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Wofür sind Zecken gut? | Diesen Nutzen haben sie

Haben Zecken einen Nutzen?

Parasiten, zu denen die Zecken (Ixodida) gehören, sind unangenehme Zeitgenossen, die zu schwerwiegenden Erkrankungen führen können. Aber Wissenschaftler sehen in ihnen auch einen Nutzen, wie folgend erläutert.

Auf den Punkt gebracht

  • Blutsauger übertragen Krankheiten und stärken ihre Wirte gleichzeitig
  • viele Tiere sind auf diese Parasiten angewiesen
  • bringen Vorteile für das Ökosystem

Nutzen als Nahrung

Zecken kommen bei entsprechend optimalen Bedingungen massenhaft vor. Sind sie vollgesaugt, können sie viele Jahre mit nur einer „Ration“ überleben und sich fortlaufend vermehren.

Zecke

Es gibt zahlreiche Tierarten in der Natur, die sich von Parasiten ernähren. Würmer und Mücken stehen ganz vor auf der Liste und danach folgen gleich die Zecken. Damit sind sie maßgeblich an der Regulierung anderer Lebewesen-Populationen beteiligt. Würde es keine Zeckenparasiten geben, würde dies das Nahrungsangebot deutlich reduzieren. Es käme zu einer erschwerten Nahrungssuche für viele Tiere und im schlimmsten Fall schließlich zum Verhungern mehrerer Arten, die auf Nahrung in der Natur angewiesen sind. Wichtig ist die Ixodida beispielsweise für folgende Tiere:

  • Drosseln
  • Eidechsen
  • Fasane
  • Igel
  • Krähen
  • Maulwürfe
  • Rebhühner
  • Tauben

Hinweis: Die Zecke kann auch als Nahrungsobjekt Krankheitserreger an ihre natürlichen Fressfeinde übertragen, sobald sie mit dem Blut in Kontakt kommen. Sie werden im schlimmsten Fall dann selbst zu Krankheitsüberträgern.

Beschleunigung der Evolution

An Universitäten im schweizerischen Bern und in Finnland sind Forscher zu der Erkenntnis gekommen, dass die blutsaugenden Parasiten die Evolution ankurbeln. Parasiten belasten bei einem Befall Lebewesen. In der Folge entwickelt sich der das lebensfähige System weiter, um „Zeckenangriffen“ besser entgegenzuwirken oder die dadurch ausgelösten Störungen umgehen zu können. Das führt zu Veränderungen und dementsprechend zu einer beschleunigten Evolution bei manchen Arten. Die Forscher gehen davon aus, dass dies bei einigen Lebewesen Nachkommen entstehen lässt, die zunehmend weniger gesundheitliche Folgen der Parasiten zu befürchten haben.

Zecke

Immunsystem profitiert

Ja, die Zecke kann lebensgefährliche Erreger übertragen, aber der Biss bringt auch das Immunsystem in Fahrt. Wird eine Zecke schnell entdeckt und fachgerecht entfernt, ist das Risiko einer schweren Erkrankung bei den meisten Lebewesen gering. Durch den Biss gehen tierische sowie menschliche Körpersysteme sofort in „Alarmbereitschaft“. Das körpereigene Abwehrsystem wird angeregt und zur Eliminierung losgeschickt. Ohne derartige Anregungen durch Fremd-/Gefahrenstoffe verfällt das Immunsystem zunehmend in eine Art Ruhemodus und baut sich indes kontinuierlich selbst ab. Das bedeutet: die eigenen Abwehrkräfte sinken und der Körper wird immer unfähiger, sich aus eigener Kraft dagegen zu wehren. Die Anfälligkeit für Erkrankungen steigt. Ein Leben gänzlich ohne Parasiten wie diese Blutsauger, würde für deutlich mehr Lebewesen bedeutet, bereits geringfügige Erkrankungen nicht zu überleben.

Hinweis: Das heißt nicht, dass man Zeckenbisse provozieren sollte. Es gibt andere, weniger riskante Möglichkeiten, das Immunsystem zu stärken.

Eierablageplatz

Manche Wespen bevorzugen die Nymphen und Zeckenlarven, um in deren Körper ihre Eier abzulegen. Schlüpft der Wespennachwuchs, ernährt er sich von den Zeckeninnereien. In der Folge sterben die Zeckennachkömmlinge.

Zeckeneier

Vor allem diese Erzwespen finden in den Parasiten Eiablageplätze:

  • Ixodiphagus hookeri, I. texanus, I. theilerae

Zecken gegen Krebs

In Brasilien haben Forscher den Speichel der Ixodida untersucht. Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich darin Moleküle befinden, die im Kampf gegen Krebszellen möglicherweise einen Nutzen besitzen könnten. Laut der Forscher zeigen diese Moleküle Reaktionen an den Zellen, die ein Abtöten wahrscheinlich machen. Genaue Untersuchungen gibt es darüber bisher nicht, aber diese Ergebnisse haben weltweit Interesse in der Wissenschaft gefunden, sodass in naher Zukunft mit weitreichenderen Untersuchungen zu rechnen ist.

Schutz heimischer Arten

Immer mehr Tierarten werden aus dem Ausland eingeschleppt. Darunter befinden sich auch solche, die sich enorm schnell vermehren und so stark ausbreiten, dass sie heimische Arten verdrängen. Mit anderen Worten: der Lebensraum heimischer Arten verringert sich. Parasiten wie die Zecke spielen herbei eine große Rolle, denn sie finden auch in den eingeschleppten Tierarten Wirte und fügen vielen von ihnen gesundheitlichen Schaden zu. Häufig sind Zecken bei manchen Arten auch in der Lage, die Vermehrung solcher invasiven Arten zu stören. Auf diese Weise wird zumindest dort, wo sich die Blutsauger aufhalten, einer massiven Ausbreitung vorgebeugt. Ein Forscher der Universität in Kalifornien konnte in einer Untersuchung feststellen, dass Parasiten zur „Kontrolle“ der Populationsgröße eine immense Wichtigkeit darstellen.

Häufig gestellte Fragen

Haben Zecken einen Nutzen in der Wohnung?

Nein. Wohnbereiche zählen nicht zu ihrem natürlichen Lebensraum. Da ein Biss nicht provoziert werden sollte, Sie, Ihre Familie und/oder Ihr(e) Haustier(e) potenzielle Nahrungsquellen bieten, sollten Zecken nicht im Wohnbereich verbleiben. Ihren meisten Nutzen erzielen sie ausschließlich in der freien Natur.

Zecke im Garten – was tun?

Hier gilt es, das Nutzen-Risiko abzuwägen. Der derzeitig bekannte Nutzgrad der Blutsauger liegt deutlich unter der Risikohöhe, durch einen Biss Krankheitserreger übertragen zu bekommen. Deshalb gilt bei einer Zecke im Garten immer: entsorgen!

Sind alle Zeckenarten gleich nützlich?

Es gibt derzeit 19 bekannte Zeckenarten in Deutschland. Sie verfügen über dieselben Haupteigenschaften, die im Artikel als nützlich benannt werden. Leider gelten sie alle auch gleichermaßen als Überträger von Krankheitserregern.


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