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Winzige kleine Fliegen die stechen

Winzige kleine Fliegen die stechen: was tun?

Bemerken Sie nach einer Sommerwanderung plötzlich auftretende Rötungen und schmerzhafte Stellen am Körper, sind meist winzige kleine Fliegen, die stechen, schuld. So reagieren Sie auf Kriebelmücken richtig.

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Auf den Punkt gebracht

  • Kriebelmücken beißen
  • verursachen juckende, schmerzhafte Schwellungen
  • Weibchen saugen Blut für ihre Eier
  • Gefahr von Entzündungen
  • häufig bei schwülwarmem Wetter

Kriebelmücken erkennen

Winzige kleine Fliegen, die stechen, sind meist Kriebelmücken (Simuliidae). Die sind eine Familie der Zweiflügler. Sie gehören zu den Mücken, sehen jedoch eher wie winzige kleine Fliegen aus. Weltweit sind mehr als 2400 Arten bekannt. Etwa fünfzig Arten leben in Deutschland. Erkennen können Sie sie an den folgenden Merkmalen:

Kriebelmücke (Simuliidae) sitzt auf Haut
  • Größe: zwei bis sechs Millimeter
  • Körperbau: bucklig, gedrungen, kurze Beine
  • Körperfarbe: schwarz, dunkelblau oder dunkelgrau
  • Flügel: breit, abgerundet, farblos oder rauchig getrübt
  • Saugrüssel: kurz

Biss oder Stich

Nur die weiblichen Kriebelmücken hinterlassen schmerzhafte Schwellungen. Dabei stechen die winzigen kleinen Insekten nicht, sondern sägen mit ihrem scharfen Mundwerkzeug die Haut von Warmblütern auf und saugen das Blut aus der Wunde. Es handelt sich also eher um einen Biss als um einen Stich. Die Weibchen benötigen das Blut, um mit den darin enthaltenen Eiweißen ihre Eier zu bilden. Gewöhnlich ernähren sie sich wie die Männchen von Blütennektar.

Hinweis: Bisse der Kriebelmücke jucken zunächst stark. Wenn man dann jedoch kratzt, schwellen die Stellen sofort an, werden erst rot, dann bläulich und schmerzen. Das kleine Insekt kann große Hämatome hervorrufen.

Besonders gefährdet sind Wildtiere sowie Weidetiere wie Pferde, Ziegen und Kühe. Diese bieten große Angriffsflächen und stehen gewöhnlich recht still. Auch menschliches Blut ist bei Kriebelmücken von Interesse. Wissenschaftler vermuten, dass der Rückgang der Weidewirtschaft dazu führt, dass der Mensch immer stärker als Wirtstier der Kriebelmücken infrage kommt.

Achtung: Beim Biss der Kriebelmücke gelangen gerinnungshemmende Substanzen und Histamin in die Wunde. Diese können unter Umständen heftige Körperreaktionen bewirken.

Kriebelmückenstich behandeln

Kriebelmückenstich mit Creme behandeln
Antiallergische Salben oder Cremes helfen dabei, den Juckreiz zu lindern.

Wenn die Symptome auf einen Kriebelmückenstich hinweisen, handeln Sie schnell:

  1. Desinfizieren Sie die Einstichstelle.
  2. Auf keinen Fall kratzen! Durch das Kratzen können gefährliche Entzündungen entstehen.
  3. Kühlen Sie die Einstichstelle mit Kühlpads oder Wasser und tragen Sie eine juckreizstillende Salbe auf.
  4. Beobachten Sie die Wunde. Gehen Sie zum Arzt, wenn
    • die Schwellung nicht zurückgeht
    • rote Streifen von der Wunde aus entstehen
    • Fieber, Schüttelfrost oder Kopfschmerzen auftreten
    • Ausschläge sichtbar werden

Hinweis: Rote Streifen, die sich von der Wunde aus bilden, können Anzeichen einer Blutvergiftung sein. Blutvergiftungen sind lebensbedrohlich. Suchen Sie umgehend einen Arzt auf!

Kriebelmückenstichen vorbeugen

Die kleinen Insekten sind vor allem in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag aktiv. Sie treten in der Zeit von Mai bis September in Schwärmen auf. Kriebelmücken bevorzugen dunkle Orte, beispielsweise unter Bäumen. Häufig halten sie sich auf Weideflächen und in der Nähe fließender Gewässer auf, wo sie auch die Eier ablegen. Auf der Suche nach Blut überwinden Sie auch weitere Strecken und fliegen in die Gärten und Parks.

Viele Kriebelmücken in der Natur

Tipp: Heiße Sommer mit hoher Luftfeuchtigkeit bieten perfekte Grundlagen für die Vermehrung von Kriebelmücken. Ziehen Sie besonders bei schwülwarmem Wetter in Gewässernähe oder bei Wanderungen entlang von Weideflächen lange Kleidung an. Diese können die kleinen Blutsauger nicht durchdringen.

Häufig gestellte Fragen

Warum sind die Verletzungen beim Biss von Kriebelmücken größer als bei Stechmücken?

Stechmücken stechen mit ihrem Rüssel direkt in kleine Adern. Sie hinterlassen eine kaum sichtbare Einstichstelle. Kriebelmücken hingegen ritzen mit ihrem scharfen Mundwerkzeug die Haut an und saugen das austretende Blut mit dem Saugrüssel auf. Daher sind die Verletzungen größer.

Können Kriebelmücken gefährliche Krankheiten übertragen?

Die in Deutschland heimischen Arten gelten nicht als Überträger von Krankheiten. Allerdings besteht die Gefahr von Entzündungen, aus denen schwerwiegende Krankheiten entstehen können.

Kann man Kriebelmücken schon vor dem Stich bemerken?

Die kleinen schwarzen Insekten machen kein für das menschliche Ohr wahrnehmbares Geräusch. Sie sind so klein, dass es unbemerkt bleibt, wenn sich das Insekt auf die Haut setzt. Auch der Einstich verursacht zunächst keine Reaktion. Wenn sich die Rötung zeigt, ist der Übeltäter längst weg.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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