Wunderhecke „Ulmus pumila“: Erfahrungen und Pflege-ABC

Ulmus pumila als Wunderhecke

Die Sibirische Ulme (Ulmus pumila) oder auch Wunderhecke genannt, ist ein faszinierendes Baumgebilde mit einem ansehnlichen Wachstum. Sie lässt sich problemlos als Hecke ziehen und gilt als eine extrem pflegeleichte Pflanze, die wenige Ansprüche stellt. Erfahrungen zeigen, dass Details in der Pflege entscheiden, wie sich die Wunderhecke entwickelt. Hier spielen vor allem das Schneiden und Gießen eine Rolle, wie im Folgenden zu erfahren ist.

Wunderhecke „Ulmus pumila“:

Standort

Die beste Pflege nutzt nichts, wenn Pflanzen an einem ungeeigneten Standort gepflanzt werden. Anders verhält sich das bei der Ulmus pumila. Die Erfahrungen von zahlreichen Hobbygärtnern zeigen, dass diese Pflanze keine besonderen Anforderungen an den Standort stellt. Vorteilhaft ist, dass sie hervorragend dort gedeiht, wo andere Pflanzen keine Chance zum Überleben haben. Gleich, ob sonnig oder halbschattig, windgeschützt oder kalten Zugwinden ausgesetzt, die aus dem Osten Sibiriens stammende Ulmenart kommt an jedem Standort zurecht. Lediglich sollte sie nicht zu dunkel stehen. Halbschatten sollte es mindestens sein. Zu berücksichtigen ist zudem, dass sich die Vorgehensweise bei der Pflege aufgrund der Standortbedingungen ändern kann.

Boden

Was für den Standort gilt, trifft auch auf den Boden zu. Erfahrene Hobbygärtner berichten auf verschiedenen Online-Plattformen, dass die Sibirische Ulme keine gravierenden Reaktionen zeigt, wenn sie auf die verschiedensten Bodenbeschaffenheiten trifft. Saurer oder alkalischer Boden, trocken oder feucht, salzhaltig oder nährstoffarm, sie scheint ein echter „Lebenskünstler“ zu sein. Allerdings wächst sie besser strauchartig, wo andere Pflanzen nicht wachsen und/oder keine Überlebenschance besitzen. In stark nährstoffreichen Böden entwickelt sie sich eher zu einem Baum, der bis zu drei Meter heranwachsen kann. In lehmigen, normal humosen und gut gemulchten Böden mit vielen Regenwürmern gedeiht die Wunderhecke mittelmäßig, wie die Erfahrungen von Gartenbesitzern zeigen.

Pflanzzeit

Wenngleich die beste Pflanzzeit zwischen Oktober und November liegt, so kann die Sibirische Ulme erfahrungsgemäß auch im Frühjahr und Sommer gepflanzt werden, sofern ausreichend kräftige Stecklinge zum Pflanzen zur Verfügung stehen. Wenn Sie hier regelmäßig kräftig gießen, setzt sie sich auch während dieser Zeit gut in der Erde fest. Lediglich die Blatt- und Triebbildung kann während der Saison geringfügiger ausfallen, weil sie nicht bereits gefestigt in die neue Wachstumsperiode startet, wie das bei Wunderhecken der Fall ist, die eine Herbstpflanzung erhalten.

Pflanzen

Sibirische Ulmen werden in der Regel als Setzlinge in Bündeln gepflanzt. Sie betragen meist eine Höhe zwischen 50 und 70 Zentimeter und werden vielfach mit nackten Wurzeln verkauft. Für die Heckenpflanzung, ist wie folgend beschrieben vorzugehen:

  • Wurzelbereich der Stecklingsbündel vor dem Pflanzen 24 Stunden in Eimer Wasser eintauchen
  • Pflanzlöcher mit Tiefe sowie Breite ausheben, dass Wurzelbereich ohne abzuknicken gepflanzt werden kann
  • Pflanzabstand rund 20 Zentimeter
  • Nach Wasserbad Pflanze ins Pflanzloch setzen
  • Anlegen einer Drainage nicht erforderlich, weil sie mit Nässe gut umgehen kann
  • Für schnellere Wachstum Erde mit Sand oder Rindenmulch anreichern (höherer Feuchtigkeitsspeicherung)
  • Pflanzloch zuschütten und Erde gut festdrücken
  • Triebe mit Blättern auf 10-15 cm zurückschneiden (erhalten ohne festgesetzte Wurzeln keine Versorgung)
  • Großzügig angießen
  • Eine über die nächsten Wochen kontinuierliche Bodenfeuchte fördert das schnellere Wachstum

Tipp: Manche Hobbygärtner machen die Erfahrung, dass Wunderhecken vielfach mit einem lichten Blattwerk wachsen und keinen idealen Sichtschutz bieten. Die Pflanzung von zwei hintereinander stehende Reihen ist die Lösung. Der Reihenabstand sollte rund 20 bis 30 Zentimeter betragen und die Pflanzung im Zick-Zack Muster erfolgen.

Ulmus pumila

Gießen

Eine Ulmus pumila kommt im tropischen Regenwald mit hoher Feuchtigkeit ebenso gut zurecht wie in einer Sahara-ähnlichen Klimazone. Die Erfahrungen lassen allerdings darauf schließen, dass sie deutlich schneller und buschiger wächst, wenn sie viel Wasser/ Feuchtigkeit erhält.

Hobbygärtner berichten darüber, dass sie eine Hecke auf einem abfallenden Bereich gepflanzt haben und die tieferliegenden Pflanzen teilweise ein doppelt so hohes/ breites Wachstum aufwiesen, als die höher gelegenen Pflanzen. Von oben fließt das Wasser nach unten. Dort steht es lange genug, um tief in den Boden zu dringen, während im oberen Gelände der Boden eine deutlich geringere Feuchtigkeit erhält. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass das großzügige Gießen einer Sibirischen Ulme vorteilhaft ist, wenngleich sie auch nicht im heißesten Sommer eingeht, wenn ein Gießen vollständig ausbleiben würde.

Düngen

Vielfach glauben Gartenbesitzer mit Sibirischer Ulme Gutes zu tun, indem sie ihr nährstoffreichen und/ oder stickstoffreichen Dünger auf den Wurzelbereich geben. Unzählige Ulmenerfahrungen zeigen bei dieser Art, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Sie kommt hervorragend ohne Dünger aus, Nährstoff-/stickstoffreicher Dünger veranlasst eine Ulmus pumila entweder zu einer immensen Wucherung oder führt zu Wachstumsstörungen. Dies lässt darauf schließen, dass sich die Sibirische Ulme schnell an die Bodenbeschaffenheit/ Gegebenheiten gewöhnt und sich darauf einstellt. Kommt es zu plötzlichen Veränderungen, kann es zu den genannten Reaktionen führen. Deshalb gilt für das Düngen von Wunderhecken: nein!

Tipp: Wenn kontinuierlich Rindenmulch verabreicht wird, kommt es zu keiner plötzlichen Veränderung der Bodenverhältnisse. Rindenmulch ist erfahrungsgemäß vorteilhaft für Wunderhecken, weil es für eine bessere Wasserspeicherung sorgt.

Schneiden

Je feuchter die Wunderhecke steht, desto mehr Wuchskraft erhält sie. Als Hecke ist sie zu erziehen, sodass die Ulmus pumila nicht als Baum mit dickem Stamm heranwächst. Zudem zeigt sie sich anfangs mit einer „bauchigen“ Wuchsform und ungleichmäßig hoch wachsenden Neutrieben, die es zu schneiden heißt. Wer von Anfang an richtig schneidet, kann aus einer Ulmus pumila eine schöne, gepflegt aussehende Hecke heranziehen. Wer nicht schneidet, kann mit einer Ausbreitung rechnen, die alles andere an Pflanzen verdrängt.

Die folgende Anleitung zeigt, wie es erfahrungsgemäß am besten geht:

  • Im Frühjahr komplett bis auf 10-15 Zentimeter über der Erde zurückschneiden (dient der besseren Verästelung)
  • Im Sommer die langen, herausstehenden Neutriebe um die Hälfte kürzen
  • Bei starkem Wachstum kann öfter zwischen erstem und letztem Schnitt im Herbst geschnitten werden
  • Im Herbst Wunderhecke komplett auf die gleiche Höhe schneiden
  • Beste Erfahrungswerte mit Rückschnitt der Breite um rund ein Drittel in den ersten zwei Jahren (sorgt für dichtere Übergänge)
  • Rückschnitt der Breite im Frühjahr und circa August
  • Im ersten Jahr Hecke nicht höher als 1.50 Meter wachsen lassen
  • Im zweiten Jahr darf sie maximal zwei Meter Höhe erreichen

Tipp: Wer wenig bis gar nicht gießt, verlangsamt das Wachstum deutlich, das ansonsten bis zu 1.5 Meter pro Jahr betragen kann.

Überwinterung

Die Ulmus pumila gilt als extrem winterhart. Sie hält Temperaturen von -35 °C problemlos aus, was nicht zuletzt auf ihre sibirische Herkunft zurückzuführen ist. Die Erfahrung mancher Hobbygärtner lässt allerdings den Verdacht aufkommen, dass sie auf Anhöhen mit Windkanälen leicht empfindlich reagiert. Ein verspätetes Austreiben in der Folgesaison und unter Umständen minimale Einschränkungen beim Wachstum sind vielfach zu beobachten.

Krankheiten

In Europa ist häufig vom Ulmensterben die Rede. Schuld daran ist vor allem eine Infektion mit Schlauchpilzen (Ascomycota). Die Erfahrungen von Besitzern einer Wunderhecke besagen, dass bisher keine betroffenen Pflanzen bei dieser Ulmenart bekannt sind. Ansonsten zeigt sich die Sibirische Ulme prinzipiell sehr unanfällig für Krankheiten, was sie den heimischen Ulmen voraushat.

Schädlinge

Bei Schädlingen zeigt sich die Ulmus pumila ebenso widerstandsfähig, wie bei Krankheiten. Sollten sich Schädlinge, wie beispielsweise die Ulmenblattrollenlaus, auf eine Sibirische Ulme „verlaufen“, verzichten die meisten Hobbygärtner auf eine Schädlingsbekämpfung, weil sich keine nennenswerten Schädigungen an den Pflanzen bilden und Schädlinge freiwillig irgendwann das Weite suchen.

Schädlingsbekämpfung an einer Hecke

Erfahrungen

Anhand der Erfahrungen von Besitzern der Wunderhecke, können Sie sich Ihr eigenes Bild über Ulmus pumila machen.

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit, wurden kleine Rechtschreibfehler (Leerzeichen, Buchstabendreher, etc.) in den Zitaten korrigiert. Die genauen Quellen sind dabei unter der Angabe des jeweiligen Forums verlinkt.

„Ich habe Erfahrung mit der Wunderhecke und ich kann sie nur empfehlen. Sie wächst wie versprochen sehr schnell, sieht auch sehr gut aus. Haben die Hecke im April 2009 eingesetzt […]“

Quelle: www.hausgarten.net, Nutzer: Süsse Fee, 07.06.2011

„Jetzt am ersten Oktober kann ich berichten, dass alle 200 Pflanzen überlebt haben. Da ich sie an verschiedenen Standorten im Garten verteilt habe kann ich sagen je mehr gegossen wird umso schneller wächst sie. Neben der Solardusche die Pflanzen sind dicht und über 200 cm groß geworden (gestartet wurde ja mit etwa 10 cm höhe und 3 mm Durchmesser je Stamm. Wachstum in etwa 7 Monaten 2 Meter. Die Kleinste wurde etwa 150 cm hoch.“

Quelle: www.gutekueche.at, Nutzer: Halbmondchen, 01.10.2018

„Gestern habe ich die Hecke das 3. mal gestutzt, nachdem diese an den meisten Stellen bereits über den Zaun gewachsen ist (Zaun höhe 150cm). Ich bin absolut begeistert von der Wunderhecke, sie hält bisher was der Lieferant verspricht! […] Die Hecke wurde regelmäßig gegossen, anfangs hatte ich dem Gießwasser noch zusätzlich Flüssigdünger beigemischt, dann habe ich nur noch 1 mal Blaukorn gestreut, das scheint zu reichen.“

Quelle: www.exotenfans.de, Nutzer: marbu79, 31.08.2017

„Vor 2 Jahren haben wir die Hecke im November gepflanzt.Noch im letzten Jahr dachte ich: das wird nie etwas.Aber, was soll ich sagen:Alles was beschrieben wurde, ist eingetroffen. Die Hecke ist, trotz der diesjährigen Trockenheit, gut gewachsen. An vielen Stellen bis zu 3 Meter hoch, aber noch nicht dicht. Denn: Was wir unterschätzt haben: Ameisen und Wühlmäuse. Die haben der Hecke sehr zugesetzt und erheblichen Schaden angerichtet. Ein paar Pflanzen sind nicht angewachsen. Wir haben uns an den Anbieter gewendet und prompt haben wir 50 Pflanzen umsonst bekommen. Super Service. Fazit: alles was beschrieben und versprochen wurde, stimmt. Daher: klare Kaufempfehlung!“

Quelle: www.agrowissen.de, Nutzer: lilly, 25.09.2018

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