, Klettergurke, Akebia quinata
Fingerblättrige Akebie, Klettergurke, Akebia quinata

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